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Europäischer Vorsprung zum Klimaschutz eine Farce?

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hostaria
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Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 220

BeitragVerfasst am: 27.Sep 2007 10:06    Titel: Europäischer Vorsprung zum Klimaschutz eine Farce? Antworten mit Zitat

Nicht`s Neues für Unternehmer mit geöffneten Augen.
Die USA bezweckten u. bezwecken mit Ihrer offiziellen Ablehnung u. Blockade des internationalen Klimaschutzabkommens ihren hinterherhinkenden Wettbewerbsabstand gegenüber der deutschen Technologie zu verringern, auszuhebeln u. in einen einen Vorsprung umzuwandeln.
Und unsere eurpäischen Marionettenregierungen amerikanischer Interessen haben europäische Unternehmen durch ihre anbiedernde (gut Freund -Politik), in ihrem Vorsprung mehr zurückgehalten, als in ausgeschmückten Presseveröffentlichungen gern vermittelt wird.
Siehe folgenden Bericht.


Bush hinkt im Klimaschutz längst Entwicklung in den USA hinterher

Beim Klimaschutz übt sich US-Präsident George W. Bush in der Rolle des Skeptikers, doch nicht jeder lässt sich von ihm bremsen. Während sich Bush erst auf wachsenden Druck im In- und Ausland hin entschloss, die 16 weltweit größten Verschmutzerstaaten für eine Konferenz am Donnerstag und Freitag nach Washington zu laden, sind Teile der Wirtschaft in den USA weit vorangeprescht.

Längst ist in den USA Realität geworden, was Bush lange Zeit als Teufelszeug verdammt hatte: Grenzwerte für Treibhausgase? Dazu haben sich viele Großkonzerne schon lange freiwillig verpflichtet. Handel mit Verschmutzungsrechten nach Vorbild des Kyoto-Mechanismus? Er floriert an der US-Klimabörse in Chicago trotz Ablehnung im Weißen Haus.

Mehr als 200 Unternehmen, Kommunen und ganze Bundesstaaten betreiben inzwischen freiwillig, aber rechtlich bindend Emissionshandel an der Chicago Climate Exchange (CCX), einer in den USA einzigartigen Börse. Ihre Mitglieder verantworten 226 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr - so viel wie ganz Großbritannien und immerhin fast fünf Prozent der gesamten Emissionen in den USA, die für mehr als ein Viertel des weltweiten Gesamtausstoßes verantwortlich sind.

Die CCX-Mitglieder sind verpflichtet, ihre Emissionen bis 2010 um sechs Prozent zu kappen. Unter ihnen sind der Autobauer Ford, der Energiekonzern Motorola und der Chemieriese DuPont. Verfehlen sie das Ziel, müssen sie zahlen.

Das Prinzip ist einfach: Die Mitglieder erhalten Zertifikate, die sie zum Ausstoß bestimmter Mengen des Klimakillers Kohlendioxid (CO2) berechtigen. Stößt ein Mitglied weniger CO2 aus, kann es die übrigen Zertifikate an jene verkaufen, denen die eigenen Rechte nicht ausreichen.

Jahr für Jahr gibt es weniger Zertifikate. Ein derartiges System ist in der EU bereits in Kraft, anders als in den USA ist es vorgeschrieben vom Gesetzgeber. Der Nachteil des Freiwilligen-Systems bei der CCX: Die größten Dreckschleudern können sich ungestraft aus der Verantwortung stehlen.

Die Börse in Chicago legt dennoch Wert darauf, dass mit der Mitgliedschaft die rechtliche Pflicht zur Umsetzung der Klimaziele einhergeht. CCX-Chef Richard Sandor vermutet unterschiedliche Beweggründe für den Zulauf an seiner Börse.

Die Unternehmen wollten durch die CCX ihr Image aufpolieren, Anschluss an die Entwicklung der Umwelttechnologie finden, sich für den Fall künftiger staatlicher Vorschriften vorbereiten oder ökologisch orientierten Aktionären, Kunden und Mitarbeitern imponieren. „Der Schwung nimmt beträchtlich zu“, stellt Sandor fest. Im Jahr 2006 hat sich der Handel im Vergleich zum Vorjahr nach Firmenangaben versechsfacht.

Paradoxerweise ist ausgerechnet der Klimasünder USA Vorreiter beim Emissionshandel mit CO2, den Bush immer noch ablehnt. Im Kampf gegen Schwefeldioxid, das den Sauren Regen verursacht, führten die USA 1990 ein System mit Emissionsgrenzen einerseits und der Möglichkeit zum Zukauf von Verschmutzungszertifikaten andererseits ein.

Ein großer Erfolg: Zwischen 1980 und 2005 nahm der Ausstoß des Giftstoffs um mehr als 40 Prozent ab, teilt die Regierungsbehörde für Umwelt (EPA) mit. Den jährlichen Nutzen beziffert sie für 2010 auf 122 Milliarden Dollar (86,4 Mrd. Euro), die jährlichen Kosten nur noch auf drei Milliarden.

Es ist also jener Effekt eingetreten, der das System des Emissionshandels zumindest in der Theorie für viele Experten so attraktiv macht: Der Markt erzwingt ökologisches Handeln. „Grün ist Grün“, heißt es inzwischen bei Optimisten an der Wall Street. Denn grün sind nicht nur die Bäume, sondern auch die Dollar-Noten.

Donnerstag, 27. September 2007
Quelle:http://www.stol.it
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