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Biomasse, Biogas, Biodiesel, Bio...

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6841

BeitragVerfasst am: 31.Jul 2007 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

Greenline Industries und ULEROM eröffnen feierlich erstes rumänisches Biodiesel-Werk

Greenline Industries, das mit einem EPA-Preis ausgezeichnete führende Unternehmen für Design und Konstruktion von Biodiesel-Produktionsanlagen, und ULEROM, eine von Rumäniens grössten Agrarindustriegesellschaften, gaben heute die feierliche Eröffnung ihrer grössten Anlage in Vaslui, Rumänien, bekannt. Die 7-Millionen-GPY-Anlage ist die erste Biodiesel-Produktionsanlage, die in Osteuropa betrieben wird.

Der Präsident von Rumänien, der ehrenwürdige Traian Basescu, wurde eingeladen, um das Werk feierlich zu eröffnen. Die Anlage ist für Rumänien ein Schlüsselelement, um die EU-Anforderungen nach 5,75% Biokraftstoff zu erfüllen, die sich aus den extensiven Agrarflächen des Landes ergeben. Beamte der amerikanischen Botschaft in Rumänien waren vor Ort, um die amerikanischen Ursprünge der Anlage zu unterstreichen, die von Greenline Industries aus San Rafael, Kalifornien, gebaut wurde.

" Diese Biodiesel-Anlage ist ein Tribut an die internationale Zusammenarbeit. Die Anlage wurde in den USA entworfen, in Deutschland und Rumänien gebaut, und von einem amerikanisch-rumänischen Team errichtet ", erklärte Adrian Porumboiu, Eigentümer der Racova Group, die ULEROM umfasst. " Diese Anlage wurde nicht nur für Geschäftszwecke errichtet. Sie repräsentiert einen grossen Schritt in Richtung Energie-Unabhängigkeit, einen logischen und lukrativen Verwendungszweck für unsere pflanzlichen Erzeugnisse sowie eine wichtige Waffe im weltweiten Kampf gegen Erderwärmung und Umweltverschmutzung. "

Die rumänische Einrichtung ist bereits das siebzehnte Beispiel für die preisgekrönte Technologie von Greenline, die wasserloses Waschen, computergesteuerten lückenlosen Produktionsdurchlauf sowie ein Baukastensystem enthält. Zwanzig weitere Anlagen auf drei Kontinenten befinden sich zur Zeit im Bau bzw. unter Vertrag. Die Greenline Technologie baut in der Biodiesel-Industrie besonders auf zwei Schlüsselelemente: die Herstellung an sich muss auf umweltfreundliche Weise erfolgen, und das Design muss ein schnelles Errichten kleiner bis mittelgrosser Anlagen überall auf der Welt ermöglichen.

" Die Anlage wurde auf Paletten geliefert und in normalgrossen LKW-Anhängern von unserer Produktionseinrichtung in Deutschland nach Vaslui transportiert. Die Montage erfolgte in sehr kurzer Zeit vor Ort, mit Hilfe der Kompetenzen der lokalen Arbeiter ", erklärte Herr Michael Brown, Vorstandsvorsitzender von Greenline. " Ich bin stolz, hier an diesem wichtigen Tag für Rumänien dabei zu sein, und ich bin ebenso stolz auf das Team, das diese Anlage entworfen und gebaut hat.

ots Originaltext: Greenline Industries, Inc.
Pressekontakt:
Peter Brown, Euro Marketing Tools, +1-408-206-7035,
[E-Mail anzeigen]
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WC.Hofmann
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Anmeldungsdatum: 09.12.2004
Beiträge: 361
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BeitragVerfasst am: 9.Dez 2007 22:37    Titel: Kraftstoff aus Biomasse wird wirtschaftlich Antworten mit Zitat

Eine interessante Entwicklung wird in der Fachzeitschrift ANTSORGA vom Nov./Dez. 2007 auf den Seiten 28ff. beschrieben, - hier allerdings unter der fetten Überschrift
Keine Konkurrenz zu Lebensmitteln
Das Forschungsinstitut Karlsruhe (FZK) hat ein Verfahren für synthetischen Kraftstoff aus Biomasse entwickelt. Ausgangsmaterial sind Stroh und andere biogene Reststoffe.

Der Inhalt der veröffentlichung des Autors Joachim Hoffmann vom FZK ist praktisch mit dem Inhalt der Presseinformation 17/2007 identisch.
http://www.fzk.de/fzk/groups/oea/documents/presseinformationen/id_058368.pdf
Die LURGI AG hat sich Rechte gesichert und forciert die Technologie mit wissenschaftlicher Unterstützung des FZK.
http://www.kompetenznetze.de/navi/de/Services/nachrichten,did=165212.html
http://www.alsa.at/chemiereport/stories/5960/
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WC.Hofmann
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 09.12.2004
Beiträge: 361
Wohnort: in der Mitte Europas

BeitragVerfasst am: 9.Dez 2007 23:17    Titel: ... grüne Revolution ... Antworten mit Zitat

Die Aachener Zeitung -AZ- titelte am 06.12.2007 auf der Seite "Region Rhein-Maas" mit

Die grüne Revolution der Motorentechniker

Das RWTH-Exzellenzcluster "Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse" entwickelt ganz neue Verbrennungsverfahren für Autos.

Da soll mal einer sagen, in Aachen wäre nix los. - Vielleicht z.Z. auf dem Tivoli eher nicht, - dafür an der TH um so mehr.

