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Verführung im Supermarkt - das sind die Tricks

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6457

BeitragVerfasst am: 11.Jul 2006 7:05    Titel: Verführung im Supermarkt - das sind die Tricks Antworten mit Zitat

Die Liste der Verkaufstricks ist lang und beginnt gleich an der Eingangstür. Grünpflanzen sorgen für eine wohnliche, einladende Atmosphäre. Wie an einem Markstand werden frisches Obst und Gemüse feilgeboten und lassen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Salatbar und Antipasti zur Selbstbedienung sind die nächste wohlgemeinte Aufforderung, endlich den Boden des absichtlich so riesigen Einkaufswagens ein wenig zu bedecken.

Weiter geht’s meist geradeaus den langen Gang bis zum hintersten Ende des Supermarkts, wobei der Blick wie automatisch auf die neuen Produkte in den Regalen geradezu oder auf der rechten Seite gelenkt wird, während die Waren des täglichen Bedarfs eher versteckt sind und öfter mal umgeräumt werden, um unnötigere Artikel ins Blickfeld zu rücken. Generell werden die teuren Produkte ganz geschickt in Augenhöhe platziert, während man sich nach den preiswerteren meist ein wenig recken oder bücken muss.

Die billigsten Angebote finden sich in der Regel im untersten Regal. Entsprechend der hiesigen Lesegewohnheit von links nach rechts liegen die teuersten Produkte da, wo das Auge nach seinem Schwenk am längsten verweilt – ganz rechts und die preiswertesten unten links. Ein Vergleich der Zeitschrift Konsument hat ergeben, dass ein Artikel, der in Kniehöhe im Regal platziert ist und dort 30-mal verkauft wird, es in Hüfthöhe auf 70 Verkäufe bringt und in Augenhöhe sogar auf 100. Auch ungewöhnlich große Mengen der gleichen Ware sollen den Eindruck erwecken, dass es sich um einen günstigen Großeinkauf handelt.

Nur selten ein Schnäppchen sind ebenfalls sogenannte Familien- und Vorratspackungen - möglichst noch auf einer Sonderangebots-Palette mitten im Gang (und mitten im Weg). Vorsicht ist bei sogenannten Kombiplatzierungen. z. B. Dosentomaten, die direkt neben Nudeln stehen. In der Regel sind sie teurer als Tomaten, die zwischen anderen Gemüsekonserven zu finden sind.

Es beginnt bei der angenehm kühlen Temperatur: 19 Grad Celsius sind laut Verkaufsstrategen ideal, um beim Kunden Gefühle von frischer Ware und körperlich angenehmen Einkaufsbedingungen zu assoziieren. Die Verweildauer in wohltemperierten Geschäften im Vergleich zu nicht klimatisierten Verkaufsräumen lässt sich damit auf durchschnittlich 20 Minuten ausdehnen.

Nächster Trick der Ladendesigne: die Linksausrichtung der Regalreihen. Der Linksdrall ist dem Menschen angeboren und daher angenehm. Rechtshänder schauen und greifen zudem am meisten nach rechts, wenn sie linksherum kurven. Zwei Meter Gangbreite gelten als ideal, um weder anzuecken noch zu schnell an den Regalen vorbeihasten zu können.

Als verkaufsfördernd gilt weiterhin der gezielte Einsatz von Düften im Supermarkt. So kurbelt laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen aprilfrischer Frühlingsduft bei den Waschmitteln den Umsatz an wie Pizzageruch am Tiefkühlregal oder frischer Kuchenduft bei Gebäck. Kunden in bedufteten Verkaufsräumen bleiben nach einer Studie der Universität Paderborn durchschnittlich 16 Prozent länger im Laden als sonst, die Kaufbereitschaft steigt um 15 Prozent und der tatsächliche Umsatz immerhin um sechs Prozent.

Die Beleuchtung ist für Supermarktbetreiber das A und O. 40 Prozent der Kosten für die Ladeneinrichtung geht für die richtige Beleuchtung drauf. Die Waren ins beste Licht zu rücken, zahlt sich allemal aus. Sonnig gelb-grüne Beleuchtung lässt Obst und Gemüse taufrisch und verlockend erscheinen, rotes Licht verhilft blassem Hühnchenfleisch und wässrigem Schnitzel zu gutem Absatz. Helles freundliches Licht bis in die hintersten Winkel und notfalls jede Menge Spiegel verwandeln selbst vollgestopfte Läden in weite luftige Einkaufsparadiese.

Um all die Tricks zu verschleiern, wird der Supermarktkunde permanent von Hintergrundmusik eingelullt. Nicht zu aufdringlich darf sie sein, nicht zu aufregend oder gar einschläfernd. Am positivsten werden Songs mit 72 Bass-Schlägen pro Minute empfunden, entsprechend der Pulsfrequenz eines ausgeglichenen Menschen.

Zu guter Letzt lauert dann direkt an der Kasse die vor allem bei Eltern kleiner Kinder so gefürchtete Quengelware. Und auch dieser Trick funktioniert. 30 bis 60 (!) Prozent aller Artikel im Einkaufskorb sind letztlich nicht geplante Spontankäufe. Und allein zehn Prozent davon wandern noch im allerletzten Moment aufs Band: Süßigkeiten, Zigaretten und Zeitschriften.

Quelle: tiscali.de
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