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werner callies .
Anmeldungsdatum: 26.09.2003 Beiträge: 3253 Wohnort: NRW & Spanien
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Verfasst am: 28.Jun 2006 12:22 Titel: Die Fußball-WM und der Patriotismus |
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Zugegeben, mich hat es ebenfalls erwischt und ich habe nun
auch eine Deutschlandfahne an meinem Auto befestigt.
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Struckischreck * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.04.2005 Beiträge: 2052 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 28.Jun 2006 13:45 Titel: |
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Kann man die Türen während der Fahrt auf und zu machen? Das würde den Effekt sicher noch steigern.
Struckischreck (auch Deutschland-Fan) |
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werner callies .
Anmeldungsdatum: 26.09.2003 Beiträge: 3253 Wohnort: NRW & Spanien
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Verfasst am: 28.Jun 2006 14:09 Titel: |
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Die schließen ab einer bestimmten Geschwindigkeit automatisch - durch den Fahrtwind...
Aber praktisch bei Rückenwind, man kann Sprit sparen  |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6710
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Verfasst am: 28.Jun 2006 15:01 Titel: |
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Ein Leserbrief:
| Zitat: |
Es ist gerade das WM-Spiel Deutschland gegen X. gelaufen. Ich
spaziere mit N. durch Göttingen, wo just in diesem Moment nach dem
Sieg der Teutonen ein feierlicher kreativ-chaotischer Autokorso
stattfindet.
Hundertschaften von angetrunkenen, bemalten, bemützten, befähncheten
Fans stromern oder fahren durch die Straßen und erfüllen bestens
jedes Cliché des bierseligen (nein, armseligen) Deutschen, das auf
"Malle" oder auch mitten in Madrid nur Kopfschütteln hervorriefe.
Ich habe kein Fähnchen in der Hand und auch nicht auf der Wange, und
ich habe kein cool falschherumaufgesetztes Baseball-Käppi auf, und
ich bin zwar schick, aber nicht fußballmäßig angezogen.
Früher war alles besser. Wer Fähnchen schwenkte, die schwarz-rot-gold
waren, oder sich ermüßigt fühlte, die unerwünschten Strophen
"Deutschland, Deutschland über alles" zu singen, war unten durch.
Aber wirklich gründlichst unten durch. Man nannte das Nazi oder auch
Nationalist, auch dann, wenn man lange nach 1945 geboren war und mit
den alten Geschichten nichts zu tun hatte, und auch, wenn man gar
nicht wußte, was das überhaupt bedeutete, ein Nazi zu sein.
Heute ist man auch wieder unten durch. Weil man kein Fähnchen
schwenkt und nicht rumgröhlt. Weil einen das alberne besoffene Getue
nur ankotzt. In Göttingen wurde ich deswegen angepöbelt: "Du bist
nicht Deutschland!"
Man ist versucht, sich einen Sieg Argentiniens zu wünschen. Ob in
Deutschland-einig-Spackenland dann Weltuntergangsstimmung ausbricht?
DesTeufelsWeihwasser.
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Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
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Verfasst am: 29.Jun 2006 8:27 Titel: |
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Hallo zusammen,
angefangen damit, dass man sich mit einem unaufdringlichen
Motiv auf dem Klopapier den Hintern abwischen kann, bis hin
zu ebensolchen Motiven auf der Unterwäsche, wer immer auch
dahinschaut.
Beim Klopapier erkennt man endlich den Sinn des Spruchs: das
geht mir doch am A.rsch vorbei und damit nähern wir uns jen-
en, bei denen es tatsächlich so ist.
Nicht jeder ist vom Virus des Fußballs infiziert worden und so
manch einem würde es gar nicht auffallen, wäre die WM ins
Wasser gefallen.
Diese aufgesetzte Fröhlichkeit auf den Seiten der Gäste, wie
auch seitens der Freunde, bei denen die Gäste schließlich zu-
gegen sind, wirkt wie ein Bauerntheater mit mieser Regie.
Und so ziehen es ein paar Unbelehrbare stets vor, dem Gast-
geber eins auf die Frisur zu klopfen, um – wie es heißt – sein
Denkvermögen zu erhöhen.
