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Eine britische Studie sorgt für Aufsehen

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5911

BeitragVerfasst am: 30.Okt 2006 15:06    Titel: Eine britische Studie sorgt für Aufsehen Antworten mit Zitat

Heute morgen Thema im DLF und das Handelsblatt greift es auf -"Weltwirtschaft droht Depression"

Lassen wir mal Maxeiner&Mirsch weg, was sagen Sie, werte User!

Zitat:
Eine britische Studie sorgt für Aufsehen. Danach sollten sich nicht nur Umweltschützer, sondern auch Konzernlenker Sorgen um den Klimawandel machen. Das Szenario ist erschreckend: Von einer Weltwirtschaftskrise wie in den dreißiger Jahren ist die Rede.

Wenn ein dramatisches Schrumpfen der Weltwirtschaft mit verheerenden sozialen Folgen noch verhindert soll, muss der Kampf gegen die Erderwärmung nach einer neuen Studie international höchste Priorität bekommen. Durch den Klimawandel drohe der internationalen Wirtschaft ein Rückgang um rund 20 Prozent, heißt es in der am Montag in London vorgelegten Untersuchung.

Die Welt könne in eine Depression schwerer als jene Anfang der 30er Jahre abgleiten. Mehr als 200 Millionen Menschen könnten auf der Flucht vor Überschwemmungen oder Dürren Aufnahme in fremden Ländern suchen.

Premierminister Tony Blair und Schatzkanzler Gordon Brown appellierten an die internationale Gemeinschaft, gemeinsame Abwehrmaßnahmen gegen die drohende Gefahr nicht mehr länger hinauszuzögern. Die Folge weiterer Inaktivität wäre „im wahrsten Sinne des Wortes katastrophal“, sagte Blair. „Und dieses Desaster droht nicht in einer fernen Science-Fiction-Zukunft, sondern in unserer Lebenszeit.“

„Wir haben aber noch die Zeit und wir haben das Wissen zu reagieren“, erklärte der Leiter der von der britischen Regierung im Sommer 2005 in Auftrag gegebenen Untersuchung, der Wirtschaftswissenschaftler Sir Nicholas Stern. „Aber nur, wenn wir weltweit entschlossen und rasch handeln.“

Blair vermied es in seinem Appell an die internationale Gemeinschaft, direkt die USA und deren Weigerung anzusprechen, sich wieder dem Kyoto-Umweltschutzabkommen anzuschließen. Jedoch macht der der 700 Seiten umfassende Stern-Bericht deutlich, dass nach Auffassung seiner Autoren entschlossene internationale Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase im Gegensatz zur Argumentation der US- Regierung am Ende mehr Geld einbringen als kosten würden.

Blair sagte dazu bei der Vorstellung des Berichtes: „Investitionen werden sich auszahlen, nicht nur für die Umwelt, sondern auch wirtschaftlich.“ Die Welt könne allerdings nicht „wieder fünf Jahre verhandeln wie beim Kyoto-Abkommen - wir haben so viel Zeit einfach nicht und wir müssen akzeptieren, dass wir weit darüber hinaus gehen müssen“.

Die Aufwendungen für umfassende Aktionen zur Reduzierung der Erderwärmung, die vor allem durch so genannte industrielle Treibhausgase verursacht werde, seien durchaus aufzubringen, rechnete der frühere Chefökonom der Weltbank, Nicholas Stern, vor. Erforderlich seien Ausgaben in Höhe von etwa einem Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts. Der Kampf gegen die Folgen eines weiter anhaltenden Nichtstuns werde eines Tages ein Vielfaches mehr kosten, warnte Stern.

Nach seinen Berechnungen würde eine rasche globale Offensive gegen die zunehmende Belastung der Erdatmosphäre rund 350 Milliarden Dollar (275 Milliarden Euro) kosten. Dadurch bestünde allerdings nicht nur die Chance, verheerende Folgen der Erderwärmung für weite Teile der Welt abzuwenden. Die Weltwirtschaft könnte mit zielgerichteten Umweltinvestitionen bis 2050 sogar insgesamt einen „Profit“ von etwa 2,5 Billionen Dollar erwarten. Hingegen würden die Kosten im Falle des Ausbleibens von Gegenmaßnahmen ein Mehrfaches ausmachen.