RWTH Aachen - Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus BiomasseMaßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse In der Europäischen Union beträgt der Anteil des Verkehrs am Gesamtenergieverbrauch etwa 30 Prozent. ...
www.rwth-aachen.de/go/id/plg/ - 19k - Im Cache - Ähnliche Seiten
oder
Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus BiomasseIm Exzellenzcluster "Maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse" an der RWTH Aachen arbeiten Natur- und Ingenieurwissenschaftler eng zusammen. ...
http://idw-online.de/pages/de/news236327

Natürlich ist das Bemühen um Kraftstoffe aus Biomasse nichts Neues:

Entwicklung und Einführung von Kraftstoffen aus BiomasseIch habe eine Vision, die sich darauf gründet, dass die Technik zur Herstellung von synthetischen maßgeschneiderten Kraftstoffen aus Biomasse in den ...
www.umwelt.niedersachsen.de/master/C1901919_N11544_L20_D0_I598.html - 38k - Im Cache - Ähnliche Seiten

Für an der Thematik interessierte Studierende sind auch hier noch einige Anregungen zu finden:

Diplom-,Studienarbeiten Moderne Brennverfahren und maßgeschneiderte Kraftstoffe aus Biomasse – Experimentelle Untersuchungen, Kontaktperson:, Dipl.-Ing. Martin Müther ...
www.vka.rwth-aachen.de/studlehr/diplom.html - 50k - Im Cache - Ähnliche Seiten

Der Moderator wird bestimmt mal etwas Informationen für Studienwillige und wissenschaftlich interessierte Leser zum Thema RWTH zulassen:
http://www.aachener-zeitung.de/sixcms/detail.php?template=az_liste&cmsvar[_rubrik]
=328726&_wo=Dossier

Natürlich ist es auch z.B. an den Unis in Heidelberg, Freiburg und Dresden interessant zu studieren, ... aber die haben keinen Kaiser Karl zu bieten! ... Ich darf als Aachener TH-Absolvent mal ein wenig schmunzeln. - WC.H
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6841

BeitragVerfasst am: 11.Dez 2007 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Royal Dutch Shell plc und HR Biopetroleum haben heute den Bau einer Pilotanlage auf Hawaii zum Anbau von Meeresalgen angekündigt. Aus den Algen wird Pflanzenöl gewonnen, das in Biokraftstoff der zweiten Generation umgewandelt wird.

Dies ist ein weiterer Schritt in Shells anhaltenden Bemühungen um die Entwicklung einer neuen Generation von Biokraftstoffen unter Verwendung nachhaltiger, nicht zum Verzehr geeigneter Rohstoffe. Algen sind sehr viel versprechend, da sie sehr schnell wachsen, reich an pflanzlichem Öl sind und in Meerwasserbecken angebaut werden können, so dass nur wenig fruchtbares Land und Süßwasser in Anspruch genommen werden.

Shell und HR Biopetroleum haben für die Entwicklung dieses Projekts eine Joint-Venture-Gesellschaft mit dem Namen Cellana gegründet, an der Shell die Mehrheit hält. Der Bau der Vorzeigeeinrichtung an der Kona-Küste der Insel Hawaii Island beginnt umgehend. Das von der Natural Energy Laboratory of Hawaii Authority (NELHA) gepachtete Gelände liegt in der Nähe bestehender kommerzieller Algenanbaubetriebe, die überwiegend die Pharma- und Nahrungsmittelbranchen bedienen.

In der Anlage mit Freiluftbecken werden nur nicht gentechnisch veränderte Mikromeeresalgenarten angebaut. Dabei werden urheberrechtlich geschützte Technologien verwendet. Die verwendeten Algenstämme sind entweder in Hawaii heimisch oder vom Hawaii Department of Agriculture zugelassen. Der Schutz der örtlichen Umwelt und des marinen Ökosystems war bei der Konzeption der Anlage von entscheidender Bedeutung. Nach der Ernte wird aus den Algen Pflanzenöl gewonnen. Die niedrigen Produktionsvolumina werden zu Testzwecken verwendet.

Ein akademisches Forschungsprogramm unterstützt das Projekt: Dabei werden natürliche Mikroalgenarten untersucht, um zu bestimmen, welche die höchsten Erträge und die größten Pflanzenölmengen ergeben. An dem Programm sind Wissenschaftler von den Universitäten Hawaii, Southern Mississippi und Dalhousie in Nova Scotia, Kanada, beteiligt.

Ein Vorteil von Algen ist ihr schnelles Wachstum. Sie können ihre Masse mehrmals täglich verdoppeln und ergeben bedeutend mehr Öl pro Hektar als Alternativen wie z. B. Raps, Palmen, Soja oder Jatropha. Außerdem können Anlagen auf Küstengeländen gebaut werden, die nicht für die konventionelle Landwirtschaft geeignet sind. Langfristig haben Algenanbauanlagen ebenfalls das Potenzial, CO2-"Abgase" von Industrieanlagen wie z. B. Kraftwerken direkt zu absorbieren oder "einzufangen". In der Cellana-Vorführanlage werden CO2-Zylinder verwendet, um dieses Potenzial zu untersuchen.

"Algen haben ein bedeutendes Potenzial als nachhaltiges Rohmaterial für die Erzeugung dieselartiger Brennstoffe mit äußerst geringer CO2-Erzeugung", erklärte Graeme Sweeney, Shell Executive Vice President Future Fuels and CO2. "Diese Vorführanlage ist ein bedeutender Test der Technologie und insbesondere der wirtschaftlichen Tragfähigkeit."

"Die bewährte Technologie von HR Biopetroleum bietet eine solide Plattform für die kommerzielle Entwicklung und potenzielle weltweite Implementierung", so Mark Huntley, HR Biopetroleum Chief Science Officer. "Shells Know-how und Engagement im Bereich der Biokraftstoffe der nächsten Generation ergänzt unsere eigenen Stärken und macht dies zu einer echten Kooperationspartnerschaft."
Quelle: ots
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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1058

BeitragVerfasst am: 11.Dez 2007 21:10    Titel: Antworten mit Zitat

Siehe auch hier
Dort haben wir schon einmal das Thema Öl aus Plankton bzw. Algen erörtert.
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WC.Hofmann
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 09.12.2004
Beiträge: 361
Wohnort: in der Mitte Europas

BeitragVerfasst am: 16.Dez 2007 12:40    Titel: Shell produziert Biokraftstoff aus Algen Antworten mit Zitat

Moderator GM&P hat folgendes geschrieben::
Royal Dutch Shell plc und HR Biopetroleum haben heute den Bau einer Pilotanlage auf Hawaii zum Anbau von Meeresalgen angekündigt. Aus den Algen wird Pflanzenöl gewonnen, das in Biokraftstoff der zweiten Generation umgewandelt wird. ...


