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Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
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Verfasst am: 24.Jun 2006 15:19 Titel: Fanfaren der Freude |
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Fanfaren der Freude
Hupen, so kann man es in der Straßenverkehrsordnung nachlesen, ist innerhalb geschlossener Ortschaften untersagt und nur eine Not- und/oder Gefahrensituationen bildet hier die Ausnahme. Demzufolge stellt die gerade stattfindende Fußballweltmeisterschaft eine Not, bzw. Gefahrensituation dar, denn innerstädtisch wird gehupt, was das Teil hergibt.
Die Polizei drückt ein Auge zu und schreibt keine Knöllchen. Ein Auge? Seltsame Hörgewohnheiten herrschen mancherorts. Ich mache kein Auge zu und würde gerne ein Ohr zudrücken, weil bis tief in die Nacht die Fanfaren erklingen und mich an einer sehr wichtigen Phase körperlicher Regeneration hindern und die Polizei drückt ein Auge zu, ich fasse es nicht.
Steht doch Schlafentzug in den Genfer Konventionen als Foltermethode, so frönt man hierzulande eben genau dieser Folter. Ich bin empört. Auch scheint es völlig gleichgültig zu sein wer gegen wen und mit welchem Ergebnis gespielt hat, gehupt wird trotzdem, oder vielleicht dann sogar aus Protest. Ich weiss es nicht.
Man hupt aus Freude, das verstehe ich - nun wieder ganz und gar nicht. Denn womit drückt man im übrigen Leben seine Freude aus, so man nicht gerade im Auto hinter seinem Lenkrad hockt, sondern auf der heimischen Couch. Mit Bier und Chips bewaffnet, grölt der Fußballfan den Mannen auf dem Platz zu, auch wenn das Stadion 800 Kilometer entfernt ist und ein TV-Gerät nur empfängt, jedoch nicht sendet.
Liegt auf dem Tisch nun ebenfalls eine Hupe parat? Stört es die Kinder und die Oma nicht? Wie steht’s mit dem Ausdruck der Freude im Schlafzimmer? Befindet sich unter dem Kopfkissen des Hupfreudigen auch eine Tröte, die er der Angebeteten mit 135 Dezibel zu Gemüte führt? Nennt man das nicht einen Downer, einen Abturner? Wie oft kann man die Nummer wiederholen, bis sich beim Partner ein Gehörsturz bemerkbar macht?
Kommen wir zurück zur Straße. Irritierend ist es auf jeden Fall, denn man weiss nicht mehr zu unterscheiden, ob es die überschwängliche Freude eines Begeisterten ist, oder eine Situation, in der man sinnvoller reagieren muss. Hoffentlich wird es kein neuer Volkssport und setzt sich nahtlos fort.
Hoffentlich mangelt ein Autofahrer einen Fußgänger nicht komplett um und sagt: „Ich habe doch gehupt...“ und der Überfahrene dann: „ich dachte Sie freuen sich...“. _________________ sei nicht feige, lass mich hinter'n Baum |
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tifinaa * Consulter *
Anmeldungsdatum: 19.11.2003 Beiträge: 1176
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Verfasst am: 24.Jun 2006 16:17 Titel: |
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....und der Überfahrene dann: „ich dachte Sie freuen sich...“.
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Der Überfahrene sollte sich, bevor er halb ausgeblutet im Begriff ist sich in's geistige Nirvana zu begeben, vergewissern, dass das Auto mit einer Nationalflagge ausgerüstet ist.
Deutschlandfahne = o.k.
Dann werden die Kosten der Entfernung zermatschter Körperteile, Gestellung eines Rollstuhles, behindertengerechter Wohnungsumbau durch die FIFA übernommen.
Formulare gibt es bei Franz. |
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