| |

|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
acf24 Newbie
Anmeldungsdatum: 06.12.2004 Beiträge: 38 Wohnort: Berlin
|
Verfasst am: 19.Jul 2005 21:59 Titel: Deppenapostroph |
|
|
Na gut, wenn hier keiner was merkt, muss ich es eben mal ansprechen: Das Apostroph im Wort Tipps im Titel dieser Rubrik ist fehl am Platz! Kann das mal jemand korrigieren? Was sollen die Leute von uns denken?
Weitere Infos auch hier: http://www.deppenapostroph.de/ |
|
| Nach oben |
|

|
Browser .
Anmeldungsdatum: 17.11.2003 Beiträge: 2016
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 0:22 Titel: |
|
|
In Zeiten der totalen Konfusion, was den Sinn oder Unsinn der derzeitigen deutschen Rechtsschreibung anbelangt, gehöre ich zu denen, die sich ihrer eigenen Sicht der Rechtschreibung verschrieben haben.
So bin ich der Meinung, daß der Apostroph durchaus Sinn macht, aber nicht überall. Z. B.:
"Heidi's & Klaus' Beauty-Shop mußte schließen. Jetzt stehen beide vor dem Nichts".
Mit den besten Wünschen, Browser |
|
| Nach oben |
|
|
Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 8:09 Titel: |
|
|
@ Thread,
generell gibt es in der deutschen Grammatik kein Wort mit Apostroph.*
Die Verlängerung eines Wortes, respektive seiner Beugung mit Anhang
des Apostroph ist eine Eigenmächtigkeit, welche dennoch, so sinnvoll,
toleriert wird.
Schlimmer ist es dann schon, wenn der User nicht weiss, wo auf seiner
Tastatur das Apostroph zu finden ist, denn zu 99% wird ein Akzent no-
tiert, also die Taste links neben Backspace. Das Apostroph hingegen be-
findet sich über der Raute, also Shift +#.
---
Beispiel:
Lutz Rüssel ist nicht rasiert.
oder auch
Lutz' Rüssel ist nicht rasiert.
Beide Schreibweisen wäre akzeptabel. Nur die Rasur nicht.  |
|
| Nach oben |
|
|
31pro Newbie
Anmeldungsdatum: 12.07.2005 Beiträge: 1 Wohnort: Bremen
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 8:11 Titel: Deppenapostroph |
|
|
| Ganz meine Meinung. GOMOPA sollte sich nicht in die gleiche Reihe stellen und zumindest korrekte Rechtschreibung anbieten. Ein Plural-"s" mit Apostroph ist wirklich das Letzte und wird unweigerlich zum Untergang de's Abendlande's führen. |
|
| Nach oben |
|
|
Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 8:25 Titel: |
|
|
Meine Damen und Herrschaften,
so einfach, wie Sie glauben 'die Nummer hier abziehen' zu können, stellt
sie sich bei Gott nicht dar und ich weiss mal wieder, wovon ich rede.
Sobald auch nur im Geringsten an scheinbar festen Sockeln gerüttelt wird,
hat man sich der Beschimpfung und Titulierung des bekannten Oberlehrers
zu unterwerfen und sieht fürderhin wenig Grund, Dinge ändern zu wollen,
sei es sogar eine Verbesserung im Sinne einer Korrektur.
Als nächste Übung stünde die Einhaltung der neuen Kommaregelung an,
die mit immerhin 27 Änderungen nicht in jeden Bleistift Einzug gehalten
hat. Auch des Spilkers liebstes Spielzeug, nämlich die fehlerfreie Schreib-
weise des Konjunktivs ließe sich hier anführen, der vom Aussterben be-
drohte Genetiv einmal nicht genannt.
Betrachten wir es als literarische Freiheit des Künstlers, denn je mehr man
sich über diese Dinge auslässt, desto größer ist die Chance derer, welche
der Grammatik weniger mächtig sind, überhaupt noch schreiben zu wol-
len, wähnten sie sich doch der permanenten Belehrung und diese Erfah-
rung ist allerdings nachvollziehbar. |
|
| Nach oben |
|
|
P.Wilhelm * Consulter *
Anmeldungsdatum: 23.08.2003 Beiträge: 2277 Wohnort: 58730 Fröndenberg
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 8:27 Titel: |
|
|
Hallo Lutz...
| Lutz Spilker hat folgendes geschrieben:: |
[.....]