Viele Zeitgenossen schimpfen oft - und auch durchaus berechtigt - über die Ölmultis. Dennoch sollte man sich auch über deren Geschäftstätigkeit und Entwicklungspotentioal informieren. Daher zum obigen Beitrag aus dem Hause Shell einige Ergänzungen:

· Unter http://www.shell.com/announcement11dec ist ein
elektronisches Pressepaket einschließlich von Bildern zum
Download erhältlich.

· Royal Dutch Shell plc arbeitet an der Erfüllung staatlicher
Vorgaben für Biokraftstoffe und ist mit ihrer Erfahrung, ihrem
Know-how und ihren Anlagen zum größten
Biobkraftstoff-Lieferanten der Welt geworden. Das Unternehmen
arbeitet mit Herstellern von Biokraftstoffen zusammen, um eine
kosteneffektive Versorgung sicherzustellen und sich für
Gewährleistungen im Sozial- und Umweltbereich einzusetzen. Eine
Einschränkung des Potenzials konventioneller Biokraftstoffe
besteht darin, dass sie Lebensmittelpflanzen verwenden. Shell
ist führend in der Entwicklung von Biokraftstoffen der nächsten
Generation, die nicht zum Verzehr geeignete Biomaterialien,
alternative Verfahren und Hochleistungsbrennstoffe verwenden.
· Der Ausdruck Cellana wird der Einfachheit halber für Cellana
Inc. und Cellana B.V. verwendet. Pressekontakt:

Shell Deutschland Oil GmbH, Cornelia Wolber, Tel.: +49 40 6324-5650
Fax: +49 40 6324-5652, mailto: [E-Mail anzeigen]

Viele Informationen über die Aktivitäten von Shell sowie die Forschung auf dem Fuel-Sektor findet man übrigens zusammengefasst im Presseportat http://www.presseportal.de/pm/53326/shell_deutschland_oil_gmbh.
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WC.Hofmann
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 09.12.2004
Beiträge: 361
Wohnort: in der Mitte Europas

BeitragVerfasst am: 16.Dez 2007 16:37    Titel: ... erneuerbare Energien Antworten mit Zitat

Spanien weist den Weg bei erneuerbaren Energien
5.12.2007
Journalisten-Exkursion des Österreichischen Biomasse-Verbandes - besonders beeindruckend: Modernste Solar- und Windenergieanlagen sowie Stromproduktion auf Strohbasis

Spanien und Österreich zeichnet eine unrühmliche Gemeinsamkeit aus. Sie sind die Schlusslichter bei der Erfüllung der CO2-Reduktionsziele im Kyoto-Protokoll. Doch gibt es einen Unterschied: Die spanische Regierung und ihre Provinzen, an der Spitze Navarra, reagieren mit aller Deutlichkeit auf die katastrophale Klimaschutzbilanz und fördern Erneuerbare Energien mit Kräften, in Österreich setzt die Energiepolitik auf die Instrumente des vorigen Jahrhunderts und neue Gaskraftwerke mit weiteren CO2-Emsissionsrekorden. Die CO2-BilanzÖsterreichs wird durch den geplanten Ausbau von Gaskraftwerken in der Steiermark, Wien, Kärnten und Oberösterreich um weitere fünf Millionen Tonnen steigen.

Spanien vor Boom bei Wind und Sonne

lesen Sie hier weiter:
http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1026355

Und nun eine ganz provokante Anmerkung:
Warum hat sich Österreich ohne ausreichende Absicherung mit Hilfe der sog. Erneuerbaren Energien von der Nutzungsmöglichkeit "Kernkraft" verabschiedet? Haben die verantwortlichen Politiker nicht kurzsichtig Beschlüsse "contra Kernenergie" gefasst?
Zweidrittel der in Österreich benötigte Energie wird aus der erneuerbaren Energie "Wasserkraft" hergestellt. - Warum haben die Österreicher eigentlich noch bei so hervorragenden Rahmenbedingungen für die Energieerzeugung Probleme? - Ich kann es nicht nachvollziehen.

In Spanien geht die Politik offensichtlich mit mehr Weitblick in diesem Thema voran. Es sind von 10 Kernkraftwerken noch acht am Netz. Zwar ist der Ausstieg aus der Kernenergie auch dort eine beschlossene Sache, - aber bitte sachte mit einer angemessenen Zeitschiene für die Bereitstellung neuer Technologien zur gesicherten Energieerzeugung.
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beih14
Specialist


Anmeldungsdatum: 07.04.2004
Beiträge: 153
Wohnort: im deutschsprachigen Raum

BeitragVerfasst am: 16.Dez 2007 23:00    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist eine Schande, wie sich der Bananenstaat Österreich auf seine Lohrberen die es vor 25 Jahren erworben hat ausruht.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6841

BeitragVerfasst am: 31.Jan 2008 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Was waren das für große Pläne: Strom aus Getreide, unbegrenzter Nachschub, Bauern als Energiewirte der Zukunft.

Doch die hohen Rohstoffpreise haben den Biogasboom jäh beendet, die Branche ist in ihrer Existenz bedroht - zum Teil hat sie selbst dazu beigetragen.

Die Euphorie ist dahin. Binnen wenigen Monaten ist der Biogasboom in sich zusammengefallen, denn die Agrarmärkte sind gekippt. Plötzlich kennen die Preise der wichtigsten Rohstoffe der Biogasherstellung nur noch eine Richtung: nach oben. Mais kostet fast doppelt so viel wie im Januar vor einem Jahr, Weizen ist nahezu dreimal so teuer wie 2004.

Was waren das für Zeiten. 2004. Biogas ist der letzte Schrei auf Deutschlands Höfen. Es sind die Jahre der Butterberge, der Milchseen, der zum Bersten gefüllten Getreidespeicher. Die Fleischpreise sind nach BSE am Boden, und für ihren Doppelzentner Weizen bekommen Bauern nur noch 7 Euro - in den 50ern waren es 22 DM.

