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Bushs Klimalügner

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6461

BeitragVerfasst am: 12.Dez 2007 15:39    Titel: Bushs Klimalügner Antworten mit Zitat

Seit Jahren verzerrt, verfälscht und verschweigt die Regierung Bush systematisch Erkenntnisse über den Klimawandel und seine Folgen.

Ein Kongressbericht dokumentiert nun, wie Forscher und Behörden unter Druck gesetzt wurden.

Der Bericht des "Committee on Oversight and Government Reform" (COGR) lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: "Die Regierung Bush hat systematische Anstrengungen unternommen, um die Erforschung des Klimawandels zu manipulieren und Politiker und die Öffentlichkeit hinsichtlich der Gefahren der globalen Erwärmung in die Irre zu führen."

Vertreter des Weißen Hauses und andere politische Beamte hätten beispielsweise

* "Aussagen vor dem Kongress über die Ursachen und Auswirkungen der globalen Erwärmung zensiert"

* "Den Zugang der Medien zu Klimawissenschaftlern der Regierung kontrolliert"

* und "wissenschaftliche Bundesberichte nachbearbeitet, um unvertretbare Unsicherheit in die Diskussion über den Klimawandel zu bringen und die Bedrohung für Umwelt und Wirtschaft kleinzureden".

Besonders der frühere Stabschef Philip Cooney des "Council on Environmental Quality" (CEQ) und dessen Vorsitzender James Connaughton haben sich durch zum Teil unverhohlenen Druck auf Forscher und Beamte hervorgetan.

Ebenjener James Connaughton vertritt auf Bali derzeit die Interessen der USA.

Gerade erst hat er beteuert, die USA wollten einen Beitrag dazu leisten, dass ein globales Klimaschutz-Abkommen zustandekommt. In den vergangenen Jahren war er dem Bericht zufolg daran beteiligt, Politiker und Öffentlichkeit in den USA systematisch in die Irre zu führen.

Dass die Regierung von Präsident George W. Bush Wissenschaftler und Beamte gegängelt, Berichte umgeschrieben, verstümmelt oder ganz unterschlagen hat, ist bekannt, hat sogar schon zu höchstrichterlichen Ermahnungen und Protestaktionen nahmhafter Forscher geführt.

Neu an dem Bericht ist vor allem, dass erstmals Details darüber nachzulesen sind, wie diese Strategie genau verfolgt wurde - weil das Kongresskomitee Zugriff auf behördeninterne Dokumente hatte.

Der Bericht ( PDF-Dokument ) ist das Ergebnis von 16 Monaten Recherche und der Durchsicht von 27.000 Dokumenten - darunter zahlreiche E-Mails, die zwischen Vertretern von Umweltbehörden, Wissenschaftlern und dem "Council on Environmental Quality" (CEQ) des Weißen Hauses hin- und hergegangen waren.

Das CEQ erscheint in dem Bericht als umweltpolitische Propagandazentrale der Regierung Bush. Die in dem Bericht dokumentierten E-Mails und Memos reflektieren ein in seiner Schamlosigkeit teilweise verblüffendes Ausmaß an politischer Einflussnahme und bewusster Verzerrung.

Viele der Dokumente werden nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht - sehr zum Unwillen der Regierungspartei. Tom Davies, ein Republikaner, der dem COGR vorsaß, als die Untersuchung der Manipulations-Praktiken begann, veröffentlichte eine "Minderheiten-Stellungnahme", in der er den Bericht des eigenen Komitees als "politische Hetze" bezeichnet.

Eine Sprecherin des Weißen Hauses nannte den Bericht gegenüber der Zeitung "Christian Science Monitor" einen "kaum verhüllten Versuch, die Aufmerksamkeit von den Anstrengungen der Regierung abzulenken, beim Bali-Gipfel ihren Einsatz für gesunde Umwelt, Energie und Wirtschaftspolitik voranzutreiben".

Tatsächlich macht der Bericht eher die Anstrengungen der Regierung deutlich, Zweifel am menschengemachten Klimawandel und seinen teils verheerenden Auswirkungen zu säen. Besonders in der Folge der Katastrophe durch Hurrikan Katrina habe man sich beispielsweise bemüht, so die Abgeordneten, den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit und Intensität von Wirbelstürmen und dem Klimawandel herunterzuspielen oder ganz zu leugnen.

