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fitundclean - Das Drehbuch zur daily-soap...

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Lillia
** Consulter **


Anmeldungsdatum: 03.05.2004
Beiträge: 3308
Wohnort: Ortenau-Kreis

BeitragVerfasst am: 20.Mai 2005 20:14    Titel: fitundclean - Das Drehbuch zur daily-soap... Antworten mit Zitat

@ all

Die nachstehenden Beiträge sind wirklich als "Drehbuch" zu werten - für eine fiktive "daily-soap", angelehnt an die Vorkommnisse der Chemkon und der Madalito, inzwischen beide in Insolvenz.

Es handelt sich also nicht um Tatsachenberichte - wobei Ähnlichkeiten und Zufälligkeiten wahrscheinlich nicht ausgeschlossen werden können...

Lillia
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janedi
Insider


Anmeldungsdatum: 10.04.2005
Beiträge: 635
Wohnort: Baleizáo / Hamburg

BeitragVerfasst am: 20.Mai 2005 20:34    Titel: Re: fitundclean - Das Drehbuch zur daily-soap... Antworten mit Zitat

Lillia hat folgendes geschrieben::
@ all

Die nachstehenden Beiträge sind wirklich als "Drehbuch" zu werten - für eine fiktive "daily-soap", angelehnt an die Vorkommnisse der Chemkon und der Madalito, inzwischen beide in Insolvenz.

Es handelt sich also nicht um Tatsachenberichte - wobei Ähnlichkeiten und Zufälligkeiten wahrscheinlich nicht ausgeschlossen werden können...

Lillia

Gut getroffen!

In Kürze wird der erste Teil hier zu lesen sein. Super.

Jan
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juanitolo
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Anmeldungsdatum: 12.11.2004
Beiträge: 1068

BeitragVerfasst am: 20.Mai 2005 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, für die "Die Drei von der Tankstelle" Szene wäre schon mal die richtige Melodei -klingt genauso billig, wie die Protagonisten agieren- vorhanden:

http://www.anum.tuwien.ac.at/~dirk/harmonists/midis/1_ein_freund_ein_guter_freund.mid
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juanitolo
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 12.11.2004
Beiträge: 1068

BeitragVerfasst am: 20.Mai 2005 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Der erste Entwurf des "Millenium Movies":

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juanitolo
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 12.11.2004
Beiträge: 1068

BeitragVerfasst am: 20.Mai 2005 21:24    Titel: Antworten mit Zitat

Der offizielle Sprecher der "ehrenwerten Gesellschaft":

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juanitolo
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 12.11.2004
Beiträge: 1068

BeitragVerfasst am: 20.Mai 2005 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz neu!!!

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janedi
Insider


Anmeldungsdatum: 10.04.2005
Beiträge: 635
Wohnort: Baleizáo / Hamburg

BeitragVerfasst am: 21.Mai 2005 5:35    Titel: Antworten mit Zitat

Drehbuch der daily-soap Fit & Clean.

Ja, Karl Heinz Jesberg bleibt seinem Ruf als Oberlügner immer treu; er kann ja wohl nicht anders. Aber eine wirklich schöne Szene für den angekündigten Film über diese Seifenoper mit teilweise tragischen Momenten. Tragikkomödie, sagt man nicht so?


----------------------------------------------------------------------

Wir erinnern uns ja noch an die Dreiergang, die mit einem großen Hund vor der Tür vor Daniels Villa stand und die ihnen die Tür öffnende Partnerin einzuschüchtern versuchte - was ihnen wohl auch gelungen war.

Die Dreiergang wollte das Fahrzeug holen, ein Smart - den KHJ dem Daniel zur Verfügung gestellt hatte. Dieser Smart war nicht nur vollkommen bezahlt, sogar der Brief dazu befindet sich in der Hand von KHJ und er hatte ihn sogar dabei. Ob es tatsächlich der von dem Fahrzeug war, bleibt im Trüben, denn es ist nirgends so viel Geld, dass irgendein Fahrzeug überhaupt bezahlt wäre, sollte man glauben.

Nun hat es sich aber im Nachhinein scheinbar doch so ergeben, dass Daniel nachweisen kann, dass ihm das Fahrzeug zusteht. Letztendlich wird KHJ das Fahrzeug an den Ort zurückstellen müssen, wo er es mit seiner Gang abgeholt hat.