Worum es wirklich geht erfahren wir spätestens dann, wenn
die deutsche Elf keinen Pokal holt, sondern wie weiland Seeler
hängenden Hauptes das Grüne verlässt.
Dann kehren wir die Gassen sauber, das dörflich rustikale Gäste-
zimmer wird wieder die beliebte Rumpelkammer und die Bier-
brauer tanzen im Mondschein, denn gesoffen wird immer.
Zum Wohle allerseits.... _________________ sei nicht feige, lass mich hinter'n Baum |
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annova Specialist
Anmeldungsdatum: 10.02.2005 Beiträge: 69
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Verfasst am: 29.Jun 2006 10:23 Titel: Fröhlichkeit |
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Hallo Herr Spilker,
es ist wie immer nicht so einfach Ihren Ausführungen zu folgen, oder Sie gar zu verstehen.
Aber auch Ihnen würde es gut zu Gesicht stehen, fröhlich zu sein.
Das Denken der Menschen spiegelt sich in ihren Gesichtern wieder.
Genießen Sie den Sonnenschein ohne sofort an Regen zu denken!
Ich bin begeistert und stolz darüber wie sich Deutschland im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft präsentiert.
Ich bin gerne bereit meine Freude mit Ihnen zu teilen, den Teilen vermehrt die Freude.
Herzliche Grüße
annova |
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Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
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Verfasst am: 29.Jun 2006 10:30 Titel: |
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Hallo annova,
ohne nun belehrend daher kommen zu wollen verstehe ich 99,99% meiner
in diesem Forum erscheinenden 'Schreibseleien' als Glosse. Mehr nicht.
Weder meine persönliche Überzeugung, noch Einstellung zu gewissen
Dingen spiegelt sich da ab.
Wie steht es doch so treffend über der Pforte dieses Forums: Satire &
Blödeleien. Eben. Blödeleien...  _________________ sei nicht feige, lass mich hinter'n Baum |
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werner callies .
Anmeldungsdatum: 26.09.2003 Beiträge: 3253 Wohnort: NRW & Spanien
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Verfasst am: 29.Jun 2006 10:42 Titel: |
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Zitiert aus dem Leserbrief:
| Zitat: |
Man ist versucht, sich einen Sieg Argentiniens zu wünschen. Ob in
Deutschland-einig-Spackenland dann Weltuntergangsstimmung ausbricht?
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Ich versuche mir gerade den Verfasser dieses Leserbriefes bildlich vorzustellen.
Da ist anscheinend jemand, der schon mal grundsätzlich gegen alles
wettert, was nicht seiner Idee oder seiner Ideologie entspricht. Ebenso
könnten diese Ausführungen von ihm stammen:
- Karneval? Das sind alles Idioten.
- Wer raucht gehört nicht in unsere Gesellschaft.
- Homosexuelle hat man früher aufgehängt, recht so.
- Hundehalter gehören bestraft, denn die Hunde machen ja Häufchen.
- Ich brauche kein Auto, weil ich mich nicht den gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen will.
- gleiches gilt für Fernsehgeräte und Mobiltelefone
Diese Ausführungen könnte ich noch endlos weiterführen.
Ein Lehrer, Beamter oder vielleicht auch Sozialarbeiter, der erst mal
gegen alles ist, was er nicht kann, möchte oder darf.
Er wird nicht über viele Freunde verfügen, deshalb wird auch gegen
22 Uhr die Polizei angerufen, weil der Nachbar nach dem Grillen, oder
noch schlimmer nach dem Fußballspiel, noch im Garten bei einem
Bierchen den Abend ausklingen lässt.
Wenn der Anwohner von gegenüber mit einem Rad auf dem Bordstein
parkt, wird umgehend das Ordnungsamt informiert, denn sowas geht nicht.
Und wehe, wenn die Kinder vom Nebenhaus zwischen 13 und 15 Uhr
wieder im Garten spielen, dann wird der längst überfällige Brief an
den Nachbarn allerspätestens fällig...
Warum sind alle, die Fußball schauen, Idioten in "Deutschland-einig-
Spackenland"? Was ist das Problem, wenn sich diese Leute ob eines
Sieges freuen oder bei einer Niederlage in Tränen ausbrechen?
