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hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1058
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Verfasst am: 12.Okt 2005 11:55 Titel: Die Grenzen des Wachstums |
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Die Älteren von uns erinnern sich vielleicht noch: In den Siebzigern veröffentlichte ein wissenschaftlich getarnter Hysterikerverein namens Club of Rome eine Studie über die Grenzen des Wachstums. Demnach hätten spätestens vor fünf Jahren alle Ölvorräte aufgebraucht, alle Wälder gestorben, alle Delphine zu Fleischwurst verarbeitet sein müssen. Und die Menschheit hätte längst den Atomtod sterben müssen, oder komplett verhungern oder irgendeinem anderen äußerst apokalyptischen Szenario zum Opfer fallen müssen, mit dem die sonst gütige Mutter Natur gewöhnlich zurückschlägt um arglose Umweltsäue zu bestrafen.
Naja. Dreißig Jahre später verschwende ich immer noch etwa elf Liter Superplus auf hundert Kilometer in meinem tief brummenden Reihensechszylinder. Ich zahle für den Treibstoff zwar nominal nicht wenig, aber seltsamerweise muß man, wenn man die Einkommensentwicklung berücksichtigt, heutzutage für einen Liter Benzin einen geringeren Anteil seines Einkommens aufwenden als vor zwanzig Jahren. Willkommen in der Welt der relativen Knappheit von Ressourcen. Und wenn mich die Natur bestraft, dann allenfalls mit Sonnenbrand und gutem Essen. So kann ich mit der Apokalypse prima leben.
Vielleicht sollten die Sedimentologen aus Göttingen ihr Kellerlabor auch mal wieder verlassen. Die halten nämlich Produktivitätserhöhungen für schlecht (ja, ehrlich!) weil sie glauben, daß das damit verbundene Wachstum zu einem für die Umwelt nicht tragbaren Ressourcenverbrauch führt.
| Zitat: |
| Wir müssen verstehen, was exponentielles Wachstum bedeutet, und begreifen, daß andauerndes Wachstum weder möglich noch nachhaltig ist. |
Wieder einmal wird uns Bescheidenheit und Konsumverzicht gepredigt, sublim die Idylle der selbstversorgenden Landkommune beschworen
| Zitat: |
Das anachronistische Modell der Wachstums- und Wohlstandsgesellschaft ist schon aus naturwissenschaftlichen Gründen nicht exportfähig, ja, nicht einmal für uns Reiche fortschreibbar. |
Und selbstverständlich ist mein Reihensechszylinder — aber nicht etwa Saddam Hussein, islamistischer Irrsinn oder Putins Nationalismus — für die Kriege dieser Welt verantwortlich
| Zitat: |
| …zu immer mehr nationalistischer und fundamentalistischer Gewalt in den Auseinandersetzungen und damit absehbar auch zu immer mehr Kriegen um Rohstoffe in aller Welt führen, wie es uns ja z. B. bereits im Irak, in Somalia und in Tschetschenien vorgeführt wurde und wird (in allen Fällen ging und geht es dabei ja nicht zuletzt um Ölressourcen). |
Wäre die Menschheit doch nur in den Höhlen geblieben, dann ginge es ihr heute besser. Das ist die Quintessenz des zitierten Artikels. Ich hätte wirklich nicht gedacht, daß man heutzutage noch ein Publikum findet, wenn man die Club-of-Rome-Hysterie neu aufwärmt. Aber das wird vielleicht das politische Zukunftsthema für die nächsten Jahre. Denn jetzt, wo die Grünen in der Opposition wieder mühsam neue Aufmerksamkeit generieren müssen, da wird das alles wieder auf die Agenda gesetzt werden. Und das Waldsterben wird auch zurückkommen. Wenn nicht real, dann zumindest als apokalyptische Vision.
Posted by Statler on October 12th, 2005 |
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hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1058
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