Doch die Bauern schöpfen Hoffnung: Die rot-grüne Bundesregierung novelliert das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), führt den "NaWaRo-Bonus" ein: Betreiber von Biogasanlagen, die Elektrizität aus Lebensmitteln, Pflanzen oder anderen nachwachsenden Rohstoffen statt aus Abfall gewinnen, können den Strom unbegrenzt ins öffentliche Netz einspeisen - und erhalten neben der Grundvergütung - bis zu 11,5 Cent - weitere 6 Cent je Kilowattstunde. An der Leipziger Strombörse kostet die Kilowattstunde zu jener Zeit keine 4 Cent; die Mehrkosten muss der Stromverbraucher zahlen.

Das neue Gesetz löst einen Hype auf den Höfen aus. Die Vertreter der Anlagenhersteller tingeln über die Dörfer, rechnen den Landwirten die schöne neue Biogaswelt vor - mit Weizenpreisen von 6 oder 7 Euro je Doppelzentner. Auch die lokalen Landwirtschaftsämter sind euphorisch, veranstalten Biomasse-Seminare, drängen die Bauern zur Umrüstung. Und so träumen viele Hofbesitzer bald von einem sorgenfreien Leben. Biogas, so scheint es, ist die Lizenz zum Gelddrucken. Die Erlöse sind staatlich garantiert, die Rohstoffpreise fast auf dem tiefsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg.

Zu Hunderten geben die Bauern die Viehzucht auf, investieren Hunderttausende, bauen ihr Getreide fortan nur noch zur Herstellung von Strom oder Treibstoff an. Zur Freude der Politiker: "Das neue EEG wirkt: Landwirte werden zu Energiewirten", jubelt der damalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Landwirtschaftsministerin Renate Künast tituliert die deutschen Bauern als "Ölscheichs von morgen". Bis Ende 2006 verdoppelt sich die Zahl der Biogasanlagen in Deutschland auf 3500.

Den kompletten Beitrag lesen Sie nach einem Klick FTD
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6841

BeitragVerfasst am: 12.Feb 2008 9:21    Titel: Antworten mit Zitat

Nur nebenbei - zur Info:

Bis heute gibt es keine Norm für Scheitholz im deutschsprachigen Raum.

Die Europäische Vornorm prEN 14961 "Feste Biobrennstoffe -Brennstoffspezifikationen und -klassen" soll im Herbst 2008 fertig gestellt werden.

Sie beschreibt u.a. Kriterien für Scheitholz.

Das Institut für Brennholztechnik ist aufgefordert worden, die Tabelle 7 "Spezifikationen und Eigenschaften von Scheitholz" zu kommentieren.

(Wir sind des Wahnsinns fette Beute)
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6841

BeitragVerfasst am: 26.März 2008 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

Shell und Virent Energy Systems, Inc., (Virent) aus Madison in Wisconsin, USA, haben heute ein gemeinsames Forschungs- und Entwicklungsvorhaben angekündigt, das zum Ziel hat, pflanzlichen Zucker statt in Ethanol direkt in fertiges Benzin oder Benzinkomponenten umzuwandeln.

Die Zusammenarbeit hat das Potential, die Verfügbarkeit neuer Biokraftstoffe deutlich zu verbessern. Denn das neue Biobenzin kann dem herkömmlichen Ottokraftstoff in hohen Mischungsanteilen beigegeben werden. Eine spezialisierte Infrastruktur, neue Motortechnik und die erforderlichen Anlagen zur Beimischung würden dadurch überflüssig. Die Technologie der BioForming-Plattform von Virent wandelt pflanzliche Zucker mit Hilfe von Katalysatoren in Kohlenwasserstoffmoleküle um, wie sie auch in einer Erdölraffinerie erzeugt werden. Bisher wurden pflanzliche Zucker zu Ethanol fermentiert und destilliert. Die neuen "Biobenzin"-Moleküle haben einen höheren Energieinhalt als Ethanol (oder Butanol) und bieten eine bessere Kraftstoffeffizienz. Sie lassen sich zu herkömmlichem Benzin mischen, das sich nicht von Benzin auf Erdölbasis unterscheidet, oder können mit ethanolhaltigem Benzin kombiniert werden.

Zur Gewinnung der Zucker eignen sich neben Weizen, Mais und Zuckerrohr auch Reststoffe/Bioabfälle wie Maisstroh, Stroh und Zuckerrohrbagasse. Shell und Virent haben bereits ein Jahr lang gemeinsam geforscht. Mit der BioForming- Technologie wurden schnelle Fortschritte erzielt und die gesteckten Ziele für Ertrag, Produktzusammensetzung und Kosten übertroffen. In Zukunft soll vor allem die Technologie weiter verbessert und zur kommerziellen Produktion größerer Mengen tauglich gemacht werden.

"Die technischen Eigenschaften der heutigen Biokraftstoffe erschweren ihre Einführung auf breiter Front", so Dr. Graeme Sweeney, Shell Executive Vice President Future Fuels and CO2.

"Die Autoindustrie und Kraftstoffanbieter sind zwar im Begriff, die Vertriebsinfrastruktur und die Automotoren an die heutigen Biokraftstoffe anzupassen, aber die jetzt aufkommenden neuen Kraftstoffe wie die von Virent, die dieselben Eigenschaften wie Benzin und Diesel aufweisen oder diesen sogar überlegen sind, geben eine neue Perspektive, was ich sehr spannend finde."