So hat Daniel als einer der wenigen ein ihm zustehendes und bezahltes Fahrzeug. Und es ist damit auch nicht Gegenstand der Konkursmasse.

Doch zurück zum tatsächlichen Hergang. Sie nahmen das Auto mit, allerdings ohne Kennzeichen, denn die hatte Daniel bereits abgeschraubt. Und der Tank war leer, so dass die erst einmal die nächste Tankstelle aufsuchen mussten, in der sich gerade zwei Polizisten aufhielten, die just in diesem Moment über Funk die Mitteilung erhalten hatten, nach einem Fahrzeug ohne Kennzeichen Ausschau zu halten. So spielt das Leben.

Mag allein das schon alles ein recht groteskes Bild geboten haben, wird es aber noch viel komischer, wenn man berücksichtigt, was der Lügner und Angeber Karl Heinz Jesberg jetzt zum Besten gegeben hat, nämlich dass der Hund gar nicht zu ihnen gehört hätte. Deshalb muss man diese Szene jetzt umschreiben.


Man stelle sich das nun bildhaft etwa so vor:

Da steigen drei dunkel gekleidete Herren der Jessi-Gang mit dunkler Sonnenbrille auf der Nase aus einem Auto und postieren sich mit einem KFZ-Brief bewaffnet breitbeinig mit geschwollener Brust vor der Tür der Daniel-Villa. Einer streckt die Hand aus und klingelt. Die Tür öffnet sich und eine junge Frau erscheint im Türrahmen. Einer schwingt gefährlich drohend den KFZ-Brief und knurrt: »Auto her!«

Kommt doch just genau zu diesem Zeitpunkt ein großer Hund vorbei, dem dieses Schauspiel etwas spanisch, zumindest aber doch bedeutungsvoll vorkommt. Aus reiner Neugierde kommt er angetrabt und stellt sich lässig in die Reihe und schaut mit seinem Kopf zwischen den gespreizten Beine des Mittleren der Herren hindurch und harrt nun der Dinge die da kommen.

Die Kamera zeigt die Szene von hinten.

Der links von ihm sieht den Hund, weist mit ausgestrecktem Arm und Zeigefinger auf ihn und sagt mit rauer Stimme der jungen Frau zugewandt: »Wenn Auto nicht gleich hier, wir hetzen Hund auf Fahrzeug.«

Die sprechen absichtlich in einem merkwürdigen Slang, um ihre Drohgebärden zu untermauern in der Hoffnung, die Angesprochene denke, sie stünde einer osteuropäischen oder albanischen Eintreibungsgruppe gegenüber.

Der ganz rechts, wahrscheinlich der Boss und Intelligenteste der Gang daraufhin: »Halt Schnauze, wir haben erstens nicht Hund und zweitens auch Auto nicht.« Der hatte den Hund nämlich noch gar nicht bemerk.

Daraufhin macht sich der Hund bemerkbar: »Wufff!«

Jessi-Boss zuckt erschrocken zusammen und denkt: »Wo kommt denn dieser Köter her?« Doch geistesgegenwärtig, wie er nun einmal ist, erkennt er sofort die sich hier bietende Chance. »Ja, sofort Auto her. Sonst wir hetzen Hund auf ... ähhh ... ja, also auf ..., auf jeden Fall tun wir das!«

Eingeschüchtert holt die junge Frau das Mobiltelefon aus der Kittelschürze und klingelt bei Daniel an: »Bitte, bitte, wo ist der Schlüssel für den kleinen Smart? Hier stehen drei nette Herren, wirklich ganz, ganz liebe Herren mit einem süßen Hündchen und fragen höflich nach dem Autoschlüssel.« Sie ist absichtlich möglichst sanft am Telefon, um ja nur nicht die Herren und den Hund zu reizen.