Ein Behördensprecher habe vor dem COGR etwa ausgesagt, es habe den "konsistenten Ansatz" gegeben, Wissenschaftler, die Verbindungen zwischen Hurrikan-Häufigkeit und dem Klimawandel sehen, von der Presse fernzuhalten. Auch Wissenschaftler, die den Kongress über den Klimawandel unterrichten sollten, seien massiv gegängelt worden.

Die schriftliche Stellungnahme von Thomas Karl etwa, dem Direktor des National Climatic Data Center, wurde um mehrere klare Aussagen gekürzt. So habe Karl nicht mehr sagen dürfen, dass "der moderne Klimawandel von menschlichen Einflüssen dominiert ist", und dass "es sehr wahrscheinlich ist (über 95 Prozent Wahrscheinlichkeit), dass der Mensch zum Großteil für die vielen beobachteten Veränderungen des Klimas verantwortlich ist".

Seine Aussage, dass die globale Erwärmung bei der Zunahme der Hurrikan-Intensität "eine Rolle spielt" wurde abgeschwächt zu "könnte eine Rolle spielen".

Wissenschaftliche Fachberichte, darunter mehrere Berichte der US-Behörde Environmental Protection Agency (EPA) seien massiv manipuliert worden.

In einem Umweltbericht seien die Änderungen durch Regierungsvertreter so extrem gewesen, dass die Chefin der Behörde vorgeschlagen habe, den verstümmelten Abschnitt über den Klimawandel doch lieber gleich ganz wegzulassen.

In einem EPA-Bericht über die Entwicklung der Luftqualität ließ das Weiße Haus den Abschnitt über den Klimawandel selbst komplett streichen. Eine juristische Stellungnahme der EPA-Anwälte zu der Frage, ob Fahrzeug-Emissionen in den USA künftig von der EPA reguliert werden könnten, schrieb Connaughton sogar eigenhändig um.

Verweise auf die Auswirkungen von CO2 auf das Weltklima wurden gestrichen, mit dem Vermerk: "Hier geht es nicht um einen Forschungsüberblick, sondern um ein juristisches Argument."

Auf der anderen Seite wurden aus zweifelhafter Quelle stammende Zahlen und Studien in den Vordergrund gerückt, die den US-Bürgern Klimaschutz als bedrohung für die US-Wirtschaft verleiden sollten. So sei etwa die kaum begründbare Prognose, die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls werde die USA "fünf Millionen Jobs kosten" trotz deutlicher Proteste aus der EPA in einen Gastbeitrag der damaligen EPA-Chefin Christine Todd Whitman für das "Time Magazine" eingefügt worden - auf Druck von Cooney und Connaughton.

In einem bösen Seitenhieb zitieren die Autoren des COGR-Berichtes aus einem Strategiepapier aus dem Jahr 1998.

Darin heißt es: "Der Sieg wird erreicht sein, wenn … der Normalbürger die Unsicherheiten der Klimaforschung 'versteht'; wenn die Anerkennung dieser Unsicherheiten Teil der landläufigen Meinung über dieses Thema wird."

Das Papier, so die Autoren des COGR-Berichtes, scheine die Handlungsweise der Forschungs-Umdeuter im Weißen Haus perfekt vorherzusagen - es stammt aber von der Lobbyorganisation American Petroleum Institute.

"Die Regierung Bush", so die Abgeordneten, "hat sich so verhalten, als ob der Kommunikationsplan der Ölindustrie ihr Leitbild wäre". Für den Rest der Menschheit ist zu hoffen, dass sich das auf Bali ändert - und es nicht bei den Lippenbekenntnissen bleibt, die US-Vertreter dort derzeit abgeben.
Quelle: Christian Stöcker
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hdschulz
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1014

BeitragVerfasst am: 12.Dez 2007 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

Dass die Bush-Regierung Berichte zensiert und Regierungs-Wissenschaftler beeinflußt hat, ist seit langem bekannt. Dass dies gerade jetzt veröffentlicht wird, hat sicher politische Hintergründe.

In Bezug auf die wissenschaftlichen Fakten zum Thema Klimawandel ist die Bedeutung des Kongress-Untersuchungsberichts gleich null.
Zitat:
Besonders in der Folge der Katastrophe durch Hurrikan Katrina habe man sich beispielsweise bemüht, so die Abgeordneten, den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit und Intensität von Wirbelstürmen und dem Klimawandel herunterzuspielen oder ganz zu leugnen.
Na schön - die Regierung hat versucht, hier einen Zusammenhang zu leugnen. Bedeuted das im Umkehrschluß, dass dieser Zusammenhang tatsächlich besteht? Eben nicht! Wie hier dargelegt.

