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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6457
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Verfasst am: 8.Mai 2006 11:29 Titel: Brot = Müll |
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Der Film "We feed the world" beleuchtet den Wahnsinn der globalen Nahrungsmittel-Industrie
Die Hühner werden ganz früh am Morgen gefangen, wenn es noch dunkel ist. Dann sind sie, die ihr kurzes Leben in abgeriegelten Riesenställen fristen, noch nicht hysterisch. Infernalischer Gestank, ohrenbetäubender Lärm. "Das schlimmste war, in eine Halle zu gehen, wo fünf Wochen lang Hühner in die ,Sagscharten' (Sägespäne) reingeschissen und gepisst haben. Das ist alles ganz, ganz weich, und irgendwann macht es ,hops' und du steigst auf ein totes Tier."
Erwin Wagenhofer erzählt über jenen Moment bei den Dreharbeiten zu seinem aktuellen Doku-Kinofilm "We feed the world", der ihn selbst am meisten schockierte.
Schlimmer noch sei das gewesen, sagt er, und es klingt glaubhaft, als die vollautomatische Schlachthalle, in der die Tiere am laufenden Band betäubt, getötet, geköpft, gerupft, zerteilt und kühltruhen-gerecht eingeschweißt werden.
Solche Maschinerien hat jeder schon mal im TV gesehen, der sich nur im entferntesten mit moderner Lebensmittelproduktion befasst hat. Sinnbild des Agro-Business. Aber es kommt halt noch dicker.
Filmer Wagenhofer hat sich auf die Spur "unserer" Lebensmittel gesetzt, die längst globalisiert hergestellt werden.
Der Streifen startet in seinem Heimatland Österreich, beharkt Europas pestizidumnebelte Gemüsemaschine in Südeuropa, um dann den Zusammenhang zwischen hiesiger Massentierhaltung und dem Hunger in Entwicklungsländern zu illustrieren.
Das meiste ist nicht neu, aber die unkommentierten eindrucksvollen Bilder und die Gesprächspartner, die Wagenhofer auftut, machen den Reiz aus.
(...)Dann aber der echte Wahnsinn: Brot wandert lastwagenweise ins Müll-Heizwerk.
Wien, erfährt man, entsorgt jeden Tag so viel nicht verkauftes Brot, wie Graz, die zweitgrößte Stadt des Landes, verbraucht.
Zwei Millionen Kilo im Jahr. Brotmüll-Fahrer Hans Schrank bringt das Problem auf den Punkt: Weizen ist pro Tonne billiger als der Streusplitt für die Straße, den er sonst im Winterdienst karrt.
"Wir sollten nicht nur immer sagen, das Schnitzel darf nur zwei Euro kosten. Und dann wundern sich alle Leute, warum wir Tierfabriken haben mit 20 000 Schweinen." Oder noch mehr.
Vor Frankreichs Küste illustriert Wagenhofer die Überfischung der Meere, in Südspanien den pestizidvergifteten Alltag der Tomaten-Gurken-Erdbeeren-Anbauer, in Rumänien die Umstellung von schmackhaften Sorten auf Hybrid-Gentechgemüse, in Brasilien, wie der Sojaanbau für Europas Rinder- und Schweinebatterien auf gerodeten Flächen den Urwald zerstört.
(...)Wagenhöfer lässt Jean Ziegler, den UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung, sprechen. (...)Ziegler sagt: Die Weltlandwirtschaft, wie sie heute ist, könne, richtig strukturiert, ohne Probleme nicht nur sechs, sondern sogar zwölf Milliarden Menschen satt machen. Doch über 800 Millionen seien permanent unterernährt. "Das heißt: ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet."
So gut leben wie noch nie?
Und dann kommt Peter Brabeck zu Wort, der Chef von Nestlé, des größten Lebensmittelkonzerns der Welt. Er sagt: "Wir haben noch nie so gut gelebt, wir hatten noch nie so viel Geld, wir waren noch nie so gesund, wir haben noch nie so lange gelebt wie heute. Wir haben alles, was wir wollen."
Das wirkt noch lange nach, wenn die Leinwand dunkel ist.
Frankfurter Rundschau |
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hadimarosa Specialist
Anmeldungsdatum: 28.02.2005 Beiträge: 211 Wohnort: Deutschland
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Verfasst am: 8.Mai 2006 19:12 Titel: Brot = Müll |
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Na dann mal zum Nachdenken.
In Deutschland fallen monatlich ca. 30.000 to Alt-Brot an.
in Österreich vielleicht 5.000 to / Monat
Normalerweise wird Tierfutter daraus hergestellt.
Aber brennen tuts auch gut. |
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