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Andi Masters Pathfinder
Anmeldungsdatum: 07.03.2003 Beiträge: 395
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Verfasst am: 4.Aug 2006 13:18 Titel: Schöner Stoff für Zoff |
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... gerade gelesen - schöner Stoff für Zoff (Hurra, es reimt sich!) mit eingefleischten Ober-Networkern, die ihre Schabrackensysteme als Goldklumpen verkaufen wollen ...
NETWORK MARKETING - DAS GROSSE VERSPRECHEN
Träume sind Schäume
„Geld verdienen ohne Kapitaleinsatz “ - „Traumkarriere in 12 Monaten“ - „Lebenslang ein passives Einkommen beziehen“ – so oder ähnlich lauten die vollmundigen Versprechungen vieler MLM-Unternehmen. Die Realität dagegen sieht ernüchternd aus. Über 90 Prozent der Networker verdienen kaum mehr als ein paar hundert Euro pro Jahr – Einnahmen, die oft nicht einmal die Kosten decken, von einer bescheidenen Bezahlung für die Arbeitszeit ganz zu schweigen.
Befragt man MLM-Unternehmen oder deren obere Vetriebshierarchien nach den Gründen, so schieben diese die Schuld in aller Regel auf die Networker. Von Verlierertypen, die das Geschäft nicht verstünden, ist die Rede, von mangelnder Arbeitsbereitschaft oder von fehlender Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Produkten. Das ist nicht nur zynisch, sondern vor allem unseriös. Sicher gibt es auch im Network Marketing Könner und Versager, so wie in jedem anderen Wirtschaftsbereich, doch allein die extrem hohe Zahl schlechtverdienender Networker legt nahe, daß es noch andere Gründe für den geringen wirtschaftlichen Erfolg geben muß.
Geschürte Illusionen
Schon immer haben MLM-Unternehmen mit der Illusion vom großen Geld gespielt. Auch wenn nach außen natürlich gesagt wird, Network Marketing sei eine Arbeit, die viel Einsatz erfordere, so heißt es im gleichen Moment, daß sich jeder bei entsprechendem Engagement in kurzer Zeit ein hohes Einkommen erarbeiten könne. In Zeiten wie heute, wo die wirtschaftliche Unsicherheit breite Bevölkerungskreise erfaßt hat, klammern sich viele Menschen an diese Hoffnung und versuchen, mit Network Marketing, Geld dazuzuverdienen oder sich damit eine eigene Existenz aufzubauen.
Klappern gehört zum Handwerk - das Versprechen großartiger Einkommensperspektiven ist bei den meisten MLM-Unternehmen untrennbarer Bestandteil der öffentlichen Selbstinszenierung. Dabei wenden die Unternehmen äußerst cleverer Strategien an, um immerfort neue Vertriebspartner zu akquirieren und diese mit ausgeklügelten Marketing- und Psychomethoden auf das eigene Unternehmen „einzunorden“. Typische Beispiele dafür sind die ständigen Beschwörungen des „Team Spirit“, Schulungsveranstaltungen und Meetings im Stile von Entertainment-Shows oder Online-Konferenzen, die allesamt dazu dienen, die angeworbenen Networker auf Linie zu halten.
Abwälzung des unternehmerischen Risikos nach unten, Abschöpfung der Gewinne nach oben
Anders als bei Unternehmen mit festen Angestellten, die durch unzureichend qualifizierte Mitarbeiter einen finanziellen Schaden erleiden würden, gibt es für MLM-Unternehmen ein solches Risiko nicht. Hier trägt allein der Networker das wirtschaftliche Risiko. Mit dem Aufbau einer eigenen Downline reicht dieser das Betriebsrisiko nach unten durch. Dabei sinkt sein persönliches Risiko umso mehr, je größer diese Downline ist.
Da der maßgebliche Verdienstanteil in der Regel nicht durch den persönlichen Verkauf der Produkte, sondern durch die Anwerbung neuer Partner erzielt wird, besteht kein Bedarf, die Eignung der Angeworbenen vorab zu prüfen. Daraus resultiert ein erheblicher Ansporn, auch Privatpersonen ohne kaufmännische Kenntnisse und ohne Verkaufskenntnisse anzuwerben. Dies hat zur Folge, daß auch kein besonderes Interesse besteht, neugeworbene Partner kaufmännisch und verkaufstechnisch solide zu schulen - was die meisten Networkern aufgrund mangelhafter Fachkenntnisse allerdings ohnehin nicht könnten.