Dr. Randy Cortright, Chief Technology Officer, Mitbegründer und geschäftsführender Vizepräsident von Virent: "Virent hat bewiesen, dass sich pflanzlicher Zucker in dieselben Kohlenwasserstoff-Komponenten umwandeln läßt, die in den heutigen Benzinmischungen verwendet werden. Unsere Produkte sind Benzin auf Erdölbasis in Funktionalität und Leistung ebenbürtig. Der einzigartige Katalyseprozess von Virent erzeugt Biobenzin aus unterschiedlichen Biomasse-Rohstoffen zu wettbewerbsfähigen Kosten. Die Ergebnisse, die uns heute vorliegen, rechtfertigen eine beschleunigte Kommerzialisierung dieser Technologie."


ots Originaltext: Shell Deutschland Oil GmbH
26.03.2008 | 15:00 Uhr
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6841

BeitragVerfasst am: 12.Apr 2008 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Umweltminister Moritz Leuenberger hat seinen Amtskollegen aus der EU die Schweizer Politik bei den biogenen Treibstoffen erläutert. Mit ihrer neuen Gesetzgebung nimmt die Schweiz auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle ein.

Am informellen Umweltministertreffen in Brdo (Slowenien) wies Leuenberger darauf hin, dass Biogas, Bioethanol und Biodiesel ab 1. Juli von der Mineralölsteuer befreit sind. So soll der Einsatz dieser Treibstoffe aus erneuerbaren Rohstoffen gefördert und der CO"-Ausstoss aus dem Verbrauch fossiler Treibstoffe gesenkt werden.

Die Gesetzesbestimmungen legen ökologische und soziale Mindestanforderungen fest, wie Leuenberger nach Angaben seines Departements ausführte. Damit soll verhindert werden, dass tropische Regenwälder der Gewinnung von Biomasse zum Opfer fallen und die Treibstofherstellung in den Entwicklungsländern die Nahrungsmittelproduktion konkurrenziert.

In der EU werden zurzeit vergleichbare Nachhaltigkeitskriterien diskutiert. "Es gibt viele Sorgen über die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Biokraftstoffen," sagte Umweltkommissar Stavros Dimas in Brdo.

Obwohl die Schweiz nicht EU-Mitglied ist, wird Bundesrat Leuenberger regelmässig zu den informellen Umweltministertreffen der EU eingeladen. In Brdo waren auch Vertreter der EWR-Staaten und der EU-Beitrittskandidaten zugegen.
Quelle: sda
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Großbritanniens Premierminister Gordon Brown will offenbar auf dem G-8-Gipfel im Juli auf Hokkaido das Thema Biokraftstoffe auf die Agenda setzen. Die Staatschefs der sieben wichtigsten westlichen Wirtschaftsnationen und Rußlands sollten über die Auswirkungen des Biospritbooms auf die weltweiten Lebensmittelpreise sprechen, hatte der Londoner Guardian am Donnerstag aus einem Brief Browns an seinen japanischen Kollegen Yasuo Fukuda zitiert. »Es herrscht zunehmend Konsens darüber, daß wir die Auswirkungen der verschiedenen Arten und Herstellungsweisen von Biokraftstoffen auf die Lebensmittelpreise untersuchen müssen«, soll Brown geschrieben haben.

Die Preisexplosion hat nichts mit einer Knappheit an Getreide zu tun. Im Jahr 2007 war die weltweite Getreideproduktion um fast fünf Prozent ausgeweitet worden. In diesem Jahr erwartet die FAO eine weitere Steigerung und rechnet mit einer Rekordernte von 2,16 Milliarden Tonnen. Dies könnte, so hoffen die Experten der UN-Organisation, die angespannte Lage etwas verbessern. Diese scheint in zahlreichen Ländern inzwischen bedrohlich.

Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) befürchtet weitere Preissteigerungen für Nahrungsmittel. Diese Entwicklung bedrohe weltweit Millionen der ärmsten Menschen, warnte die UN-Gliederung in ihrem am Freitag in Rom veröffentlichten Quartalsbericht.

So verdoppelten sich nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) die Preise für Weizen und Soja zwischen Frühjahr 2007 und Mitte Februar 2008. Mais sei seit letztem Herbst um 66 Prozent, Reis in den vergangenen zehn Monaten um etwa 75 Prozent teurer geworden. Der von der FAO berechnete Food-Price-Index ist innerhalb nur eines Jahres (März zu März) um 57 Prozent gestiegen. Damit seien die Nahrungsmittel für erhebliche Teile der Weltbevölkerung zu teuer geworden, ihre Kaufkraft genüge nicht mehr, sich ausreichend zu ernähren, so die NZZ.
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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1058

BeitragVerfasst am: 13.Apr 2008 9:53    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt fällt es auch den Deutschen auf: Steigende Lebensmittelpreise sind ein Problem, allerdings weniger für uns hier in Deutschland, wir können uns das leisten, sondern vor allem für die wenig zahlungskräftigen Konsumenten in den Entwicklungsländern. In Deutschland beispielsweise sind die Großhandelspreise für Lebensmittel im März 2008 verglichen zum März 2007 um 7,1 Prozent gestiegen. Das ist eine Menge, und es wird auch die Inflationsrate in der Eurozone treiben, aber es ist verkraftbar für eine relativ wohlhabende Bevölkerung, die auch nur einen relativ geringen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgibt.

Aber jetzt wird es schon häßlich: die Preise für Getreide und Saatgut sind im gleichen Zeitraum um sagenhafte 52 Prozent gestiegen. Man kann sich vorstellen, daß dies die Budgets von Konsumenten schwer belastet, die fast ihr gesamtes Einkommen für Grundnahrungsmittel ausgeben müssen, um sich ernähren zu können. Insofern sind Aufstände, die sich gegen hohe Lebensmittelpreise richten, wie etwa in Ägypten und Haiti, kein Wunder.

Was also tun? Wir beobachten hier einerseits wieder einmal unintendierte Konsequenzen staatlicher Interventionen: die Nachfrage nach Biosprit verdrängt kurzfristig die weniger zahlungskräftige Nachfrage nach Lebensmitteln. Das konnte man schon vor ein paar Jahren wissen, aber im Rausch des Klimaschutzes wollte man es so genau wohl nicht hören. Die damals veröffentlichten Zahlen waren schon Besorgnis erregend:

    One-fifth of corn and almost one sixth of the U.S. grain harvest overall goes toward ethanol production, according to the institute’s report. And while the world’s production of grain will grow by about 20 million tons this year, 70 percent of the increase could be used to generate ethanol for U.S. automobiles, Brown says.