Beispiel:
Lutz Rüssel ist nicht rasiert.
oder auch
Lutz' Rüssel ist nicht rasiert.
Beide Schreibweisen wäre akzeptabel. Nur die Rasur nicht.  |
Wobei es im ersteren Beispiel zu der Vermutung kommen könnte, daß Herr Lutz Rüssel unrasiert ist...
Wenn also auch beide Schreibweisen akzeptabel wären, so ist für mich persönlich nur Beispiel zwei eindeutig...
Gruß Peter |
|
| Nach oben |
|
|
Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 8:31 Titel: |
|
|
@ Peter,
japp, Treffer und versenkt. Der Zusatz des Apostroph in genanntem Bei-
spiel schließt die Möglichkeit aus, dass man Rüssel als meinen Nachnamen
annehmen könnte und verhindert somit eine Verwechselung. |
|
| Nach oben |
|
|
Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 8:37 Titel: |
|
|
| Zitat: |
Tipp's, Adressen und Möglichkeiten
Das gibt's doch nicht... |
Gehen wir nochmal auf den Grundgedanken, anhand der Description zu
diesem Forum ein.
Das Apostroph im Wort Tipp's ist in der Tat Banane. Hingegen ist das Apo-
stroph im Worte gibt's von Sinn, denn es kürzt das Wort es ab, welches
hier nachfolgend wäre, jedoch abgekürzt notiert steht. |
|
| Nach oben |
|
|
Browser .
Anmeldungsdatum: 17.11.2003 Beiträge: 2016
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 10:37 Titel: |
|
|
Es hat durchaus eine Zeit gegeben, wo die Anwendung des Apostrophs geregelt war.
'Meine' derzeitige Regelung ist ganz einfach: Zeichensetzung des besseren Verständnisses und nicht zuletzt der Eleganz halber.
So ist nach meinem Dafürhalten "Tipps" einfach prolo, aber "Tipp's einfach elegant.
Und wenn selbst das Haus "Duden" seine einstmals unbestrittene Kompetenz als letzte Instanz der korrekten Anwendung der deutschen Sprache verloren hat, bin ich ausnahmsweise hier der Auffassung, daß jeder nach seiner Facon selig werden soll.
Mit den besten Wünschen, Browser |
|
| Nach oben |
|
|
Lutz Spilker * Consulter *

Anmeldungsdatum: 04.05.2004 Beiträge: 1432 Wohnort: Nürnberg
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 10:50 Titel: |
|
|
Wahrig Deutsche Rechtschreibung
Tipp [engl.] m. 9 Wink, Hinweis
Tipp: Dem Stammprinzip (tipp–en) folgend wird auch das Substantiv mit
einem Doppelkonsonanten geschrieben: der Tipp, die Tipps, der Tippfehler.
Ansonsten wäre dieser Tipp zu empfehlen:
 |
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1063
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 13:29 Titel: |
|
|
De gustibus non est diputandum?
Was dem Einen elegant erscheint, ist für den Anderen der Deppen-Apostroph.
Zwiebelfisch Bastian Sick (Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod) meint dazu:
| Zitat: |
Deutschland, deine Apostroph's
Von Bastian Sick
Über dem hölzernen Kahn prangte in grellen Neonbuchstaben der Schriftzug "Noah's Arche". Und sie kamen alle: Petra's Hamster, Susi's Meerschweinchen, Indien's Elefanten, Australien's Känguru's, selbst Marabu's und Kolibri's. Sie flohen vor dem alles verheerenden Häk'chen-Hagel. Doch es war zu spät: Die Welt versank, und übrig blieb am Ende - nicht's.
