Regierung kritisiert mangelnde Aufsicht deutscher Limiteds
Die Bundesregierung kritisiert, dass Großbritannien die in Deutschland ansässigen Private Limited Companies (Ltd.) nicht ausreichend kontrolliert. Zwischen beiden Ländern bahnen sich Spannungen an.
Das Bundesjustizministerium will deshalb mit der zuständigen britischen Behörde, dem Companies House, Kontakt aufnehmen, um Missstände bei der Bilanzaufsicht zu beseitigen. Sollte keine Einigung möglich sein, will die Bundesregierung auf EU-Ebene eine Neuregelung durchsetzen, erfuhr die FTD aus Regierungskreisen.
"Mit Hilfe eines unfairen Wettbewerbs weitet sich die Limited in Deutschland aus", heißt es in Berliner Regierungskreisen. Oft ließen sich damit in Deutschland unseriöse oder finanzschwache Gesellschaften nieder. So ist für die Gründung einer Limited Company nur ein Stammkapital von 1 £ notwendig; für eine deutsche GmbH werden 10.000 Euro gebraucht. Deutsche Firmengründer mit geringem Kapital, etwa Handwerker, wählen deshalb nicht selten die Rechtsform der Limited.
Seit zwei Jahren dürfen deutsche Unternehmer Firmen nach internationalem Recht gründen. Seitdem haben sich in Deutschland bis zu 15.000 neue Limited Companies angesiedelt. Nach Angaben der Beratungsfirma Go Ahead wächst die Zahl der Limited-Gründungen monatlich um weitere 1000.
Sorge des Justizministeriums
Sorge bereitet dem Justizministerium vor allem, dass das Companies House bei deutschen Limited Companies nicht so streng auf die Bilanzvorlage achtet. Es komme sogar vor, dass die Behörde bei Verzug auf Sanktionen verzichte, heißt es in Berlin. Bei britischen Limiteds greife das Companies House dagegen strikt durch. Werden Jahresabschlüsse nicht fristgerecht eingereicht, können Bußgelder bis zu 1000,- £ verhängt werden. Wird auf Mahnungen nicht reagiert, kann die Limited zwangsweise aus dem Register gelöscht werden.
Das Bundesjustizministerium fürchtet vor allem, dass durch die Gründung von Limited Companies die deutsche Rechtsform der GmbH benachteiligt wird. Ursprünglich wurde im Justizministerium erwogen, ähnlich wie in Großbritannien Ein-Euro-GmbHs zuzulassen. Um die Seriosität von Gesellschaften zu sichern, wurde jedoch an der Einbringung von Stammkapital festgehalten.
provided by GENIOS...
Zuletzt bearbeitet von Goodman am 23.Mai 2005 7:30, insgesamt 1-mal bearbeitet
wer seine eigenen Hausaufgaben nicht macht im Bezug auf´s deutsche Gesellschaftsrecht und endlich statt Reden zu schwingen mal ordentlich bürokratische Regelungen kassiert, die aus Zeiten des Kalten Kriegs stammen, darf sich eben nicht wundern, daß in der heutigen Informationsgesellschaft mit Globalisierung alle mal schaun welche Alternativen Ihnen geboten werden. Und nu is das Geschrei groß, weil andere mittlerweile nun mal schlicht attraktivere Angebote bieten.
Ich mein ich kann die Panik in deutschen Amtsstuben nachvollziehen. Muss wohl was mit Beamten-Urängsten zu tun haben, wenn sich plötzlich Sachverhalte außerhalb Ihrer Stempel-Hoheit bewegen o. gar die EU plötzlich mal auf die Finger kloppt, wenn der Schimmel wieder reitet. Ich empfehle allerdings in diesem Zusammenhang mehr Psychotherapeuten in deutsche Amtsstuben zu entsenden. Schließlich hat der Dienstherr auch eine Sorgfaltspflicht für seine treuen Erfüllungsgehilfen. Und wenn die plötzlich Ihr Machtbedürfnis schwinden sehen, kann das zu schweren psychologischen Folgen führen - wie im vorliegenden Fall.
