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Komm zu mir und werde reich!

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caligula
Insider


Anmeldungsdatum: 06.12.2003
Beiträge: 884
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 6.Jun 2004 18:03    Titel: Komm zu mir und werde reich! Antworten mit Zitat

Ich baue ein neues Schneeballsystem mit einer geschlossenen 3 er - Matrix auf und kombiniere Aloe Vera, Nonisaft und APM - Investment. Meine Inserate laufen schon:

Wollen auch Sie Mercedes fahren und so wohlhabend werden wie Katrin Bajri? Internet - Kettenbriefe, magnetische Armbänder, wundersame Pflanzensäfte à la Morinda & Co und viele andere "Wunderprodukte" aller Art sowie zahllose andere Schneeballsysteme, selbst im Investment- und Kreditbereich, laufen heute auf Hochtouren, denn Massenarbeitslosigkeit und seit Jahren rückläufige Realeinkommen begünstigen die so genannte "Multilevelmarketing - oder Networkmarketingbranche" wie nie zuvor.

Immer mehr intellektuelle Vordenker des gesellschaftlichen Lebens, sofern sie Deutschland oder Österreich nicht schon längst wie seinerzeit Karl Popper verlassen haben, Verbraucherschützer, opinion leader und Juristen erkennen in den letzten Monaten - wir wissen es aus zahllosen Zeitungsberichten und Gesprächen - dass zwischen primitiven herkömmlichen "Kettenbriefen" und den hochprofessionellen Strukturen des "Multilevel- oder Networkmarketings" weder finanzmathematisch noch ethisch, d.h. aus sozialhygienischer Sicht, ein Unterschied besteht. Dieser besteht nur in der Qualität des Marketings, in der Höhe der Werbebudgets und in der "Incentive - Kraft", d.h. große Schneeballsysteme wie etwa Herbalife, Aloe Vera, Nonisaft oder "APM Investment" können natürlich optisch und logistisch ganz anders auftreten als die Macher vergleichsweise harmloser Billig - Systeme wie z.B. "Schick mir 35 Euro". Während sich etliche Kettenbriefe, mit denen auch in letzter Zeit massiv in google inseriert wird, schlicht und einfach als solche zu erkennen geben - man soll 5 Euro "in Papier eingewickelt" an den Empfänger auf Platz 1 der Liste schicken, um wertlose "E-Bücher" zu erwerben - machen es die internationalen Profis viel eleganter. Einer der beliebtesten Kettenbriefe der letzten drei Monate tarnt sich als "Private Membership Investment Fund". Die Firma aus Malaysia, Vorstand soll ein gewisser Herr Negeri Sembilan sein, gibt vor, im Forexhandel und im Aktiengeschäft mitzumischen. Riesige Renditen, erstmals 2 Prozent pro Tag und nicht mehr pro Monat ("Starinvest Ltd" usw.), werden durch den "Fonds" solcherart erwirtschaftet. Sofort mitmachen http://pureinvestor.com/members/mafie/investing.shtml (eine sog. "gespiegelte" Seite, keine Sorge, ein Dialer läuft nicht im Hintergrund). Neuerdings "PIPS Incorporated" - the world of investments. Star der Szene ist nach wie vor http://www.brauchst-du-geld.de/ oder http://www.planet-cash.de.vu/ - dieser Unfug soll derzeit vor dem Zusammenbruch stehen, hunderte Teilnehmer machen ihre eigene Homepage nach genau diesem Vorbild und gehen nach APM Investment - Manier ("Geld ist geil") auf Mitspielersuche. Modifizierte Schneeballsysteme feingesponnenerer Art und von der Zielgruppe her eine besondere Sauerei sind auch jene Aktionen, bei denen skrupellose Kredithaie, meist aus der hydraartig verflochtenen "Unternehmensgruppe Schweizerkredit", sog. Vergütungspläne