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Goldgräber am Oberrhein ..

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Goodman
*** Consulter ***


Anmeldungsdatum: 16.01.2002
Beiträge: 5416

BeitragVerfasst am: 1.Mai 2005 15:22    Titel: Goldgräber am Oberrhein .. Antworten mit Zitat

DIE ZEIT Nr. 18; 28.04.2005

Goldgräber am Oberrhein

Im Südwesten wollen zahlreiche Unternehmen Strom mittels Erdwärme erzeugen. Die Verbraucher müssen zahlen. Wenn das der Bundeswirtschaftsminister gehört hätte! Er hätte sich garantiert gefreut über den Vergleich: Deutschland sei derzeit neben China der interessanteste Markt weltweit, hatte doch tatsächlich ein Manager befunden. Wann hat man so etwas über den Standort Deutschland zum letzten Mal gehört?

Das Urteil stammt von Hannes Sandkühler, dem Generalbevollmächtigten der Firma Enex in Deutschland. Und was deren Metier ist, lässt der Firmensitz im isländischen Reykjav?k fast schon erahnen: die Nutzung der Geothermie.

Weil in Deutschland die Rahmenbedingungen stimmen, zieht es die Nordeuropäer jetzt auch gen Süden. So erschien Sandkühler Ende vergangenen Jahres im baden-württembergischen Kehl, um dort mit Projektpartnern die Absichtserklärung zum Bau eines Erdwärmekraftwerks in der Stadt zu unterzeichnen. Spätestens damit war offenkundig, dass sich Spannendes tut in der deutschen Stromwirtschaft.

Denn plötzlich bekommen die bekannten erneuerbaren Energien einen weiteren Mitspieler zur Seite gestellt. Eine Energie, die bisher jeder vergaß, der die Palette des Ökostroms mit Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse herunterbetete. Eine Energie, die Fantasien weckt, denn das geothermische Potenzial in den Tiefen des Planeten ist gewaltig.

Aber die Wärme ist nicht überall gleichermaßen erschließbar. Besonders schnell erreicht man sie am Oberrhein: Statt nur um drei Grad, wie es im weltweiten Mittel der Fall ist, wird der Untergrund dort um bis zu sechs Grad je 100 Meter wärmer. Und so herrscht zwischen Basel und der südlichen Pfalz plötzlich regelrechte Goldgräberstimmung. Fast monatlich werden neue Projektplanungen publik, während andere Unternehmen sich im Stillen mit bergrechtlichen Bohrgenehmigungen eindecken - und damit ihre Claims abstecken.

Es ist ein Boom, der auf dem novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fußt. Denn die Konditionen für die Geothermie wurden im vergangenen August mächtig verbessert - je nach Leistung der Kraftwerke garantiert das Gesetz seither bis zu 15 Cent Vergütung je Kilowattstunde, letztlich vom Verbraucher zu zahlen. Damit lässt sich arbeiten.

Und so ist auch die Enex aus Reykjav?k nicht nur in Kehl zu Gange. An »acht bis zehn Orten« in Deutschland werde man den Bau von Geothermiekraftwerken vorantreiben, lässt Manager Sandkühler wissen. Das zweite in Dudenhofen bei Speyer in der Pfalz ist bereits in der Planung, weitere sollen nicht nur im Oberrheingraben, sondern auch im bayerischen Molassebecken entstehen: zwischen der Donau und dem Fuß der Alpen.

Wie ein Durchlauferhitzer soll das Gestein Wasser erwärmen

Zugleich sind auch die etablierten Stromversorger der Region längst aktiv. Im badischen Ettenheim planen die Badenova (Freiburg), das Elektrizitätswerk Mittelbaden (Lahr), die Süwag (Achern) und die Energie Baden-Württemberg (EnBW) gemeinsam ein Erdwärmekraftwerk. An einem eigenen Projekt arbeiten unterdessen die Stadtwerke in Bruchsal. Und die Pfalzwerke (Ludwigshafen) sowie die EnergieSüdwest (Landau) haben die gemeinsame Tochter Geox gegründet, um in Landau eine Anlage zu bauen. »2007 soll die erste Kilowattstunde fließen«, hofft Geschäftsführer Heiner Menzel. Und verspricht: »Weitere Kraftwerke werden folgen.«

Mit Elan ist auch die Badenova auf den Zug aufgesprungen: Die ehemaligen Stadtwerke aus Freiburg und Umland haben sich längst Bohrgenehmigungen für diverse Standorte im Landkreis Lörrach, im Breisgau, am Kaiserstuhl und in der Ortenau gesichert. In einem Szenario für das Jahr 2010 setzt die Stadt Freiburg bereits die Erzeugung von sieben Millionen Kilowattstunden Strom aus Erdwärme an.