Der Mittlere sieht den Hund – der inzwischen drei Schritte auf seinen vier Pfoten nach vorne gegangen ist – zwischen seinen Beinen nun auch und mischt sich ein: »Was Hund? Das nicht unser ...«

Da unterbricht ihn der Boss der Gang: »Du halten Maul,« dann etwas leiser: »Muss wissen ja niemand, dass das nicht unsere Töle.«

Daniel wartete derweil am Telefon und hörte nur undeutliche Stimmen. Es geht noch eine ganze Weile, weil die immer noch am Diskutieren sind. »He, bist du noch da? Was ist denn los!«

»Ach, nichts. Alles in Ordnung.«

Daniel: »Wozu brauchen die den Schlüssel, frag sie mal.«

Die junge Frau fragt die Herren und antwortet anschließend Daniel ins Telefon: »Die kamen zufällig vorbei und sahen den verschmutzten Wagen hier stehen und meinten, der brauche dringend eine Autowäsche. Also lass die das doch machen. Wo hast du den Schlüssel, sag schon?« Sie hatte mächtig Angst vor diesen dunklen Gestalten und dem riesengroßen Hund.

Daniel etwas verwundert, aber doch ganz froh, dass das Fahrzeug so kurz vor Pfingsten noch eine Abreibung erhalten sollte: »Ach so, ich dachte schon der Jesberg sei das und will das Fahrzeug abholen. Also beruhige dich und gib ihnen den Schlüssel. Ich hab ihn unter meinem Kopfkissen liegen.« Er hatte natürlich längst bemerkt, dass sie etwas eingeschüchtert war. Er war aber klug genug sich unauffällig zu verhalten, um sie noch mehr zu ängstigen.

Was hatte Daniel gesagt? Jesberg könnte es einfallen, den Wagen zu holen? Sie schaute sich die drei düsteren Gestalten noch einmal genauer an. Der aus ihrer Sicht links stehende hat eine gewisse Ähnlichkeit, denkt sie. Doch als ihr Blick auf dessen Schuhe fällt ist klar, das ist nicht Karl Heinz, denn den erkennst sie todsicher an seinen Jesuslatschen. Was sie nicht wusste und auch nicht ahnen konnte: Jessi hatte, nachdem er sich in den dunklen Anzug gequält hatte, einen Blick in den Spiegel geworfen. Irgendwie fand er, sah er nicht gefährlich genug aus.

Da, es lag an den Schuhen. Er wühlte im Schrank herum und fand tatsächlich noch ein paar Treter, die halbwegs zu dem Konfirmandenanzug passten. Und so kam es, dass seine Maskerade Erfolg hatte bei der jungen Frau vom Daniel.

Jessi sieht ihren kritischen Blick, und wird bleich. Erkennt die mich? Doch da hört er ihre Stimme: »Einen Augenblick bitte.« Erleichtert atmet er aus.

Sie geht also ins Haus und kommt mit dem Schlüssel in der Hand zurück. »Hier ... hier ist der Schlüssel. Kann ich noch irgendetwas für Sie tun?« Sie wollte etwas beschwichtigend wirken, denn der immer noch vor ihr stehende Hund blickte sie an. Sie konnte nicht so recht erkennen, ob der Blick furchterregend oder treuherzig sein sollte. Offenbar war sich der Hund selbst auch noch nicht ganz schlüssig, wie er sich verhalten sollte. Deshalb der gemischte Blick.

»Nichts tun du für uns. Wir nun nehmen Auto und verabreichen ihm Abfuhr.« Es war der Dritte, der bisher eher wortkarg war.

»Du,« sagt der Boss der Bosse an ihn gerichtet, »du nimmst das Auto, mit dem gekommen wir sind und fährst hinter uns hierher. Und zwar ohne Widerrede.« Wenn man das Auto im Film dann sieht, wird der Nachsatz verständlich, denn wir wissen ja, dass Fit & Clean pleite ist und sparen muss; die Mitglieder, sprich Vertriebspartner, haben sich aus vollkommen unerklärlichen Gründen ja zu 88 Prozent zurückgezogen.

Der schreitet also etwas zerknautscht zu der Schrottschese, setzt sich rein und wartet erst einmal. Ihm ist vollkommen entgangen, dass sich der Hund klammheimlich beim öffnen der Tür in die Karre geschlichen und auf dem Rücksitz niedergelassen hatte.

