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Klimaforschung: Die Welt steht am Scheideweg

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5911

BeitragVerfasst am: 21.Okt 2006 19:06    Titel: Klimaforschung: Die Welt steht am Scheideweg Antworten mit Zitat

Die Erde wird wärmer. Daran gibt es keinen
Zweifel. Wie aber werden die Folgen des Klimawandels aussehen? Und
können wir überhaupt noch etwas tun? In ihrer neuesten Ausgabe
berichtet die Zeitschrift natur+kosmos über die wichtigsten
Kipp-Punkte im Klimasystem. Darunter verstehen Wissenschaftler
Schwellenwerte, die - sind sie erst einmal eingetreten -
Veränderungen anstoßen, die nicht mehr gestoppt werden können.

So schmilzt das Grönlandeis viel schneller als bislang angenommen.
Die Eismassen gleiten auf Schmelzwasserflüssen Richtung Atlantik,
brechen ab und tauen auf dem offenen Meer. Noch in diesem Jahrhundert
könnte deshalb der Meeresspiegel um mehrere Meter steigen. "Wenn ein
Eisschild sich aufzulösen beginnt, dann kann es einen Kipp-Punkt
geben, jenseits dessen der Auflösungsprozess dramatisch schnell
abläuft", warnt NASA-Direktor Jim Hansen.

Eine ganz andere Dramatik zeichnet sich im Himalaja ab. Wenn der
gegenwärtige Trend anhält, sind bis zum Ende des Jahrhunderts alle
Gletscher im Himalaja verschwunden. Und weil diese Gletscher die
größten Ströme Asiens mit Wasser speisen, ist die Wasserversorgung
von mehreren hundert Millionen Menschen gefährdet.

Am Amazonas wiederum herrscht das zweite Jahr in Folge eine
bislang nicht gekannte Trockenheit. Der gesamte Regenwald droht
binnen weniger Jahrzehnte zur Steppe zu werden. Damit würde so viel
Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt, wie im gesamten 20.
Jahrhundert durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas.

Ungewöhnliche Schwankungen des Monsuns führten bereits dazu, dass
große Teile Indiens unter langen Dürreperioden, andere unter
dramatischen Überschwemmungen zu leiden haben. Im gesamten südliche
Afrika könnte sich die Savannenlandschaft in eine lebensfeindliche
Wüste verwandeln.

Mit der Umweltorganisation German Watch und dem
Bundesumweltministerium hat natur+kosmos die Kipp-Punkte
zusammengetragen. Angesichts der dramatischen Erkenntnisse mahnen
immer mehr Forscher: Im globalen Durchschnitt darf sich die Erde um
nicht mehr als zwei Grad erwärmen. Für die Staatengemeinschaft heißt
das: Bis Mitte des Jahrhunderts müssen die Treibhausgase weltweit um
50 Prozent reduziert werden - die der Industrieländer sogar um 80
Prozent. Auf dem UN-Klima-Gipfel in Nairobi im November sollen die
Weichen dafür gestellt werden.
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 953

BeitragVerfasst am: 22.Okt 2006 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

Den Klimakathastrophisten fällt doch immer wieder was ein:
Wenn die angekündigten Hurricans ausbleiben, die Ozeane sich entgegen allen Modellrechnungen abkühlen und der Meeresspiegel sich partout nicht erhöhen will, müssen halt die ominösen Kipp-Punkte her. Die haben den Vorteil, dass man den Wahrheitsgehalt nicht so leicht überprüfen kann. Hauptsache, man befürchtet erst einmal. Das hebt den Bekanntheitsgrad und die Fördermittel gleich mit.
Mit dabei im Chor der Kassandras natürlich Dr. James H. (gen. Jim) Hansen, der sich schon mal von der Bush-Administration verfolgt fühlt (denen kann man ja alles zutrauen) aber gleichzeitig die Diskussion mit Wissenschaftlern verweigert, die seine Hypothesen und Ansichten nicht teilen. Aus "Ökologismus.de:

Zitat:
Dr. James Hansen, Klimaforscher am NASA Goddard Institute in New York, behauptete im Januar diesen Jahres, die Bush Administration würde versuchen ihn daran hindern sich zur Klimapolitik zu äussern — ihn somit also zu zensieren. Zum Hearing in Representantenhaus zur “Hockeyschlägerkurve” war Hansen auch eingeladen, glänzte aber durch Abwesenheit. Seine Begründung, veröffentlicht in Environment & Energy Daily:

“I would get out of my sickbed to testify to Congress on global warming, if they were ready to deal responsibly with the matter,” Hansen wrote. “But obviously they are still in denial, inviting contrarians to ‘balance’ the science of global warming.”

Okay, Dr. Hansen war krank, wäre aber zum Hearing erschienen, wenn entgegengesetzte Meinungen nicht (sic!) zugelassen gewesen wären. Was Dr. Hansen damit implizit fordert, ist das, was er der Bush Administration bereits vorgeworfen hat: die Zensur unerwünschter Meinungen (nur dann wäre er ja beim Hearing erschienen). Dabei wäre ein Hearing vor dem Representantenhaus eine ideale Plattform gewesen, um seinen Standpunkt vor einer großen Audienz zu vertreten und konträren Thesen mit Argumentation entgegen zu treten.

Ist Wissenschaft nicht ein ständiges diskutieren unterschiedlicher Standpunkte und Thesen, bis eine valide Lösung gefunden wird? Dr. Hansen hat sich aber lieber einer freiwillen Selbstzensur unterworfen, anstatt sich in dem Hearing mit konträren Meinungen auseinander zu setzen. Das zeugt von einer absolutistischen Denkweise, ganz so, als ob man die absolute Wahrheit in Sachen anthropogener Klimawandel für sich gepachtet hätte und es somit für nicht nötig hält, sich mit den Häretikern auseinander zu setzen.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 5911

BeitragVerfasst am: 22.Okt 2006 16:28    Titel: Die Exoten kommen Antworten mit Zitat

Alarmierender Nordsee-Bericht

Der Klimawandel hat bereits deutliche Spuren in der Nordsee hinterlassen. "Wir finden immer häufiger Fischarten aus den deutlich wärmeren Gewässern der Biscaya und des Mittelmeeres", sagte der Meeresbiologe Harald Asmus im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Bei seinen Forschungen in der Außenstelle Sylt des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institutes (AWI) stellte Asmus zudem den Rückgang bislang heimischer Arten fest. "Wenn die Erwärmung der Nordsee anhält, wird sich dieser Prozess fortsetzen", sagte Asmus.

Äußeres Zeichen für die Auswirkungen des Klimawandels ist laut Asmus ein langsamer Anstieg der Durchschnittstemperaturen des Nordsee-Wassers. "Seit 18 Jahren wird das Wasser kontinuierlich wärmer, das ist die längste Warmperiode seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren." Obwohl sich der Anstieg im Zehntelgradbereich bewege und in der Summe noch keine zwei Grad erreicht habe, reagierten die Lebewesen bereits auf die Veränderung. "Bestimmte Fischarten wie die Plattfische wandern in tiefere und kältere Gewässer ab, andere Arten wie der Kabeljau ziehen höher in den Norden", sagte der Meeresbiologe.

Im Gegenzug wandern immer mehr Fische aus südlichen und wärmeren Gewässern in die Nordsee ein. "Wir haben sogar schon Sardellen hier entdeckt", erläuterte Asmus. Exotische Lebewesen wie die Pazifische Auster fänden inzwischen so gute Bedingungen in der Nordsee vor, dass sie die hier bislang dominierende Miesmuschel verdrängten.