Von den MLM-Unternehmen angebotene Schulungen und Seminare sind in der Regel reine Promotion- und Motivationsveranstaltungen, garniert mit oberflächlichen Marketing- und Verkaufsinformationen. Nicht selten dienen die Events nur dazu, den Teilnehmern Geld abzunehmen. Einige MLM-Unternehmen verlangen von Neueinsteigern sogar obligatorisch die Teilnahme an derartigen kostenpflichtigen Veranstaltungen.
Hieraus wird ersichtlich, daß die hierarchische Struktur dieser Vertriebsform selbst der Hauptgrund für die schlechte Verdienstsituation der meisten Networker ist. Kernpunkt ist die progressive Einkommensverteilung, die einseitig die Vertriebsspitze gegenüber den unteren Ebenen bevorteilt. Je breiter und je tiefer die Downline aufgebaut ist, umso mehr Networker arbeiten „lohnsklavengleich“ für die Taschen des MLM-Unternehmens und die oberste Vertriebshierarchie. Während die Mehrheit der Networker mit Kleinbeträgen abgespeist wird, kumuliert die ausgezahlte Gesamtprovision an der Spitze zu beträchtlichen Einkommen, und dies bei geringstem wirtschaftlichen Risiko.
Daraus resultiert, daß Network Marketing eine Vertriebsform ist, die vor allem davon lebt, daß ein Heer von Vertriebspartnern schlechtbezahlte „Zuträgerdienste“ leistet. Dabei werden die unternehmerischen Risiken einseitig auf die schwächsten Partner abgewälzt, die für ihre Arbeit keine angemessene finanzielle Vergütung erhalten. Oder anders ausgedrückt: Die Erfolglosigkeit der großem Mehrheit der Vertriebspartner ist systemimmanent.
Ständige Fortschreibung eines ungerechten Systems
Der einzige, meist jedoch trügerische Ausweg aus diesem Dilemma besteht für den Networker darin, daß er regelmäßig neue Partner für die eigene Downline anwirbt. Dadurch kann er zwar einen Teil seines wirtschaftlichen Risikos auf andere Teilnehmer abschieben, gleichzeitig trägt er aber dazu bei, daß das im Kern ungerechte Vergütungssystem nur permanent fortgeschrieben wird.
Daß angesichts dessen die Frage nach der moralischen Verantwortung von kaum einem MLM-Unternehmen aufgeworfen wird, liegt in der Natur der Sache, schließlich sind sie die Initiatoren und Profiteure solcher Systeme. Jeder Jungunternehmer aber, der sich neben- oder hauptberuflich eine eigene Existenz aufbauen will, sollte diese Frage nicht leichtfertig vom Tisch wischen. Die persönliche Verantwortung eines ordentlichen Kaufmanns erschöpft sich nicht in der Befolgung bestehender Gesetze, sondern geht darüber hinaus. Sie ist Teil eines Selbstverständnisses, das Kunden und Partner in den Mittelpunkt stellt und auf ihre legitimen Belange Rücksicht nimmt. Die Debatten der letzten Zeit über den Sozialkodex der Wirtschaft zeigen, daß die Öffentlichkeit bei diesem Thema inzwischen stark sensibilisiert ist.
Geschönte Aussichten
So blumig interessierten Neueinsteigern die Geschäftsperspektiven ausgemalt werden, so bedeckt halten sich die meisten MLM-Unternehmen, wenn es um eine realistische Darstellung der wirtschaftlichen Chancen für die Vertriebspartner geht. Statt nachvollziehbare Marktprognosen über das Absatzpotential der Produkte vorzulegen, werden phantastisch klingende Marketing- und Verdienstpläne präsentiert, die in der Praxis für nahezu keinen Networker umsetzbar sind.
Auf den Einführungsveranstaltungen sprechen dann oft Vertreter aus der oberen Vertriebsebene und geben den staunenden Interessenten „Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär“-Geschichten zum Besten. Überprüfen kann die Aussagen keiner. Die meisten dieser Veranstaltungen erinnern eher an einen Zirkus denn an eine seriöse Geschäftsvorstellung.
