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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6272
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Verfasst am: 15.Jul 2007 16:45 Titel: Höflichkeit |
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Ehrlich und rüde soll gut sein?
Von Gabriele Schlegel
Alle fordern Höflichkeit ein. Von anderen, wohlgemerkt. Mein Eindruck: Die Menschen merken es vor allem immer dann, wenn sie mal selbst die Verletzten sind. Wenn andere ihnen gegenüber mal schlechten Benimm an den Tag legen. Zum Beispiel die Ministerialbeamten in Berlin, mit denen ich kürzlich zusammensaß.
Die Ministerialbeamten stöhnten über die direkten und oft unhöflichen Anfragen vieler Studenten, an Umfragen teilzunehmen oder um Informationen für ihre Diplomarbeiten zu bekommen. Diplomarbeiten, von denen die Befragten nichts haben und nur ihre Zeit damit verlieren. Unhöflich, weil die Anfrager allzu hohe Ansprüche an ihr Gegenüber stellen und außer deren Zeit auch gleich noch ganz viele Unterlagen zusammengestellt haben wollen. Dass man hilft, ist keine Frage. Nur muss der Ton des Anfragenden eben stimmen.
Genauso höre ich immer wieder, wie sich Menschen ärgern, wenn sie nicht zurückgegrüßt werden – etwa von ihren Kollegen auf dem Gang. Da sagen Chefs, dass ihre Tür immer offen ist. Um sie dann doch zu schließen – aus Notwehr. Weil die Mitarbeiter kein Gespür dafür entwickelten, wann sie ungelegen kommen und sich besser wieder zurückziehen, sondern stattdessen aus dem Chefbüro eine Cafeteria machten. Beide haben Recht, irgendwie. Das Fazit: Ohne Mindeststandards an Benimm geht es nicht, auch und besonders nicht im Job.
Höflichkeit ist die Disziplin des Geschäftsmannes. Und deshalb braucht sich ein CEO in den USA keine Sorgen machen, dass seine Leute diesen Abstand nicht einhalten. Auch wenn der tägliche Umgang dort sehr viel lockerer wirkt. Ein US-Chef kann ohne weiteres in die Kaffeeküche gehen und da mit dem Praktikanten einen Kaffee lang plaudern – was bei uns kaum vorstellbar wäre. Die Chefs würden den Praktikanten nicht mal begegnen.
Zwar schimpfen Deutsche immer wieder über auf die überfreundliche Art der amerikanischen Geschäftsleute nach dem Motto: „Das ist doch alles unecht, ist doch nicht ernst gemeint.“ Meine Gegenfrage: Heißt das denn, dass unsere rüde Art echt ist? Auch uns täten die Floskeln gut. Einfach zu sagen, was man Positives denkt, ist stets ein guter Small-Talk-Einstieg: „Herzlichen Dank fürs Abholen am Flughafen“ oder „Danke, dass Sie sich Zeit genommen haben, mich zu empfangen.“ Diese Empfindungen haben wir, aber sprechen sie nicht aus – im internationalen Geschäftsleben ist das jedoch unerlässlich.
Business Behaviour gibt es auch als Buch :  |
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hdschulz Insider
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 991
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Verfasst am: 15.Jul 2007 17:06 Titel: Re: Höflichkeit |
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| Moderator GM&P hat folgendes geschrieben:: |
| ...Zwar schimpfen Deutsche immer wieder über auf die überfreundliche Art der amerikanischen Geschäftsleute nach dem Motto: „Das ist doch alles unecht, ist doch nicht ernst gemeint.“... |
...Diese Einstellung ist wohl eher der Ausfluß deutscher Überheblichkeit und unterschwelligem Antiamerikanismus.
Wer schon mal die Gelegenheit hatte, die spontane Hilfsbereitschaft (ohne geschäftliche Hintergedanken) in Amerika und Deutschland zu vergleichen, weiß das. |
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