Ich bin kein großer Fußballfan, habe mir aber schon immer Länderspiele,
gerade auch Weltmeisterschaften angesehen, ist das ein Verbrechen?
Dazu kommt erschwerend, wie viele Weltmeisterschaften in Deutschland
wird der Einzelne von uns noch erleben? Eben, nicht allzu viele...
Jedem Tierchen sein Pläsierchen, Toleranz kann manchmal wunderbar sein... |
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Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
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Verfasst am: 29.Jun 2006 11:02 Titel: |
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| Zitat: |
Ich bin kein großer Fußballfan, habe mir aber schon immer Länderspiele,
gerade auch Weltmeisterschaften angesehen, ist das ein Verbrechen? |
Tja, da muss ich dir einmal mehr Recht geben, denn mir geht es ähnlich.
Ich kann nun mal nichts dagegen tun ein Deutscher zu sein und somit
'ziehe' ich mir diese Spiele auch mal gerne 'rein, wenn es - so wie jetzt -
um etwas geht.
Rot-Weiß Wadenknicker gegen Barfuß Jerusalem interessiert mich humpe,
aber eine WM ist recht amüsant. Kotzt dann noch Kollege 'Becky' auf den
Rasen, hat L.S. 100% Unterhaltung. Life und in Farbe. Was kann schöner
sein... Is' ja nich' mein Rasen... _________________ sei nicht feige, lass mich hinter'n Baum |
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tifinaa * Consulter *
Anmeldungsdatum: 19.11.2003 Beiträge: 1176
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Verfasst am: 29.Jun 2006 11:02 Titel: |
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Beim nächsten Artikel zum Thema Fussball-Kultur oder Fussball-Politik
werde ich ein Flugzeug kapern und die Passagiere zwingen, ein
Bullshit Bingo mit den Begriffen Klinsmann, Merkel, Reformresistent,
Globalisierung, Kahn, Bern, Berlin, Effizenz, Ballack's Wade, Optimismus und Ronaldo
abzuhalten.
Anschließend stürzen wir beim Stand von 2:0 für Deutschland in das
Stadion.
BINGO!! |
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Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
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Verfasst am: 29.Jun 2006 11:05 Titel: |
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@ tifinaa,
wen wundert's, dass der Flieger abstürzt, wenn Ronaldo an Board ist.  _________________ sei nicht feige, lass mich hinter'n Baum |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6710
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Verfasst am: 30.Jun 2006 5:43 Titel: |
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(taz vom 30.6.2006, S. 16, von WIGLAF DROSTE)
Für die WM 2006, das kann man schon jetzt sagen,
gilt der schöne deutsche Satz:
Es war nicht alles schlecht, es gab auch viel Gutes.
Die notwendige Autofahrt von Berlin nach Hamburg
am 24. Juni fand während des
Achtelfinalspiels Deutschland - Schweden statt.
Das erwies sich als perfekter Schachzug:
Die Autobahn war so leer, dass man auf
nahezu komplett freier Straße durchbrettern konnte,
gebremst nur von Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Der große Fußballspieler Mehmet Scholl
formulierte einst weise:
"Hängt die Grünen, solange es noch Bäume gibt."
Aktualisiert könnte man verlangen: Überrollt die
Grünen in den verkehrsberuhigten Zonen,
die sie als ihr einziges politisches Erbe hinterließen.
Auch sonst sorgt die WM für viel Klarheit:
Parks und Badeseen werden von Bollos und Proleten
samt ihren Kötern und Ghettoblastern nicht aufgesucht.
Die Naffels und Dämels tragen das Gebrüll,
aus dem sie ausschließlich bestehen
und das sie deshalb ständig entäußern müssen,
zur WM-Zeit in klar umrissene, eingezäunte Bereiche.
Die freiwillige Selbsteinlieferung soll nach
dem 9. Juli bitte nicht aufhören,
die IQ-ab-50-abwärts-Zonen dürfen unbedingt
beibehalten werden.
Einen dicken hohen Zaun drumrum machen ist indes Bedingung, schalldichte Überdachung wäre besser,
abschließen und den Schlüssel wegwerfen am besten -
aber das geht nicht, wegen der schönen Demokratie,
also der Idee, dass über Erwachsenenangelegenheiten
auch Leute mitzureden hätten, die das weder können noch wollen.