Ein regelrechter „Hype“ findet um das Thema Passiveinkommen statt – nicht ohne Grund, denn die MLM-Unternehmen wissen, daß die Aussicht, nach dem Aufbau einer eigenen Downline ohne weitere Arbeit ein passives Einkommen aus den Provisionsabgaben der unteren Ebenen zu erwirtschaften, für Neulinge einer der Hauptgründe ist, überhaupt ins Network Marketing einzusteigen.
Kaum ein MLM-Unternehmen weist dabei auf das Phänomen der Marktsättigung hin. Stattdessen wird der Eindruck erweckt, jede weitere Ebene der Downline würde genug Menschen finden, die das entsprechende Produkt kaufen oder weiterempfehlen möchte. Da dies bei exponentiell steigender Verkäuferzahl nicht der Fall ist, wird hier bewußt getäuscht. Darüber hinaus schrammen nicht wenige MLM-Unternehmen dicht an illegalen Schneeballsystemen vorbei, die in Deutschland unter Strafe stehen.
Rechtliche Problematik
Auch über rechtlichen Probleme läßt sich kaum ein MLM-Unternehmen näher aus. Viele Produkte, beispielsweise aus dem Gesundheitsbereich, sind in Deutschland nicht zugelassen, oder es dürfen bestimmte Heil- und Wirkungsaussagen nicht gemacht werden, weil kein klinischer Nachweis darüber exisitiert.
Hochproblematisch sind auch Finanz- und Versicherungsprodukte. Zum einen ist deren Vermittlung an eine entsprechende behördliche Genehmigung gebunden (§ 34c GewO), zum anderen gilt auch für Vermittler das Produkthaftungsgesetz. Hier besteht die Gefahr, daß auf den Networker unter Umständen Schadenersatzansprüche zukommen, wenn unzufriedene Kunden klagen. Im übrigen ist es von Seiten der MLM-Unternehmen höchst unseriös, derartige Produkte über ungeschulte Vertriebspartner abzusetzen, die in aller Regel über keinerlei Fachkenntnisse auf diesem Gebiet verfügen.
Ebenso kritisch sind Networks im Glücksspielbereich, etwa Online-Lotto oder Online-Casinospiele. Auch wenn das MLM-Unternehmen über eine entsprechende Lizenz im Ausland verfügt, entbindet das den Networker keinesfalls von den deutschen Gesetzen, nach denen die Bewerbung von Glücksspielen ohne staatliche Genehmigung strafbar ist. Der Hinweis auf den ausländischen Sitz des MLM-Unternehmens greift hier insofern nicht, als daß nach deutschem Recht das Tatortprinzip gilt. Dies ist regelmäßig gegeben, wenn die Bewerbung in oder von Deutschland aus erfolgt.
(Auszug aus swoxxcom Fachartikel, mit freundlicher Genehmigung des Autors wiedergegeben) |
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ratiomama Insider
Anmeldungsdatum: 31.10.2005 Beiträge: 608 Wohnort: 59457 Werl
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Verfasst am: 4.Aug 2006 18:31 Titel: Auch das gibt es ! |
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Hallo Andi Masters,
alles was Sie beschreiben gibt es tatsächlich, keine Frage.
Es gibt jedoch genauso unübersehbare Tendenzen, die von genau diesem Blödsinn wegstreben, hin zu einer ehrlichen und realistischen Kommunikation.
Finanzdiensleistungen und Glücksspiel jedweder Art, hat im Network nach meinem Verständnis nichts zu suchen.
Gruß
ratiomama |
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Norbert Warnke Insider
Anmeldungsdatum: 08.03.2005 Beiträge: 976 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 6.Aug 2006 12:47 Titel: Re: Schöner Stoff für Zoff |
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@ Andi Masters
| Andi Masters hat folgendes geschrieben:: |
| ... gerade gelesen - schöner Stoff für Zoff (Hurra, es reimt sich!) mit eingefleischten Ober-Networkern, die ihre Schabrackensysteme als Goldklumpen verkaufen wollen ... |
Auch das gibt's leider noch immer, vor allem allerdings, weil es noch immer eine starke Nachfrage nach solch unrealistischen Dingen gibt. So lange es Menschen gibt, die ohne Arbeit schnell reich werden wollen, wird es auch Angebote geben, die sich an solche Menschen wenden.