Was wird sich UK wohl denken. "Uch, den Deutschen gefällt unsere erfolgreiche Firmenansiedlungspolitik nicht. Jetzt müssen wir aber aufpassen"??? Nicht wirklich, oder? Vor meinem geistigen Auge seh ich nur einen Tommy im britischen Wirtschaftsministerium mit einem breiten Grinsen. Sieht jemand was anderes??? Das sich unsere Regierung nicht schämt zum Affen zu machen und damit eigenes Versagen noch bis jwd klar aufzuzeigen, stimmt mich besorgter...
wer seine eigenen Hausaufgaben nicht macht im Bezug auf´s deutsche Gesellschaftsrecht und endlich statt Reden zu schwingen mal ordentlich bürokratische Regelungen kassiert, die aus Zeiten des Kalten Kriegs stammen, darf sich eben nicht wundern, daß in der heutigen Informationsgesellschaft mit Globalisierung alle mal schaun welche Alternativen Ihnen geboten werden. Und nu is das Geschrei groß, weil andere mittlerweile nun mal schlicht attraktivere Angebote bieten.
Ich mein ich kann die Panik in deutschen Amtsstuben nachvollziehen. Muss wohl was mit Beamten-Urängsten zu tun haben, wenn sich plötzlich Sachverhalte außerhalb Ihrer Stempel-Hoheit bewegen o. gar die EU plötzlich mal auf die Finger kloppt, wenn der Schimmel wieder reitet. Ich empfehle allerdings in diesem Zusammenhang mehr Psychotherapeuten in deutsche Amtsstuben zu entsenden. Schließlich hat der Dienstherr auch eine Sorgfaltspflicht für seine treuen Erfüllungsgehilfen. Und wenn die plötzlich Ihr Machtbedürfnis schwinden sehen, kann das zu schweren psychologischen Folgen führen - wie im vorliegenden Fall.
Was wird sich UK wohl denken. "Uch, den Deutschen gefällt unsere erfolgreiche Firmenansiedlungspolitik nicht. Jetzt müssen wir aber aufpassen"??? Nicht wirklich, oder? Vor meinem geistigen Auge seh ich nur einen Tommy im britischen Wirtschaftsministerium mit einem breiten Grinsen. Sieht jemand was anderes??? Das sich unsere Regierung nicht schämt zum Affen zu machen und damit eigenes Versagen noch bis jwd klar aufzuzeigen, stimmt mich besorgter...
Ganz so einfach ist es nicht...!
Der Bundesregierung mag es im Grunde gleichgültig sein, ob hier Ltd's. installiert werden.
Der Knackpunkt liegt doch eher woanders...
Ltd's. werden hier (u.a.) installiert von Unternehmern, die
a) keine ausreichende Kapitalausstattung haben und die
b) aus welchen Gründen auch immer, ihre Haftung auf einen Euro beschränken wollen oder gar müssen...
Wenn ich ein reines Gewissen habe, kann ich auch in der Gesellschaftsform des Einzelunternehmers auftreten...!?! - (falls es für eine Kapitalgesellschaft nicht reicht...)
Vermutlich gibt es bereits geschäftliche Erfahrungswerte in Deutschland mit den Ltd's. o.g. Strukturen...
Nicht die Ltd. an sich ist negativ, sondern die Beweggründe, unter denen gescheiterte? Unternehmer in Deutschland versuchen, damit - wieder - Fuß zu fassen...
Betroffene Unternehmen nehmen Kontakt mit Ihren Berufsverbänden auf und auf diese Weise gelangt die Thematik letztlich bis in die Bundesregierung... Könnte es nicht auch so sein...?
Verfasst am: 22.Mai 2005 19:11 Titel: Re: Regierung kritisiert mangelnde Aufsicht deutscher Limite
Zitat:
Sorge bereitet dem Justizministerium vor allem, dass das Companies House bei deutschen Limited Companies nicht so streng auf die Bilanzvorlage achtet. Es komme sogar vor, dass die Behörde bei Verzug auf Sanktionen verzichte, heißt es in Berlin.