Sehr konkret geworden sind unterdessen erste Projekte im nördlichen Teil des Oberrheingrabens, finanziert aus Risikokapital: Die Firma FirstGeotherm aus Waldsee will im rheinlandpfälzischen Speyer noch im Jahr 2006 ans Netz gehen.

Ein erstes, 2870 Meter tiefes Loch ist bereits gebohrt - es führte zu einer Gesteinsschicht, in der Temperaturen um die 180 Grad herrschen. » Wir haben hier eine kleine Rosine erwischt«, sagt Geschäftsführer Christian Scholz.

Ebenfalls im kommenden Jahr will die Karlsruher Firma HotRock im pfälzischen Offenbach an der Queich ein Geothermiekraftwerk in Betrieb nehmen. Kaum hat die erste Bohrung begonnen, hat Geschäftsführer Horst Kreuter auch schon neue Pläne: In Riedstadt in Hessen bereitet seine Firma ein zweites Projekt vor.

Und weitere sind absehbar. Seine Firma werde »den Oberrheingraben mit Erdwärmekraftwerken zupflastern«, ließ Kreuter bereits wissen.

All diese Projekte wollen Erdwärme in Strom umwandeln, aber jeweils mit ganz unterschiedlichen Verfahren. Während die Ingenieure in Kehl zum Beispiel auf heiße Tiefenwässer hoffen, wollen sie in Ettenheim die Hitze trockenen Gesteins mittels der so genannten Hot-Dry-Rock-Technik (HDR) emporbringen.

Denn in den Tiefen Ettenheims ist mit ausreichenden Vorkommen von Thermalwasser nicht zu rechnen. Also soll das Gestein als eine Art Durchlauferhitzer genutzt werden, indem Wasser in tiefe Gesteinsschichten gepumpt und anschließend durch eine zweite Bohrung wieder zutage gefördert wird. Ein entsprechendes Forschungsvorhaben der EU wird seit 1987 in Soultz-sous-For?ts im Elsass vorangetrieben - es gilt als das weltweit führende Projekt dieser Art.

Jedes Kraftwerk kann 12 000 Haushalte versorgen

Neben der Geologie fordert auch die Kraftgewinnung an der Oberfläche die Ingenieure heraus. Denn für den effizienten Einsatz einer klassischen Dampfturbine sind die Wassertemperaturen zu niedrig. Also überträgt man die Wärme auf ein Arbeitsmittel, das bereits bei niedrigeren Temperaturen als Wasser siedet (und durch die damit verbundene Volumenausdehnung einen Kolben antreiben kann). Unterschiedliche Substanzen kommen dafür infrage - sowohl diverse organische Medien wie auch ein Ammoniak-Wasser-Gemisch.

Die voraussichtlichen Kapazitäten der geplanten Erdwärmekraftwerke sind allesamt ähnlich. Ihre elektrischen Leistungen sollen bei jeweils drei bis fünf Megawatt liegen, eine Größenordnung, die sich durch ökonomische Rahmenbedingungen einerseits und die förderbaren Wärmemengen andererseits ergibt. Attraktiv an diesen Kraftwerken ist ihr stetiger Betrieb, der eine Stromerzeugung rund um die Uhr ermöglicht. Die Anlagen sind damit verlässliche Stromlieferanten, sie sind »grundlastfähig«, wie Experten sagen.

Jedes der Kraftwerke kann bei fünf Megawatt Leistung 40 Millionen Kilowattstunden im Jahr erzeugen - genug für 12 000 Durchschnittshaushalte.

Attraktive Ressourcen also - doch sie sind nur mit großem Kapitaleinsatz erschließbar. Während die Erdwärme für Heizzwecke kostengünstig verfügbar ist, braucht die Stromerzeugung deutlich höhere Temperaturen und damit weitaus größere Bohrtiefen. Mindestens 2500 Meter sind üblicherweise nötig, und jede dieser tiefen Bohrungen verschlingt einen mittleren einstelligen Millionenbetrag.

