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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5917

BeitragVerfasst am: 25.Sep 2007 5:52    Titel: Möchten Sie manchmal auch auf und davon? Antworten mit Zitat

Genug gearbeitet? Mehr Sonnentage? Welche Länder die Deutschen locken und worauf es dort bei Steuern, Immobilien und Krankenversicherung ankommt.

Längst haben Hunderttausende Deutsche fern der Heimat eine neue gefunden. Und jedes Jahr folgen ihnen Scharen neuer Ruheständler. Spanien, Frankreich, Italien, die Schweiz und Österreich - längst bevölkert von deutschen Auswanderern.

Wagemutige gehen jetzt nach Osten: Mit großem Abstand, aber hohen Zuwachsraten folgen auf der Beliebtheitsskala inzwischen Länder wie die Türkei, Kroatien und Bulgarien. Hier reicht auch ein durchschnittliches Alterseinkommen für den Kauf einer Immobilie und ein Leben auf der Sonnenseite (siehe „Gefragt ist warm und billig“). Denn Mittelmeer statt Möhnesee, Ruhe statt Rushhour sind längst nicht mehr das Privileg der Reichen und Schönen.

Ohne Weiteres lässt der deutsche Staat Wandervögel aber nicht ziehen, und nicht überall herrschen paradiesische Zustände: Was Sie über Steuern und Krankenversicherung wissen müssen. Dazu: Die wichtigsten Kosten und Regeln beim Immobilienkauf.

Spanien: Sonne und Mondpreise
Fast 600 000 deutsche Auswanderer hat es an die Costa del Sol, die Costa Blanca, auf die Kanaren oder die Balearen verschlagen.


Frankreich: Weiter nach Westen
Schon 30 000 bis 50 000 Deutsche haben sich in Südfrankreich niedergelassen. War es früher die Côte d’Azur, ist aktuell die westlicher gelegene Gegend um Montpellier gefragt.


Italien: Piemont statt Toskana
Wer in Italien auch nur ein bessere Scheune kauft, kommt schon lange nicht mehr billig davon.


Schweiz: "Liebe Steuerflüchtlinge"
So begrüßte CDU-Politiker Friedrich Merz kürzlich deutsche Gäste bei einem Vortrag in Zürich. In der Tat zieht es viele Deutsche aus Steuergründen ins Nachbarland. Doch sie sollten aktuelle Trends beobachten.


Österreich: Ende der Erbidylle
Auch die Alpenrepublik lockt mit Steuervorteilen. Noch - wichtige Änderungen stehen an.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5917

BeitragVerfasst am: 19.Dez 2007 3:19    Titel: Antworten mit Zitat

Per One-Way-Ticket in die Ferne: Immer mehr Deutsche gehören zu den weltweit 200 Millionen Menschen, die ins Ausland auswandern.

Wenn das Fernsehprogramm der Spiegel der Gesellschaft ist, dann kochen, spielen und verreisen die Deutschen für ihr Leben gern.

Zumindest das Fernweh scheint - wie in Sendungen mit Namen "Umzug in ein neues Leben" oder "Goodbye Deutschland" festgehalten - tatsächlich Bestandteil der deutschen Mentalität zu sein.

Während der Strom der Einwanderer über die Jahre immer schwächer wurde und im vergangenen Jahr erstmals seit 1987 wieder weniger als 700.000 Menschen in deutschen Landen ihre Heimat gefunden haben, erreicht die Abwanderung insgesamt neue Höhen und erreicht knapp die Zahl der Einwanderer.

Eine stetig wachsende Zahl in den Reihen jener, die das One-Way-Ticket lösen: die Deutschen selbst. Im vergangenen Jahr kehrten so viele Deutsche wie nie ihrer Heimat den Rücken. Mehr als 155.000 Deutsche zogen im WM-Jahr 2006 weg. Das entspricht einer Stadt von der Größe Potsdams - vorausgesetzt, sie wird nur von deutschen Bürgern bewohnt.

Betrachtet man nur deutsche Zu- und Abwanderer, sprechen die Migrationsforscher von einem negativen Wanderungssaldo: Seit zwei Jahren wandern mehr Deutsche aus als wieder ein - und lassen bei Migrationsforschern die Alarmglocken schrillen. Gekoppelt an die Geburtenrate, die niedriger als die Sterberate ist, verringert sich so die Bevölkerungszahl. Schnell ist vom "Ausbluten" die Rede.