Wir Deutschen haben Schlimmeres zu bieten:
Während in USA die Regierung wissenschaftliche Arbeiten herunterspielt und verschweigt und relativiert, lassen sich bei uns Wissenschaftler von der Politik für deren Zwecke instumentalisieren und schrecken dabei vor Manipulationen und Täuschungen der Öffentlichkeit nicht zurück.
Von der Politik erwartet man nichts Besseres, aber Wissenschaftler sollten eigentlich seriös sein.
Das glauben Sie nicht?
Hier ist der Beweis:

Wie schon Wolf Lotter in seiner Entgegnung auf einen FAZ-Artikel von Stefan Rahmstorf bemerkt, findet „unter dem Kampfbegriff der Klimakatastrophe eine der grössten politischen Manipulationen der letzten Jahrzehnte statt“, zu der sich willfährige Wissenschaftler hergeben.

Ich möchte das an dem Beispiel der 40-seitigen Publikation der „Bundeszentrale für politische Bildung“, einer nachgeordneten Behörde des Bundesinnenministeriums, mit dem Titel „Klimawandel“ vom 19.11.2007 belegen:

Die Publikation umfaßt 7 Kapitel, verfaßt von bekannten Klimaforschern und Meteorologen. (u.a. Stefan Rahmstorf)

Das sechste Kapitel trägt die Überschrift „Arktis und Antarktis im Klimawandel“, der Autor ist Dirk Notz, Leiter der Forschungsgruppe "Meereis im Erdsystem" am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.

In seiner Einleitung beschreibt er zunächst ausführlich und mit Zahlen belegt den aktuellen Masseverlust des Nordpolareises. Die völlig anderen Verhältnisse in der Antarktis, wo die Eismasse aktuell einen historischen Rekordwert erreicht hat (der höchste seit Beginn der Satellitenmessungen 1979) erwähnt er jedoch mit keinem Wort. Dann erläutert er die Rolle der Polargebiete im Klimasystem der Erde im Allgemeinen und schreibt: „Die Polargebiete bilden eine Art Frühwarnsystem des Erdklimas, ein Klimawandel führt hier deutlich früher und stärker zu Veränderungen als etwa in gemäßigten Breiten oder in den Tropen.“
Wenn diese Aussage richtig ist, kommt man unter der Berücksichtigung der aktuell völlig gegensätzlichen Verhältnisse in beiden Polargebieten logischerweise zu dem Schluß, dass sich eine eindeutige Aussage über die Entwicklung des Erdklimas aus den derzeitig unterschiedlichen Entwicklungen an den Polen eben nicht ableiten läßt.

Das Prinzip des Autors, nämlich Veränderungen in der Arktis zu beschreiben und daraus unzulässige und nachweislich falsche Schlüsse für die Zukunft beider Polarregionen, ja des Erdklimas im Allgemeinen zu ziehen, durchläuft den ganzen Artikel wie ein roter Faden.
Ganz offensichtlich unterschlägt der Autor bewußt die Beschreibung der Verhältnisse in der Antarktis, weil sie nicht zur Botschaft passen, die er vermitteln soll, nämlich dass der Klimawandel an den Polen bereits sichtbar und der Vorbote kommender Veränderungen in anderen Breiten sei.
Dabei ist im Titel der Broschüre gleichberechtigt von „Arktis und Antarktis“ die Rede.
In der Schule wäre der Aufsatz mit „Thema verfehlt“ und „Note 6“ bewertet worden.
Wie ist das zu erklären?