Zum Wesen des Idioten gehört es,
sich in der Masse am wohlsten zu fühlen;
aktuell heißt das "Public Viewing".
Der Geisteszustand dort ist Brühe und kann
auch gesungen werden: "O, wie ist das schön …"
Wer Ohren am Kopf hat, weiß: Nein, schön ist das nicht.
Aber auch für Menschen mit extrem eingeschränkter,
konfektionierter Emotionswelt muss es Lieder geben,
mit deren Hilfe sie ihre sogenannten Gefühle ausdrücken.
Zu den kollektiv simulierten Empfindungen zählen auch
Freude und Lachen - wofür Oliver Pocher zuständig ist,
das "Media Markt"-Witzbold-Modell,
das die aggressiven Bedürfnisse nach Schadenfreude
und Nachtreten bedient.
Zum Ausscheiden der Niederlande hatte Pocher
einen Spot produziert, in dem er den Oranje-Spielern
den WM-Pokal mit nachgemachtem holländischen Akzent präsentiert: "Scho, dasch wäre Ihr Preysch geweyschen."
Da war er wieder, der deutsche Drecksack, revanchistisch, bundeswehrblöde und also comedytauglich.
Wer Pochers grinsige Übergriffigkeit mit Humor verwechselt,
ist mit lebenslänglich "Media Markt" dann auch richtig bedient.
Aus fußballästhetischer Sicht ist das
Turnier eher mäßig, bietet aber Momente der
Unterhaltsamkeit. Als es im Spiel Schweiz - Ukraine zum Elfmeterschießen kommt, macht eine Frau am Tisch
auf ahnungslos und fragt demonstrativ naiv:
"Wie lange dauert denn Elfmeterschießen?
Bis alle elf drin sind?"
Mehrere Herren tappen in die Falle und beginnen gönnerhaft,
ihr das Regelwerk beizubiegen.
Männer erklären gern, auch einer Frau,
der man über Fußball nichts erzählen muss.
Sie hatte nur mal kurz nachsehen wollen,
ob die alten Reflexe noch funktionieren. |
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werner callies .
Anmeldungsdatum: 26.09.2003 Beiträge: 3253 Wohnort: NRW & Spanien
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Verfasst am: 2.Jul 2006 6:22 Titel: |
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| Zitat: |
| Auch nach der Abreise der deutschen Nationalmannschaft nach dem Vorrunden-Aus bleibt die EM zwischen Flensburg und München ein TV-Hit. Im Schnitt 13,46 Millionen Menschen sahen den Viertelfinalkrimi Portugal - England (6:5 im Elfmeterschießen) und bescherten dem ZDF damit einen Marktanteil von 48,7 Prozent. Zur dramatischen Elfmeter-Entscheidung schalteten sogar 17,12 Millionen Menschen (76,1 Prozent) das TV-Gerät ein. «Am Tag der Abreise des deutschen Teams haben die Einschaltquoten gezeigt, dass die Begeisterung der Zuschauer über die EM ungebrochen ist», sagte Dieter Gruschwitz, EM-Teamchef des ZDF. |
Das war 2004.
Beim Spiel Deutschland gegen Argentinien sah das so aus:
| Zitat: |
| Mit dem von Reinhold Beckmann kommentierten Spiel stellte das Erste nämlich einen neuen Rekord auf: Ab 17:00 Uhr entschieden sich im Durchschnitt 24,80 Millionen Zuschauer ab drei Jahren für die Live-Übertragung aus dem Berliner Olympia-Stadion. Damit wurde ein überragender Marktanteil von 86,1 Prozent beim Gesamtpublikum gemessen. Dies ist nach Angaben von "media control" der zweithöchste Wert, der bei einer WM-Begegnung seit 1992 ermittelt wurde. |
Aber niemand hat's gesehen...  |
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trader55 Gast
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Verfasst am: 3.Jul 2006 1:23 Titel: Ich habs gesehen! |
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Und wissen Sie, ich glaube es ist geil, ein Proll zu sein. Am Samstag Nachmittag, nachdem ich wieder geradeaus gucken konnte nach unsäglich viel Bier, hab ich mir ein paar Kollegen geschnappt, wir haben uns unsere DFB-Montur angezogen und sind hier in München erstmal zum Argentiner spaziert und haben uns ein köstliches Steak reingezogen.