Aber es war ja für einen guten Zweck, gegen den Klimawandel und für die heimische Bauernlobby — da sieht man doch gerne mal über die knappen Lebensmittelbudgets der Menschen in Entwicklungsländern hinweg. Einige Schätzungen gehen davon aus, daß rund zwei Drittel der aktuellen Preissteigerungen beim Getreide auf die Ethanol-Produktion zurückzuführen sind. Der Rest verdankt sich dem steigenden Wohlstand in Schwellenländern und der daraus folgenden steigenden Nachfrage nach Lebensmitteln.

Wenn man sich jetzt also nach politischen Optionen umschaut, dann sollte man natürlich eines definitiv nicht versuchen: Preiskontrollen einzuführen. Die aktuellen Preissteigerungen sind wichtig, sie sind lebenswichtig, denn sie zeigen die größer gewordene Knappheit von Lebensmitteln an, und sie signalisieren, daß es sich lohnt, den Getreideanbau auszudehnen. Wenn man dieses Preissignal beseitigt, produziert man Hungersnöte. Das kann man nicht eindringlich genug sagen. Leider wird aber genau dies gerade in einigen betroffenen Ländern versucht. Und einige von denen — hier wird es dann ganz bizarr — leisten sich trotz Lebensmittelknappheit weiterhin Importzölle auf Lebensmittel. Zu soviel Idiotie fällt einem nichts mehr ein.

Was man sich auch verkneifen sollte, sind Versuche, von Lebensmittelproduzenten an die Konsumenten umzuverteilen, z.B. indem man die zusätzlichen Gewinne höher besteuert, welche die Produzenten derzeit aufgrund der höheren Nachfrage einfahren. Auch dies verzerrt indirekt das Preissignal. Ein Signal, auf das die Anbieter übrigens bereits reagieren: die Produktion von Getreiden wird bereits massiv ausgeweitet, z.B. indem Flächen genutzt werden, deren Nutzung sich bisher wirtschaftlich nicht lohnte. Wer auch immer versucht, Produzenten für hohe Preise zu bestrafen, gefährdet diese Ausweitung der Produktion — und riskiert in seinem Umverteilungswahn Hungersnöte.


Also nochmal: Was tun? Natürlich sollten die Industrieländer den Ethanol-Blödsinn schnellstmöglich beenden, so daß die Lebensmittelnachfrage nicht mehr mit fehlgeleitetem Klimaaktivismus konkurrieren muß. Aber das wird auch nur mittelfristig helfen. Wenn man kurzfristig Hungeraufstände und Mangelernährung verhindern will, dann kann man nur eines machen: die notleidende Nachfrage subventionieren. Das ist das einzige halbwegs unschädliche, die Preissignale nicht besonders stark verzerrende Instrument, das man anwenden kann.

Amartya Sen ist mal aufgefallen, daß es in Demokratien praktisch niemals verheerende Hungersnöte gab, weil Regierungen dort es sich im politischen Wettbewerb nicht leisten können, eine nicht zahlungskräftige Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln unsubventioniert zu lassen. Das impliziert im Umkehrschluß natürlich düstere Aussichten für Haiti, Ägypten und all die anderen, wo sich Macho-Führer lieber der Instrumente aus dem command-and-control-Werkzeugkasten bedienen, weil diese ihnen das Gefühl geben, das Ruder fest in der Hand zu haben.

(von Statler aus dem Antibürokratieteam)
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6841

BeitragVerfasst am: 18.Apr 2008 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
...Also nochmal: Was tun? Natürlich sollten die Industrieländer den Ethanol-Blödsinn schnellstmöglich beenden, so daß die Lebensmittelnachfrage nicht mehr mit fehlgeleitetem Klimaaktivismus konkurrieren muß...


Für den rasanten Anstieg der Nahrungsmittelpreise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine eigene Erklärung.

Der Anstieg sei im Wesentlichen nicht auf Biosprit zurückzuführen, sondern auch auf die "sehr unzureichende Agrarpolitik in den Entwicklungsländern" und "nicht ausreichend prognostizierte Ernährungsgewohnheiten" in Schwellenländern, sagte sie am Donnerstag in Freiberg in Sachsen. Wenn die Inder plötzlich doppelt soviel Nahrungsmittel verbrauchten wie zuvor und 100 Millionen Chinesen damit begännen, Milch zu trinken, verzerrten sich die Milchquoten.

Merkel widersprach damit Darstellungen etwa der Weltbank, aber auch von Politikern etlicher Länder und der deutschen Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). So heißt es in einer Weltbank-Studie, die steigende Biospritproduktion habe teils erheblich zum Anstieg der Nahrungsmittelpreise beigetragen. Wieczorek-Zeul hatte von Studien gesprochen, die der Biospritproduktion 30 bis 70 Prozent der Schuld für den Anstieg der Agrarproduktpreise geben. Sie hatte daher eine Überprüfung der Beimischungspflichten für Biosprit gefordert.
Quelle: FTD

Und nun, @ hdschulz? Sie wollen doch wohl nicht unserem Merkel widersprechen?
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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1058

BeitragVerfasst am: 20.Apr 2008 9:05    Titel: Antworten mit Zitat

Moderator GM&P hat folgendes geschrieben::
....Und nun, @ hdschulz? Sie wollen doch wohl nicht unserem Merkel widersprechen?

...Brauch ich nicht - das tun schon andere, z.B. die Ökonomen von der Weltbank.