Seriöse Networkgeschäfte suchen keine menschen, die nicht arbeiten wollen, denn ohne Fleiss gibt's nun mal keinen Preis. Nicht in der "normalen" Wirtschaft und auch nicht im Network Marketing.
| Zitat: |
Träume sind Schäume
„Geld verdienen ohne Kapitaleinsatz “ - „Traumkarriere in 12 Monaten“ - „Lebenslang ein passives Einkommen beziehen“ – so oder ähnlich lauten die vollmundigen Versprechungen vieler MLM-Unternehmen. |
Meist sind es nicht die Unternehmen, die sowas versprechen, sondern einzelne Partner.
Aber egal, wer sowas verspricht, hier sollte man IMMER Abstand nehmen, wenn sowas versprochen wird. Seriöse Geschäfte versprechen nichts, zeigen lediglich Möglichkeiten auf. Viele Unternehmen verbieten ihren Partnern sogar, hohe Verdienste zu versprechen, und das ist auch richtig so.
| Zitat: |
| Über 90 Prozent der Networker verdienen kaum mehr als ein paar hundert Euro pro Jahr – Einnahmen, die oft nicht einmal die Kosten decken, von einer bescheidenen Bezahlung für die Arbeitszeit ganz zu schweigen. |
Network Marketing hat NICHT die Aufgabe, jedem "Teilnehmer" einen Vollerwerb zu bieten, sondern vielmehr vielen verschiedenen Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Interessen und Zielen Vorteile zu bieten.
Sehr viele Networker wollen gar nicht davon leben, sind bereits durch einen Hauptberuf abgesichert und haben nur Interesse an einem unkomplizierten Nebenverdienst. Nicht wenige verbinden ganz konkrete Ziele mit dem Nebenverdienst, wie z. B. Zweitwagen oder jährliche Urlaubsreise. Eine 1wöchige Reise 1x im Jahr nach Mallorca für 2 Personen kann man sich z. B. schon mit einem monatlichen Nebenverdienst von unter 100 € finanzieren.
Die Networker, die Führungspositionen anstreben, sind in der Minderzahl. Auch in der "normalen" Wirtschaft will ja nicht jeder Lehrling Generaldirektor seines Konzerns werden, schon gar nicht, wenn er sieht, was er dafür leisten müsste...
| Zitat: |
| Befragt man MLM-Unternehmen oder deren obere Vetriebshierarchien nach den Gründen, so schieben diese die Schuld in aller Regel auf die Networker. |
Vor allem liegt es an den Zielen der einzelnen Networker, was sie erreichen wollen und am Engagement, was sie erreichen können (wenn sie es wollen).
| Zitat: |
| Von Verlierertypen, die das Geschäft nicht verstünden, ist die Rede, von mangelnder Arbeitsbereitschaft oder von fehlender Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Produkten. |
Das sind in den allermeisten Fällen Aussagen von Partnern (nicht von Unternehmen!), die zumeist selbst noch nicht viel erreicht haben. Ich kann mich noch sehr gut an Beschimpfungen durch verschiedene ehemalige Network-"Kollegen" nach unserem Weggang aus einem Geschäft erinnern, die grösstenteils selbst nicht einmal mehr mit diesem Unternehmen arbeiten. Vom Unternehmen kam nichts dergleichen, auch nicht von unserer früheren Upline.
| Zitat: |
| Das ist nicht nur zynisch, sondern vor allem unseriös. |
Hier stimme ich zu 100% zu!
Hier muss ich aber auch einwenden, dass es sich zumeist um Networker (nicht Unternehmen) handelt, die sich öffentlich nicht so äussern können/wollen, dass es ihren eigenen Interessen zuwider laufen würde. Also heult man schon mal mit den Wölfen, um selbst besser dazustehen.
Hier kann man aber durchaus Schlüsse ziehen. Wer es nötig hat, mit den Wölfen zu heulen, um sich damit zu profilieren, der hat meist selbst noch nichts erreicht und ist als möglicher Sponsor nicht unbedingt gut geeignet.
| Zitat: |
| Sicher gibt es auch im Network Marketing Könner und Versager, so wie in jedem anderen Wirtschaftsbereich, doch allein die extrem hohe Zahl schlechtverdienender Networker legt nahe, daß es noch andere Gründe für den geringen wirtschaftlichen Erfolg geben muß. |
Völlig richtig!