Lange genug wurde das Haar in der Suppe gesucht, und - hurra! - endlich ist man also fündig geworden:
Dem Justizministerium der Bundesrepublik Deutschland, eines Staates, in dem die Missachtung der Offenlegungspflicht von Bilanzen durch die Registergerichte nur auf Antrag verfolgt und mit Sanktionen belegt werden, ist es augenscheinlich nicht zu peinlich, an der britischen Praxis, bei der das zentrale Handelsregister von sich aus und ohne vorherigen Antrag derartige Versäumnisse ahndet, Kritik zu üben, weil deren dies bezügliche "Erfolgsquote" nicht ganz bei 100% liegt.
Ich würde keine Beträge über einem Euro darauf verwetten, dass sich in deutschen Handelsregistern bei kleinen Ein-bis-Drei-Mann-GmbHn eine höhere Quote fristgerecht eingereichter Bilanzen findet als im Vergleich bei entsprechenden "deutschstämmigen" Ltd's im Companies House.
Man kann ja gerne substatiierte Kritik an der Limited üben, aber das obige Statement der Frau Zypries ist eines, das bei ihrem Frisör am besten aufgehoben ist.
Ltd's. werden hier (u.a.) installiert von Unternehmern, die
a) keine ausreichende Kapitalausstattung haben und die
b) aus welchen Gründen auch immer, ihre Haftung auf einen Euro beschränken wollen oder gar müssen...
Wenn ich ein reines Gewissen habe, kann ich auch in der Gesellschaftsform des Einzelunternehmers auftreten...!?! - (falls es für eine Kapitalgesellschaft nicht reicht...)
Nun, ich mag keine politische Diskussion anfangen, aber augenscheinlich schaffen andere Länder einfach Möglichkeiten, die Selbstständigkeit zu vereinfachen. Was wohl unserem Land bei derzeitiger Lage auch ganz gut tun würde, wenn sich mehr Leute selbstständig machen würden.
Dabei mag man sicherlich die Nachteile sicher nicht leugnen, dennoch ist sowas doch besser als sich der Voll-Kasko-Mentalität vieler zu ergeben.
Ob man die Haftungsbeschränkung bei fehlender Stammeinlage als Kunde o. Lieferant gut findet, kann man ja wohl selber im täglichen Geschäftsleben entscheiden und es wird ja niemand gezwungen mit einer Ltd Geschäfte zu betreiben. Das Manko dass viele Mitbürger die Ltd als Form nicht so genau kennen, ist wohl eher Sache der allgemeinen Aufklärung der Menschen über die Gesellschaftsform an sich.
Ich wüßte jedenfalls nicht, wozu eine GmbH-Einlage bei bestimmten Geschäftsbereichen zur Sicherheit meiner Gläubiger hinterlegen sollte. Und dabei bin ich persönlich sehr guten Gewissens. Und wenn das jemand stört, kann er ja zur Not auch Vorkasse verlangen.
Aus meiner ganz persönlichen Meinung heraus, ist eine Haftung mit persönlichem Vermögen, schlichte DUMMHEIT von Optimisten, die meinen bei Ihrem Geschäft könne doch bei korrekter Führung nichts passieren, was eine Zahlungsunfähigkeit betrifft. Ein verantworlicher Mensch, der auch an die Zukunft seiner Lieben denkt, wird IMHO immer eine haftungsbeschränkte Gesellschaftsform wählen. Leider wird es nach solchen REALISTEN mit Start-Up-Mentalität nach deutschem Gesellschaftsrecht erschwert. Wenn ein Deutscher dennoch von seiner Geschäftsidee überzeugt ist, gründet er vll dann doch noch eine Personengesellschaft wenn er mutig genug ist (oft fatal). Ein großer Teil sagt sich aber, bevor ich mich und meine Familie mit riesigen Summen verschulde, bleibe ich lieber angestellt (u. schaffe selber keine Arbeitsplätze, obwohl er das vll könnte) o. Ruhe mich auf meinen Transferleistungen aus, auch wenn diese keine großen Sprünge erlauben. Ist Ihnen diese Alternative bei der heutigen Arbeitsmarktlage lieber nur um mündige Bürger und Firmen vor dem bösen, bösen Ltd-Gründer zu schützen? Für alles und jeden Handschlag von einem Unternehmer Sicherheiten zu verlangen, reguliert dieses Land zu Tode. (Oder kenn Sie jemand der heute noch ohne langes Studium seine Steuererklärung machen kann, selbst wenn er dies wollte? Ich nicht...)
