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tifinaa * Consulter *
Anmeldungsdatum: 19.11.2003 Beiträge: 1176
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Verfasst am: 12.Mai 2006 12:50 Titel: Störtebekers Erben |
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Hamburger Spaßguerilla hält Geschäftsleute und Polizei zum Narren
Während in Berlin erhitzte Debatten darüber geführt werden, wie die Reichensteuer so umgesetzt werden kann, dass sie ganz bestimmt niemand weh tut, nimmt eine konspirative Hamburger Gruppe mit dem Namen "Hamburg Umsonst" die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums selbst in die Hand: Sie "überfallen" Nobelrestaurants und andere Gourmettempel, sacken ein, was ihnen an Exklusivitäten in die Hände kommt, beglücken die Angestellten mit Blumensträußen, verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind, und verteilen die edle Beute an Bedürftige.
Nun rätselt die ganze Stadt, wer die modernen Robin Hoods oder Störtebekers wohl sind - vor allem die Polizeiführung, denn die konnte ihrer bisher trotz Großfahndung und Hubschraubereinsatz nicht habhaft werden.
Ihre selbst ausgewählte Mission: Den Armen in der Stadt der Reichen überleben zu helfen. Dazu setzen sie ihre im Callcenter, bei bezahlter und unbezahlter Putzarbeit, im Kampf gegen die Arbeitsagentur und im Hörsaal entwickelten Superkräfte ein, wie sie in einem Schreiben erläutern, dass sie kürzlich an ihrem letzten Einsatzort, dem "Frische Paradies Goedeken", hinterließen.
Dabei handelt es sich um ein Feinkostgeschäft erster Güte an der Großen Elbstraße, in dem sich Gourmettempel mit feinen Häppchen und guten Tropfen versorgen.
In Nullkommanichts füllten die Einen mehrere Einkaufswagen mit exquisiten Köstlichkeiten, von deren Existenz das gemeine Volk nicht einmal etwas ahnt, geschweige denn eine Vorstellung von deren Wert hat.
Nachdem die Einen mit einpacken fertig waren, kamen die Anderen, schnappten sich die gepackten Körbe und waren Hastdunichtgesehen mitsamt der edlen Beute spurlos verschwunden. Vorher bekamen die Beschäftigten allerdings noch Blumen überreicht, an denen besagtes "Bekennerschreiben" hing. Außerdem posierten die Superhelden noch schnell für einen Schnappschuss - so viel Zeit musste sein.
Später verteilten sie die Leckereien an Ein-Euro-Jobber und andere Bedürftige.
Nachdem die überrumpelten Angestellten sich wieder gefangen hatten, riefen sie die Polizei. Heute wird natürlich nicht mehr mit Kanonen geschossen, es kamen "nur" 14 Streifenwagen und ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Doch trotz des Großaufgebots blieb die Bande unauffindbar.
Dankenswerter Weise klären Spiegel, The Independent und The Scotsman darüber auf, welch lukullische Köstlichkeiten dem Pöbel in die Hände gefallen sind:
Schampus im Wert von knapp 100.- € die Flasche (laut Spiegel exakt 99,53 €), Hirschkeulen, edles Olivenöl, Valrhona-Schokolade (excellente französische Schokolade für ca. 3.40 € pro 75 g) und Filetstücke vom Kobe-Rind.
Das ist anscheinend ganz was Exquisites: "Die japanischen Rindviecher sind etwas ganz Besonderes für Kenner. Zur speziellen Kraftnahrung gibt es reichlich Bier, außerdem werden die Rinder täglich zwei Stunden per Hand massiert - angeblich wird das Fleisch so besonders zart und erhält seine feine Maserung.
Je nach Herkunft und Qualität werden pro Kilogramm Preise erzielt, die dem Regelsatz eines Hartz-IV-Empfängers entsprechen können", schreibt Andreas Ulrich im Spiegel.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22653/1.html
Warum nur in Hamburg?
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