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Papierkrieg: Manche Dokumente sind bares Geld wert

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6461

BeitragVerfasst am: 19.Dez 2006 17:18    Titel: Papierkrieg: Manche Dokumente sind bares Geld wert Antworten mit Zitat

Quittungen, Rechnungen, Verträge - oft nimmt der Wust an Papieren überhand. Aber wer schnell wegwirft, schmeißt möglicherweise bares Geld zum Fenster hinaus. Denn viele Dokumente sollten über einen längeren Zeitraum sorgfältig und sicher verwahrt werden.

Quittungen und Garantiescheine gelten unter Umständen unbegrenzt. Zwar gilt zum Beispiel beim Kauf von Geräten in der Regel die gesetzliche Gewährleistungspflicht von zwei Jahren, erläutert Matthias Wins von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern in Rostock. Diese Frist kann sich aber verlängern: Kommt das Gerät während der ersten zwei Jahre in Reparatur, werden diese Tage oder Wochen angehängt. "Vier Wochen reparieren verlängert die Gewährleistung also um vier Wochen", erläutert der Jurist.

Bei anfälligen Geräten kann sich die Frist also praktisch unbegrenzt zugunsten des Verbrauchers verlängern - die Quittung sollten Käufer daher lange archivieren. Bei hochwertigen Gegenständen gewähren Hersteller darüber hinaus eventuell Garantie über das gesetzliche Maß hinaus. Vorsichtshalber entsorgt Verbraucherschützer Wins Quittungen daher erst dann, "wenn ich das Gerät wegwerfe."

Mietverträge und Handwerkerrechnungen sollten nach dem Auszug mindestens ein bis zwei Jahre zur Seite gelegt werden. "Dann kann man alles nachweisen, falls Vermieter oder Nachmieter noch Ansprüche stellen", sagt Matthias Wins. Das erspare im Streitfall teure Nachzahlungen. Auch gekündigte Versicherungsverträge bleiben am besten noch eine zeitlang in der Schublade - mindestens aber bis zum Inkrafttreten der neuen Police.

Rentendokumente sollten nach Empfehlungen der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin lebenslang aufbewahrt werden. Um mögliche Versicherungslücken zu füllen, gilt für Gehalts- oder Arbeitsnachweise dasselbe. Und auch Kontoauszüge sollten Bankkunden mindestens drei Jahre sicher verwahren. Unterlagen des Fiskus dagegen können auf den ersten Blick ohne Bedenken in den Papierkorb wandern. "Für Privatpersonen besteht aus steuerrechtlicher Sicht generell keine Aufbewahrungspflicht", sagt die Leiterin der Steuerabteilung der Bundessteuerberaterkammer in Berlin, Bettina Bethge.


Allerdings müssten beispielsweise Rechnungen für die Renovierung der Wohnung zwei Jahre lang aufbewahrt werden. Denn lediglich Spendenquittungen oder Rechungen, die ein Bürger von der Steuer absetzen will, muss er beim Finanzamt einreichen. Anschließend dürfen Belege und Steuerbescheide entsorgt werden - theoretisch zumindest. "Bei einem vorläufigen Bescheid müssen die Unterlagen bis zum Ablauf der Festsetzungsfrist behalten werden", sagt Bethge. Diese Frist endet nach vier Jahren. Für die 2006 eingereichte Einkommenssteuer-Erklärung 2005 wäre das am 31. Dezember 2010.

Ganz wichtige Papiere gehören am besten auf die Bank. "Ein Schließfach ist der solideste Ort", urteilt Wins. Je nach Institut fallen für das Mieten eines Schließfachs unterschiedlich hohe Gebühren an. Von kleinen Haustresoren hält der Verbraucherschützer wenig: "Direkt nach dem Blick unter die Matratze rauben Einbrecher den als erstes aus" - oder sie transportieren ihn komplett ab.

Die Speicherung von Unterlagen im Computer oder auf CD ist nur begrenzt sicher, sagt Edith Stork, professionelle Büro-Organisatorin aus Frankfurt/Main. "Es gibt keine revisionssichere CD. Sie verrotten alle irgendwann", warnt sie. Stattdessen rät die Expertin, Wichtiges auf eine zweite Festplatte zu bannen und diese ins Schließfach zu legen. "Denn dass Bank und Wohnung gleichzeitig abbrennen, ist wohl nicht anzunehmen."

Für den Notfall sollten Familienmitglieder oder Vertraute wissen, wo welche Papiere zu finden sind. Das gelte vor allem für Bankkonten, Versicherungen, Rente und Testament. Letzteres gehört nach Worten von Edith Stork übrigens nicht in den Nachttisch, sondern auf das Amtsgericht oder zum Notar.

Eine akribische Aufstellung dessen, wo was verwahrt wird, hilft dabei, den Überblick zu bewahren. Zudem hilft ein Ablagesystem, den Überblick über wichtige Papiere und ihre Aufbewahrungsfristen zu wahren. Eine Liste über die wichtigsten Dokumente kann dann zur Sicherheit bei Vertrauten hinterlegt werden.
(dpa)
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