Vor allem liegt es auch an den Ambitionen der Networker, von denen viele nur einen unkomplizierten Nebenverdienst suchen. Wer erreicht, was er will, der arbeitet erfolgreich, selbst wenn das Ziel relativ klein ist. Man sollte auch diejenigen nicht vergessen, die einfach nur günstiger einkaufen möchten und sich deshalb in verschiedene Networks einschreiben, um überall zum Einkaufspreis einkaufen zu können.
Ich verweise mal auf eine kleine Umfrage, die zwar nicht repräsentativ ist, aber doch deutlich zeigt, dass es verschiedene Trends in der persönlichen Zielsetzung gibt:
http://www.mlm-network.biz/content/voting.htm
| Zitat: |
| Schon immer haben MLM-Unternehmen mit der Illusion vom großen Geld gespielt. |
Viele Unternehmen distanzieren sich bereits seit Jahren von dieser Arbeitsweise, nicht wenige verbieten diese sogar vertraglich.
Wer Illusionen einimpft und grosse Versprechungen macht, von dem sollte man Abstand halten!
Meist sind es aber nicht die Unternehmen, sondern einzelne Partner, die hier über die Stränge schlagen.
| Zitat: |
| Auch wenn nach außen natürlich gesagt wird, Network Marketing sei eine Arbeit, die viel Einsatz erfordere, so heißt es im gleichen Moment, daß sich jeder bei entsprechendem Engagement in kurzer Zeit ein hohes Einkommen erarbeiten könne. |
Nein, das kann eben NICHT JEDER!
JEDER bekommt die Möglichkeit, aber es gelingt selbstverständlich nicht jedem, seine Möglichkeiten auch effektiv zu nutzen. Es erfordert schon einiges mehr, als nur dabei zu sein, um sich in Führungspositionen hocharbeiten zu können und seriöse Geschäfte machen dies schon deutlich!
| Zitat: |
| Typische Beispiele dafür sind die ständigen Beschwörungen des „Team Spirit“, Schulungsveranstaltungen und Meetings im Stile von Entertainment-Shows oder Online-Konferenzen, die allesamt dazu dienen, die angeworbenen Networker auf Linie zu halten. |
Bitte Klatsch- und Jubelorgien nicht mit Schulungen gleichsetzen!!!
Dazwischen liegen Welten!!!
Eine Schulung vermittelt Wissen und Kenntnisse und so manches Unternehmen arbeitet mit echten Schulungen. Jubelorgien praktizieren meist nur noch vereinzelte Strukturen oder Unternehmen, die aus den USA oder Asien kommen, wo solche Dinge Tradition haben. Hierzulande wirkt so etwas meist eh lächerlich.
| Zitat: |
| Anders als bei Unternehmen mit festen Angestellten, die durch unzureichend qualifizierte Mitarbeiter einen finanziellen Schaden erleiden würden, gibt es für MLM-Unternehmen ein solches Risiko nicht. Hier trägt allein der Networker das wirtschaftliche Risiko. |
Jeder Networker ist selbst Unternehmer un d trägt sein Risiko selbstverständlich auch selbst. Das System selbst ist dem Franchising sehr ähnlich, ist jedoch nicht an die dortz üblichen hohen Startkosten gebunden, deshalb minimiert sich das Risiko bzw. existiert gar nicht. Schlimmstenfalls bezieht man (je nach Network) Produkte zum Eigenbedarf zum vergünstigten Einkaufspreis und verdient ansonsten halt nichts, trägt aber auch keine hohen Kosten.
| Zitat: |
| Da der maßgebliche Verdienstanteil in der Regel nicht durch den persönlichen Verkauf der Produkte, sondern durch die Anwerbung neuer Partner erzielt wird, besteht kein Bedarf, die Eignung der Angeworbenen vorab zu prüfen. |
Das ist leider völlig falsch!
Durch Anwerbung neuer Partner entsteht keinesfalls Verdienst, NUR durch Produktumsatz. Setzt ein neuer Partner jedoch Produkte um, befindet dieser sich ebenfalls schon in der Gewinnzone.
Anders herum: Provisionen erhält die Upline NUR, wenn die Downline Erfolg hat. Eine Eignung der Angeworbenen ist also sehr wichtig. Je höher die Umsätze der Partner sind, desto höher wird deren Verdienst und damit auch die Umsatzprovision für ihn selbst und nicht zuletzt der Upline.
