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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6451
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Verfasst am: 16.Jul 2006 22:23 Titel: Wenn Pflege und Betreuung nötig sind - die Kosten |
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Ambulante Dienste:
Geschulte Pflegekräfte kommen ins Haus und helfen etwa beim Anziehen oder Waschen. Wer nur einmal am Tag dafür Hilfe braucht, den kostet das pro Monat 400 bis 430 Euro. Soll der Dienst dreimal am Tag kommen, kann das zwischen 1.130 und 1.215 Euro pro Monat kosten. Je nach Pflegestufe übernimmt die Pflegekasse anteilig die Kosten. Eine 24-stündige „Rundumbetreuung“ mit einem ambulanten Pflegedienst wäre dagegen unbezahlbar. Vorteil: Der Patient kann in seiner gewohnten Umgebung bleiben. Nachteil: Der ambulante Pflegedienst hat - in der Natur der Sache liegend - nur einen gewissen Zeitrahmen. Nach dem Besuch muss der Pflegebedürftige wieder allein klarkommen.
Tagespflege:
Pflegebedürftige werden in der Regel wochentags von 9 bis 17 Uhr von gut ausgebildeten Kräften betreut. Die Kosten belaufen sich auf 50 bis 70 Euro pro Tag, pro Monat sind das etwa 1.000 bis 1.400 Euro. Vorteil: Der Betroffene kann zu Hause wohnen bleiben, die Kosten sind relativ günstig. Den Transport übernimmt die Tageseinrichtung. Nachteil: Am Wochenende und in den Abendstunden fehlt die Betreuung.
Pflege- und Altenheim:
Je nach Pflegestufe und Lage der Pflegeeinrichtung liegen die monatlichen Kosten zwischen 2.000 und 3.500 Euro. Vorteil: eine ganztägige Betreuung. Nachteil: Die Bewohner werden aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen und müssen sich den Abläufen im Heim anpassen.
Ausländische Pflegekräfte:
Da es sich bei den Pflegekräften aus dem Ausland nicht um zugelassene Pflegedienste handelt, muss der Betroffene für die Kosten selbst aufkommen. Wenn allerdings eine Pflegestufe anerkannt wurde, kann man natürlich das entsprechende Pflegegeld beantragen und zur Finanzierung verwenden. Die Pflegekassen haben jedoch keinerlei Möglichkeit, die Qualität der Pflege sowie die Qualifikation der Kräfte zu überprüfen. Legale Pflegekräfte aus Osteuropa verdienen in Deutschland bis zu 1.198 Euro - bei illegaler Beschäftigung ist in der Branche von rund 800 Euro die Rede. Vorteil: Der Pflegebedürftige wird nicht aus seiner gewohnten Umgebung gerissen, die Angehörigen können Geld sparen. Nachteil: Oft sprechen ausländischen Pflegekräfte nur gebrochen Deutsch. Bei illegaler Beschäftigung ist die Qualität der Pflege nicht gesichert.
Ersatzpflege:
Wer nicht von professionellen Pflegekräften betreut wird, hat Anspruch auf die so genannte Ersatzpflege. Fällt der „Laienpfleger“ - in der Regel ein Familienangehöriger - zum Beispiel wegen Urlaub aus, muss der Betroffene nicht nur auf eigene Faust Ersatz suchen, sondern oft auch tiefer in die Tasche greifen, um die Zeit zu überbrücken. Die Kosten für diesen Ersatz gleichen die Pflegekassen zumindest zum Teil aus. Maximal zahlen sie - unabhängig von der Pflegestufe - pro Kalenderjahr 1.432 Euro; der Anspruch besteht längstens für 28 Tage im Jahr.
Kurzzeitpflege:
Sie bietet sich an, wenn die Angehörigen nach einem Klinik- oder Reha-Aufenthalt noch nicht auf die Pflege zu Hause eingestellt sind oder sich die Pflegebedürftigkeit plötzlich verschlimmert. Auch hier ist der Anspruch auf 1.432 Euro pro Kalenderjahr und maximal vier Wochen begrenzt.
Kurzzeitbetreuung:
In vielen Städten gibt es Vereine oder Einrichtungen, die gegen eine Aufwandsentschädigung von 15 bis 20 Euro den Angehörigen zu Hause für ein paar Stunden betreuen. |
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GM&P Info .