Zu den dringend erforderlichen Aktionen zur Gefahrenabwehr muss laut Stern gehören, dass die Ziele der Schadstoffreduzierung deutlich erhöht werden und dass sich Länder wie die USA, China und Indien an deren Einhaltung beteiligen. Zur Hilfe für ärmere Staaten müsse die Weltbank rasch einen Fond in Höhe von 20 Milliarden Dollar schaffen. Ländern wie Brasilien, Papua-Neuguinea und Costa Rica müsse geholfen werden, weite Teile der tropischen Regenwälder aufzuforsten.

Für den Fall, dass sich die internationale Gemeinschaft nicht zu entschlossenen und Schritten gegen den Klimawandel bereit findet, umreißt der Stern-Bericht ein Schreckensszenario: Weiter schmelzende Polkappen würden die Flutgefahr dramatisch erhöhen. Steigende Meeresspiegel würden weite Landflächen vernichten und 200 Millionen Menschen in die Flucht treiben. Vor allem in Afrika würden sich landwirtschaftliche Nutzflächen in unfruchtbare Trockenzonen verwandeln. 40 Prozent der Tier- und Pflanzenarten könnten vernichtet werden.
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 953

BeitragVerfasst am: 30.Okt 2006 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Nicht schon wieder!!!
Zitat:
Für den Fall, dass sich die internationale Gemeinschaft nicht zu entschlossenen und Schritten gegen den Klimawandel bereit findet, umreißt der Stern-Bericht ein Schreckensszenario: Weiter schmelzende Polkappen würden die Flutgefahr dramatisch erhöhen. Steigende Meeresspiegel würden weite Landflächen vernichten und 200 Millionen Menschen in die Flucht treiben. Vor allem in Afrika würden sich landwirtschaftliche Nutzflächen in unfruchtbare Trockenzonen verwandeln. 40 Prozent der Tier- und Pflanzenarten könnten vernichtet werden.

Ja, der Himmel wird einfallen!

Zitat:
Weiter schmelzende Polkappen

Es gibt keine schmelzenden Polkappen, deshalb kann es auch keine "weiter" schmelzenden Polkappen geben.
Was z.Zt. am Nordpol verloren geht, wird am Südpol aufgetürmt.
Die Temperaturen in der Nordpolregion unterliegen starken periodischen Schwankungen. In den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts waren sie ähnlich hoch wie heute und im Mittelalter war die Nord-West-Passage schon mal frei. Die Schnee- und Eismasse der Südpolarregion nimmt seit einiger Zeit zu.

Zitat:
Steigende Meeresspiegel

...versuchen die Katastrophenprediger schon seit langem herbeizureden, ohne Erfolg. Es gibt sie nicht (bis auf die Bruchteile von Zentimetern durch die Thermoexpansion)

Zitat:
Vor allem in Afrika würden sich landwirtschaftliche Nutzflächen in unfruchtbare Trockenzonen verwandeln.

Der Südrand der Sahara wird seit einiger Zeit wieder grüner, nicht nur durch die Anstrengungen von engagierten Bauern.

Zitat:
40 Prozent der Tier- und Pflanzenarten könnten vernichtet werden.

Reine Panikmache, von renommierten Ökologen längst widerlegt.

Wenn man davon ausgeht, dass die Schreckensszenarien Wirklichkeit werden, braucht man keine Studie, um vorauszusehen, dass das teuer und dramatisch wird.
Aber hier liegt der Schlüssel zum Verständnis der ganzen Hype:
Es gibt bestimmte Klimamodelle, die das voraussagen, die aber mit Sicherheit falsch sind, weil noch nicht einmal alle Abhängigkeiten bekannt sind, geschweige den deren quantitative Auswirkungen. Wie falsch, kann niemand sagen, die Zukunft wird's bringen.
Die Vergangenheit aber lehrt uns, dass es der Menschheit in Warmperioden bislang wesentlich besser gegangen ist als in Kaltzeiten. Warum sollte das in Zukunft nicht auch so sein?
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 953

BeitragVerfasst am: 31.Okt 2006 13:16    Titel: Re: Eine britische Studie sorgt für Aufsehen Antworten mit Zitat

Moderator GM&P hat folgendes geschrieben::
Lassen wir mal Maxeiner&Mirsch weg, was sagen Sie, werte User!

