Die winzige britische Kronkolonie mit ihren 9.000 Einwohnern ist schon bisher eine der etwa fünf Dutzend Finanzoasen, die sich mit Gesellschaftsrecht nach Liechtensteiner und Schweizer Vorbild (anonyme Stiftungen, Nummernkonten, Treuhändersystem, Berufs- und Bankgeheimnis, Steuerfreiheit) einen Anteil am weltweit wachsenden offshore-Geschäft gesichert haben. Doch jetzt geht es um mehr. In der neu aufgebrochenen Konkurrenz der neuen mit den alten Finanzoasen mischen die Großmächte des Geldes immer direkter mit: In Anguilla sind es die Londoner City und das britische Außenministerium. Sie haben der Inselregierung geholfen, die Web-Site ACORN im Internet einzurichten.
ACORN bedeutet Anguilla Commercial Online Registration Network. Über ACORN kann ein Mensch, der über einen einfachen Internet-Zugang und ein Konto verfügt, von irgendwoher auf der Welt ein Unternehmen gründen. Er muss per Computer einige Fragen zur Person beantworten und bekommt nach einer Überweisung von (mindestens) 250 Dollar eine Gründungsurkunde zugestellt. Rechtlich ist dieses weltweit erste System der Internet-Gründung von "Briefkastenfirmen" nichts Neues. Schon bisher konnte man bei einem Londoner, Schweizer oder Luxemburger Treuhänder oder auch bei einer deutschen Bank eine Briefkastenfirma in Panama oder Anguilla bestellen. In Abstimmung mit einem Treuhänder vor Ort wurde je nach Größe und Bedarf gegen eine Gebühr eine Briefkastenfirma ins Handelsregister eingetragen. Neu sind der Weg über das Internet und die niedrige Gebühr. ACORN soll auch den anonymen Kauf und Verkauf von Aktien und anderer verdeckter Geldgeschäfte ermöglichen.
Mit Nachdruck fördert Tony Blairs Labourregierung das Projekt ACORN, das von einem Londoner Beamten geleitet wird. Schließlich steht die britische Regierung in der Europäischen Union wegen ihrer europäischen Finanzoasen - Isle of Man, Jersey, Guernsey, Alderney, Sark - unter Druck. Die Banken, Versicherungen und Treuhänder dieser Oasen gehören als ausgelagerte Vorposten traditionell zum Finanzsystem der Londoner City. Die Regierung Blair will dem Druck nun auch dadurch ausweichen, dass sie die Vorposten der Londoner City in der fernen Karibik aufrüstet. Die größten Banken in Anguilla sind Töchter vor allem britischer, aber auch US-amerikanischer und kanadischer Banken.
Weitere Infos wie sich das ACORN - System auch für die GOMOPA - User nutzen lässt, findet man u. a. auf der Website der Anguilla Financial Authorities Website www.anguillafsc.com. Informationen zum Anmeldeformular http://www.anguillafsc.com/register.htm
Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Freue mich auf eine KONSTRUKTIVE Diskussion,
anacott
1)
acorn ist nur für LIZENZIERTE OVERSEAS CORPORATE SERVICE PROVIDERS zugänglich... man braucht einen lokalen partner... und die leute bei der financial services authority checken recht eingehend ab, mit wem sie's zu tun haben
2)
der wert von acorn liegt darin begründet, was der OVERSEAS CORPORATE SERVICE PROVIDER damit unternimmt... E R kann seinen kunden einen raschen und unbürokratischen service anbieten
3)
W I R sind seit 1999 lizenziert und haben ausgezeichnete kontakte auf und mit anguilla - die insel ist EINE DER WENIGEN JURISDICTIONS, die die gründung von LOKALEN GESELLSCHAFTEN mit den gleichen vorteilen, wie sie für ausgelutschte ibc's üblich sind, ermöglicht... der nachweis einer LOKALEN präsenz (stichwort: principal place of business) ist also ungemein einfacher möglich - mehr details gerne via pn
4)
apropos ibc: aufpassen, auch der oberdoof.... finanzbeamte weiss inzwischen, wo er in den gründungsakten von auslandsfirmen mit einem blick checken kann, um was für eine gesellschaftsART es sic handelt... und wenn er den ausdruck IBC (evtl. auch INTERNATIONAL BUSINESS COMPANY) liest, wird's für seinen "kunden" brenzlig
oder kennt jemand die treffende antwort auf die frage, wo denn eigentlich der ort der entscheidungsfindung für eine firma sei, die am ort ihrer eintragung NICHT geschäftlich aktiv werden kann, sich aber dennoch rühmt, recht rege zu sein?