Dass bei einer Erhöhung der nachgefragten Menge die Preise reagieren, ist tatsächlich wahr. Von einer politischen Entscheidungsträgerin ist aber zu erwarten, dass sie nicht nur ruminterpretiert, sondern Ursache und Wirkung benennt (wozu sie als promovierte Physikerin prädestiniert sein sollte) und politische Schlussfolgerungen artikuliert. Wenn sich durch rotchinesischen Milchkonsum die Milchquoten verzerren, dann ist die milchquotierte EU-Agrarplanwirtschaft das Problem (immerhin scheint Merkel seit ihrer FDJ-Zeit gelernt zu haben, dass Planwirtschaft vor allem deshalb nicht funktioniert, weil die Handlungen der Produzenten und Konsumenten sich nun mal nicht so entwickeln wie von den Planern angenommen). Auch die malthusianische Schlussfolgerung, ein exponentielles Bevölkerungswachstum führe zwangsläufig erst zu steigenden Nahrungspreisen und dadurch dann zu Kriegen, Genozid und Hungerkatastrophen, weil die Lebensmittelproduktion nur proportionale Steigerungen zulasse, lässt sich nicht aufrechterhalten, wenn man die Einflußfaktoren auf Nahrungsproduktion und -preise korrekt eingrenzt.

Wenn Merkel mit “unzureichende[r] Agrarpolitik der Entwicklungsländer” meint, dass dort nur unzureichend in landwirtschaftliche Produktion investiert wird, dann muss sie auch die Frage nach der Ursache stellen. Durch “Entwicklungshilfe” und (vor allem von der EU) subventionierte Nahrungsmittelexporte werden die einheimischen Märkte und jegliche Motivationen für Investitionen zerstört.

(Quelle)
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6841

BeitragVerfasst am: 10.Mai 2008 16:51    Titel: Schnapsmaschine Antworten mit Zitat

Das Unternehmen E-Fuel bietet den 100 MicroFueler an, mit dem sich Ethanol herstellen und dann auch gleich tanken lässt.

Zucker kann verwendet werden, auch Alkohol, den man nicht mehr benötigt, weswegen dies besonders günstig für Brauereien oder Kneipen sei. Das 100 kg schwere Gerät in Größe einer Waschmaschine, die wie eine solche Strom und Wasser benötigt, nutzt zum Fermentieren des Zuckers eine spezielle Hefekultur.

Wer schnell neues Ethanol benötigt, muss allerdings Geduld haben oder vorsorglich gewesen sein. Ist die Fermentierung einmal angelaufen, sollen täglich 20 Liter produziert werden können.


Jeder könne sich nun selbst Ethanol machen, preist das Unternehmen und spricht von einem Paradigmawandel, den sie mit der Einführung von PCs vergleicht.

Wenn das Gerät wirklich funktionieren sollte, ist noch die Frage, ob es wirklich Kosten spart. Die Anschaffung kosstet immerhin fast 10.000 US-Dollar. Zur Herstellung muss man die Hefekulturen und den Zucker kaufen, Wasser (4 Liter Wasser für einen Liter Ethanol) und Strom sind auch nicht umsonst.

Das Unternehmen verspricht allerdings, dass eine Gallone Ethanol weniger als einen US-Dollar kosten soll, ein Liter also weniger als 25 Cent. Und weil es Bio-Sprit ist, würde man auch noch umwelt- oder klimabewusst handeln, wirbt das Unternehmen, während die Verwendung von Zucker, den es im Überfluss gebe, die Nahrungsmittelproduktion nicht belaste.
Quelle: heise
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6841

BeitragVerfasst am: 16.Mai 2008 7:15    Titel: Antworten mit Zitat

Brüssel – die europäische Hauptstadt der Lobbyisten – ist um ein Büro einer Industrie-Interessensvertretung reicher. Kürzlich eröffnete „Unica“, der Verband der Zuckerrohrindustrie Brasiliens eine Vertretung in der Hauptstadt der Europäischen Union. Offenbar keinen Tag zu früh, Ethanol aus Zuckerrohr ist dieser Tage ein heißes Thema in Brüssel. Und im Moment sieht es so aus, als wäre der Lobby-Aufwand in der EU eher gering – werden doch europäische Politiker derzeit in Brasilien vorstellig vorstellig, um die Potenziale von Biosprit als Ersatz für immer teurer werdendes Benzin und Diesel auszuloten.

Die EU will dafür sorgen, dass bis zum Jahr 2020 zehn Prozent des Tankinhalts von Europas Kraftfahrzeugen aus Biosprit bestehen. Doch woher nehmen?

Gerade hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Brasilien-Besuch (einige Tage nach Kanzler Alfred Gusenbauers Visite) ein Energieabkommen geschlossen. Darin ist vereinbart, dass Deutschland den Ausbau der Biosprit-Produktion in Lateinamerika fördern will. Merkel besuchte auch das VW-Werk in São Bernardo do Campo (in der Nähe von São Paulo), wo Volkswagen sogenannte „Flex-Fuel“-Autos herstellt, also Fahrzeuge, die mit einem Gemisch aus Benzin und Ethanol in jedem beliebigen Mischungsverhältnis betrieben werden können.

Biosprit (die Umweltorganisationen sprechen lieber von Agro-Sprit) wird auch die Tagesordnung auf dem EU-Lateinamerika-Gipfel heute, Freitag, in der peruanischen Hauptstadt Lima beherrschen.

Am Gipfel sind heftige Kontroversen zu erwarten: Während Brasilien, der weltweit größte Exporteur von Ethanol, gerne größere Mengen an aus Zuckerrohr gewonnenem Sprit in die EU liefern will, klagen einige lateinamerikanische Präsidenten – etwa der links-bolivarische Venezolaner Hugo Chávez oder der Peruaner Alan García – über den Biosprit-Boom. So würden die Preise für Reis, Weizen und Mais in Lateinamerika steigen und Millionen von Menschen dadurch noch tiefer in die Armut getrieben. „Die Lebensmittelfrage wird eines der zentralen Punkte auf diesem Gipfel sein“, kündigte der peruanische Außenminister José Antonio García Belaúnde vor dem Beginn des Gipfels gegenüber der Nachrichtenagentur „Reuters“ an.

Tatsächlich haben sich die Lebensmittelpreise seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt, doch der Faktor Biosprit-Produktion wird dabei vielfach überschätzt. Die Ursachen für die Preisexplosion sind vielfältiger: Finanzinvestoren spekulieren vermehrt auf Agrarprodukte, ein vermehrter Fleischkonsum, Ernteausfälle und ein Ausweichen der Bauern auf andere „cash-crops“ (Agrarprodukte, für die am Weltmarkt ein höherer Preis zu erzielen ist) führen zum Preisanstieg.