Während des Essens haben wir dann gefragt, ob man vielleicht den Fernseher (der dort wegen der WM eben montiert ist) einschalten könnte, weil wir doch sooooo gerne die Nachberichte nochmal sehen wollten.
Das ist jetzt das erste (wirklich) Restaurant in meinem Leben wo ich kein gern gesehener Gast war...
Wenn nicht WM wäre und ich ein "bürgerliches Leben" führen müßte wäre ich um diese Lebenserfahrung ärmer!
(Und der Argentinier um die gut 200€ die wir in sehr kurzer zeit dort gelassen haben)
Die WM macht uns nämlich alle reicher.
@ Lutz Spilker: Wieso Ronaldo? Jetzt ist der Ball vom Uli Hoeneß endlich wiedergefunden worden!
Grüße,
Trader55 |
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tifinaa * Consulter *
Anmeldungsdatum: 19.11.2003 Beiträge: 1176
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Verfasst am: 5.Jul 2006 10:44 Titel: |
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Schlagzeile:
"Ganz Deutschland trauert nach dem verlorenen Halbfinale gegen Italien."
Hmm, ich trauere nicht - der bessere hat gewonnen - so ist es nicht nur im Sport.
Bin ich jetzt ausgegrenzt? Kein Deutscher mehr? Werde ich jetzt stigmatisiert, gemobbt? |
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Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
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Verfasst am: 5.Jul 2006 10:48 Titel: |
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Zeit ist Geld.... ich zitiere mich mal selbst...
| Zitat: |
Worum es wirklich geht erfahren wir spätestens dann, wenn
die deutsche Elf keinen Pokal holt, sondern wie weiland Seeler
hängenden Hauptes das Grüne verlässt.
Dann kehren wir die Gassen sauber, das dörflich rustikale Gäste-
zimmer wird wieder die beliebte Rumpelkammer und die Bier-
brauer tanzen im Mondschein, denn gesoffen wird immer. |
Das Leben kann so schön grausam sein...  _________________ sei nicht feige, lass mich hinter'n Baum |
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werner callies .
Anmeldungsdatum: 26.09.2003 Beiträge: 3253 Wohnort: NRW & Spanien
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Verfasst am: 5.Jul 2006 10:50 Titel: |
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Aus der Traum: Italien schlägt Deutschland 2:0
Aber sehen wir das Ganze doch mal von der positiven Seite.
Die WM geht weiter, im Finale wird wohl Frankreich gegen Italien spielen.
Frankreich wird gegen Italien gewinnen und wir schlagen Portugal im Spiel
um den dritten Platz.
Wie sähe dann die Rangordnung aus?
1.: Frankreich
2.: Italien
3.: Deutschland
Demnach hätten wir einen hervorragenden 3. Platz erreicht!!!
Italien hingegen ist nur Vorletzter...
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Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
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Verfasst am: 5.Jul 2006 10:58 Titel: |
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Hm, ja...
Auch wenn nun einige Fanatiker dazu neigen ihre Faust zu wetzen,
ich kann mich dessen nicht erwehren, irgendwie ein wenig Freude
über das verlorene Spiel zu produzieren.
Der WM-Hype geht und hoffentlich tritt wieder ein bodenständiges
Bewusstsein in einigen Köpfen ein. Was unsere Regierung da näch-
tens alles ausheckt und am kommenden Morgen den oftmals noch
nicht nüchternen Bürgern bietet, ist bleibend.
Fußball hingegen kommt und geht. Mal in Ruhe drüber nachdenken... _________________ sei nicht feige, lass mich hinter'n Baum |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6710
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Verfasst am: 6.Jul 2006 3:53 Titel: |
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Userzuschrift - Hinweis auf:
| Zitat: |
Fußballdemokratie
von Klaus Hansen
Bei ihrer ersten Weltmeisterschaftsteilnahme nach dem Krieg, 1954 in der Schweiz, sangen die Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft beim Abspielen der Nationalhymne vereinzelt mit. Allerdings nur die erste Strophe, und davon nur die ersten beiden Zeilen. Einer soll, weil er es nicht besser wußte, das Horst-Wessel-Lied angestimmt und sich dabei fast in die Hose gemacht haben. Offenbar war Schlimmeres befürchtet worden, denn man lobte Trainer Herberger dafür, daß sich die Mißtöne in Grenzen hielten.
