Verfasst am: 21.Dez 2005 15:20 Titel: Übernahme einer bestehenden UK Limited ?
Was ist bei der Übernahme einer bestehenden UK Limited alles zu beachten?
Hallo werte Forumteilnehmer,
ich habe ein Angebot bekommen relativ günstig eine bestehende UK Limited zu übernehmen. Der bisherige Eigner ist mir seit langem bekannt und erscheint integer.
Da ich schon seit längerem die Absicht habe, meine persönliche Haftung (Gewerbebetrieb existiert schon relativ erfolgreich seit mehr als 10 Jahre) etwas zu begrenzen um eine Expansion des Unternehmens vorzubereiten, stehe ich nunmehr vor der Endscheidung Übernahme oder Neugründung.
Welche Risiken bestehen beim Kauf und können diese ausgeschlossen werden? Evt. Unter dem Gesichtspunkt von noch zu erwartenden Verbindlichkeiten aus Geschäftstätigkeiten der Limited usw. Eine GmbH Gründung mit aufwendigen Prozederen kommt vorerst nicht in Frage.
Wäre für hilfreiche Ratschläge sehr dankbar und würde als Gegenleistung meine Erfahrungen über den Ablauf hier preisgeben.
Verfasst am: 23.Dez 2005 16:29 Titel: geiz ist geil... jetzt auch im firmenbereich aktuell:
"..... relativ günstig ....."
es ist dieser geizistgeilkompatible halbsatz, der mich immer wieder auf die palme bringt: selbstverständlich sollten sie zugreifen... zumal ihr bekannter ja "integer" zu sein scheint (trotz uk-limited
"..... relativ günstig ....."
die von ihnen geäusserten - sachlich absolut richtigen - bedenken sind absolut irrelevant - denn: einem relativ günstig erworbenen gaul schaut man ja bekanntlich nicht ins maul
zum schluss nur dieses:
wenn sie wirklich vermögenswerte haben, die sie aus absolut akzeptablen gründen der absicherung in eine iuristische person überführen möchten (was das in ihrem fall allerdings bewirken soll - sie erhalten ja als "gegenwert" der einlagen entsprechende aktien, die in irgendeinem zwangsinkassoverfahren gleichwohl gepfändert werden könnten!), warum um alles in der welt muss dann das wichtigste element der ganzen transaktion - das GEFÄSS nämlich, in das ihr vermögen gesteckt wird! - warum muss dieses unbedingt und vorzugsweise eine occasions-klitsche sein und/oder - ich will gar nicht weiter auf ihrem fall herumhacken (es geht nämlich ums prinzip!) - eine "offshore-ibc" in einem obskuren karibik-, südamerika- oder afrikastaat (sie erinnern sich... uns wurde ein land "vorgestellt", in dem sie vor der strafverfolgung selbst im falle von kinderpornografie offenbar sicher sind... ach du grüne neune... auf davon sein...
... und warum muss das gesuchte gebilde "billig" sein?
danke für den raschen kommentar aber so wirklich richtig nützliches konnte ich diesem bei näherer betrachtung, von der ironie mal abgesehen nichts abgewinnnen.
die kritik in sachen billig, ist nachvollziehbar und nehme ich mir an, als mein einwand dazu nur folgendes: nicht alles was teuer ist oder kostspielig aussieht oder als solches verkauft wird, muss auch für die zwecke des käufers geeignet sein. ich habe es persönlich erlebt, wie sich so genannte berater mit einem hauchdünnen informationsvorsprung und der unerfahrenheit ihrer auftraggeber zuerst ihre eigenen taschen füllten und dann diese im regen stehen liessen, weil sie gar nicht begriffen haben was ihre mandanten überhaupt wollten. was wunderts da noch und zu recht das dieser gilde allerortens mistrauen entgegengebracht wird. als zukünftiges potentielles beratungsopfer halte ich es daher für legitim in foren dieser art, nach informationen zu suchen oder rat einzuholen, welche mir die zukünftige beratung transparenter erscheinen läst. gern gebe ich in diesem zusammenhang auch zu das gelegentlich der wald vor lauter bäumen nicht gesehen oder komplexere zusammenhänge nicht gleich erkannt werden. ich meine aber dazu gibt es ja gerade diese foren, um bildungs- bzw. erfahrungslücken zu schliessen ohne erst diese teuer am eigenen leib spüren zu müssen. natürlich gehe ich davon aus und ist mir bewusst dass viele teilnehmer dieser oder ähnlicher plattformen zuforderst hier eigene interessen verfolgen in einer „demokratie“ durchaus legitim.