für das Herankarren neuer Opfer anbieten, man beachte die "hohen Provisionen", die in Wahrheit später natürlich die Kreditsuchenden dann zu bezahlen haben http://www.schufa-egal.de.vu/ ... viele "Networker" sind seit Jahren ausgesprochene Spezialisten für die viel zitierten "Geschäfte mit der Armut", im Zentralorgan dieser Szene, der Zeitschrift "Network Press", werden derzeit gar Broschüren angeboten, in denen zynisch abgehandelt wird, wie die Erfinder neuer Produkte oder die bereits etablierten "Teams" und ihre "Upline" noch mehr Kapital aus der Massenarbeitslosigkeit schlagen können. Die Broschüre "Die neue Rezession" kostet bei einer Bestellung von 10 Stück € 2, bei einer Bestellung von 1000 Stück glücklicherweise nur noch € 1,25 ... www.die-neue-rezession.com ... "Wer diese Broschüre gelesen hat, wird Sie garantiert anrufen!", so der Werbetext. Natürlich nicht, um ein Kaffeekränzchen zu verabreden oder um am Telefon über Albert Camus zu diskutieren, sondern um als neuer, hoffnungsvoller Keiler in die "Downline" einzusteigen ("Sind Sie der nächste?"). Seitenlange Berichte über das luxuriöse Leben derer, die es schon geschafft haben, verwandeln die Leser des in Norderstedt erscheinenden Multilvel - Zentralorgans "Network Press" rasch in so genannte Pawlowsche Hunde, die verzweifelt danach dürsten, so reich und erfolgreich zu werden wie die "MLM - Ikonen" ("Katrin Bajris mobiles Office ist ein Mercedes der S - Klasse mit langem Radstand, ein S 400 L CDI ... weil es FLP - Produkte gibt, die gekühlt werden sollen, befindet sich im Kofferraum ein Kühlschrank ... ihren Geburtstag feiert die Top - Networkerin dann mit einem Kurztrip nach Barcelona ...). Kein Wunder, war die zweifellos tüchtige Dame, die wir hier bestenfalls als Teil eines Systems, aber ganz sicher nicht persönlich diffarmieren wollen, "schnellster Double Diamond Manager FLP weltweit". Die verlogene Demagogie und die raffinierte Semantik und Subsemantik in den Propagandatexten dieser Branche ist der der Sekten oder Diktaturen nicht unähnlich; unter der Überschrift "Profitieren Sie von den Wachstumsmärkten Gesundheit und Wellness" geht es im Kleingedruckten dann um den Verkauf magnetischer Armreifen auf der Basis "uralten Wissens". Was das mit Wellness zu tun haben soll, bleibt offen. Jeder neue Pflanzensaft ist innerhalb weniger Wochen "die Weltneuheit, die die Networkbranche verändern wird" (O-Ton Seminareinladung). Dass wenige Monate später zehn fast gleichartige Pflanzensäfte bereits die Drogeriemärkte füllen bzw. von hunderten anderen "Teams" anderer Network - Gurus verkauft werden müssen, stört die Bosse wenig, denn die verheizen ihre Soldaten bereits mit dem nächsten "Wunderprodukt". In Zeitungsinseraten, so der Rat erfahrener "Uplines", sollten die Wörter "MLM" oder "Networkmarketing" bei der Suche nach neuen Mitarbeitern tunlichst nicht vorkommen, empfohlen wird z.B. folgender Text: "Weltweit erfolgreicher US - Konzern startet jetzt in Deutschland durch ..." - Multilevel - Ladies, die ebenfalls S - Klasse mit langem Radstand fahren wollen, aber es noch nicht bis dahin geschafft haben, werden dabei nicht selten von unfähigen Ehepartnern daran gehindert: "Wenn der eigene Lebenspartner die Networkaktivitäten bremst, ist das oft der Anfang vom Ende des Geschäfts - oder das Aus für die Beziehung" (Network Press, Ausgabe 46, Seite 36).