Ein Partner, der selbst mehrere eigene Kunden betreut, generiert also höhere Umsätze als ein Partner, der nur für den eigenen Bedarf einkauft oder nicht einmal dies. Der Absatz an echte Kunden ist also sehr wichtig für den Gesamtumsatz.
| Zitat: |
| Daraus resultiert ein erheblicher Ansporn, auch Privatpersonen ohne kaufmännische Kenntnisse und ohne Verkaufskenntnisse anzuwerben. |
Nein, an diesen Personen besteht kein besonderes Interesse, diese bekommen jedoch gern auch ihre Chance und die Möglichkeit, die erforderlichen Kenntnisse zu erwerben.
| Zitat: |
| Dies hat zur Folge, daß auch kein besonderes Interesse besteht, neugeworbene Partner kaufmännisch und verkaufstechnisch solide zu schulen - was die meisten Networkern aufgrund mangelhafter Fachkenntnisse allerdings ohnehin nicht könnten. |
DOCH!!! Dieses Interesse besteht in jedem Fall, denn geschulte Partner arbeiten effektiver, generieren höhere Umsätze und dies führt zu höherem Einkommen für alle Beteiligten.
Es ist richtig, dass die meisten Networker selbst (noch) nicht vernünftig schulen können. Deshalb werden Schulungen ja auch von erfahreneren Partnern durchgeführt. Bei unserem Partnerunternehmen werden diejenigen, die ihrerseits Schulungen durchführen möchten, direkt vom Unternehmen geschult.
| Zitat: |
| Von den MLM-Unternehmen angebotene Schulungen und Seminare sind in der Regel reine Promotion- und Motivationsveranstaltungen, garniert mit oberflächlichen Marketing- und Verkaufsinformationen. |
Ist bei weitem nicht mehr so. Vereinzelte Strukturen arbeiten noch so, hier rate ich aber dazu, Abstand zu halten.
| Zitat: |
| Nicht selten dienen die Events nur dazu, den Teilnehmern Geld abzunehmen. Einige MLM-Unternehmen verlangen von Neueinsteigern sogar obligatorisch die Teilnahme an derartigen kostenpflichtigen Veranstaltungen. |
Bei uns (Struktur) sind Schulungen grundsätzlich kostenlos. Vereinzelt ist mal ein geringes Eintrittsgeld möglich, wenn eine Raummiete bezahlt werden muss, verdient wird aber nichts daran.
| Zitat: |
| Kernpunkt ist die progressive Einkommensverteilung, die einseitig die Vertriebsspitze gegenüber den unteren Ebenen bevorteilt. |
Die Handelsspanne ist bei den meisten Vertrieben der grösste Teil, der direkt an den Verkäufer geht. Die Upline hingegen muss sich einen Rest der Gesamtausschüttung nach festgelegtem Schlüssel teilen.
Die Upline hat allerdings auch einige Vorleistungen erbracht, hat auch die Aufgabe, die Struktur zu fördern, zu unterstützen und zu betreuen. Provisionen gibt es für die Upline nur bei Erfolg der Downline, den die Upline durch möglichst gute Betreuung auch mit verursacht.
| Zitat: |
| Während die Mehrheit der Networker mit Kleinbeträgen abgespeist wird, kumuliert die ausgezahlte Gesamtprovision an der Spitze zu beträchtlichen Einkommen, und dies bei geringstem wirtschaftlichen Risiko. |
Nun, die Handelsspanne beträgt bei uns 40%, diese bekommt der direkte Verkäufer und hat damit bereits einen Löwenanteil und keine kleine "Abspeisung". Zur Handelsspanne sind umsatzabhängige Provisionen bis zu weiteren 28% möglich, insgesamt also bis zu 68%, die der direkte Verkäufer erhalten kann. Für die Upline stehen nur die 28% Umsatzprovision zur Verfügung, die auch noch aufgeteilt werden und von denen auch der Verkäufer je nach seinem Gesamtumsatz noch einen Anteil erhält.
Das geringe Risiko tragen ALLE, denn es besteht praktisch gar kein Risiko, weil es auch keine Kosten gibt, die zu tragen wären. Worin sollte denn ein evtl. Risiko bestehen?
| Zitat: |
| Der einzige, meist jedoch trügerische Ausweg aus diesem Dilemma besteht für den Networker darin, daß er regelmäßig neue Partner für die eigene Downline anwirbt. Dadurch kann er zwar einen Teil seines wirtschaftlichen Risikos auf andere Teilnehmer abschieben, gleichzeitig trägt er aber dazu bei, daß das im Kern ungerechte Vergütungssystem nur permanent fortgeschrieben wird. |
Ich kenne mehrere Fälle, in denen Personen in der Upline weit weniger verdienen als Partner ihrer eigenen Downline, wenn sie denn geringere eigene Erfolge zu verzeichnen haben.