Dramatisch ist nach Ansicht von Asmus das Tempo, in dem sich die Veränderung vollzieht. "Die Arten haben keine Chance, sich an neue Lebensbedingungen anzupassen, sondern können nur ausweichen." Mittelfristig sei deswegen das Aussterben einzelner Arten nicht auszuschließen. Richtung Norden bilde die Arktis die Grenze der Wandermöglichkeiten. "Wir wissen derzeit noch nicht, was mit dem arktischen Arten passieren wird, wenn die Erwärmung des Meerwassers weiter anhält."

Die Veränderungen in der Nordsee seien jedoch kein auf dieses atlantische Randmeer beschränktes Phänomen, erklärte Asmus. "Durch die globale Erwärmung wandern immer mehr subtropische Arten in das Mittelmeer ein, ähnliches ist auch vor der Küsten Westafrikas zu beobachten."
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hdschulz
Insider


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 953

BeitragVerfasst am: 23.Okt 2006 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Alarmierender Nordsee-Bericht


So ist das halt mit dem Alarm: wer alarmieren will, kann auf Präzision und ausgewogene Darstellung keine Rücksicht nehmen, besser ist es, zu übertreiben, damit der Alarm auch gehört wird.
Wissenschaftliche Redlichkeit ist da nur störend.

Ich kann aber gerne den Spielverderber geben:
Zitat:
"Seit 18 Jahren wird das Wasser kontinuierlich wärmer, das ist die längste Warmperiode seit Beginn der Aufzeichnungen vor 130 Jahren."

Aha, wir haben z.Zt. eine lange, sogar die längste Warmperiode seit langer Zeit. Kein Wunder, dass es am Ende einer langen Warmperiode besonders warm ist. Aber wo es eine Warmperiode gibt, muß es auch eine Kaltperiode geben. Wird die in Zukunft abgeschafft?
Wohl kaum. Für die Temperaturentwicklung in der Nordsee gibt es bestimmte Muster: in den vergangenen 130 Jahren haben sich Kalt- und Warmperioden von 5- bis 15-jähriger Dauer abgewechselt.
Ob sich eine Kalt- oder Warmperiode entwickelt, hängt von der vorherrschenden Windrichtung ab: Ist die Hauptwindrichtung im Sommer West und im Winter Ost, ergibt sich eine unternormale Durchschnittstemperatur, man spricht dann von einer Kaltperiode. Sind die vorherrschenden Windrichtungen vertauscht, ergibt sich eine Warmperiode. Diese Muster gelten nur für das Randmeer Nordsee. Der offene Atlantik oder die anderen Weltmeere korrespondieren nicht mit seiner Temperaturentwicklung.
Interessanterweise läßt sich in der Entwicklung der Durchschnittstemperatur in den Ozeanen in den letzten Jahren ein ganz anderer Ablauf beobachten: So haben die oberen Wasserschichten der Ozeane im Durchschnitt allein in den Jahren 2003 bis 2005 ein Fünftel der Hitze verloren, die sie in den 50 Jahren zuvor aufgebaut hatten. Keiner weiß so recht warum, aber die Abkühlung ist enorm (hier nachzulesen):
climatesci.atmos.colostate.edu
Davon scheint der Alarmist nichts gehört zu haben und er macht sich Sorgen um die arktischen Gewässer, bei denen er stillschweigend die gleiche Entwicklung wie in der Nordsee voraussetzt ("Wir wissen derzeit noch nicht, was mit dem arktischen Arten passieren wird, wenn die Erwärmung des Meerwassers weiter anhält.")
Das wäre jedoch auch ohne die jüngste Abkühlung in den Ozeanen nicht zulässig, eben weil für die Temperaturentwicklung der Nordsee spezifische Bedingungen gelten.
Deutlicher kann man eigentlich nicht dokumentieren, um was es hier bei der Alarmmeldung geht: Um Propaganda im Sinne der Klimakatastrophenprediger und nicht um die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Erkenntnissen.
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