Bei der Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik sang keiner auch nur einen Ton mit. Statt dessen kauten die Nationalspieler der Bundesrepublik beim Abspielen der Nationalhymne Kaugummi. Man lobte Trainer Schön dafür, daß ein Bild unbekümmerter Lässigkeit verbreitet und dem neuen Image des Swinging Germany eine weitere Facette hinzugefügt wurde. Auch bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien regte sich beim Abspielen der Nationalhymne keine Miene. Es wurde weder mitgesungen noch Kaugummi gekaut. Man lobte Trainer Derwall dafür, daß er die unwürdige und an glupschäugiges Weidevieh erinnernde Kaugummimalmerei verboten und den Spielern ein ernstes, ja grimmiges Gesicht verordnet hatte.
Auf dem Wege zur Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko erlebten wir daheim an den Bildschirmen, wie unsere Jungs ohne Rücksicht auf musikalisches Talent die dritte Strophe aus vollem Halse schmetterten. Man lobte Teamchef Beckenbauer dafür, daß die Nationalelf nun für alle ein Vorbild sei. Auch Italien-Legionär Rummenigge, Kapitän der deutschen Elf, bekannte sich zum neuen Patriotismus: »Der Sport, sag ich mal einfach so, ist nicht das einzigste, was man hat. Es gibt ja auch noch so was wie das Vaterland, wo man eine echte Zugehörigkeit spürt.«
Bei der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 1994 in der Dritten Welt des Fußballs, in den USA also, traten im ehedem so vorbildlichen Chorgesang unserer Nationalspieler erneut Mißtöne auf. Deutschland war über Nacht neuvereinigt worden. Die Spieler aus dem »Beitrittsgebiet«, wie nun plötzlich die DDR hieß, mochten von ihrem »Auferstanden aus Ruinen« nicht lassen, während ihre westdeutschen Kollegen den inzwischen gewachsenen Überdruß an der dritten Strophe dadurch zum Ausdruck brachten, daß man eigenmächtig Umdichtungen vornahm. So ist Kapitän Matthäus wiederholt dabei ertappt worden, wie er mit fränkischer Inbrunst die Worte »Einigkeit und recht viel Freizeit« ins weite Stadionrund hinausposaunte.
»Damit die Richtung wieder stimmt«, wie er sich ausdrückte, gab Bundestrainer Hans-Hubert Vogts dem namhaften österreichischen Schnulzisten Udo J. Gockelmann den Auftrag, ein neues Lied zu schaffen, das herkömmlichen Nationalstolz und zeitgenössische Geldgeberbedürfnisse auf harmonische Weise miteinander verbindet. Komponist Gockelmann löste die Aufgabe, indem er Joseph Haydns alte Melodie beibehielt, den Text des Mannes aus Fallersleben jedoch radikal entkernte und in ein hymnisches Sponsoren-Who-is-Who verwandelte.
Seitdem erhebt man sich in deutschen Landen zur Deutschen Kommerzialhymne:
Adidas und Zeiß und Pfanni
Für das deutsche Fußballspiel.
Daimler läßt uns alle strahlen,
BIT-Bier macht das Hirn mobil.
Adidas und Zeiß und Pfanni
Und Langnese-Eis am Stiel:
Müller-Milch, Aral und Grundig –
Blühe deutsches Fußballspiel!
Nun, endlich, lobte man Trainer Vogts dafür, die Zeichen der Zeit erkannt zu haben.
Aus: Klaus Hansen: »die eins muß stehen – satirische fußballminiaturen«, Albert Verleysdonk Verlag Mönchengladbach 2006, 12,90 Euro |
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tifinaa * Consulter *
Anmeldungsdatum: 19.11.2003 Beiträge: 1176
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Verfasst am: 10.Jul 2006 6:16 Titel: |
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Zurück im grauen Alltag
Viel Spaß mit dem, was uns jetzt Wunderbares erwartet - außerdem sind es jetzt nur noch 168 Tage bis Weihnachten. |
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