Die beiden anderen schreiten mit vor Stolz geschwellter Brust und hocherhobenen Hauptes - denn sie haben soeben einer jungen Frau das Fürchten gelehrt - zu dem kleinen soeben sich unter den Nagel gerissenen Smart. Endlich mal wieder ein richtiges Auto - wenn auch nicht so groß wie das, was Jessi bisher zu fahren pflegte. Aber manchmal geht es im Leben eben auch mal bergab. Der Schlüssel passt, sie steigen ein, nehmen Platz und hoffen auf bessere Zeiten.

Der Gang-Boss lässt den Wagen an und prompt fällt sein Blick voll Schrecken auf die blinkende Tankuhr. »Oh, Schade, kein Sprit mehr.« Er hofft, dass sie noch zur nächsten Tankstelle kommen. »Hast du ein paar Cent in der Tasche?« Er schaut seinen Beifahrer beinahe flehentlich an. Geld ist in diesen Tagen knapp bei Fit & Clean.

Der kramt in seinen Taschen und holt drei Riesen heraus. Das sind in diesem Falle aber keine Scheine, denn die von Fit & Clean backen inzwischen ja etwas kleinere Brötchen. Es sind hier drei Centstücke, also kaum genug für etwas Sprit.

»Sag mal, ist das etwa alles?«, schreit er seinen Kumpanen an, denn schreien kann er, davon kann seine Frau ein Lied singen. »Das kann doch wohl nicht war sein! Kein Geld?«

»Kein Geld, kein Geld! Was soll das!? Ich hab früher nie was gehabt, bevor ich mir mit Martin dieses Ding da ausgedacht hatte. Und nun schon wieder diese Misere! Ich geh am Stock! Alles ist Schade, Menschenskinder! Aber du hattest doch sonst immer reichlich Kohle. Also her damit.« Ihm kam gerade alles mal wieder hoch. Da ging es ihm ein knappes Jahr so gut wie noch nie in seinem Leben, weil er der Madalito nämlich klugerweise nicht alles überwiesen hatte, so wie den Geschäftspartnern versprochen. Er fühlte sich wie Dagobert Duck und wühlte regelrecht im Geld. Und nun diese blöde Situation, weil da ein paar Nestbeschmutzer im Dreck wühlen und andere aufzuhetzen versuchen. Vor allem diese Schmierfinken im GeMoPa-Forum, die treten hier alles platt. »Verflucht noch mal, die Scheißtypen!«

»Was hast du gesagt?«

»Ach nichts. Scheiß Situation. Was machen wir jetzt? Jetzt haben wir mal einen dieser dämlichen Smarts, die uns ruiniert haben. Und nun kommen wir nicht vom Fleck, weil wir keine Kohle haben! Es ist doch zum ...« Er unterbrach sich und sinnierte über die Zeit nach, wo er mit seinem großen Schlitten noch über deutsche Autobahnen rauschte und jeden von der linken Spur scheuchte.

»Halt doch mal,« ruft der andere plötzlich erfreut, »ich glaube ich hab ein paar von den Genussscheinen in der Tasche, die wir doch einem der drängelnden Vertriebspartner nachher anstatt der 540 Euro für den nutzlosen Madalitobeitrag noch vorbeibringen wollten,.«

»Oh, das ist ja gut - super!« Dann aber etwas nachdenklicher: »Ob die jemand anerkennt? Aber wir können es ja mal versuchen. Vielleicht ist der Tankwart ja ein bisschen dumm und hat von Fit & Clean noch nichts gehört, dann könnte es klappen, dass wir ihm so was unterjubeln können. Bis der die zu Geld macht, haben wir ein neues Fit & Clean gegründet, das du als Geschäftsführer leiten wirst. Dann haben wir wieder Kohle. Ich hab auch noch was auf die Seite geschafft, in der Schweiz. Aber wie komm ich dahin? Etwa mit dieser Nuckelpinne hier?« Er schlägt erregt mit den Händen auf das Lenkrad.