In Australien ist trotz der Verdopplung der Preise für Reis auf 650 Euro pro Tonne der Anbau von Weintrauben viel lohnender. Der Ertrag beträgt in Australien im Schnitt 524 Euro pro Hektar für Weintrauben, während sich mit Reis nur 62,8 Euro pro Hektar erzielen lassen. Die Reisproduktion allein in Australien ist aus diesem Grund – und einer Dürreperiode – in den vergangenen sechs Jahren um 98 Prozent gefallen. Australien war lange Zeit ein wichtiger Produzent, der den Bedarf von 20 Millionen Konsumenten stillen konnte, heute sind die Reisexporte Australiens irrelevant, die größte Reismühle auf der Südhalbkugel, die Denilquin-Mühle, wurde dichtgemacht.

Die EU fordert vom Biosprit-Produzenten Brasilien Garantien, dass das Ethanol aus umweltgerechter Produktion stammt. Umweltschutzorganisationen beklagen, dass durch den zusätzlichen Flächenbedarf Menschen in das Amazonasgebiet vertrieben werden und dort immer größere Tropenwald-Gebiete abgeholzt werden.

Doch den EU-Ländern mangelt es – trotz der Bedenken – an Alternativen. Sie wollen los vom Öl. Und Ethanol ist derzeit die einzig schnelle, praktikable Lösung.
Quelle: diepresse
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6841

BeitragVerfasst am: 27.Mai 2008 8:22    Titel: Antworten mit Zitat

Das schwedische Unternehmen SEKAB hat heute bekannt gegeben, dass es weltweit das erste Unternehmen ist, das verifiziert nachhaltiges Ethanol liefern wird. Das Ethanol aus brasilianischem Zuckerrohr ist in ökologischer, klimatischer und sozialer Hinsicht qualitätsgeprüft.

"Verbraucher und andere Interessengruppen benötigen Garantien, dass das Ethanol nachgewiesenermassen nachhaltig ist", erklärt Anders Fredriksson, Executive Vice President von SEKAB BioFuels & Chemicals.

SEKAB hat zusammen mit fortschrittlichen brasilianischen Produzenten Kriterien entwickelt, die den gesamten Lebenszyklus des Ethanols abdecken - von den Zuckerrohrfeldern bis zu seiner Verwendung in Flexi-Fuel-Autos.

Die Kriterien stimmen mit den Anforderungen überein, die in den fortlaufenden Verfahren hervorgehoben werden, die von Organisationen wie den Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der Internationalen Arbeitsorganisation und zahlreichen nichtstaatlichen Organisationen geleitet werden.

Die Anforderungen verbieten jegliche Form von Kinderarbeit, nicht organisierte Arbeitsbedingungen (Sklavenarbeit) und die Zerstörung des Regenwalds. Des Weiteren gibt es Anforderungen in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Arbeitsgesetze und Löhne.

Die Ernte muss zum heutigen Zeitpunkt zu mindestens 30 % mechanisiert sein, und dieser Anteil wird sich bis 2014 auf 100 % erhöhen.

Was das Klima angeht, werden die Anforderungen zu einer Reduzierung der Kohlendioxidbelastung durch die Landwirtschaft, die Produktion und den Transport um mindestens 85 % im Vergleich zu Benzin führen.

Ein unabhängiges internationales Verifizierungsunternehmen wird alle Produktionseinheiten zweimal jährlich überprüfen, um sicherzustellen, dass die festgelegten Kriterien eingehalten werden.

"Diese Initiative ist die erste ihrer Art auf der Welt und ein wichtiger Schritt zur Beschleunigung der Verdrängung von Benzin und Diesel", erläutert Anders Fredriksson. "Die Kriterien werden im Laufe der kommenden Jahre schrittweise weiterentwickelt und mit internationalen gesetzlichen Bestimmungen synchronisiert, sobald diese in Kraft treten."

SEKAB liefert circa 90 % der Ethanol-Kraftstoffe E85 und ED95 (Ethanol für schwere Fahrzeuge) in Schweden.

"Die erste Zuckerrohrernte für verifiziert nachhaltiges Ethanol hat gerade begonnen", erklärt Anders Fredriksson. "Über 100.000 schwedische Besitzer von Autos, die mit E85 betrieben werden, können ab August verifiziert nachhaltiges Ethanol tanken."

Informationen zu SEKAB

SEKAB konzentriert sich auf die Entwicklung eines Marktes für Bioethanol in Nordeuropa sowie auf die Errichtung und den Betrieb von Produktionsanlagen für Ethanol. SEKAB ist ausserdem weltweit führend in der Entwicklung von Technologien und Produktionsverfahren für Ethanol aus Zellulose und betreibt hierfür seit 2004 eine Versuchsanlage. Die Unternehmenszentrale und die Versuchsanlage befinden sich in Örnsköldsvik in Schweden.

ots Originaltext: SEKAB
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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beiträge: 3686

BeitragVerfasst am: 2.Jul 2008 8:15    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Biogaseinspeisung in Gasnetze – Lösung für die Zukunft?

Mit der Anfang Juni vom Bundestag beschlossenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes hat die Bundesregierung den Weg für den weiteren Ausbau der Biogasnutzung hierzulande geebnet. Von dieser Entwicklung wird nach Einschätzung von Branchenexperten auch die Einspeisung von Biogas in die öffentlichen Gasnetze profitieren. Hierfür hat das Bundeswirtschaftsministerium schon im Frühjahr mit einer eigenen Gasnetzzugangsverordnung wichtige Details geregelt.
Zitat:
Bagger rücken im Gewerbegebiet an

Baubeginn für derzeit weltgrößte Biogas-Anlage in Könnern (Sachsen-Anhalt)
Bauherr: Weltec BioPower GmbG / Vechta
Die Anlage soll jährlich 15 Mio Kubikmeter Biomethan ins Netz einspeisen
jährlich werden mehr als 120.000 Substrat vergoren
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