Zudem überschatten geologische Unsicherheiten die Projekte. Trotz bester Vorerkundung kann am Ende jedes Projekt an der Geologie scheitern. Dann etwa, wenn die Temperaturen in der erreichten Tiefe nicht hoch genug sind oder die nutzbare Wassermenge zu gering ist. Millionen von Euro wären dann buchstäblich in den Sand gesetzt. Wer dabei nicht einen finanzstarken Partner an seiner Seite weiß oder auf explizites Risikokapital zurückgreifen kann, gelangt schnell an das Ende seiner finanziellen Möglichkeiten.

So lässt zum Beispiel auch die Badenova wissen, dass sie nur Projekte angehe, bei denen das so genannte Fündigkeitsrisiko zuvor abgesichert sei. Man hofft dabei auch auf Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg. Doch die Hilfe von dort ist beschränkt: Vier Millionen Euro als Ausfallbürgschaft für misslungene Bohrungen will das Stuttgarter Wirtschaftsministerium in den Jahren 2006 und 2007 insgesamt bereitstellen. Das reicht - mit etwas Glück - gerade für eine einzige Tiefenbohrung.

Deshalb will das Bundesumweltministerium die Absicherungsmöglichkeiten für Investoren verbessern, um die Nutzung der Erdwärme voranzutreiben. Das Ministerium hat die Nürnberger Juristen und Wirtschaftsprüfer Rödl& Partner beauftragt, zu untersuchen, welche Instrumente zur Absicherung infrage kommen. Noch im Frühjahr soll das Gutachten vorliegen. Als denkbar gelten eine Versicherung oder auch ein Modell auf Basis einer Stiftung. » Ziel ist es, Sicherungsinstrumente zu entwickeln, die nicht allein auf einer Finanzierung durch öffentliche Haushalte basieren«, sagt Christof Stein, Referatsleiter im Umweltministerium. Unterdessen bereitet sich auch die Versicherungswirtschaft auf das neue Geschäftsfeld vor - aus mehreren Unternehmen gebe es entsprechende Signale, weiß Werner Bußmann vom Branchenverband Geothermische Vereinigung.

So wird sich noch im laufenden Jahr herauskristallisieren, mit welchen Rahmenbedingungen die Investoren künftig kalkulieren können. Das Jahr 2006 dürfte für die junge Branche das Jahr der Wahrheit werden: Einige Kraftwerke werden ans Netz gehen, andere Projekte aber werden scheitern - und Vergleiche mit chinesischen Wachstumsmärkten werden sich ein wenig relativieren. Aber dennoch: 125 Jahre nach dem Start der Elektrifizierung in Deutschland wird die neue Komponente aus dem heimischen Strommix nicht mehr wegzudenken sein.

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Uwe66660
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Anmeldungsdatum: 08.02.2005
Beiträge: 8
Wohnort: Harmstorf

BeitragVerfasst am: 6.Mai 2005 14:08    Titel: Geothermie Österreich Antworten mit Zitat

es wird für ein geothermie-kraftwerk in österreich ein investor gesucht.

gesamtsumme der anlage 12 mio euro

mit dem vorhaben kann unmittelbar begonnen werden.

vorverträge mit energie/produkt abnehmer sind bereits vorhanden.

anfragen an
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Goodman
*** Consulter ***


Anmeldungsdatum: 16.01.2002
Beiträge: 5416

BeitragVerfasst am: 6.Mai 2005 15:37    Titel: Antworten mit Zitat

Cleveres Kerlchen, unser Uwe ..

Ich schreibe einmal absichtlich nicht warum ..

Und weil so etwas auch einmal belohnt werden muss, lasse ich auch diese schon fast an Unverschämtheit grenzende Werbung stehen ..
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Uwe66660
Newbie


Anmeldungsdatum: 08.02.2005
Beiträge: 8
Wohnort: Harmstorf

BeitragVerfasst am: 11.Mai 2005 22:36    Titel: geothermie Antworten mit Zitat

danke (roten kopf bekomme) die geothermischen-kraftwerke sind zz eben das beste was es gibt(kommt).
"schluss mit der horizont verschmutzung"

netten gruss

uwe
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