»Was ich?!«, ruft der andere erschrocken, »nee, das lass man.«

Er wurde jäh aus seinen Träumen gerissen. »Was heißt das? Auch so. Geschäftsführer. Nichts da, du bist mir noch einen Gefallen schuldig. Du machst das. Basta!«

Der Angesprochene rutscht unruhig auf seinem Sitz hin und her. Geschäftsführer als Strohmann von Jessi. Etwas mulmig war ihm dabei schon. Da findet er die Fit & Clean-Genussscheine in seiner Tasche und holt sie hervor. »Könnte funktionieren, denn bisher haben wir doch schon so manchen recht erfolgreich über den Tisch gezogen. Ha ha.«

Jessi startet erleichtert den Wagen und hofft, dass sie noch bis zur nächsten Tankstelle kommen.
Er fährt los und ruft dem in der Schrottkarre wartenden Kumpanen zu: »Folge uns unauffällig, müssen unterwegs tanken. Der Daniel, dieser Schuft, hat das Benzin abgelassen« Der Konvoi setzt sich in Gang.

Als Daniel nach dem Gespräch aufgelegt hat, fällt ihm ein, er hat ja die Nummernschilder abgeschraubt, weil er dahinter noch gründlich putzen wollte. Was tun? Nach kurzem verzweifelten Nachdenken ruft er die Polizei an: »Oh, bitte - gerade haben ein paar Herren ein Auto bei mir abgeholt, aber ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich die Nummernschilder abgeschraubt habe. Vielleicht können Sie das Auto finden und den Herren dieses Missgeschick erklären und ihnen sagen, ich habe die Schilder in den Kofferraum gelegt. Das Fahrzeug hat das Kennzeichen FL - FUC und dann drei Nullen, ach, das nützt Ihnen ja gar nichts, die Schilder sind ja gar nicht dran. Aber Sie werden sie schon finden - so viele Fahrzeuge ohne Nummernschilder fahren ja hier auch nicht rum. Ach, da fällt mir noch ein: Das Fahrzeug ist ganz groß beschriftet mit fitundclean.com. Diese Internetadresse ist zwar nicht gültig, aber das tut hier ja nichts zur Sache. Ich bedanke mich für Ihre Hilfe. Auf Wiederhören.«

Jessi unterwegs zu seinem Kumpanen: »Ich denke die ganze Zeit darüber nach, was ist, wenn der unsere Genussscheine nicht nehmen will? Das klappt aber ganz sicher nicht, wenn der schon dieses blöde Forum von GoMoPa entdeckt hat. Die Leute schreiben da ja echt einen Scheißdreck über uns zusammen. Die zeigen wir alle an - hab ich dort schon mal gepostet. Vor allem dieser Otto stachelt die immer wieder an mit seinen Informationen. Sag mal, der hat doch bei uns Wanzen versteckt, der weiß echt viel. Schade aber auch. Oder steckst du mit dem unter einer Decke? Irgendwer steckt dem doch immer was.«

»Ne, ich doch nicht. Hin und wieder ruft der mal an, der ist echt nervig. Und dann rede ich natürlich mit dem. Aber ich erzähl dem doch nichts von unseren krummen Touren, bin ich denn blöd?«

»Dazu will ich mich jetzt nicht weiter auslassen.« Jessi wurde nachdenklich. »Aber irgendwie kriegt der immer alles raus. Ha ha, sogar im Forum haben die schon den Verdacht geäußert, der Otto gehört zu uns. Zum totlachen. Stell dir vor, der würde so weit herabkommen und sich zu uns gesellen. Dann hätten wir ihn aber.«

»Ja, das wäre gut. Obwohl, einen wie den hätten wir wirklich gebrauchen können. Dann sässen wir heute vielleicht nicht so tief in der Tinte. Der hat uns doch oft genug gesagt, wir machen Schade.«

»Stimmt, anfangs fand ich seine Briefe und Vorschläge echt gut. Haben ja viel umgesetzt, aber der wollte, dass wir ehrlich sein und alles einhalten sollten, was wir denen versprochen haben. Das wäre ja wohl noch schöner. Hab ihn mal zum Haus rausschmeißen wollen. Aber glaubst du der sei gegangen? Hab mich echt geärgert. Du kennst mich, wenn ich ärgerlich bin - und das bin ich ja öfter mal; ich bebte vor Wut. Doch der blieb unbeeindruckt einfach wie angewurzelt stehen, als ich gegen ihn handgreiflich wurde. Sah mich an und meinte in aller Ruhe, ich hätte wohl das Hausrecht, aber kein Recht in anzufassen. Dieser Blödmann! Ich besann mich dann - er hatte ja Recht. Außerdem waren noch ein paar andere Leute dabei. Wenn du es nicht bist, ist es vielleicht der, der ihm was steckt?« Er zeigt mit dem Daumen nach hinten, wo in respektablem Anstand der Dritte unauffällig folgt.