Zitat:
Nicht die Ltd. an sich ist negativ, sondern die Beweggründe, unter denen gescheiterte? Unternehmer in Deutschland versuchen, damit - wieder - Fuß zu fassen...
Sagen Sie mir bitte was daran negativ sein soll, solange hier niemand absichtlichen betrogen wurde? Ich kann daran 0,0 negatives entdecken. Es ist wohl typisch deutsch einem Menschen, der in seiner Historie mal Fehler gemacht hat, für alle Zeiten erfolgloses Handeln zu unterstellen. Haben Sie schonmal davon gehört, daß der Mensch als einziges Lebewesen über sich und sein handeln nachdenken kann? Das schließt wohl auch Fehler der Vergangenheit ein. Ein Unternehmer der vll mal gescheitert ist und beim 2. oder 3. Anlauf ein erfolgreiches mittelständiges Unternehmen mit einigen Arbeitsplätzen geschaffen hat, ist wohl für Sie ganz außerhalb der Vorstellungskraft?
Aber aus dem Denken der vergangenen Jahrzehnte (35 Stundenwoche bei 10% Lohnerhöhung), sollte man langsam gelernt haben. Ich betrachte ständige Zeigefingerheber als aussterbende Spezies, die die evolutorischen Lebensbedingungen von Globalisierung & Co nach wie vor nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Dabei kann man sicherlich über den Sinn von einhergehendem Sozialdumping reden, aber sagen Sie das mal einem Chinesen, Inder, etc., der auch seine 10-köpfige Familie mit allen Lebensstandards der westlichen Welt versorgen will...
jetzt haben Sie mir da aber einige schwer verdauliche Brocken vorgeworfen...
backdoor2 hat folgendes geschrieben::
Peter Wilhelm hat folgendes geschrieben::
Der Knackpunkt liegt doch eher woanders...
Ltd's. werden hier (u.a.) installiert von Unternehmern, die
a) keine ausreichende Kapitalausstattung haben und die
b) aus welchen Gründen auch immer, ihre Haftung auf einen Euro beschränken wollen oder gar müssen...
Wenn ich ein reines Gewissen habe, kann ich auch in der Gesellschaftsform des Einzelunternehmers auftreten...!?! - (falls es für eine Kapitalgesellschaft nicht reicht...)
Nun, ich mag keine politische Diskussion anfangen, aber augenscheinlich schaffen andere Länder einfach Möglichkeiten, die Selbstständigkeit zu vereinfachen. Was wohl unserem Land bei derzeitiger Lage auch ganz gut tun würde, wenn sich mehr Leute selbstständig machen würden.
Dabei mag man sicherlich die Nachteile sicher nicht leugnen, dennoch ist sowas doch besser als sich der Voll-Kasko-Mentalität vieler zu ergeben.
Ich stimme Ihnen hier zu!
Zitat:
Ob man die Haftungsbeschränkung bei fehlender Stammeinlage als Kunde o. Lieferant gut findet, kann man ja wohl selber im täglichen Geschäftsleben entscheiden und es wird ja niemand gezwungen mit einer Ltd Geschäfte zu betreiben. Das Manko dass viele Mitbürger die Ltd als Form nicht so genau kennen, ist wohl eher Sache der allgemeinen Aufklärung der Menschen über die Gesellschaftsform an sich.
Die Unkenntnis über die Gepflogenheiten einer Ltd. sind vermutlich nicht der ausschlaggebende Punkt...
Nur... die haben sicherlich ein Stammkapital von etwas mehr als einem Euro...?
Zitat:
Ich wüßte jedenfalls nicht, wozu eine GmbH-Einlage bei bestimmten Geschäftsbereichen zur Sicherheit meiner Gläubiger hinterlegen sollte. Und dabei bin ich persönlich sehr guten Gewissens. Und wenn das jemand stört, kann er ja zur Not auch Vorkasse verlangen.