Zähneknirschend nahm man es hin, dass im trüben Fahrwasser der Rechtschreibreform mit einem Mal "Helga's Hähncheneck" und "Rudi's Bierschwemme" höchste Weihen erhielten und offiziell sanktioniert wurden. Der von vielen gescholtene so genannte Deppen-Apostroph war über Nacht salonfähig geworden. Nun ja, vielleicht noch nicht salonfähig, aber zumindest imbissbudenfähig. Wenn Oma morgens ihr kleines Restaurant aufschließt und die Beleuchtung einschaltet, braucht sie sich nicht mehr zu schämen, dass draußen die mondäne Aufschrift "Oma's Küche" prunkt. Stolz erhobenen Hauptes kann sie sagen: "Was habt ihr denn? Ist doch richtig so! Steht sogar im Duden's!"
Tatsächlich: dort - wie auch in anderen Standardwerken zur deutschen Sprache - heißt es in Übereinstimmung mit den neuen amtlichen Regeln: "Gelegentlich wird das Genitiv-s zur Verdeutlichung der Grundform des Namens auch durch einen Apostroph abgesetzt."
Man beachte die Wortwahl: Gelegentlich. Das klingt wie: "Einige können es eben nicht lassen." Und um sein Unwohlsein noch deutlicher zum Ausdruck zu bringen, fügt der Duden fast trotzig an: "Normalerweise wird vor einem Genitiv-s kein Apostroph gesetzt."
Ach ja, die gute alte Normalität! Als "Clarissa's Hairstudio" noch "Frisörsalon Lötzke" hieß - wo ist sie hin?
"Man sieht sich immer zweimal!", weissagte der sächsische Genitiv nicht ohne Häme, als er sich anschickte, im Gefolge der Angeln und Sachsen nach Britannien auszuwandern. Er sollte Recht behalten. Er kehrte zurück - und wie! Doch kurioserweise nicht aus dem Westen (wo man allgemein den Ursprung aller Anglizismen vermutet), sondern aus dem Osten. Denn im Verbund mit D-Mark und Marktwirtschaft wurde nach der Wende in Ostdeutschland auch der Apostroph eingeführt. Keine Geschäftseröffnung, kein neues Ladenschild ohne das obligatorische Häkchen. Die Apostroph-Euphorie schwappte in den Westen zurück und schwappt seitdem gesamtdeutsch hin und her, vorzugsweise in den seichten Niederungen des "Internet's".
"Seither hat sich dieser Genitiv, der bis dahin bei Beck's Bier und ein paar vergleichbaren Labels ein leise belächeltes Exotendasein geführt hatte, wie die Schwarzen Blattern ausgebreitet", stöhnte die "Süddeutsche Zeitung" in einem "Streiflicht" im Jahre 1998.
Nun, es scheint, als müssten wir mit diesen Blattern leben. Wir haben uns an Phänomene wie Modern Talking und die "Oliver Geissen Show" gewöhnt und an Wörter wie "Airline", "Basement" und "Lifestyle" (Wer sagt schon noch Fluglinie, Untergeschoss und Lebensart?), also werden wir auch damit fertig.
Doch es ist wie immer im Leben: Kaum hat man sich mit dem einen Schicksalsschlag abgefunden, da zieht schon die nächste Katastrophe herauf. Mit erschreckender Geschwindigkeit breitet sich eine neue, noch schlimmere Apostrophenpest in Deutschland aus. Befallen ist diesmal nicht der Genitiv, sondern der Plural.
Plötzlich liest man überall von "Kid's" und "Hit's" und wird permanent mit "Info's" bombardiert. Zunächst konnte man noch vermuten, dass diesem Kuriosum eine schlichte Verwechslung zugrunde liegt, zumal hauptsächlich aus dem Englischen stammende Wörter betroffen sind: Womöglich war das Plural-s für ein Genitiv-s gehalten worden.
Doch inzwischen werden auch andere Begriffe zer-apostrophiert: Der Obsthändler an der Ecke verkauft neuerdings Mango's und Kiwi's, die Anzeigenblätter im Briefkasten werben für günstige Caravan's, Kombi's und extra dicke Pizza's, die Kid's entpuppen sich als Mädel's und Jungen's, man ersteigert auf eBay modische Accessoire's, überrascht einander mit lustig bedruckten T-Shirt's, staunt über die Vielzahl von Tee's auf der Getränkekarte, und wem mit Tee's nicht gedient ist, der bestellt Kognak's oder Martini's. Im Hotelzimmer schaut man sich später ein paar Video's an, und bezahlt wird das Ganze selbstverständlich in Euro's, und zwar bar, denn an vielen Kassen werden keine Scheck's angenommen.