wenn wir schon im automobilgeschäftsjargon bleiben, es sich also um einen jahreswagen handelt und wenn wir in eine fiktive schwacke liste schauen würden, könnte ich dieser entnehmen, gegenüber einem neuwagen (neugründung) erhebliche kosten zu sparen. für mich ist an dieser stelle nur relevant ob die kosteneinsparung beim wagenkauf im nutzen risiko verhältnis zu seiner geplanten laufzeit steht oder ob ich nach dem kauf eine werkstatt aufsuchen muss die unter umständen feststellt das der wagen totalschaden hat. zum besseren verständnis hätte ich im letzten thread eingangs evt. erwähnen müssen, das diese sogen. „occasions-klitsche“ jünger als ein jahr ist und dazu dienen soll nicht kapital zu vernichten oder als waschsalon zu dienen, sondern das risiko einer neuen unternehmung aufzufangen ohne die basis im falle eines gaus zu ramponieren. eingespart werden könnten die kompletten gründungskosten, laufende registered office kosten, einschließlich vorausbezahlter steurberatungskosten für zwei jahre usw. etc.
sie stimmen mir sicherlich zu, dass bei der realisierung von geschäftsideen mit dem einsatz von wagniskapital, deren ausgang noch nicht sicher ist, die gründung einer schweizer aktiengesellschagft oder deren kauf zwar schicker im namenszug, vom aufwand her totaler bullschit ist. im grunde will ich nur wissen ob ich kaufen oder neugründen soll und dazu evt. ein paar schlüssige nachvollziehbare argumente. ich habe eine menge über abenteuerliche firmen konstrucktionen in diesem board gelesen und viele teilnehmer die ihren senft dazu gegeben haben, da kann es doch so schwer nicht sein bei den vielen erkenntnisse und weisheiten die ich in diesem board hier gelesen habe mal einen nachvollziehbaren rat zu dieser frage abzugeben? evt hat ja einer eine bessere idee oder will sich gar beteiligen ?
gut gekontert... ich bin ja gar nicht im amt als "papst der teuren beratungsabzocker" - mir fällt nur auf, dass - und mit diesem unsinnigen gedanken fängt auch ihr konter an - vielfach argumentiert wird, nicht alls was "billig" sei, müsse schlecht, und nicht alles was "teuer" ist, gut sein...
... dem ist grundsätzlich nichts entgegenzusetzen... nur hat das mit dem heiklen gegenstand einer FIRMENGRÜNDUNG überhaupt nichts zu tun... darf es auch nicht, dazu ist ein solches projekt viel zu wichtig
gott sei dank haben sie nach dem obenerwähnten 08/15-einstieg ganz elegant und durchaus überlegenswert die kurve gekriegt... ich gratuliere ihnen zu ihren gedankengängen - durchaus kreativ und überdenkenswert
nur soviel - so quasi als lösungsansatz: ein harmonisches und vor allem längerfristig brauchbares verhältnis zwischen serviceanbieter/berater (nennen sie's, wie sie möchten) und seinen kunden kann sich nur im laufe einer gewissen zeitperiode AUFBAUEN... es darf nicht als vom ersten tag als vorhanden angesehen werden. - dann gibt's auch keine gefahr des "abgezocktwerdens" durch schwarze schafe in der consultant-gilde (dies es zugegebenermassen zu hauf' gibt!)
in der praxis wird ihnen ein seriöser partner immer die grenzen des kostenlosen services aufzeigen... bei uns beispielsweise sind telefonische fragen kostenlos bis zum geht nicht mehr - wir rufen auch auf unsere kosten zurück (wenn's denn nicht eine handy-nummer auf niue ist und nehmen uns extrem zeit, auch per e-mail schriftlich unseren kommentar zu projekten/gründungsgedanken kundzutun
damit leisten wir - so denke ich wenigstens - sehr wohl einen positiven beitrag zum entscheid des kunden, ob er mit uns zusammenarbeiten möchte oder eben nicht
nach UNSERER philosophie - und davon weichen wir keinen millimeter ab - ist die übernahme einer bereits verwendeten firma (nicht zu verwechseln mit einer "vintage-company", die sich nach wie vor im besitz der profis befindet, die sie auch gegründet hatten!) im hinblick auf nicht erkennbare mögliche (haftungs)ansprüche (eingegangene bürgschaften, die nicht bilanziert sind, latente steuern für vergangene geschäftsperioden, die noch nicht endgültig veranlagt sind etc. etc.) wie auch ungeklärte auseinandersetzungen mit behörden (gegenbenenfalls verspätete/nicht erfolgte hinterlegung von dokumenten etc.) einfach zu riskant... aus unserer erfahrung wissen wir, dass man auch von "freunden" und nahestehenden personen gelinkt werden kann... wem das wasser bis zum halse steht, geht üblicherweise über leichen
nochmals - ihre antwort zeigt, dass sie durchaus in der lage sind, ihre position richtig einzuschätzen und einzustufen... das ist bereits ein wesentliches positivum auf ihrem weg zum erfolgt...