5)
wir bieten aufgrund der gemachten erfahrungen offshorestrukturen ausschliesslich auf anguilla an - seit mehr als 5 jahren bestens versorgt ohne irgendein problem
gehet hin und tuet desgleichen
ffbkdavid
fiduvalor services ltd.
the valley, anguilla, british west indies
Anmeldungsdatum: 03.03.2004 Beiträge: 360 Wohnort: where money lives..........
Verfasst am: 1.Mai 2004 10:19 Titel: Re: anguilla
ffbkdavid hat folgendes geschrieben::
also SEHR hilfreich ist der gepostete text nicht:
ich verstehe meine beiträge grundsätzlich als ersten input für diskussionen. ich kaue keinem eine thematik heruntergebrochen auf jedes detail vor.
ffbkdavid hat folgendes geschrieben::
1)
acorn ist nur für LIZENZIERTE OVERSEAS CORPORATE SERVICE PROVIDERS zugänglich... man braucht einen lokalen partner... und die leute bei der financial services authority checken recht eingehend ab, mit wem sie's zu tun haben
auf diese tatsache habe ich indirekt durch den link hingewiesen. jemand der dann noch der englischen sprache mächtig ist, ist eindeutig im vorteil. @ ffbkdavid: die prüfung des zukünftigen partners durch die FSC ist eine standardprozedur. sie haben diese doch bei scott h. erlebt, oder? ist immerhin ihr local agent.
ffbkdavid hat folgendes geschrieben::
2)
der wert von acorn liegt darin begründet, was der OVERSEAS CORPORATE SERVICE PROVIDER damit unternimmt... E R kann seinen kunden einen raschen und unbürokratischen service anbieten
vollkommen richtig. aber solche dienstleistungen anzubieten, kann man sich doch überlegen.
ffbkdavid hat folgendes geschrieben::
wir bieten aufgrund der gemachten erfahrungen offshorestrukturen ausschliesslich auf anguilla an - seit mehr als 5 jahren bestens versorgt ohne irgendein problem
leider findet man dieses angebot nicht auf ihrer website www.valorgroup.biz.
Anmeldungsdatum: 06.12.2003 Beiträge: 884 Wohnort: Wien
Verfasst am: 6.Mai 2004 11:51 Titel:
Ich würde ohne erstklassige Kontakte auf Anguilla selbst NICHT auf "acorn" setzen. Die meisten Infos verbreitete im deutschsprachigen Raum www.internetkanzlei.to - alles nur Halbwahrheiten.
Auf Anguilla regieren in Wahrheit Angst und Armut. Der deutsche Gründer oder Gauner sollte diese "Oase" vergessen. Ich möchte sonst nichts mehr dazu sagen, auch wenn ich gefagt werden sollte.
grundsätzlich stimme ich CALIGULA zu... die daten auf internetkanzlei sind wenig professionell aufbereitet - beispiele gefällig?
1)
die leitung der lokalen registerbehörde wurde bereits vor nahezu 2 jahren an einen bestens ausgebildeten "einheimischen" übergeben und alan jones ins foreign office in london zurückbeordert
2)
es gibt schon seit jahren keine beschränkung (resp. reduzierung der kosten) des kapitales auf usd 50,000.- mehr - die jährlichen lizenzgebühren werden unabhängig von der höhe des autorisierten kapitales erhoben
3)
die aufsichtsbehörden haben sehr wohl ein wachsames auge auf "einreisende" akrobaten, die das liberale umfeld für ihre ganovenstückchen missbrauchen möchten... darum auch die äusserst restriktive beschränkung der banklizenzen (es gibt lediglich noch eine einzige "reine" offshorebank auf der insel)
4)
ich kann caligula's kompromissloses statement nicht verstehen - schlechte erfahrungen mit einem lokalen partner? - wir sind seit 5 jahren auf anguilla aktiv und haben keine einzige unangenehme erfahrung zu berichten - WEIL WIR ALLE UNSERE OFFSHORE-AKTIVITÄTEN ÜBER ANGUILLA ABWICKELN, sind wir extrem abhängig von einer destination und sind ein entsprechend grosses risiko eingegangen... wir wurden nicht enttäuscht und pflegen einen äusserst angenehmen umgang und kontakt mit den verantwortlichen (register)behörden, DIE ALLE SEHR KOMPETENT UND FREUNDLICH AUFTRETEN
vielleicht könnte der "right honorable gentleman" caligula ein wenig von seinen erfahrungen mit/auf anguilla berichten, damit wir über eine "second opinion" verfügen und uns ein breitgefächerteres bild verschaffen können
Anmeldungsdatum: 03.03.2004 Beiträge: 360 Wohnort: where money lives..........