Sicher kann man sein Einkommen erhöhen, wenn man Partner wirbt und auch betreut, das ist eine von mehreren Möglichkeiten, Vorteile aus dem System zu zihen, die man unabhängig voneinander nutzen kann, aber nicht muss.
| Zitat: |
| Statt nachvollziehbare Marktprognosen über das Absatzpotential der Produkte vorzulegen, werden phantastisch klingende Marketing- und Verdienstpläne präsentiert, die in der Praxis für nahezu keinen Networker umsetzbar sind. |
Marktprognosen nutzen nichts, denn diese erfüllen sich selten.
Nehmen wir mal die Marktprognose für Currywurst und einen Unternehmer, der seinen Stand mitten im Wald weit entfernt von jedem Weg eröffnet. Hier wird nämlich die Standortprognose vergessen, die eine entscheidende Rolle spielt. Ein Porscheladen im Slum wird auch kaum Erfolge verzeichnen können. Jeder Unternehmer muss also seine eigenen Möglichkeiten mit in die Entscheidung einfliesen lassen, ob er persönlich mit diesen Produkten bei der angedachten Zielgruppe etwas zu erreichen in der Lage sein könnte.
Der Marketingplan soll nicht für jeden voll umsetzbar sein, sondern jede mögliche Situation möglichst gerecht behandeln, also kleinen Partnern mit kleinen Umsätzen ebenso leistungsgerechte Provisionen bieten können wie Führungskräften für entsprechende Mehrleistung.
| Zitat: |
| Auf den Einführungsveranstaltungen sprechen dann oft Vertreter aus der oberen Vertriebsebene und geben den staunenden Interessenten „Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär“-Geschichten zum Besten. Überprüfen kann die Aussagen keiner. Die meisten dieser Veranstaltungen erinnern eher an einen Zirkus denn an eine seriöse Geschäftsvorstellung. |
Ich kenne die GVs einiger Networks, habe aber noch keine "Vom Tellerwäscher..."-Story dort gehört, selbst auf mehreren Jubelveranstaltungen wurde nicht mit Millionen um sich geworfen. Eine solche Veranstaltung hätte ich sicher auch sofort verlassen, habe aber in 6 Jahren nicht eine erleben müssen.
| Zitat: |
| Ein regelrechter „Hype“ findet um das Thema Passiveinkommen statt – nicht ohne Grund, denn die MLM-Unternehmen wissen, daß die Aussicht, nach dem Aufbau einer eigenen Downline ohne weitere Arbeit ein passives Einkommen aus den Provisionsabgaben der unteren Ebenen zu erwirtschaften, für Neulinge einer der Hauptgründe ist, überhaupt ins Network Marketing einzusteigen. |
Passives Einkommen ist nur eine von mehreren Möglichkeiten und nur ein Teil von mehreren Einkommensteilen. Das Gesamteinkommen setzt sich ja aus mehreren Teilen zusammen, darunter auch passiven.
Mit Sicherheit ist das passive Einkommen nicht für jeden Networker interessant bzw. hat keine so hohe Bedeutung. Viele möchten ein kleines Nebeneinkommen erwirtschaften und dieses besteht durch Verkauf vor allem aus aktiven Teilen wie Handelsspanne und Eigenumsatz-Provision. Das Schlagwort "Passiveinkommen" richtet sich vor allem an Personen mit Ambitionen auf Führungspositionen, denn es wird erst ab einer bestimmten Stufe interessant, kann aber auch bei "kleinen" Networkern mit einem kleinen eigenen Team schon einen kleinen Teil ausmachen.
| Zitat: |
| Kaum ein MLM-Unternehmen weist dabei auf das Phänomen der Marktsättigung hin. |
Das gibt es in der Form auch gar nicht. Der Gesamtmarkt befindet sich in ständiger Bewegung und Marktanteile verschieben sich ständig.