Motivation ist alles, damit die zukünftigen "Soldaten" auch wirklich an die Ostfront kommen. Zu diesem Zweck covert das Magazin laufend so genannte "MLM - Ikonen" oder präsentiert reichgewordene Schneeballfreaks, die neben ihren roten Ferraris stehen ("Auch Sie können es schaffen"). Jeder Unsinn läuft, von Zusatznahrung bis zur Geldanlage, Hauptsache, es gibt genug Schneeballfreaks, die dem "System" mit ihren "Partnerseiten" dienen siehe http://www.jilg-gmbh.de/apmi.htm ... man beachte den Nonsens-Text, mit dem diese "Geldanlage" verkauft wird, jeder Bankazubi im zweiten Ausbildungsjahr schüttelt da den Kopf. Viele Proponenten der Keiler- und Finanz - MLM - Szene versuchen noch rasch auf "Trading" umzusatteln, scheitern oft jedoch schon bei der Suche nach ausreichend wohlhabenden Opfern oder wandern in den Knast, amüsant dazu u.a. http://www.elitetrading.de/forum/viewtopic.php?p=4818#4818 ...

Viele Internet - Kettenbriefe tarnen sich als "Lottosystem", und tatsächlich stehen mitunter, aber nicht immer jene obskuren "Lottoagenturen" dahinter, die die Unkundigen ohnehin schon mit nichtexistenten Lottosystemen abzocken. Da die Glücksspiele 6 aus 45 bzw. 6 aus 49 eine Auszahlungsquote von unter 50 Prozent aufweisen, kann es selbstverständlich aus mathematischer Sicht kein wie immer geartetes "Lottosystem" geben. Auf den Internetseiten der Anbieter werden durch Abbildung teurer Autos, gediegener Einfamilienhäuser oder geiler Geldpakete wie üblich zielsicher die Träume und Instinkte der zukünftigen Opfer angesprochen, siehe dazu etwa http://tommy.psg-2000inc.biz/ ... selbstverständlich wird auch dieses Schneeballsystem nicht als solches, sondern diskret als "Lotto-Tippgemeinschaft mit genialem Vergütungsplan" auf zahllosen "Partnerseiten" gepusht und in den einschlägigen Networkmarketing - Foren frenetisch bejubelt ... viele lustige und weniger lustige Internetseiten verbreiten den Unsinn hemmungslos weiter, mit dabei natürlich der in der Networkerszene übliche "Vergütungsplan", schön zu sehen z.B. auf "Petras Homepage" http://www.beepworld.de/members16/dragon2611/ vgl. dazu auch ggf. http://www.timeandmoney.de/guertler3838/body_index.htm ...oder http://members.aon.at/juergens-oase/psg-2000/ ... warnende Stimmen dringen kaum zu den Akteuren vor z.B. http://www.detta.de/Schneeballsysteme.htm oder www.mlm-beobachter.de ... egal, ob APM Investment, "Hugo-Kreditkarte", Herbalife, Lottosysteme oder "Nonisaft", das Geilste ist und bleibt im so genannten Multilevel (MLM)- oder Networkermilieu der "Vergütungsplan", die Downline und die Matrix http://www.mlm-beobachter.de/morinda/urteilschweiz.htm ... die Networkerszene hat inzwischen auch Kreditsuchende als Opfer entdeckt, mittlerweile gibt es - Gipfel des Zynismus - sogar "Vergütungspläne" und Matrix - Modelle zum Abzocken Kreditsuchender, z.B. http://www.mobilica.de/index.php?id=101238 - den Opfern sollen durch dieses Provisionssystem zusätzlich bis zu insgesamt 35.000 Euro abgenommen werden, denn diese Höchstprovision wird der "Matrixspitze" zugesagt. Immer wieder dieselben Figuren, die in dieser Szene auf Kosten tausender Opfer die dicke Kohle machen, z.B. die deutsche Networker - Legende Maik Reinemer, der mit seiner "Geschäfte-mit-der-Armut-Website" http://www.m-r2000.de/ wieder brutal auf Kundenfang geht. Reinemer, der schon in vielen "Multilevel - Pyramiden" dick abkassiert hat, soll auch ein bedeutender "Pusher" des kriminellen Internet - Kettenbriefes "APM Investment" gewesen sein, weist diese Vorwürfe indes rigoros von sich und beschuldigt andere Größen der Networker- und Schneeballszene, die wiederum gegen Reinemer mobil machen. Kaum brechen die Systeme zusammen, beklagen die Opfer und auch die Mittäter, die ganz im Sinne der Kriminologie oft auch gleichzeitig Opfer sind, ihr Schicksal im einschlägigen Internetforum "MLM-Beobachter" http://210434.homepagemodules.de/ ... ähnlich wie im Hamburger Rotlichtmilieu zwischen 1980 und 1992 die Erotik - Gurus befehden nun einander die "Bosse" der Schneeballszene, wenn es darum geht, den Strafverfolgungsbehörden in Sachen "APM - Skandal" zu entkommen: der Top - Networker Ewald Müller, 74906 Bad Rappenau, will, so ein Polizeiprotokoll, "nie bei APM mitgemacht" haben und schiebt alle Schuld auf "Mercedes - Purket". Gemeint ist Bernd Purket, D - 75203 Königsbachstein, der sich rühmte, den per Haftbefehl gesuchten APM - Erfinder Tiggelbeck "noch persönlich gekannt" zu haben. Bemerkenswerter Kommentar der APM - Pusher, von uns auf Tonband mitgeschnitten und daher jederzeit der Staatsanwaltschaft zugänglich: "Bei BIG - Investment gab es noch mehr Geschädigte und die Drahtzieher laufen auch noch alle frei herum, warum wird ständig auf APM Investment losgegangen?!". Wer nun Angst hat, in neue Kapitalanlage - Schneeballsysteme einzusteigen, setze weiter auf "Zusatznahrung", Aloe Vera oder Herbalife. Nach dem Zusammenbruch des "Nonisaft - Schneeballsystems" haben findige Köpfe übrigens neue "Säfte" erfunden und bieten diese feil siehe http://www.besseralsnoni.de.vu/ ... gute Reaktion auf www.mlm-beobachter.de/morinda/urteilschweiz.htm ...


