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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7566
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Verfasst am: 14.Jun 2006 10:56 Titel: Der Auslandsurlaub naht.....Missverständnisse |
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Ein für uns harmloses Handzeichen wird im Ausland leicht als Beleidigung empfunden. Gebräuchliche Gesten - und wie sie aufgefasst werden können.
Fremde Länder sprechen nicht nur bei den Worten andere Sprachen. Auch Handbewegungen und Gesten können außerhalb des eigenen Kulturkreises zu Missverständnissen führen. Denn was in Mittel- und Westeuropa zum Beispiel Zustimmung oder Wohlwollen signalisiert, kann anderswo eine obszöne Beleidigung sein.
„Probleme kann es immer dann geben, wenn dieselbe Geste unterschiedliche Bedeutungen hat“, sagt die Linguistin Cornelia Müller, Professorin für Angewandte Sprachwissenschaft an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). „Da können Sie schnell eine dicke Backe riskieren.“
Hier einige Beispiele für Gesten mit mehreren Bedeutungen:
Der Fingerkreis: Bei der so genannten Ringgeste formen Daumen und Zeigefinger in Kopfhöhe einen Kreis. „Super“, „Spitze“ oder „Okay“ heißt das Prof. Müller zufolge in Europa und Nordamerika.
In Frankreich und Südeuropa, etwa in Spanien, sei „der Ring“ dagegen eine obszöne Geste, die dem westeuropäischen „Stinkefinger“ gleich kommt. In Belgien, Frankreich und Tunesien könne die Geste auch so aufgefasst werden, dass das jeweilige Gegenüber als „Null“ oder „Wertlos“ beschimpft werde.
Das Victory-Zeichen: Unfreiwillig komisch war es, als Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) nach gewonnener Wahl seinen Sieg durch das „Victory-Zeichen“ unterstreichen wollte. Denn wer die Hand dabei verkehrt herum hält, kann in Großbritannien, aber auch auf Malta oder in Australien arge Probleme bekommen. Zeigt die Handfläche beim V-Zeichen nach innen, heißen gespreizter Zeige- und Mittelfinger dort so viel wie „Steck Dir zwei Finger ins Gesäß“. Das kann unter Umständen sogar beleidigender sein als der gereckte Mittelfinger.
Der Schlag in die Hand: Mit der Faust in die offene Handfläche zu schlagen, kann unter Umständen für Probleme sorgen. Während Menschen in weiten Teilen Europas und Nordamerikas damit Ärger ausdrücken, signalisiert die Geste im Nahen Osten eine Aufforderung zum Sex. In Westafrika bedeutet der Schlag in die Handfläche „Einverstanden“.
Daumen hoch: Der nach oben gereckte Daumen wird in Mitteleuropa weithin als Zeichen der Tramper benutzt. Wird er auf- und abbewegt, ist er allerdings in vielen Mittelmeerländern, aber auch in Russland, im Mittleren Osten sowie in Teilen von Afrika und Australien eine obszöne Beleidigung. Besonders in der Türkei gelte die Geste außerdem als Einladung zu homosexuellen Praktiken.
Die Hörner: In jedem Fall vermeiden sollten Touristen in Spanien gegenüber Männern die „Hörnergeste“, bei der Daumen, Zeigefinger und kleiner Finger von der Faust abgespreizt werden. Damit bezichtigt man laut Müller sein Gegenüber als betrogenen („gehörnten“) Ehemann.
Anders als in Deutschland signalisieren sich die Menschen in manchen Ländern außerdem Zustimmung und Ablehnung.
Andere Gesten für das Verneinen gibt es etwa in Indien, Bulgarien, Griechenland und Süditalien. Ein „Ja“ wird dort durch das Links-Rechts-Wackeln des Kopfes ausgedrückt. Das „Nein“ dagegen ist kein Kopfschütteln, sondern eine Kopfbewegung aus der neutralen Position nach oben und hinten. Auch das kann für Missverständnisse mit Einheimischen sorgen.
(sueddeutsche.de/dpa) |
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