Es geht auch gar nicht darum, dass jeder mehrere eigene Partner wirbt, sondern darum, dass jeder gewisse Vorteile unterschiedlicher Natur aus dem System ziehen kann. Viele Networker haben keine eigenen Partner, nicht wenige wollen auch keine weiteren Partner werben. Manche würden Partner sogar als Konkurrenten ansehen und verkaufen lieber selbst, andere nehmen nur vergünstigte Einkaufspreise in Anspruch. Hinzu kommt eine gewisse natürliche Fluktuation, so dass eine echte Sättigung nicht eintreten kann und Unternehmen bereits seit Jahrzehnten am Markt sind, ohne dass die Weltbevölkerung auch nur annähernd in Anspruch genommen werden müsste.
Hier wird Network Marketing leider immer wieder mit Schneeballsystemen verwechselt, die mit Network Marketing aber nichts gemein haben, da die Ausrichtung eine andere ist. Im Network Marketing geht es vor allem um Produktabsatz und Partneranwerbung ist eine von mehreren Möglichkeiten, die man nutzen kann, aber nicht muss (Verdienst ist auch ohne Partnerwerbung möglich). Bei Schneeballsystemen ist Verdienst NUR möglich, wenn mehrere Teilnehmer ins System gebracht werden, was natürlich zu einer Marktverengung oder zum Zusammenbruch des Systems führen MUSS, da bereits nach wenigen Ebenen die Erdbevölkerung gesprengt würde.
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| Darüber hinaus schrammen nicht wenige MLM-Unternehmen dicht an illegalen Schneeballsystemen vorbei, die in Deutschland unter Strafe stehen. |
Einige sind es schon, aber nicht besonders viele. Deshalb ist es auch sehr wichtig, die Unterschiede aufzuzeigen, damit die Menschen sie auch erkennen können.
| Zitat: |
| Auch über rechtlichen Probleme läßt sich kaum ein MLM-Unternehmen näher aus. Viele Produkte, beispielsweise aus dem Gesundheitsbereich, sind in Deutschland nicht zugelassen, oder es dürfen bestimmte Heil- und Wirkungsaussagen nicht gemacht werden, weil kein klinischer Nachweis darüber exisitiert. |
Diese Vorgaben gelten nicht nur für MLM, sondern für ALLE Unternehmen. Auch im Tante Emma Laden oder Supermarkt dürfen nicht zugelassene Produkte nicht verkauft werden und nicht mit unzulässigen Aussagen beworben werden.
| Zitat: |
| Hochproblematisch sind auch Finanz- und Versicherungsprodukte. Zum einen ist deren Vermittlung an eine entsprechende behördliche Genehmigung gebunden (§ 34c GewO), zum anderen gilt auch für Vermittler das Produkthaftungsgesetz. Hier besteht die Gefahr, daß auf den Networker unter Umständen Schadenersatzansprüche zukommen, wenn unzufriedene Kunden klagen. Im übrigen ist es von Seiten der MLM-Unternehmen höchst unseriös, derartige Produkte über ungeschulte Vertriebspartner abzusetzen, die in aller Regel über keinerlei Fachkenntnisse auf diesem Gebiet verfügen. |
Hier stimme ich uneingeschränkt zu. Gewisse Produkte erfordern nun einmal gewisse Kenntnisse und das ist auch gut so!
| Zitat: |
| Ebenso kritisch sind Networks im Glücksspielbereich, etwa Online-Lotto oder Online-Casinospiele. Auch wenn das MLM-Unternehmen über eine entsprechende Lizenz im Ausland verfügt, entbindet das den Networker keinesfalls von den deutschen Gesetzen, nach denen die Bewerbung von Glücksspielen ohne staatliche Genehmigung strafbar ist. |
Völlig richtig, auch hier stimme ich 100% zu!
| Zitat: |
| Der Hinweis auf den ausländischen Sitz des MLM-Unternehmens greift hier insofern nicht, als daß nach deutschem Recht das Tatortprinzip gilt. Dies ist regelmäßig gegeben, wenn die Bewerbung in oder von Deutschland aus erfolgt. |
Auch hier bin ich zu 100% der gleichen Meinung!
Gerade letztere Sachen haben nur am Rande mit MLM zu tun, sind eher ein allgemeines Problem. Dass es solche Angebote mitunter auch in Multilevel-Systemen gibt, ist nicht der Network Marketing Branche anzulasten, sondern einzig den Betreibern! |
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