Auch hier wieder Zustimmung...
Zitat:
Aus meiner ganz persönlichen Meinung heraus, ist eine Haftung mit persönlichem Vermögen, schlichte DUMMHEIT von Optimisten, die meinen bei Ihrem Geschäft könne doch bei korrekter Führung nichts passieren, was eine Zahlungsunfähigkeit betrifft. Ein verantworlicher Mensch, der auch an die Zukunft seiner Lieben denkt, wird IMHO immer eine haftungsbeschränkte Gesellschaftsform wählen. Leider wird es nach solchen REALISTEN mit Start-Up-Mentalität nach deutschem Gesellschaftsrecht erschwert. Wenn ein Deutscher dennoch von seiner Geschäftsidee überzeugt ist, gründet er vll dann doch noch eine Personengesellschaft wenn er mutig genug ist (oft fatal).
Ihre diesbezüglichen Aussagen regen (mich) zum Nachdenken an...
Zitat:
Ein großer Teil sagt sich aber, bevor ich mich und meine Familie mit riesigen Summen verschulde, bleibe ich lieber angestellt (u. schaffe selber keine Arbeitsplätze, obwohl er das vll könnte) o. Ruhe mich auf meinen Transferleistungen aus, auch wenn diese keine großen Sprünge erlauben. Ist Ihnen diese Alternative bei der heutigen Arbeitsmarktlage lieber nur um mündige Bürger und Firmen vor dem bösen, bösen Ltd-Gründer zu schützen? Für alles und jeden Handschlag von einem Unternehmer Sicherheiten zu verlangen, reguliert dieses Land zu Tode. (Oder kenn Sie jemand der heute noch ohne langes Studium seine Steuererklärung machen kann, selbst wenn er dies wollte? Ich nicht...)
lol...
Zitat:
Nicht die Ltd. an sich ist negativ, sondern die Beweggründe, unter denen gescheiterte? Unternehmer in Deutschland versuchen, damit - wieder - Fuß zu fassen...
Zitat:
Sagen Sie mir bitte was daran negativ sein soll, solange hier niemand absichtlichen betrogen wurde? Ich kann daran 0,0 negatives entdecken. Es ist wohl typisch deutsch einem Menschen, der in seiner Historie mal Fehler gemacht hat, für alle Zeiten erfolgloses Handeln zu unterstellen. Haben Sie schonmal davon gehört, daß der Mensch als einziges Lebewesen über sich und sein handeln nachdenken kann? Das schließt wohl auch Fehler der Vergangenheit ein. Ein Unternehmer der vll mal gescheitert ist und beim 2. oder 3. Anlauf ein erfolgreiches mittelständiges Unternehmen mit einigen Arbeitsplätzen geschaffen hat, ist wohl für Sie ganz außerhalb der Vorstellungskraft?
Grummel... Nein! Ich werde demnächst - ganz ernsthaft - das Loblied auf alle Gesellschaftsformen singen, die mit NICHTS an den Start gehen...
Zitat:
Aber aus dem Denken der vergangenen Jahrzehnte (35 Stundenwoche bei 10% Lohnerhöhung), sollte man langsam gelernt haben. Ich betrachte ständige Zeigefingerheber als aussterbende Spezies, die die evolutorischen Lebensbedingungen von Globalisierung & Co nach wie vor nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Dabei kann man sicherlich über den Sinn von einhergehendem Sozialdumping reden, aber sagen Sie das mal einem Chinesen, Inder, etc., der auch seine 10-köpfige Familie mit allen Lebensstandards der westlichen Welt versorgen will...
