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Anmeldungsdatum: 18.01.2006 Beiträge: 3686
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Verfasst am: 2.März 2006 22:07 Titel: Per Checkliste ins richtige Pflegeheim |
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Per Checkliste ins richtige Pflegeheim
Vergleichbare Standards sollen die Wahl erleichtern / Testfall Mönchengladbach
Wer für seine pflegebedürftige Mutter ein Heim sucht oder für sich selbst einen Ort, an dem er seinen Lebensabend verbringen möchte, hat eine schwere Wahl zu treffen. Hilfreiche Informationen über Alten- und Pflegeheime stehen kaum zur Verfügung. Es gibt keine nachgeprüften Angaben darüber, wie gut Unterbringung und Betreuung sind, keine Vergleiche zwischen den Einrichtungen, keine Auskunft dazu, wie zufrieden die Bewohner und ihre Angehörigen sind. Trotz vieler Berichte über Missstände und Mängel in Altenheimen und obwohl immer mehr Geld aus Pflege- und Rentenkassen in die Betreuung von immer mehr alten Menschen fließt - Betroffene müssen ihre Wahl fast blind treffen.
Die Sozialholding der Stadt Mönchengladbach im Ruhrgebiet, die fünf Altenheime für insgesamt 540 Bewohner betreibt, will das ändern. Sie hat erstmals in Deutschland für ihre Heime einen Qualitätsbericht erstellen lassen, der gestern in Berlin präsentiert wurde. Bislang gibt es solche Qualitätsberichte nur für Krankenhäuser. Der Geschäftsführer der Sozialholding, Helmut Wallrafen-Dreisow, hofft, dass sein städtisches Unternehmen Vorreiter ist und andere in Deutschland folgen werden. "Unser Ziel ist es, den Skandalen in der Altenpflege Transparenz und Ehrlichkeit entgegenzusetzen", sagt er.
Der Bericht versucht Standards festzulegen, an denen Qualität überhaupt gemessen werden kann. Ein europäisches Modell für Qualitätsmanagement diente als Vorlage. Die Standards sollen durch Kontrollen überprüft werden. Erfasst wurden Bereiche wie Essen, Wäsche, Sauberkeit und Freizeitangebote, aber auch Freundlichkeit, Professionalität und Engagement der Mitarbeiter. Den Heimbewohnern wurden dazu 150 Fragen gestellt. Allerdings, so Wallrafen-Dreisow, sei eine große Zahl alter Menschen nicht mehr zu solchen Interviews in der Lage. Die dementen Bewohner seien deshalb von Experten beobachtet worden, um den Grad ihres Wohlbefindens festzustellen. Auch Mitarbeiter und Angehörige wurden befragt.
Ein überraschendes Ergebnis war für die Sozialholding, dass das Urteil der alten Menschen über ihr Leben im Heim durchweg positiver ausfiel als das der Angehörigen und Mitarbeiter. Es gebe da "eine Schere in der Wahrnehmung", sagt Wallrafen-Dreisow.
Transparenz für Verbraucher
Verbraucherschützer und Selbsthilfeorganisationen begrüßen die Initiative aus Mönchengladbach als ersten Schritt in die richtige Richtung. "Transparenz ist wichtig, der Verbraucher muss wissen, was mit seinem Geld in Pflegeeinrichtungen passiert", sagt Katrin Markus von der Bundesinteressenvertretung der Heimbewohner (BVA). Sie räumt zwar ein, dass der mehr als 130 Seiten umfassende und nur auf eine Stadt bezogene Bericht für den normalen Verbraucher nicht sehr hilfreich ist. Wenn aber mehr Heime solche Berichte erstellen, könnte daraus eine Checkliste für Verbraucher erstellt werden, hofft Markus. Und im Idealfall eine Positivliste mit empfehlenswerten Altenheimen.
Quelle; Regina Kerner
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/530164.html |
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