Warum eigentlich weglassen?
Interessant, dass man sogar hier auf abweichende Meinungen keinen Wert legt.
Schere im Kopf oder gar Zensurversuch?
Das erinnert mich stark an die Reaktion von Jim Hansen, Klimaforscher am Goddart-Institut, der sich weigerte, zu einem Hearing zu erscheinen, wo auch abweichende Meinungen gehört werden sollten:

http://www.oekologismus.de/index.php/archives/2006/09/17/freiwillige-selbstzensur,

oder an die vielen anderen Versuche der sogenannten Mehrheitsfraktion, abweichende Meinungen zu unterdrücken und deren Träger einzuschüchtern. Siehe:

http://www.opinionjournal.com/extra/?id=110008220

Nachdem ich im vorigen Beitrag meine Meinung eingestellt habe, bringe ich als Ergänzung den Kommentar von Dirk Maxeiner, weil er wichtige Hintergrundinformationen enthält und das Ganze mit den Intentionen der Politiker verbindet:

Sterns Stunde
In Großbritannien herrscht Wahlkampf und in Deutschland kriegen sie nicht einmal ein Gesundheitsreförmchen gebacken. Höchste Zeit also, die Welt zu retten. In Großbritannien hat der Ökonom Nicholas Stern für die Regierung lauter alte Daten neu aufgewärmt und einen bomastischen Klimaschutz-Bericht verfasst, in dem es gar nicht schlimm genug kommen kann: Der Klimawandel werde die Welt „5500 Milliarden Euro“ kosten, dies sei das „größte Marktversagen, das die Erde je gesehen hat“. Der Klimawandel könne eine „Weltwirtschaftskrise“ auslösen (ganz so als ob Politik das nicht auch ohne schaffen könnte). Nichthandeln werde größere Kosten „als die beiden Weltkriege“ verursachen. Der im Auftrag des britischen Finanzministers erstellten Studie ist wirklich kein Vergleich zu schräg und abgeschmackt. Wie immer bei solchen Berechnungen werden ökonomische Modellrechnungen auf klimatologische Modellrechnungen draufgesetzt. Das kann man machen, sollte aber dazu sagen, dass die Streubreite solcher Szenarien von hier bis zum Mond reicht - je nachdem welche Annahmen man zugrunde legt. Siehe beispielsweise hier: http://timworstall.typepad.com/timworstall/2006/10/stern_report_ch_2.html

Noch erstaunlicher als die Chuzpe mit der solche simulierten Szenarien als Realität verkauft werden, ist die Kritiklosigkeit vieler Medien, siehe beispielsweise http://www.welt.de/data/2006/10/31/1092878.html.
Es müsste doch zumindest stutzig machen, das gleichzeitig Informationen über geplante umfangreiche Ökosteuern in Großbritannien durchsickern. Es müsste doch stutzig machen, das Labour dem Grün-Konservativen Herausforderer David Cameron beim urbanen Ökopublikum etwas entgegen setzen muss.

„Labour awakes to the danger – of Cameron's green appeal“ schreibt Charles Glover im Telegraph: „The really staggering thing about Stern's analysis, good though it is, is how much of it we have read before. The scientific predictions about global warming are little different from those made by the Inter-Governmental Panel on Climate Change in 1990, and subsequently in 1995 and 2001. And I distinctly remember reading Sir Nicholas's conclusion that the cost of tackling climate change would be only one per cent of global GDP by 2050, but that the cost of business as usual would be far more — back in 2001. I used it myself on this page last year. So why is everyone in the Government pretending that the Stern review is new, important and interesting?“ http://www.telegraph.co.uk/opinion/main.jhtml?xml=/opinion/2006/10/31/do3101.xml

Klar doch, das da auch Umweltminister Siegmar Gabriel nicht fehlen darf, der gestern einen „New Deal“ propagierte, eine von einem „grünen Industriekabinett“ staatsgesteuerte „dritte industrielle Revolution“. Nun die dritte industrielle Revolution ist auch ohne Herrn Gabriel längst im Gange, dank unserer grandiosen Politik allerdings überwiegend im Ausland. Natürlich brauchen wir neue Technologien, die uns vom Erdöl unabhängig machen. Was wir nicht brauchen sind Politiker, die Angst- und Panikmache schüren, um ihren Einfluss weiter zu erhöhen und in Europa die Marktwirtschaft noch mehr außer Kraft zu setzen.

Soweit Dirk Maxeiner.
Und wer sich noch weiter informieren will, hier eine interessante Diskussion über das Zustandekommen der Horrormeldungen:
http://sciencepolicy.colorado.edu/prometheus/archives/climate_change/000973sterns_cherry_picki.html
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