Beim Internet - Kettenbrief "psg-2000" muss jeder Mitspieler drei neue Teilnehmer finden, kaschiert wird das System als "Lottosystem" ... http://www.psg-2000inc.de/ ...


DAS IST JETZT VORBEI! Mit meinem Vergütungs- und Marketingplan wirst auch Du so reich wie Purket und Müller!

C.
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gerd
Specialist


Anmeldungsdatum: 18.06.2003
Beiträge: 204

BeitragVerfasst am: 7.Jun 2004 5:17    Titel: Antworten mit Zitat

Sollte Pflicht-Lesestoff für alle sein. Guter Beitrag - klasse.
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jbg
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 23.04.2003
Beiträge: 430
Wohnort: Wuppertal

BeitragVerfasst am: 7.Jun 2004 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Auch ich als Networker lese hier Beiträge, die das Network-Marketing in Frage stellen, mit Interesse. Ich nehme das auf jeden Fall als Anhaltspunkt, welche Grenzen ich nicht überschreiten sollte. Es ist hier auch nicht die Stelle für eine MLM-Diskussion. Trotzdem möchte ich eine kurze Anmerkung schreiben.

Zu den großflächigen teuren Anzeigen in der Network-Press habe ich so meine eigene Meinung. Selbstverständlich ist es ein Zeichen für gute Umsätze (ob sie zutreffen, sei dahingestellt), wenn man sich solche Anzeigen leisten kann. Andererseits würde ich es schon begrüßen, wenn der ein oder andere Kollege vor der Veröffentlichung einer Anzeige noch mal kurz wegen der Ausgewogenheit einen qualifizierten Grafiker draufschauen oder vielleicht die Rechtschreibung von einer unabhängigen Stelle prüfen lassen würde.

Andererseits sehe ich dann wieder Sachen wie "OpenLimit", dieses sichere Kartensystem. Das ist mir bisher nur im Direkt-Vertrieb bekannt. Ich bitte mal um eine preisliche und technische Bewertung sowie um eine Aufzählung von Konkurrenzprodukten. Mir scheint, daß man hier den Network-Weg geht, um sich das Geld für die Fernsehwerbung zu sparen. Trotzdem scheint hier eine interessante Entwicklung stattzufinden.

Was meinen Sie?

Katrin Bajri: Gut, sie verdient anscheinend viel und fährt ein teures Auto. Erstens ist das nicht die teuerste S-Klasse. Zweitens stand da auch etwas dazu, wieviel sie so am Tag arbeitet. Ich kenne sie nicht persönlich, aber irgendwie fand ich das schon heftig. Hat irgendwas von Manager. Ich finde, dann kann sie auch das Geld verdienen. Kann das eigentlich sein, daß der ein oder andere Vorstandsvorsitzende oder Aufsichtsrat vergleichbare Summen erhält?

