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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5917
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Verfasst am: 19.Okt 2007 11:37 Titel: Alle wollen schneller surfen, doch es klappt nicht |
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„Unsere Telefonnetze sind für DSL einfach nicht gemacht“, sagt Ralf Burda, Experte für Kommunikationsnetze an der Uni Dortmund. Die Anbieter teilen sich Kupferkabel, die ursprünglich zum Telefonieren verlegt wurden. Weil alle Telekomfirmen dieselben Leitungen verwenden, sind eine Vielzahl von Signalen unterwegs. „Man kann sich das so vorstellen, als würden auf einem Platz ganz viele Menschen durcheinanderreden“, erklärt Burda. „Da müssen Sie auch öfter nachfragen.“ Das kostet Zeit und Übertragungsgeschwindigkeit.
Die Übertragungsrate hängt auch davon ab, wie weit die Entfernung zur nächsten Vermittlungsstelle ist. 16 Mbit gibt es höchstens direkt neben dem Verteilerhäuschen. Dasselbe Prinzip gilt zu Hause bei der drahtlosen WLAN-Verbindung. Je weiter die Basisstation vom Computer weg ist, je mehr Beton dazwischen liegt, desto langsamer laden sich Internetseiten.
Welche Geschwindigkeiten sind bei mir zu Hause überhaupt möglich, fragen sich viele, bevor sie einen Anschluss beantragen. Auf den Internetseiten der Telekom-Anbieter gibt es Verfügbarkeitsprüfungen. Wer ganz sichergehen möchte, sucht sich im Mietshaus einen Nachbarn und fragt den, mit welcher Geschwindigkeit er surft. DSL-Tests bei wieistmeineip.de oder speedreport.de fragen den jeweiligen DSL-Anbieter, die gebuchte Variante sowie die Postleitzahl ab. Die Testseiten schicken dann Datenpakete auf den Rechner, um zu überprüfen, wie schnell diese heruntergeladen werden. Anschließend gehen die Pakete wieder zurück. Damit wird auch die Hochladegeschwindigkeit getestet, mit der man Daten, etwa E-Mails, verschickt. Um die Überprüfung nicht zu manipulieren, ist es wichtig, alle Programme auszuschalten, die den Datenverkehr beeinträchtigen könnten. Hängen mehrere Bewohner an einem Anschluss, sollte nur der Rechner, von dem aus getestet wird, online sein.
Anbieter weisen allerdings daraufhin, dass es sich bei den Testergebnissen um Näherungswerte handelt. Um sicherzugehen, ist es besser, verschiedene Testanbieter zu nutzen. Am besten zu unterschiedlichen Tageszeiten. In den Abendstunden sind die Übertragungsraten wegen der hohen Nutzung eher niedrig, nachts dagegen höher.
Liefern mehrmalige Messungen mit unterschiedlichen Tests schwache Ergebnisse, empfiehlt es sich, diese mit Ausdrucken zu dokumentieren und den Telekom-Anbieter schriftlich aufzufordern, die Geschwindigkeit innerhalb einer gesetzten Frist zu erhöhen, rät Katja Henschler, Juristin bei der Verbraucherzentrale Sachsen. „Wenn die Frist verstreicht, ohne dass sich etwas ändert, kann man den Vertrag fristlos kündigen.“ Das ist der juristisch sichere Weg.
Auch der preiswerteste. Denn Anrufe bei ihren Hotlines lassen sich die DSL-Anbieter nicht selten teuer bezahlen. Henschler beobachtet, dass die Sache mit einer einseitigen Kündigung nicht immer erledigt ist: „Die Anbieter stellen sich häufig quer.“ Gerade wenn ein Vertrag nur „bis zu“ 16 Mbit verspricht, wird vieles zur Auslegungssache. Dennoch müsse man sich nicht mit deutlich niedrigeren Geschwindigkeiten abfinden. Wer 16 Mbit bestellt hat und nur vier Mbit erhält, den sieht sie im Recht: „Sicher ist das allerdings erst, wenn einmal ein Gericht entschieden hat.“ Bisher gebe es noch kein Urteil.
Quelle: Johannes Gernert |
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