Es ist völlig ausgeschlossen, dass der Leiter der Forschungsgruppe „Meereis im Erdsystem“ des Max-Planck-Instituts für Meteorologie die einschlägigen Untersuchungen und Meßergebnisse der NASA und des Alfred-Wegener-Instituts bezüglich der Verhältnisse in der Antarktis nicht kennt.
Warum läßt er sich dann zu solchen Manipulationen, man kann auch sagen Fälschungen mißbrauchen?
Ich bin mir sicher, dass er es nicht gewagt hätte, dieses Konzept der völlig einseitigen Fehlinterpretation in einem Artikel zur Veröffentlichung in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift zu wiederholen. Er hätte sich ein für alle Mal lächerlich gemacht und der Artikel wäre überhaupt nicht angenommen worden.
Warum glaubt er dann, die Laien an der Nase herum führen zu müssen?
Hier kommt die Politik ins Spiel: Unter dem Deckmäntelchen der angeblichen Wissenschaft soll hier Propaganda betrieben werden und die Wissenschaft wird brutal mißbraucht, damit „unter dem Kampfbegriff der Klimakatastrophe eine der grössten politischen Manipulationen der letzten Jahrzehnte stattfinden“ kann.
Der Wissenschaftler weiß das, er fühlt sich in diesem Spiel aber nicht der Wissenschaft, sondern einer höheren Instanz und der Rettung der Welt verpflichtet. Der stellvertretende Leiter des IPCC hat einmal in bemerkenswerter Offenheit zugegeben, dass man übertreiben und einseitig argumentieren darf, um damit aufzurütteln und eine Reaktion der Öffentlichkeit zu provozieren.
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beih14
Specialist


Anmeldungsdatum: 07.04.2004
Beiträge: 149
Wohnort: im deutschsprachigen Raum

BeitragVerfasst am: 12.Dez 2007 23:03    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber hdschulz,

wenn ich mit Spannung Ihre Beiträge mitverfolge, drängt sich gelegentlich die Frage auf :

Wieviele Lenze zählt Ihre Erfahrung und getrauen Sie sich behaupten, seit dem ersten Lenz bis dato gab es keine klimatische Veränderung.

Sonnige Grüße

beih14
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hdschulz
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1014

BeitragVerfasst am: 13.Dez 2007 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

beih14 hat folgendes geschrieben::
....Wieviele Lenze zählt Ihre Erfahrung und getrauen Sie sich behaupten, seit dem ersten Lenz bis dato gab es keine klimatische Veränderung....

Jetzt bin ich aber doch etwas ratlos.... Worauf begründen Sie Vermutung, dass ich behaupten könnte, es gäbe in meiner 65-jährigen Lebensspanne keine klimatische Veränderung?? Das wäre übrigens sehr ungewöhnlich, Klimawandel ist nämlich die Norm.

Zu diesem aktuellen Klimawandel hat das UN-Gremium IPCC folgende weitestgehend unstrittige Fakten veröffentlicht:

Der Kohlendioxidgehalt der Luft ist seit der vorindustriellen Zeit von 0,029 Prozent auf 0,038 Prozent angestiegen, die Temperatur hat sich in diesem Zeitraum um etwa 0,7 Grad erhöht. Die Mehrheit der Klimaforscher hält den Menschen als Ursache zumindest für die Erwärmung der letzten 30 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit für dominierend. In dieser Zeit lag die Erwärmung im Schnitt bei etwa 0,2 Grad pro Jahrzehnt. Diese Entwicklung verläuft bis dato relativ konstant und ergäbe in 100 Jahren eine Erwärmung von 2 Grad. Die tatsächliche Temperaturentwicklung liegt damit am unteren Rand der Zukunftsszenarien, deren Spanne beim IPCC zwischen 1,1 und 6,4 Grad liegt.

Der Meeresspiegel steigt zwischen 1 und 3 Millimeter pro Jahr an, für die Zukunft rechnet das IPCC mit 18 bis 59 Zentimetern bis 2100, das bedeutet eine Rücknahme gegenüber dem vorherigen Bericht. Zum Vergleich: An der deutschen Nordseeküste kalkulieren die Deichbauer traditionell mit 25 Zentimetern pro Jahrhundert. Die Arktis hat sich laut IPCC überdurchschnittlich schnell erwärmt, die Antarktis aber überhaupt nicht. Und auch für die Arktis weist das IPCC darauf hin, dass von 1925 bis 1945 eine ähnlich warme Periode beobachtet wurde. Die Möglichkeit eines plötzlichen Kollapses der Eisschilde hält das IPCC für sehr unwahrscheinlich, das Abbrechen des Golfstromes für praktisch ausgeschlossen.

Diese Fakten akzeptiere ich selbstverständlich, nicht jedoch das, was mache grüne Ideologen unter den Politikern und mache willfährigen Wissenschaftler daraus an Katastrophenprophezeihungen machen.
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