Nach einer Umfrage des Allensbach-Instituts vom September dieses Jahres würde jeder Fünfte gern aus Deutschland auswandern. Bei den jungen Leuten unter 30 Jahren ist es jeder Dritte. Gründe gibt es viele. Den meisten gefällt es anderswo schlichtweg besser, sie versprechen sich bessere Jobaussichten oder sie tun es der Liebe wegen - so wie Melanie Carli.

Die heute 30-Jährige lebt seit fünf Jahren im australischen Sydney. Die ehemalige Studentin aus Regensburg entschied sich zum Auslandssemester in der Metropole, um das Zusammenleben mit ihrem späteren Mann zu üben. Es klappte, "auch wenn der Mentalitätenwechsel wirklich sehr sehr schwer war". Sie blieb und heiratete. "Ohne Australien schlecht machen zu wollen, die direkte deutsche Art, das offene Ansprechen der Dinge fehlt mir schon manchmal."

Ein anderer Umgang miteinander: Oftmals kämpfen die deutschen Emigranten im Ausland mit den gleichen Problemen, mit denen auch die Ausländer in Deutschland zu tun haben. Auch wenn die bürokratischen Hürden vor allem auf ihrer universitären Laufbahn sehr hoch waren: "Wenn man irgendwo Migrant sein will, dann hier. Die ganze Welt in einer Stadt, das liebe ich", sagt Carli.

Heute sammeln viel mehr Studenten im Ausland ihre Erfahrungen und kehren später an den Ort zurück, an dem sie studiert haben. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der deutschen Studenten im Ausland verdoppelt. Am Ende seines Studiums wird ein Viertel der deutschen Absolventen über Auslandserfahrung verfügen.

Wie Melanie war auch Albrecht Hohenadl zunächst Student in Tokio, ehe er fünf Jahre später, im Jahr 2005, wegen seines Berufs nach Japan auswanderte und heute nicht mehr zurück will. "Das Auslandsstudium war perfekt organisiert, mit allem Drum und Dran. Also wollte ich in dieser unglaublichen Metropole schlichtweg viele Jahre verbringen."

Hohenadl hat ein Jahr in der Hauptstadt studiert, jahrelang Japanisch gelernt, seinen Urlaub in Japan verbracht und sich danach gezielt bei Münchner Unternehmen mit Verbindung nach Tokio beworben. Seit drei Jahren arbeitet und lebt er in der Millionenmetropole, vermissen tut er neben Brezen, Wurst und Milchprodukten kaum etwas, wenngleich auch ihm die deutsche Diskussionskultur fehlt. Seine Familie und seine Freunde sieht er, wenn er ein oder zwei Mal im Jahr aus beruflichen Gründen "nach Deutschland" kommt. Er sagt nicht "nach Hause".

Die beiden sind ungewöhnliche Beispiele: Weder Australien noch Japan sind in den Top Ten der beliebtesten Ausreiseländer. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes gibt es einen klaren Trend zur Europäisierung der Auswanderung. Bis 2004 galten die Vereinigten Staaten als das wichtigste Einwandererland für die Deutschen. Seitdem ist es die Schweiz.

Immer wichtiger werden auch die osteuropäischen Staaten wie Polen, Ungarn, die Tschechische Republik und die Slowakei. Bis in die achtziger Jahre blieben nur etwa 40 Prozent der deutschen Auswanderer auf dem alten Kontinent. Heute sind es mehr als 60 Prozent.

Der Anstieg der Migration innerhalb Europas liegt darin begründet, dass auch niedriger qualifizierte Deutsche in anderen Ländern Arbeit finden. Die von Politikern und Migrationsforschern befürchtete "Flucht" der hochqualifizierten Auswanderer, der "Brain drain", ist indes nur bedingt eingetreten. Heute zählen etwa 28 Prozent aller deutschen Emigranten als Hochqualifizierte. Zwischen 1990 und 2000 nahm diese Zahl nur um etwa zehn Prozent zu. Die Zahl jener hochqualifizierten Spitzenkräfte, die wieder zurückkehren wollen, bleibt eine Unbekannte.

Melanie Carli aus Sydney kann es sich in ferner Zukunft sehr wohl vorstellen, wieder nach Deutschland zu kommen. Auch Albrecht Hohenadl kommt nicht so einfach weg von seiner Heimat. Er selbst hat zwar nicht vor, zurückzukommen. Doch seine japanische Ehefrau, die als 17-Jährige ein Jahr in Norddeutschland gelebt hat und die Deutsch spricht, würde gerne auswandern - nach München.
Quelle: Gökalp Babayigit
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