| |

|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
hdschulz Insider
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 953
|
Verfasst am: 27.Okt 2006 15:10 Titel: Am Beispiel des Golfstroms... |
|
|
Der Golfstrom und die Medien
Wir haben es hauptsächlich dem Golfstrom zu verdanken, dass unser Klima in Europa relativ mild ist, verglichen mit anderen Regionen gleicher geographischer Breite.
Er ist es, der warmes Meerwasser aus der Karibik zu unseren Küsten transportiert, das weiß jedes Kind; und folglich kann jeder mit breitem Interesse rechnen, wenn er dazu etwas Neues zu berichten hat.
So war es auch im vorigen Jahr um die Weihnachtszeit, als Harry Bryden und Mitarbeiter vom UK National Oceanography Centre eine Studie zur Zirkulation des Meerwassers im Nordatlantk veröffentlichten, die eine Auswertung von Daten aus fünfzig Jahren beinhaltete.
Ihre Schlußfolgerung, publiziert im Wissenschaftsmagazin "Nature":
"The comparison suggests, that the Atlantic meridional overturning circulation has slowed by about 30 percent between 1957 and 2004."
Zu Deutsch: Die Kraft des Golfstroms hat zwischen 1957 und 2004 um 30% nachgelassen.
Das war natürlich Wasser auf die Mühlen der Klimawandel-Warner. In allen Medien wurden die Studienergebnisse breitgetreten, verbunden mit düsteren Warnungen vor den katastrophalen Folgen, die aus der Reaktion des Ozeans auf den Anstieg der Treibhausgase besonders in Europa erwachsen könnten.
Die Zeitungsartikel lasen sich wie Berichte über den Film " The Day After Tomorrow", in dem New York nach Klimawandel durch Menschenfrevel im ewigen Eis versinkt.
Uns wurde erklärt, dass die "meridionale atlantische Zirkulation" warmes Wasser in die nördlichen Breiten transportiert, das abgekühlt am Meeresgrund wieder zurückströmt.
Wir erfuhren auch von der "thermohalinen Zirkulation" als kritischer Komponente der Energiebilanz des Systems Erdoberfläche/Atmosphäre.
Brydens Erkenntnisse konnten die Befürchtungen nur noch verstärken, dass menschliche Aktivitäten via Treibhausgase einen erhebliche Störung des Systems hervorrufen, die in der Klimakatastrophe enden – siehe Filmstory.
Es gab schon damals einige Skepsis und Zweifel an den Studienergebnissen, worüber natürlich nicht berichtet wurde:
Angefangen mit der simplen Frage, warum eine angebliche 30% Reduzierung des Golfstroms noch keinen bemerkbaren Abkühlungseffekt auf das Klima in Europa hatte, immerhin rechnet man bei einem Totalausfall mit einer Abkühlung von 4°C.
Andere Wissenschaftler rechneten nach und fanden, dass die von Bryden gefundenen Abweichungen innerhalb der Meßtoleranzen einzustufen waren.
Die Auswertung einer Reihe von anderen Untersuchungen zu ähnlichen Themen führte zu keiner Bestätigung der Ergebnisse von Bryden et al.
Im Übrigen darf der Golfstrom nicht isoliert betrachtet werden, er ist Teil des weltumfassenden Systems der Meereszirkulation mit einem Umlauf pro tausend Jahre und mehreren Antriebsfaktoren, die mit Erwärmung, Abkühlung, Wind, Erdumdrehung und Gezeiten zu tun haben.
Nun ist das Thema wieder aktuell geworden, weil in zwei wichtigen unabhängigen Untersuchungen Brydens Ergebnisse eindeutig widerlegt wurden.
Beide Untersuchungen sind in den renommierten "Geophysical Research Letters" veröffentlicht und belegen, dass der Massetransport im Golfstrom sich nicht verändert hat, verglichen mit Untersuchungen anhand der jeweils gleichen Methode an gleicher Stelle in den 80-er und frühen 90-er Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Das Ganze ist ein klassisches Beispiel dafür, wie in unseren Medien mit der Debatte um den angeblich menschengemachten Klimawandel umgegangen wird:
Bryden behauptete, eine 30%-ige Verringerung der thermohalinen Zirkulation gefunden zu haben. Seine Resultate wurden in "Nature", einem der führenden Wissenschaftsmagazine veröffentlicht und weltweit in allen möglichen Medien gehörig aufgepeppt verbreitet.
"Die Welt geht unter" oder "Auf dem Weg in die Katastrophe" sind allemal interessante Titel und eine 30%-ige Abschwächung der thermohalinen Zirkulation wäre zweifellos ein erstrangiges geophysikalisches Thema.
Kaum ein Jahr später präsentieren zwei Wissenschaftlerteams schlagende Beweise, dass der Golfstrom sich nicht abgeschwächt hat – ihre Ergebnisse werden in den "Geophysical Research Letters" veröffentlicht, aber kein Schwein in den Medien interessiert das noch. |
|
| Nach oben |
|
 |
hdschulz Insider
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 953
|
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz Insider
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 953
|
|
| Nach oben |
|

|
|
|
|
|
|
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
Powered by phpBB © phpBB Group
|
|
|
|