Da war auch irgendwo ein Foto zu sehen mit einem Scheck über 217.000,- Euro für Frau Bajri. Ist halt ein Brutto-Umsatz, und wenn ich das richtig sehe, hat sie ein paar Angestellte, die wahrscheinlich davon auch bezahlt werden.

Ein Problem der Network-Szene ist, daß die Verdienste offenliegen, um als Anreiz zu dienen. In der herkömmlichen Arbeitswelt ist das ja eher so, daß Gehälter vertraulich behandelt werden, um Neid zu vermeiden.

Wie war doch gleich das Verhältnis zwischen Arbeitsaufwand bei Michael Schumacher und Einnahmen aus Werbeverträgen? Nicht, daß das nicht gerechtfertigt wäre. Aber ob selbst ein gut verdienender Networker auch mal in diesen Regionen landet?

Es mag sein, daß einige Zeit nach dem Erscheinen von Network-Produkten ähnliche Waren zu günstigeren Preisen in Supermarkt-Regalen stehen. Aber wäre das auch so, wenn da vorher nicht die Network-Phase wäre? Die Networker nehmen den Firmenchefs, die dann hinterher auf der Erfolgswelle mitschwimmen, eigentlich schon Arbeit und Werbekosten ab.

Danach haben wir dann den Fall, daß der "böse" Networker teurer ist, weil die festgelegten Marketingpläne keine vergleichbare Anpassung an den Markt vorsehen wie "freie" Waren. Der "schlaue" Unternehmer hingegen nutzt die Gunst der Stunde.

Jürgen Böhme
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monxx77
User gebannt


Anmeldungsdatum: 06.05.2004
Beiträge: 1604

BeitragVerfasst am: 7.Jun 2004 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

@ jbg

wo hört seriöses Network - Marketing auf, wo fängt unseriöses Network - Marketing an, könnten sie eine Grenze ziehen?


MfG monxx77
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jbg
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 23.04.2003
Beiträge: 430
Wohnort: Wuppertal

BeitragVerfasst am: 8.Jun 2004 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist eine Sache mit vielen Aspekten, die insgesamt in einer ausgewogenen Balance zueinander stehen müssen. Network Marketing ist wie ein Auto, das 250 km/h fahren kann. Allerdings geht das nicht überall. Sicherlich sind „Sicherheitsreserven“ ein gutes Gefühl. Wenn man sie jedoch dann dazu benutzt, um Mütter mit Kindern von der Autobahn zu schubsen, muß man sicherlich noch mal genauer über den Sinn und die eigene Verantwortung nachdenken.

Grundsätzlich muß man einfach mal mit der Einstellung drangehen, dass einem nichts geschenkt wird, ganz gleich, was jemand verspricht. Wer teilnimmt, ist selbständiger Einzelhändler, und es liegt an ihm selbst, was er daraus macht. Man sollte sich nicht durch tolle Verdienstaussichten blenden lassen, sondern lieber schauen, ob man zunächst mit den gehandelten Produkten oder Dienstleistungen selbst was anfangen kann, sonst kann man sie niemandem aus eigener Überzeugung empfehlen.

Nicht jedes eignet sich für jeden, bloß weil man da Geld verdienen kann. Man muß sich etwas aussuchen, das man selbst auch mag und zu dem man sich nicht zwingen muß. Das kommt hinterher einfach glaubwürdiger rüber.

Wenn das gegeben ist, hat man halt im Network die zusätzliche Option, an dem Umsatz von nachgeordneten selbständigen Unternehmern beteiligt zu werden. Allerdings wird man in diesem Moment zum Gruppenleiter und sollte eigentlich einen Teil von dem Geld, was man dann zusätzlich erhält, für Sachen einsetzen, die dem Geschäftsbetrieb der untergeordneten Teilnehmer zuträglich sind.