Verfasst am: 9.Mai 2004 15:50 Titel:
caligula hat folgendes geschrieben::
Ich würde ohne erstklassige Kontakte auf Anguilla selbst NICHT auf "acorn" setzen. Die meisten Infos verbreitete im deutschsprachigen Raum www.internetkanzlei.to - alles nur Halbwahrheiten.
Auf Anguilla regieren in Wahrheit Angst und Armut. Der deutsche Gründer oder Gauner sollte diese "Oase" vergessen. Ich möchte sonst nichts mehr dazu sagen, auch wenn ich gefagt werden sollte.
C.
@ caligula
Ich stimme insoweit mit Ihrem Posting überein, als dass das Angebot der erwähnten Internetkanzlei nicht ernst genommen werden kann und inhaltlich nicht einmal ansatzweise den Fakten und der tatsächlichen Situation auf Anguilla entspricht. Nachdem zur Teilnahme am ACORN - System auch ein Local Agent benötigt wird, ist bei der Auswahl selbstverständlich darauf zu achten, dass dieser ein gewisses Maß an Kompetenz und Seriosität aufweisen und auch nachweisen kann. Ich habe auf Anguilla die erwähnte Armut nicht feststellen können. Einziger Nachteil ist die schlechte Erreichbarkeit - aber dafür gibt es ja ACORN.
Anmeldungsdatum: 06.12.2003 Beiträge: 884 Wohnort: Wien
Verfasst am: 10.Mai 2004 22:09 Titel:
ladies and gentlemen,
Ihr habt beide ja recht und seid auch sehr gut informiert. Dass "Angst und Armut regieren", war etwas überzogen und stimmt so nicht. Ich war immerhin selbst einige Wochen im Cap Juluca und habe die Insel ein bisschen kennengelernt. Schlechte Erfahrungen mit lokalen Partnern, sowas kenne ich gottseidank nicht. Ich habe dort einen Freund, der ist fast zwei Meter groß, stammt aus den USA und lebt dort als erfolgreicher Aussteiger, er macht für die halbe Insel die Internetseiten, war er doch in den USA Computermensch und erfolgreich noch dazu.
"Acorn" im Prinzip ja, aber mit allen richtig von Euch beiden geposteten Vorbehalten. Deutsche Gauner oder Halbseidene sind auf der Insel extrem gefürchtet bzw. unbeliebt, sie mögen in Belize oder in Thailand bleiben. Wer mit good standing ankommt und Vertrauen erwirbt, kann viel über Anguilla machen, nur nicht die vor ca. 20 Jahren noch üblichen Scheinbanken. Neben der IBC ist übrigens die Ltd als Rechtsform zulässig, DIE DORT ARBEITET UND STEUERN ZAHLT! Das ist der Trick, und Ende. Keine Briefkastenfirmen, keine Gaunereien. Das ist der wahre Trick für Anguilla.
Armut und Angst - das bezog sich auf den Durchschnittseinwohner und auf die Gründungshiwis, die sich in punkto Geldwäsche eben ordentlich in die Hose machen. Profis arbeiten sowieso nie mit Gründungshiwis. Direktoren werden z.B. Tauchlehrer, denen man das neue Motorboot mitfinanziert. In Haiti empfehlen sich zu diesem Zweck natürlich ehemalige Mitarbeiter der tonton macoute (Scherz).
Anmeldungsdatum: 06.12.2003 Beiträge: 884 Wohnort: Wien
Verfasst am: 15.Mai 2004 14:16 Titel:
Bravo. War zu erwarten. @ ffbkdavid - alte Seite mit den etwas zu großen Fotos mit den Verkehrsschildern noch im Netz? Design Katastrofe, aber gelernt habe ich was. Text gar nicht übel.
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