»Der?,« fragte Jessis Kumpel. »Könnte sein. Trau ich dem zu.«

»Und dann ist da noch diese Schamanin, Schade. Mensch, die weiß zu viel. Die AS doch die ganze Zeit auf meinem Schoß, und da hab ich ihr wohl doch zu viel ins Ohr geflüstert. Hoffentlich hab ich ihr in einer schwachen Minute nicht die Kontonummer meines schweizer Kontos zugeflüstert. Die schreibt da auch jeden Mist zusammen, in diesem blöden GeMoPa-Forum. Oh Gott. Wie soll das noch alles Enden! Die paar Mücken, die ich auf die Seite geschafft habe, die reichen doch nicht aus, um sich für alle Zeiten abzusetzen. Ein paar Monate hätte das ja ruhig noch weitergehen können, mit dem Geld abzocken.«

»Apropos zocken. War blöd mit Gopsh, was?« Dann mit leichter Schadenfreude: »Die sind pleite. Wir sind doch echt gut. Oder? Wir machen das richtig gut. Schaffen nicht nur unsere eigene Firma, machen auch noch vollkommen andere platt. Haben einfach zu viel Geld da reingeschmissen. Das konnte das System nicht verkraften. Hoffentlich kommen die Gopsh-Zocker nicht dahinter, dass wir dahinter stecken. Die lynchen uns ...«

Er wurde unterbrochen: »Ohh, schau, da ist ja ‘ne Tankstelle.« Und so kommen sie von diesem leidigen Thema ab.

Jessi blickt nach vorne, und in der Tat, da taucht in der Ferne bereits die rettende Tankstelle auf. Sie nähern sich in langsamer Fahrt, denn das hat Jessi, der Gang-Boss, schon mal gehört, dass man mit Langsamfahren viel weniger Treibstoff verbrauchen soll. Als er noch so richtig die Kohle seiner Fit & Clean-Mitglieder zum Auspuff hinaus jagen konnte, düste er in sechs Stunden von Flensburg bis Zürich - jedenfalls erzählte er es jedem voller Stolz, der es gar nicht hören wollte. Obwohl, so ganz stimmen kann das ja wieder nicht, denn zwischendurch legte er immer mal eine kurze Automatenspielpause in einer Autobahnraststätte ein. Aber das ist ja die Einstellung einer ganz anderen Szene.

Nun, er fährt also an eine der Tanksäulen, steigt aus und legt den Tankschlauch an.

Zur selben Zeit befinden sich gerade zwei Polizeibeamte in der Tankstelle, die einen Imbiss einnehmen. Der eine schaut zum Fenster hinaus und plötzlich bleibt ihm der Bissen im Halse stecken: »Du ... rrhhhh ... äähhh ... schau mal.«

Da klingelt das Funkgerät. Der andere drückt den Knopf: »Was gib’s?«

»Haltet mal eure Augen auf, da sind ein paar mit einem Fahrzeug ohne Kennzeichen unterwegs. Ist ein kleiner Smart mit Werbung drauf; fitundclean.com oder so. Das ist aber weiter nicht tragisch, das Auto hat eine gültige Zulassung und die Schilder liegen im Kofferraum. Die soll’n die mal wieder anschrauben und dann lasst sie weiter ziehen.«

»Was? Nun, denn ... Moment mal - mein Kollege will mir was sagen, hat aber den Mund etwas voll genommen .. Wart mal kurz« Er schaut seinen wild mit den Armen fuchtelnden Kollegen an, dem der Bissen noch immer im Halse steckt. »Was ist denn? Fehlt dir was?«

»Ähhh .. rrrrhhhh ... schauuuu ...« Fuchtelnd weist er nach draußen.