Wenn man also jemanden hat, der einen unbedingt in seine Downline einschreiben will, dann sollte man sich nicht nur irgendwelche tollen Versprechungen anhören, sondern sich vorher in Ruhe anschauen, was er denn so an Hilfsmaterial liefern kann und ansonsten hinter den Kulissen für seine übrigen Downliner tut. Warum soll man sich in die Organisation von jemanden eintragen, der nichts weiter vorhält als blumige Worte? Der Typ muß da schon irgendeine qualifizierte Gegenleistung bringen. Zumindestens muß er mich kompetent durch das System leiten, solange ich mit den einzelnen Bestandteilen noch nicht vertraut bin.

Anschließend liegt es dann wieder an einem selbst, ob man das gebotene als qualifizierte Gegenleistung empfindet.

Allerdings muß man damit rechnen, daß man selbst vor dieser Situation steht, sobald man eigene Downliner hat. Wenn man dazu nicht bereit ist, sollte man sich auf den Produktverkauf beschränken, anstelle Leute anzuwerben. Man darf sich nicht wundern, wenn die eigene Organisation nicht funktioniert, wenn man sich nicht selbst auch mal in die Situation eines "Chefs" versetzt. Die ist halt anders als die eines Angestellten.

Wenn man dann tatsächlich die Voraussetzungen geschaffen hat, dass man höhere Provisionen erhält, dann kommt es als nächstes darauf an, dass die Network-Firma diese Provisionen auch wirklich bezahlt. Schließlich sind die Networker das Werbeplakat einer solchen Firma, und wenn sie aus irgendeinem Grund mal keine Lust mehr haben, Werbeplakat zu sein, dann brechen der Firma die Umsätze weg.

Haben Sie schon mal versucht, einen Spielzeug-LKW mit einem Gummiband in Bewegung zu setzen? Am Anfang muß man da viel Kraft aufwenden, und das Gummiband dehnt sich ziemlich stark. Hinterher ist der Kraftaufwand geringer, aber etwas bewegen muß man sich immer noch, sonst bleibt der LKW wieder stehen.

Man mag über den Sinn aufwendiger Präsentationsveranstaltungen streiten, aber erstens entstehen im Umfeld solcher Veranstaltungen auch durchaus erhebliche Umsätze für die normale Wirtschaft, und zweitens ist das eine Möglichkeit, den Spielzeug-LKW in Bewegung zu setzen. Das normale Arbeitsleben hinterher sieht selbstverständlich anders aus.

Zu diesem Arbeitsleben gehört dann aber auch der Effekt, dass ein guter Mitarbeiter nicht kündigen und zum Konkurrenten werden muß, wenn er mehr Geld verdienen will als sein „Chef“.

Auf so einer Vorstellungsveranstaltung darf man durchaus mal ein wenig mit Träumen spielen, sofern man anschließend einen qualifizierten Normalbetrieb abliefert, wenn sich jemand zur Teilnahme entschieden hat. Probleme entstehen immer dann, wenn jemand versucht, die Träume unverändert in den Normalbetrieb zu übertragen.

Der Normalbetrieb ist einfach eine herkömmliche selbständige Tätigkeit mit der Option einer zusätzlichen Einnahmequelle. Diese erschließt sich aber nur dann, wenn jeder Beteiligte der Arbeit nachkommt, die an seiner Stelle von ihm erwartet wird. Jemand mit einer größeren Downline hat nicht nur die Aufgabe, die entstehenden Provisionen einzukassieren, sondern qualifizierte organisatorische Unterstützung zu liefern, die sowohl die „Show“ als auch den Normalbetrieb berücksichtigt.

Andererseits wird man im Network halt nicht gefeuert, wenn man seine Leistung nicht bringt. Man muß dann in der Regel mit Verwaltungsgebühren leben, die nicht durch Provisionen ausgeglichen werden. Leute, die andere unter psychologischen Druck setzen, weil sie keine Umsätze erzielen, finde ich blöd. Die sollen lieber überlegen, wie man das anstoßen kann, dass man freiwillig wieder Lust zum Arbeiten hat.

Andererseits ist das natürlich eine Situation, die in der normalen Wirtschaft überhaupt nicht diskutiert wird. Wenn ein Vertriebsmitarbeiter die geforderten Umsätze nicht liefert, verliert er seinen Job. Insofern sehe ich Network Marketing als eine etwas sozialverträglichere Variante, sofern man die Teilnehmer nicht auf so einer rosa Wolke herumschweben lässt.