... für den ich ihnen von herzen viel glück wünsche
Eine Neugrundung ist sicherlich die bessere Möglichkeit, denn nur dann können Sie ausschließen das die Limited Schulden und laufen auch nicht gefahr das bei der Buchhaltung fehler gemacht wurden ....u.s.w.
Anmeldungsdatum: 17.12.2003 Beiträge: 1127 Wohnort: Belize City
Verfasst am: 4.Jan 2006 16:02 Titel: Re: Übernahme einer bestehenden UK Limited ?
Andreas Monare hat folgendes geschrieben::
....
Welche Risiken bestehen beim Kauf und können diese ausgeschlossen werden? Evt. Unter dem Gesichtspunkt von noch zu erwartenden Verbindlichkeiten aus Geschäftstätigkeiten der Limited usw. Eine GmbH Gründung mit aufwendigen Prozederen kommt vorerst nicht in Frage.
Ich würde wie folgt vorgehen:
Nachdem Sie sämtliche Geschäftsunterlagen gesichtet und Ihr Steuerberater die Bunchführungs- /Buchhaltungsunterlagen (wenigstens auf Plausibilität) geprüft hat, holen Sie sich anwaltlichen Rat ein, wie im Falle einen Unternehmenskaufes vorzugehen ist. Hierfür gibt es nämlich so etwas wie Checklisten, die der Fachmann auch abarbeiten kann.
Wichtigster Punkt ist eine Haftungsfreistellung für vorangegangene Verbindlichkeit der Ltd. durch den bisherigen Inhaber , gegebenenfalls verbunden mit einem notariellen (abstrakten !) Schuldanerkenntnis, um im Zweifel einen Urkundsprozess führen zu können (erwähnen Sie bei Ihrem Anwalt meine vorstehenden Ausführungen, dann weiß der schon bescheid).
Verfasst am: 7.Jan 2006 18:59 Titel: Re: Übernahme einer bestehenden UK Limited ?
hallo andreas
ich denke sie sollten die ganzen unwegsamkeiten die hier umschrieben wurden ausgrenzen, indem sie einfach neugründen. schuldanerkenntniss und vieles mehr notartermine ect. alles unnötiges geld. wenn sie diese ganze prozedur durch haben ist vieleicht in england nicht alles in ordnug und sie sitzen auf einem scherbenhaufen, ich habe in dieser beziehung schon vielen LTD inhabern helfen müssen. eine neugründung ist meiner meinung nach günstiger.
Anmeldungsdatum: 11.12.2005 Beiträge: 56 Wohnort: Berlin
Verfasst am: 8.Jan 2006 0:18 Titel:
@ tropico:
Haftungsfreistellung klingt natürlich erst einmal immer gut, nur wirkt diese leider nur im Innenverhältnis, da Verträge zu Lasten Dritter - jedenfalls im europäischen Rechtsraum - nun einmal nicht möglich sind...
Ein abstraktes Schuldanerkenntnis dürfte schon daran scheitern, daß eine Schuldsumme, die abstrakt anerkannt werden könnte, dem Käufer der Ltd.-Anteile, soweit nicht vollständig bilanziert worden ist, ja gar nicht bekannt ist und der Verkäufer sich wohl kaum zu einem abstrakten Schuldanerkenntnis über eine "Phantasiesumme" entschließen dürfte.
Neugründen ist in jedem Fall der sicherere und im Ergebnis im Zweifel günstigere Weg, da kann ich Mobile-Europe nur zustimmen. Anbieter gibt es ja genug in jedem Preissegment, man muss nur wissen, was man will, und sich mit Vorteilen und Risiken selbst umfassend beschäftigt haben. Das kann einem kein Vermittler abnehmen.
Ich danke allen für die Informationen zum Kauf der gebrauchten LTD. Als Schlussfolgerung aus dem geschriebenen, habe ich mich entschlossen neu zu gründen. Das Risiko der Übernahme steht in keinem Verhältnis zu den Kosten einer Neugründung. Danke an alle
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