Anmeldungsdatum: 18.01.2006 Beiträge: 3321
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Verfasst am: 20.Nov 2007 7:17 Titel: |
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| Der Vertreter einer Seniorengenossenschaft brachte es auf den Punkt: „Es ist preiswerter als Pflegebedürftiger auf einem modernen Fahrgastschiff für einen Monat zu buchen, als einen Monat in einem Pflegeheim zu verbringen“ |
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| Hans Nollau (Vorstand im VerbändeNetzwerk) ergänzte den Zahlenvergleich: Durchschnittlich kostet ein Platz in einem Alten- oder Pflegeheim pro Tag ca. 200.- EU (so laut Angaben aus dem Ministerium von Ulla Schmidt). Auch unter Berücksichtigung einer relativ guten Rente und den Zuzahlungen der Pflegeversicherung (Stufe 3) ist das verfügbare „Gesamteinkommen“ des Betroffenen nicht höher als täglich ca. 90 bis 100.- EU. Es besteht also eine Finanzierungslücke von ca. 50 % (!!!)Vergleicht man das „Angebot“ eines durchschnittlichen Alten- oder Pflegeheims mit den Angeboten des Luxuskreuzschiffes „AIDA“, dann kostet dort der Tag nur 135.-, was eine Ersparnis von 65.- EU pro Tag bedeutet, ganz abgesehen von dem übrigen Service auf Höchstniveau. |
Auch deshalb greift der eine oder andere auf ein Pflegkraft aus z.B. Polen zurück.
| Zitat: |
| Eine polnische Pflegekraft ist für 1000,- bis 1200,-€ je Monat zu haben. Unterlaufen ihr gravierende Pflegefehler, wird wohl kaum jemand dafür haften. |
| Zitat: |
| Die Kosten belaufen sich auf 850 Euro jährliches Betreuungshonorar und monatlich 1350 bis 1480 Euro brutto. |
| Zitat: |
| Für alle Personen aus Österreich, Deutschland oder Schweiz, die Pflege"Rund umd Uhr" bedürfen und eine geeignete Betreuerin suchen,entsenden wir legal, schnell und unkompliziert , tschechische und slowakische vor Ort geprüfte Pflegerinnen. |
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Merit Newbie
Anmeldungsdatum: 07.02.2006 Beiträge: 2 Wohnort: Frankfurt
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Verfasst am: 22.Nov 2007 12:26 Titel: Grundpflege - tatsächliche Kosten |
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| Ambulante Dienste: Wer nur einmal am Tag dafür Hilfe braucht, den kostet das pro Monat 400 bis 430 Euro |
Woher kommen diese Beträge? - Das wahre Leben sieht deutlich anders aus!
Meine Großmutter ist seit einigen Wochen bettlägerig und benötigt rund um die Uhr Pflege/Hilfe (d.h. das komplette Programm - inkl. Füttern, Windeln wechseln etc).
Derzeit kämpfen wir um Zuerkennung der Pflegestufe 3 (statt bisher 2).
Wir liessen nun erstmals einen ambulanten Pflegedienst kommen - einmal täglich für ca. 20-30 Minuten, um nur wenige ausgewählte Positionen aus der "Tätigkeitsliste" ausführen zu lassen (füttern muss dabei z.B. entfallen, da die alte Dame nicht schnell genug schlucken kann und das dafür eingeräumte Zeitfenster sprengen würde).
Für einmal tägl. Ausführung von ausgewählten Positionen sind laut vorliegender Abrechnung des ambulanten Dienstes rund 980 Euro/Monat zu zahlen, die die Kasse gerade noch übernimmt.
Da die alte Dame natürlich mehrmals am Tag essen und trinken muss, gewindelt (und daher gewaschen werden) etc. - wechseln sich in den restlichen 23,5 Stunden 2-3 Famililienangehörige in Pflege sowie Betreuung/Nebenarbeiten/"hauswirtschaftl. Verrichtungen" ab.
Aus Kassenleistung bleiben dafür noch 4,83 Euro Pflegeld übrig - monatlich !
Das drängt einem folgenden rechnerischen Vergleich auf (natürlich kann man so nicht wirklich rechnen):
980:(0,5Std*31) = 63,2300 Euro/Std ambulanter Pflegedienst !!!