Jürgen Böhme
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tifinaa
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Anmeldungsdatum: 19.11.2003
Beiträge: 1176

BeitragVerfasst am: 8.Jun 2004 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
dann dazu benutzt, um Mütter mit Kindern von der Autobahn zu schubsen, muß man sicherlich noch mal genauer über den Sinn und die eigene Verantwortung nachdenken.


Und Sie denken mal über diesen, von Ihnen geschriebenen, Schwachsinn nach.
Die Zeugenaussagen kennen Sie wohl nicht.

MfG Ronald
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jbg
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Anmeldungsdatum: 23.04.2003
Beiträge: 430
Wohnort: Wuppertal

BeitragVerfasst am: 8.Jun 2004 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bitte um Entschuldigung, habe mich hinreißen lassen. Nach meinem Wissen kam der Unfall durch eine Schreckreaktion als Folge von dichtem Auffahren zustande.

Jürgen Böhme
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monxx77
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Anmeldungsdatum: 06.05.2004
Beiträge: 1604

BeitragVerfasst am: 8.Jun 2004 22:38    Titel: Antworten mit Zitat

@ jbg

vielen Dank für ihren Beitrag! Ihr Realismus ist erfrischend jbg!

MfG monxx77
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jbg
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 23.04.2003
Beiträge: 430
Wohnort: Wuppertal

BeitragVerfasst am: 9.Jun 2004 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte vielleicht noch folgendes anmerken:

Daß ich mich hier für Network-Marketing einsetze, bedeutet nicht, daß ich die kritischen Anmerkungen anderer nicht ernstnehme. Im Gegenteil, diese tragen ganz erheblich dazu bei, daß ich mich bemühe, scheinbar interessante Angebote, die mir über den Weg laufen, kritisch zu hinterfragen. Natürlich kann alles subjektiv sein, was hier steht, und muß vielleicht nicht zutreffen. Trotzdem gibt es mir Anhaltspunkte zum Nachhaken, die ich sonst nicht hätte, und es werden auch interessante Alternativen genannt.

Andererseits (ich nenne die Firmennamen jetzt nochmal, aber nicht als Werbung) habe ich es bei Fit 24-7 mit geschützten Rezepturen zu tun und bei iSPViP mit interessanten technischen Features. Bei einer genaueren Betrachtung halte ich zumindestens in diesen beiden Bereichen das Preis-Leistungsverhältnis trotz Network-Marketing für angemessen. Außerdem gibt es die entsprechenden Produkte oder Dienstleistungen in dieser Form nicht im "normalen" Handel. Ich denke, es gibt durchaus zwei Arten Network-Marketing. Einmal baut man auf die Blindheit von Leuten, die einfach nur Geld verdienen wollen, Rest egal, bei der nach meiner Meinung netteren Variante schaut man, ob es durch die heute vorhandenen Kommunikationswege nicht andere, effektivere Möglichkeiten des Marketings gibt als Fernsehen und Zeitungen.

Beim zweiten Weg gibt es halt keine so hohen Provisionen wie beim ersten, und man muß mehr selbst arbeiten und vor allem auch selbst ein wenig nachdenken. Aber ich denke, wer es dabei schafft, ein akzeptables Einkommen zu erzielen, ohne andere aufs Kreuz zu legen, der muß genauso eine ernstzunehmende Arbeit abliefern wie ein herkömmlicher Unternehmer, sonst ist das nicht von Dauer.

Jürgen Böhme
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userloewe
Newbie


Anmeldungsdatum: 30.05.2004
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 23.Jun 2004 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Eins muss ich mal sagen, das ist einer der wenigen Thread´s die ich mal komplett gelesen habe.

Eins hoffe ich immer, dass so es wenige erwischt, die wirklich anfänglich durch gewisse Systeme Geld verdienen. Denn wer einmal damit Geld verdient, der hat zwar viel gelernt, doch leider ist er oft danach auch für den sauberen Vertrieb ungeeignet. Denn so lange die Gelder fließen denkt ein junger Mensch nicht darüber nach, wie und ob dies legal ist.