kein bediensteter beim companies house wird auf eine intervention der brd-regierung auch nur eine zeile antworten... ch ist ein DIENSTLEISTUNGSBÜRO des department of trade and industry... also - in etwa - des handels- und industrieministeriums
interventionen ZWISCHEN REGIERUNGEN haben auf ministerieller ebene zu erfolgen... die leute in cardiff lachen sich einen wolf, wenn da irgendwelche bitten um vermehrte überwachung von uk-limiteds, die im rahmen der BRITTISCHEN GESETZE aktiv sind (das muss ja nicht zwingend in grossbritannien sein!), eintrudeln
im übrigen kann ich keine UNTERSCHIEDLICHE behandlung von im land oder ausserhalb tätigen uk-ltd's feststellen (woher soll ch dies auch wissen?)... das verspätete einreichung von ANNUAL RETURNS und ACCOUNTS führt unweigerlich zu bussen... dabei wird weder auf das domizil noch die branche oder der ort, in der/dem die ltd. tätig ist, geachtet... bürokratie pur!
zu beachten ist, dass als datum der rechtzeitigen einreichung von dokumenten in cardiff der tag DES EINTREFFENS (und nicht dasjenige des VERSANDES) gilt... führt gelegentlich zu diskussionen, da die royal mail nicht sehr zuverlässig ist (wie heutzutage so ziemlich alle postbetriebe... siehe beitrag im spiegel über verschwundene postsendungen)
aus unserer erfahrung können wir nur anraten, dokumente mindestens EINEN MONAT vor fristablauf abzusenden... wir hatten fälle, da ein brief von zürich/schweiz nach cardiff mehr als 3 (drei!) wochen unterwegs war (nach new york geht's von europa aus übrigens so ca. 4-5 tage!!!)
da eine allgemeine politische Diskussion wohl hier nicht (im Offshore-Unterforum) ausufern sollte, möchte ich noch ein paar Zeilen antworten u. da ist leider dies nicht ganz vermeidbar (man sehe mir das nach).
Wie ich aus Ihren Postings in dem Thread sehe, den Sie gelinkt haben, scheinen unsere Meinungen nicht allzu weit entfern zu sein.
Allerdings scheinen Sie ein wesentliches Problem mit der nach deutschem Gesellschaftsrechtsperspektive gesehenen Unterkapitalisierung von Ltds in Bezug zu deutschen GmbHs zu haben. Um das klar zu sagen: Ich gebe Ihnen gerne Recht, daß dies ein problematischer Punkt ist.
Dennoch sehe ich (aus meiner persönlichen Perspektive) nicht, warum unter der dargestellten Wirtschaftslage nicht eine Verschiebung der Betonung der Schutzbedürftigkeit von Gläubigern hin zu einer freieren Vertragsfreiheit und Eigenverantwortung der Vertragsparteien erfolgen sollte, um damit den Anreiz von selbstständiger Tätigkeit und der damit verbundenen Schaffung von Arbeitsplätzen Priorität einzuräumen.
Wie sagte der einstigte Bundespräsident Herzog: "Durch Deutschland muss ein Ruck gehen.". Ich bin kein Anhänger dieser Rede, da es von Anfang an nur für schöne Reden diente.
Fakt ist aber, daß - wie Sie selbst im anderen Forum feststellten - mehr und mehr Großunternehmer Arbeitsplätze im Produktionsbereich ins nahe und ferne Ausland verlagern. Dies ist aufgrund der in China und anderen Ländern vorherrschenden Bedingungen schlicht logisch und nicht (o. nur äußerst schwer) umkehrbar - im übrigen (zwischengeschoben sei bemerkt) das die Industrieländer durch die Liberalisierung der Handelsbeschränkungen dafür selber Vorschub geleistet haben, auch wenn diese sich heute dafür mehr und mehr selber "in den Hintern beißen". (Ich würde gerne Herrn Müntefering fragen, wer denn für diese Situation verantwortlich ist - immerhin hat Deutschland [damals zwar noch unter Regierung Kohl] großen Einfluß innerhalb der G7, der WTO und der Weltbank gehabt).
Wenn seitens der westlichen Industrieländer keine Bereinigung der unterschiedlichen Sozialstandardgefälle durch Zölle in Zukunft ausgeübt wird und damit die Arbeitsplatzabwanderung einigermaßen gemildert wird (wie sogar schon in den liberalen USA diskutiert wird), werden die Hochlohnländer schlicht und ergreifend den Bach runter gehen ohne Hochtechnologie-Inovationen und zusätzliche Dienstleistungsunternehmen.
