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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5909
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Verfasst am: 13.Jun 2006 12:02 Titel: » Vom Winde gestoppt « |
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Je stärker der Wind weht, desto öfter stellen Energiekonzerne Windräder ab. Offizieller Grund: Die Hitzegrenzen für Stromleitungen, die unter Annahme ständiger Windstille kalkuliert wurden. Ökofirmen vermuten andere Motive.
(...) Immer häufiger, klagen Windmüller, würden ihre Anlagen wegen des hohen Windangebots abgeschaltet. Begründet werde dies mit der theoretisch drohenden Überlastung des Stromnetzes.
Ermittelt wird die Kapazität der Stromleitungen für 35 Grad Außentemperatur und eine Luftbewegung von 0,6 Metern pro Sekunde - Flautenbedingungen, die an einem windigen Tag an der See nicht eintreten.
(...) Dennoch wurden mit dieser Begründung im vergangenen Jahr die Windräder an etwa 40 windreichen Tagen für mehrere Stunden vom Netz genommen. In diesem Jahr war dieser Wert schon im Mai erreicht, Tendenz steigend. "Wir fürchten Ausfälle von 5 Mio. Euro und mehr in diesem Jahr", sagt Hermann Albers vom Bundesverband Windenergie: "Bis zu 15 Prozent der Jahresproduktion drohen verloren zu gehen, weil der Netzbetreiber in den windstarken Zeiten abschaltet." Da dies auch die Banken sehen, wird die Finanzierung neuer Anlagen immer schwieriger.
FDT |
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WC.Hofmann Pathfinder
Anmeldungsdatum: 09.12.2004 Beiträge: 355 Wohnort: in der Mitte Europas
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Verfasst am: 15.Jun 2006 23:15 Titel: Re: » Vom Winde gestoppt « |
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| Moderator GM&P hat folgendes geschrieben:: |
Je stärker der Wind weht, desto öfter stellen Energiekonzerne Windräder ab. Offizieller Grund: Die Hitzegrenzen für Stromleitungen, die unter Annahme ständiger Windstille kalkuliert wurden. Ökofirmen vermuten andere Motive.
FDT |
Die Ökofrieks sollen nicht so viel Vermutungen anstellen; das Thematik sollte ganz nüchtern analysiert werden.
Der folgende Beitrag des AZ-Redakteurs Ralph Allgeier vom 14.06.2006 passt zur Thematik (AZ=Aachener Zeitung). Der vollständige Beitrag ist in der AZ nur über ePAPER abrufbar, daher hier die wesentlichen Passagen, die ich ein wenig redaktionell bearbeitet habe, ohne den Text des Autors zu verfälschen.
Studie sieht Engpass im Stromnetz
Der Ausbau der Windenergieerzeugungsanlagen erfordert eine grössere Leitungskapazität. Die Stromleitungen in Deutschland müssen nach einer Studie der Deutschen Energieagentur mittelfristig verstärkt werden.
Darauf machte auch Ludger Hansmann, Energieberater bei den Aachener Stadtwerken (Stawag), im Vorfeld einer Stawag-Veranstaltung zum europäischen Stromnetz aufmerksam.
Danach sollten bis 2015 rund 851 Kilometer Hochspannungstrassen verstärkt oder neu angelegt werden. Hintergrund sei der geplante Ausbau von Windparks insbesondere auf See. Da der dort produzierte Strom auch in die Mitte und den Süden der Republik transportiert werden soll, reichen die Netz-Kapazitäten in Norddeutschland nicht mehr aus.
Im Verbund mit herkömmlichen Kraftwerken werden die neuen Off-Shore-Windparks so viel Energie produzieren, dass die bestehenden Hochspannungsleitungen diesen Strom nicht vollständig transportieren können. Ist zuviel Strom im Netz, würden zukünftig insbesondere Windkraftanlagen gedrosselt oder gar abgeschaltet. Die hohe Spannung im Netz ermöglicht den Stromtransport über grosse Entfernungen. Das deutsche Netz ist Teil des europäischen Verbundnetzes, das von Portugal bis zur russischen Westgrenze reicht. Ein Kraftwerksausfall wird somit problemlos kompensiert. Die Verstärkung des Stromnetzes wäre der o.a. Studie zufolge mit jährlichen Investitionen von 115 Mio EUR verbunden. Dieser Netzausbau würde laut dem Bundesverband Windenergie nur zu erhöhten Nutzungsentgelten von bis zu 0,025 Cent pro KWh führen.
Erneuerbare Energien decken etwa zehn Prozent des Stromverbrauchs; auf Windkraft entfällt damit mit sechs Prozent der grössere Anteil.
Der Energieberater Ludger Hausmann der Stawag sagt: "Erneuerbare Energien werden künftig eine immer stärkere Rolle für unsere Stromwirtschaft spielen. Der Ausbau der Windenergie ist aber nicht zum Nulltarif zu haben".
Weiteres zur Zukunftsperspektive:
Strom aus solarthermischen Kraftwerken in Nordafrika kann auch ins europäische Stromnetz eingespeist werden. Die Sahara bietet ausreichende Möglichkeiten, die sog. Überschusskapazität der Sonne sinnvoll zur Stromerzeugung zu nutzen. Die Nutzeffekte für Afrika sind nicht von der Hand zu weisen.
Bereits elf Länder - darunter auch Deutschland - beteiligen sich an einer "Globalen Marktinitiative", um gemeinsam die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Nutzung solarthermischer Kraftwerke zu schaffen.
Hinweis für Rheinländer zur Veranstaltung der Stawag in Aachen:
«Sonnenstrom aus Afrika - Windstrom von der Nordsee: Kann das europaweite Stromnetz den Transport leisten?», lautet der Titel der Stawag-Veranstaltung am Montag, 19. Juni, 19 Uhr, im Forum M der Mayerschen Buchhandlung, Buchkremerstraße 1-7, in Aachen.
Es referieren: Jürgen Nachtkamp, Leiter des Stawag-Netzmanagements, Wolfgang Zander, Geschäftsführer des Aachener Ingenieurbüros BET, und Franz Trieb, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik.
Interessierte, die dort nicht teilnehmen können, werden bestimmt über die Stawag in Aachen ein Manuskript anfordern können. Möglich, dass die Beiträge auf der Homepage der Stawag http://www.stawag.de/ nach der Veranstaltung abrufbar sind. |
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