4,83:(5,5Std*31)= 00,0283 Euro/Std für die pflegenden Angehörigen
(nur 6 Std reine Grundpflegeleistung angenommen - wobei die in der übrigen Zeit anfallende(n) Betreuung/Nebenarbeiten/"hauswirtschaftl. Verrichtungen" natürlich nicht gerechnet werden (z.B. Essen zubereiten/vorbereiten, Wäsche/Kleidung waschen - bei "Windelei" ist z.B. durchschnittlich alle 1-2 Tage ein Komplettwechsel Kleidung/Bettwäsche nötig etc)
oder anders: 980:0,5*6 = 11.760 Euro/Monat bei 6 Std Grundpflege-Leistung durch ambulanten Pflegedienst
Kein Wunder dass sich da manch einer notgedrungen Alternativen überlegen muss!!!
1* tgl. - Vergleichszahlen:
980 Euro/Monat - lt. realer Abrechnung bei nur wenigen Positionen der Tätigkeitsliste = 0,5 Std tgl.
400 bis 430 Euro/Monat - lt. Anfangsbetrag
Ist nun anzunehmen, dass an der Abrechnung des ambulanten Pflegedienstes etwas unkorrekt ist?
Oder sind die im Anfangsbeitrag angegebenen Monats-Beträge nicht viel zu niedrig?
Wer legt die Verrechnungssätze je Tätigkeitsposition des amb. Pflegedienstes fest?
Sind diese "amtlich" bestimmt und allgemeingültig?
Oder gibt es hier günstige und teure amb. Pflegedienste? |
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Bullpower Specialist
Anmeldungsdatum: 01.02.2002 Beiträge: 107 Wohnort: Bodensee
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GM&P Info .

Anmeldungsdatum: 18.01.2006 Beiträge: 3321
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Verfasst am: 3.Jul 2008 9:11 Titel: |
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Die Selbstmörderin und die Angst vor dem Heim
Bettina S. war in Würzburg eine engagierte Frau. Sie interessierte sich für Fortschritt und die Zukunft. Und doch beging die 79-Jährige Selbstmord mit Hilfe von Roger Kusch. Sie ist Opfer des Sterbehilfe-Aktivisten - und auch Täterin in eigener Sache. Das wirft ein Licht auf die Furcht vor der Existenz im Pflegeheim.
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| Wie die Situation von "Betroffenen" gesehen wird, ist hier eindrucksvoll beschrieben |
Seit längerer Zeit schon muss in das Leben dieses energischen, autonomiegewohnten Menschen der körperliche Verfall und die Aussicht auf den Umzug in ein Heim wie ein Befehl gehagelt sein, dem sie entschlossen war, sich zu verweigern. Ihre Brustkrebserkrankung sei „unter Kontrolle“ gewesen, heißt es im Haus – was immer das bedeutet. Dann die Rückenschmerzen, die Gehbeschwerden – die Wohnung im vierten Stock war auf Sicht nicht zu halten, das Ende ihrer Existenz in der bisherigen Form schien unausweichlich.
Viel spricht dafür, dass Bettina S. allein vor der Vorstellung einer Heim-Existenz und weniger vor bereits tatsächlich erfahrener Gebrechlichkeit flüchtete in das anschließend dann medial hochinszenierte Ende von eigener Hand.
| Zitat: |
| So empfinden immerhin mehr als zwei Drittel aller Deutschen, hat die GFK-Marktforschung erst kürzlich repräsentativ ermittelt. Jeder Achte (13 Prozent) will sogar „eher Schluss machen“, bevor er ins Heim gehen muss. |
So erscheint die Skandalberichterstattung über Missstände und Verwahrlosung in manchen Pflegeheimen als nur ein Teil des Problems älter und damit hilfsbedürftiger werdender Menschen. Oft schreckt schon allein die Vorstellung eines Heimaufenthaltes an sich, selbst wenn er komfortabel und geordnet ist. Zumal die Altenheime oft besser sind als ihr Ruf. So besuchte der Münchner Fachjournalist Konrad Franke Hunderte von Heimen in Süddeutschland für ein Ratgeberbuch und stellte der weit überwiegenden Anzahl der Altenquartiere beste Noten aus.
Aber der Schrecken vor dem Heimaufenthalt macht sich eben für viele nicht am skandalösen Ausnahmefall, sondern an der funktionierenden Normalität einer Heimexistenz fest.
** Auszüge - Beitrag in der Welt |
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