Halten Sie's noch aus, oder müssen Sie schon wegschauen? Es kommt noch schlimmer:
Gar keine Aussicht auf Rettung besteht mehr für Abkürzungen. Lastkraftwagen (kurz: Lkw, auch in der Mehrzahl) sind zu "LKW's" geworden, Personenfahrzeuge werden entsprechend "PKW's" abgekürzt, und immer wieder stolpert man über "CD's" und "DVD's".
Liest man in der Sauna den Hinweis "Kein Schweiß auf's Holz", so brennt es einem in den Augen. Ebenso beim Anblick von Läden, die "Alles für's Kind" anbieten. Zwar ist der Apostroph hier überflüssig, aber immerhin scheint sich der Schildermaler noch was dabei gedacht zu haben. "Eigentlich heißt's ja 'auf das Holz' und 'für das Kind', da mach' ich vorsichtshalber mal 'n Apo-dingsda, na, so'n Häkchen halt", wird er sich gesagt haben - und schon war's passiert. Lästig, aber lässlich. Aber viele Menschen setzen den Apostroph bereit's auch dort, wo gar nicht's ausgelassen wurde. Da! Haben Sie es bemerkt? Ist Ihnen nicht's aufgefallen? Dann schauen Sie mal nach recht's! Und dann noch mal nach link's! Merken Sie es jetzt?
Manche Deutsche scheinen von der Vorstellung besessen, dass generell jedes "s" am Wortende apostrophiert werden müsse. Als sei das Endungs-s eigen's dafür geschaffen, vom Wortstamm abgespalten zu werden. Dabei geht die Tendenz in der Standardsprache genau in die entgegengesetzte Richtung: Nicht immer mehr, sondern immer weniger Apostrophs empfiehlt die neue amtliche Regelung. "Ich sing' ein Lied" und "Mir geht's gut" kann, darf oder sollte heute "Ich sing ein Lied" und "Mir gehts gut" geschrieben werden.
Doch die Gemeinde der Neu-Apostrophiker wächst und wächst. Sie setzt den Apostroph stet's und überall, nirgend's ist man noch vor ihm sicher. Und weil das abgespaltene Endungs-s manchen noch nicht reicht, machen sie das Häkchen auch vor "z" und "n" und überhaupt vor allem, was am Wortende steht. Schon wurden an mehreren Stellen in Deutschland Schilder mit der Aufschrift gesichtet: "Futter'n wie bei Mutter'n". Ist das moder'n - oder einfach nur depper't? Wohin soll das noch führen? Droht die totale Apostrophe? Der alles verheerende Häk'chen-Hagel? Oder stecken wir schon mittendri'n? Na dann Pros't, du Volk der Dichte'r und Denke'r! |
|
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1063
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 14:48 Titel: |
|
|
@ acf24
....und schon ist er weg, der Apostroph
(mag halt kein Depp sein ) |
|
| Nach oben |
|
|
Browser .
Anmeldungsdatum: 17.11.2003 Beiträge: 2016
|
Verfasst am: 20.Jul 2005 21:25 Titel: |
|
|
Das meinte ich damit, als ich sagte, es soll jeder nach seiner Facon selig werden. Ob Duden oder Wahrig, ob Bastian Sick oder ich. So werden die einen ihre Tipps geben und ich gebe meine Tipp's.
Obwohl, wenn ich es mir recht überlege, hat es schon was für sich mit der Regel: Pluralbildung ohne Apostroph. Vielleicht werde ich zukünftig doch eher Tipps geben. Was aber nicht bedeuten soll, daß das Apostroph seine Berechtigung gänzlich verloren hat. Man verzichtet ohnehin schon auf zu Vieles.
Mit den besten Wünschen, Browser |
|
| Nach oben |
|

|
|
|
|
|
|
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
Powered by phpBB © phpBB Group
|
|
|
|