Nur Herr Wilhelm, wo sollen denn bitte all die Gründer von Dienstleistungsunternehmen herkommen, wenn in Deutschland durch Bürokratie Gründungen erschwert werden und man Bedenken von Forderungsausfällen bei niedrig-kapitalisierten Gesellschaften bei evtl. Insolvenz hat?
Wie Sie selber im anderen Thread schreiben, hat Otto-Normalbürger schon genug Lebenshaltungskosten zu bewältigen, um hier im größeren Maßstab Stammkapital für eine eventuelle Kapitalgesellschaft nach alt hergebrachtem Recht anzuhäufen, obwohl es sicherlich viele gäbe, die den Schritt in die Selbstständigkeit bei überschaubarem Risiko versuchen würden. (Und ich bleibe dabei, daß eine persönliche Haftung schlicht DUMMHEIT ist. Die Eingrenzung von persönlichen Risiken ist nunmal elementar, egal wie gut und rein Ihr Gewissen auch sein möge)
Sicher wird die Anzahl von Forderungsausfällen durch Insolvenzen solcher Firmen steigen. Doch ist ja niemand gezwungen auf Ziel Rechnungen an solche Firmen auszustellen. Hier ist meiner Meinung eher Aufklärung der Bevölkerung eine sinnvolle Alternative, statt evtl. alle Risiken der Vertragsfreiheit von vornherein zu glätten. Diese Risiken von Einzelpersonen, denen ebenso wiederum die Möglichkeit zur Einschränkung dieser offen ist, stehen meiner Meinung nämlich in keinem Verhältnis zum vorlkswirtschaftlichen Schaden, der durch ein stattliches Heer Arbeitsloser von uns allen (in Form von Steuern und Abgaben) zu bewältigen ist.
Daher ist IMHO eine Reform des deutschen Gesellschaftsrecht bisher seitens der Politik verschlafen worden. UK hat seine Hausaufgaben gemacht und nicht umsonst steht dieses Land wesentlich besser in wirtschaftlicher Hinsicht dar. Wenn sich darüber die deutschen Politiker aufregen, sollten Sie lieber schneller in dieser Sache handeln und die Gesetzgebung endlich entrümpeln, statt die erfolgreiche Wirtschaftspolitik von anderen Ländern anzugreifen und wieder nur schöne Reden zu halten, was im Grunde nur ein Eingestehen eigener UNFÄHIGKEIT ist und international sicher auch nicht anders gewertet wird (zumal ffbkdavid auch noch die Sinnhaftigkeit der Beschwerde als solches genauer dargestellt hat).
In Deutschland wirds endlich mal Zeit, daß die in deutschen Amtsstuben vorherrschende Bedenkenträgermentalität und damit einhergehender Regelmentierungswut eingeschränkt und zurückgefahren wird. Aber welcher deutsche Beamte nimmt schon gern seine eigene Stempelhoheit zurück, womit sich jeder "Untergebene" so schön kontrollieren läßt? Im Endeffekt ist dann aber ebenso logisch, daß sich der Gründungswillige durch eben dieser durch die Angebote und Möglichkeiten der neuen EU-Freizügigkeit entzieht...
Außerdem würde sich ein deutsches Amt Gedanken machen, wenn ein Brite sich beschwert? Wohl kaum...
Ich habe durchaus Verständnis, das die Zunft der Organschaften der deutschen rechtspflege mit Panikmache reagiert, wenn man bedenkt, dass eine LTD innerhalb weniger Minuten gegründet und voll einsatzfähig ist für eine GmbH Wochen oder gar Monate ins Land ziehen.
Alleine Der Geschäftsführerwechsel in D kann zum Drame ausufern.
Ich sehe gerade im Moment erst Ihre Nachricht v. 23.05.
Sie haben zweifelsfrei interessante - und richtige - Fragestellungen aufgeworfen.
Ich möchte an dieser Stelle jedoch nicht mehr im Detail darauf eingehen, da zwischenzeitlich an einer anderen Stelle dieser Foren eine Diskussion entstand, die sich zwar ursächlich nicht mit Gesellschaftsformen, dafür aber um so mehr mit festgefahrenen Strukturen beschäftigt.
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