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hdschulz Insider
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 953
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Verfasst am: 9.Dez 2006 15:20 Titel: 20% weniger - na und? |
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Im Frühjahr erhob sich ein unheilschwangeres Rauschen im deutschen Blätterwald:
Das Deutsche Klimarechenzentrum in Hamburg hatte seinen neuen Supercomputer angeworfen und 432 Billiarden Rechenoperationen ausgeführt. Heraus kam die "Wetterkarte der Zukunft" (BILD), denn es lassen sich Temperatur, Wind, Niederschlags- oder Sonneneinstrahlungswerte aus der ganzen Bundesrepublik auf den Bildschirm holen.
"Und das für jede Stunde bis ins Jahr 2100", so die Forscher. Das Bundesumweltamt veranstaltete eine Pressekonferenz, Boulevardblätter und Nachrichtenmagazine veröffentlichten kreative Wetterkarten anno 2100 mit eher trüben Aussichten. In den Alpen "Schneeschmelze", im Großraum Leipzig "Starkregen", im Südwesten "Steppendürre" im Osten "Wüstensonne", an Nord- und Ostsee "Mittelmeerklima".
Wer wollte da angesichts der gewaltigen Rechenkraft noch Zweifel hegen?
Die kritischen Journalisten, sonst schnell dabei, auch noch den letzten Pipifax auseinanderzunehmen, erstarrten in Ehrfurcht und hatten nichts besseres zu tun, als für ihren Wohnort das Wetter am 30. Mai des Jahres X zu recherchieren.
Niemand fand es erwähnenswert, daß nach unendlich vielen Rechenschritten ein winziger Anfangsfehler das Ergebnis unbrauchbar machen kann, niemand fragte nach, ob denn die Rechenformeln (sprich die Modellvorstellungen mit allen Einflußgrößen, Abhängigkeiten und Wechselwirkungen) überhaupt hinreichend bekannt und sicher seien.
Doch es kam, wie es kommen mußte: Zunächst war man bei den Klimarechnern etwas peinlich berührt, als sich herausstellte, daß bei sich bei der Steuerung der Rechenoperationen ein Fehler eingeschlichen hatte und die Ergebnisse deshalb Makulatur waren.
Man beeilte sich zu erklären, daß der Fehler schnellstens korrigiert würde. Doch was nutzt korrektes Rechnen, wenn die Formeln nicht stimmen?
Seit der Veröffentlichung der Hamburger Fleißarbeit werden in Fachkreisen eine ganze Reihe von Fragen neu aufgeworfen, die gewichtigen Einfluß auf alle Klimamodellrechnungen haben können, so z.B. die Frage nach dem Einfluß des schwankenden Sonnenwindes und Sonnenmagnetfelds auf die Wolkenbildung, die Frage nach der unbekannten Ursache der unvorhergesehenen Temperaturschwankungen der Ozeane, die Frage nach dem Einfluß von „Mobile Polar Highs“ (MPH) usw.
Die neueste Meldung in diesem Zusammenhang betrifft den Befund von Geophysikern der Universität Arizona, die herausfanden, daß die Meere um die Antarktis viel mehr Wärme und Kohlenstoff absorbieren, als bisher bekannt, was sich im globalen Maßstab so auswirkt, daß etwa 20% mehr Wärme und CO2 aus der Atmosphäre entfernt wird.
http://www.geo.arizona.edu/BGDL/ocean.html
Ob das von den gehirngewaschenen Journalisten wohl noch jemanden interessieren wird und ob der Supercomputer in Hamburg noch einmal neu programmiert wird?
Ob dann vielleicht im Jahr 2100 der Starkregen im Südwesten statt in Leipzig auftritt?
Kaum vorstellbar ist allerdings, daß die Modellierer zugeben, daß ihr Modell unvollständig und unsicher ist. Dann gibt's nämlich keine Kohle mehr und keine Publicity. |
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