Doch wenn man den ersten Monat, dann den nächsten und irgendwann "arbeitslos" ist, trifft dies einen oft härter als "normal" seinen Job zu verdienen.

Wen möchte man den beim soganannten MLM haben? Den unverbrauchten 20- 30 jährigen Jobsuchenden.
Symbolisch gesehen noch nie Geld verdient und dann erfolgreich!
Man baut seine Existenz auf, vor 10 Jahren gab es auch noch schnell mal einen Kredit, denn die Raten konnte man mit dem Einkommen beruhigt zu rückzahlen.

UND DANN? Firma weg, Einkommen weg, Rückzahlungen nicht mehr möglich- SCHUFA versaut!!

Saubere Vertriebe (jedenfalls, die Branchen die mich interessieren), fragen zu erst nach der Schufa --- Klasse ---- Ich war auch mal erfolgreich--- !

Und nun kommen die Frage!

1. Ich als Arbeitnehmer?
Nein geht nicht (Lebensstandart + Schuldentilgung) und ich will es nicht!

2. Neues MLM! Gerne- aber eigentlich nur halbseriös- oder?


Also mein Rat! (aus vielen Erfahrungen)

1. Alle sogenannten Überlaufmodelle (2-er/3-er etc Matrix)- Finger weg!
Welches Unternehmen kann es sich leisten Unaktive zu finanzieren?

2. Jedes Unternehmen, - obwohl es nun schon jeder wissen sollte- was erst einmal Geld verlangt- Finger weg! ---
Warum sollte ein GP bzw. Ein Kunde vor dem Erhalt seiner Leistung bezahlen?
"Joke" Für 10 Euro Einmalzahlung mache ich jeden zum Millionär "Joke-ende"

3. Solltet Ihr Euren Werber einfach mal fragen, wie und wo er Euch unterstützt.
Denn MLM - heißt immer noch, mache andere erfolgreich, und du wirst es selbst! - Also stellt euch einfach mal die Frage, inwiefern Ihr in den letzen Tagen Unterstütung von Euren Werber/Betreuuer erhalten habt?
Und bitte nicht irgendwelche vorgefertigeten Werbetexte oder sonstige Vorlagen!

Naja dass wars erstmal von mir
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tifinaa
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 19.11.2003
Beiträge: 1176

BeitragVerfasst am: 23.Jun 2004 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

@userloewe,

Zitat:
der hat zwar viel gelernt, doch leider ist er oft danach auch für den sauberen Vertrieb ungeeignet.


Eine sehr gute Feststellung, zumal viele auch den Realitätsbezug generell
verlieren durch das Sektenhafte am MLM.

MfG Ronald

PS: Ja doch, @ jbg, ich weiss das Sie ganz anders sind und auch
gleich referieren werden.
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Heinrich Dreier
** Consulter **


Anmeldungsdatum: 28.09.2003
Beiträge: 2921

BeitragVerfasst am: 28.Jul 2004 9:46    Titel: Antworten mit Zitat

@

Nicht nur bei MLM kommt es auf die richtige Betreuung und Weiterschulung, sowie Weiterbildung an, sondern das ist doch das Problem der gesammten Wirtschaft in Deutschland.
Als ich im Vertrieb begonnen habe, war es für mich klar, das ich Investieren muss, um was zu verdienen. Sicher habe ich etwas härter gelernt, als manch Anderer, doch es war auch gut so, denn dadurch habe ich auch schell kennengelernt, wie man ohne goße Kosten und mit einfachen Mitteln seine Werbung betreiben und Erfolg haben kann. Meine Meinung ist immer noch, das was ich schule, auch den Mitmenschn vormachen muss, und nicht, das Verkaufstänen als Verkaufstrener eingesetzt werden, wie es leider sehr oft der Fall ist. Eine Führungsperson , so sagt der Name schon, sollte auch führen können. Doch leider ist das Wort " führen" in Deutschland sehr negativ behaftet.
Also sage ich mal, wer mit seinen Leuten Erfolg haben möchte, muss Sie an die Hand nehmen, und vormachen.
Erliche Aussagen und korrekte Schulungen bringen immer Erfolg.

Grüße
Heinrich
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