Der Kollege dreht sich um und sieht nun ebenfalls das Fahrzeug ohne Kennzeichen. »Halt, ruft er ins Funkgerät, das Fahrzeug, wir haben es - es steht hier vor uns. Wir greifen sofort ein.«

Die beiden setzen ihre Dienstmützen auf und eilen nach draußen. Jessi-Boss steht noch an der Säule und tankt. Er schaut auf die Tankanzeige, um ja nicht zu viel reinzulassen. Ist sich ja nicht sicher, ob der Tankwart die hauseigenen Genussscheine akzeptiert. Er ist gerade bei 2,98 Euro, da hört er den Ruf: »Pistole einhängen!«

Jessi-Boss hört nur Pistole. Erschrocken fällt ihm die Tankpistole aus der Hand und er hebt zitternd beide Arme. Er fühlt sich bei der Entführung des Fahrzeugs ertappt, denn er weiß noch gar nicht, dass es lediglich um die fehlenden Nummernschilder geht.

Da öffnet der Kumpan an der Schrottkiste, der die Situation ebenfalls vollkommen falsch einschätzt, die Wagentür und sucht das Weite. Er bekommt gar nicht mit, dass in diesem Moment auch der Hund zur Tür herausspringt und schwanzwedelnd auf Jessi-Boss zuläuft. Der andere herbei schlendernde Polizeikollege sieht den Hund und stutzt, dann ruft er: »Karlchen!«

Der Hund bleibt abrupt stehen und wendet sich dem Polizisten zu. Der kombiniert blitzschnell und erkennt sofort, dass der weglaufende Mann, der Hund und der mit erhobenen Armen dastehende Typ an der Tanksäule irgendwie zusammengehören. Und dann sitzt da auch noch einer in dem Smart ohne Kennzeichen. Der Polizist kennt den Hund, denn es ist der seiner Nachbarin, die ihn längst als vermisst gemeldet hat. Aha, denkt der, die also haben ihn geklaut und ruft seinem Kollegen zu: »Du, halte die beiden mal fest, das sind äußerst gefährliche Hundediebe. Ich kralle mir den anderen, der sich gerade aus dem Staube zu machen versucht.«

Er läuft hinter dem Flüchtenden her und man hört plötzlich Peng, Peng. Der Polizist schießt in die Luft. Wie angewurzelt bleibt der Flüchtling stehen und hebt die Hände über den Kopf. »Komm schön her, Bürschchen, komm, komm. Haben wir sie endlich, die Hundediebe.«

Der kommt mit erhobenen Händen auf ihn zu. »Wa ..., was gibt`s denn? Ich gehe hier doch nur spazieren.«

»Ach spazieren? Habe ich dich nicht eben da aus dem Auto flitzen sehen?«

»Welches Auto?«

»So gesehen hast du Recht. Das ist natürlich gar kein Auto - diese Rostlaube. Aber aus dieser Schrottkarre habe ich auch den Hund kommen sehen.«

»Hund? Welchen Hund?«

»Na, den da«, und zeigt auf ihn.

»Das ist nicht mein Hund, bestimmt nicht.«

»Na, wenigstens sagt du die Wahrheit. Das ist nämlich der meiner Nachbarin. Du bist ein Hundedieb. Und die anderen Zwei sind deine Kumpanen. Komm mal ganz schön mit.«

Der Ertappte wollte noch was stottern, doch ruft der Polizist seinem am Smart stehenden Kollegen schon zu: »Du, das ist diese Hundegang, die wir schon lange suchen. Das sind Diebe. Sofort festnehmen.«

Und so kommt es, dass die gesamte Jessi-Gang als vermeintliche Hundediebe für eine Nacht die Heizung zu Hause sparen kann, denn die wird von uns Steuerzahlern spendiert. Am nächsten Morgen dürfen sie zunächst zu Fuß davontraben - denn die Schrottkarre und der Smart stehen ja noch immer an der Tankstelle.

Inzwischen hat Daniel natürlich längst alle Hebel in Bewegung gesetzt und den KFZ-Brief nun in Händen - der Glückliche. Jedenfalls für ihn geht diese Geschichte doch noch gut aus.

Diese Aktion, die das Leben schrieb, brachte der Jessi-Gang schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das, was sie demnächst zu erwarten hat.

Jan OTTO
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