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Kyoto ist tot

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hdschulz
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1096

BeitragVerfasst am: 21.Mai 2006 9:48    Titel: Schau an! Antworten mit Zitat

Die Absetzbewegung nimmt Fahrt auf:

Anzeichen für Ausstieg der Bundesregierung aus Kyoto-Mechanismus nehmen zu

Entwurf des neuen Nationalen Allokationsplans knüpft an kyotokritische Blair-Linie an


Berlin/Jena - Bereits im letzten Herbst zeichnete sich ab, daß wichtige EU-Staaten ihre durch den Kyoto-Vertrag eingegangenen Reduktionsziele bei den CO2-Emissionen nicht erreichen würden. Daraufhin kündigte vor allem die britische Regierung eine Revision ihrer bisherigen Energie- und Klimapolitik an. Auch in anderen Ländern diskutieren Politiker über einen möglichen Ausstieg aus dem Kyoto-Mechanismus - wenn schon nicht sofort, dann wenigstens nach dem Auslaufen des Vertrages im Jahre 2012.

In letzter Zeit häufen sich die Anzeichen, daß auch maßgebliche deutsche Entscheidungsträger über ein Ausstiegsszenario nachdenken. Aus Angst vor einem Gesichtsverlust - zu lange und noch immer läuft man dem “grünen” Zeitgeist hinterher - findet dieser Meinungsbildungsprozeß jedoch hinter verschlossenen Türen statt. An diesem Befund ändern auch die eher als Ablenkungsmanöver gedachten immer neuen sonntäglichen Klimaschutzbekenntnisse deutscher Politiker nichts, bei denen immer wieder neue rekordverdächtige Emissionsziele angekündigt werden.

Der dramatische Preiskollaps bei den EU-Emissionsberechtigungen seit Ende April, von über 30 auf unter 10 Euro pro Tonne CO2, dürfte die Realisten in der neuen Bundesregierung noch darin bestärken, nach einem Ausweg aus dem Kyoto-Chaos zu suchen. Die lückenhaften, windelweichen und für Außenstehende völlig unverständlichen Emissionsdaten der EU-Kommission, die heute morgen veröffentlicht wurden, bestätigen nur, was Experten bereits letzte Woche als Ursache des Preisverfalls vermuteten: Der Bedarf an EU-Emissionsberechtigungen wurde zu hoch angegeben. So emittierte die deutsche Industrie statt 495 Millionen Tonnen nur 474 Millionen Tonnen Kohlendioxid.

Die Ankündigung des Bundesumweltministers Sigmar Gabriel (SPD), Emissionsberechtigungen in Höhe von 12 Millionen Tonnen Kohlendioxid nachträglich wieder einzuziehen, darf hingegen als verzweifelter Versuch angesehen werden, das diskreditierte Emissionshandelssystem zu retten. Die Erfolgsaussichten sind zweifelhaft, denn Deutschland ist nicht der einzige EU-Staat mit einer recht freizügigen Vergabepraxis auf der Basis selbst erstellter Statistiken und Prognosen für kostenlose Emissionsberechtigungen. Von EU-weit zu viel verteilten Emissionsberechtigungen für 75 Millionen Tonnen Kohlendioxid ist die Rede. David Foster, Chef der Zertifikatehändler der Bank Credit Agricole in London, sprach in diesem Zusammenhang gegenüber Bloomberg von einer “Farce”.

Vor dem Hintergrund der Krise des deutschen Sozialstaates wäre das Ende des ohnehin auf zweifelhaften wissenschaftlichen Grundlagen beruhenden Klimaschutzes a la Kyoto das kleinere Übel. Obwohl die erste Generation von Emissionsgutscheinen noch kostenlos verteilt wurde, hatten Mittelständler - Kernsegment der deutschen Wirtschaft - bereits hohe Kosten zu bewältigen, mit entsprechenden Folgen für den Arbeitsmarkt.

Besonders dramatisch sind die Auswirkungen auf die Stahl- und die Nichteisenmetallindustrie, deren produktionsbedingte CO2-Emissionen naturgesetzlich bestimmt sind und die sich nicht unbegrenzt senken lassen. Beide Branchen sind zudem damit konfrontiert, daß die Stromerzeuger ihre Mehrkosten an sie weitergeben. Nach der Philosophie des Kyoto-Abkommens, nach der die Absenkung des CO2-Ausstoßes unbedingte Priorität genießen muß, ist ein Wachstum dieser Industrien ausgeschlossen. Bereits 2005 kam es hier zu ersten Werksschließungen in Deutschland.

Eine Studie des Berliner Instituts für politische Analysen und Strategie (IPAS) und des International Council for Capital Formation (ICCF) kam zu dem Ergebnis, daß die durch Umsetzung des Kyoto-Protokolls gestiegenen Energiekosten bis 2010 zu einem weiteren jährlichen Minus von 318.000 Arbeitsplätzen in Deutschland führen wird. Bis 2025 würden Kyoto jährlich zwischen 519.000 und 622.000 Arbeitsplätzen geopfert.

Die Technischen Glaswerke Ilmenau (Thüringen) rechneten unlängst vor, daß neben gestiegenen Stromkosten Zertifikate in Höhe von 32.280 Euro pro Jahr zugekauft werden mußten. Außerdem waren weitere 36.675 Euro für Personalstunden, Beratung, Verifizierung, Hardware und Gebühren an die Emissionshandelsbehörde DEHSt aufzuwenden. Weitere Belastungen entstanden durch Softwareprobleme und unklare Fristenregelungen.

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie warnt davor, der deutschen Industrie zukünftig weitere Wettbewerbsnachteile durch hohe Kosten aufzubürden. Trotz gesunkener Zertifikatspreise komme eine zusätzliche Mehrbelastung von 15 Milliarden Euro auf die Energieverbraucher zu.

Positive Effekte des Emissionshandels auf die Emissionshöhe und das Klima wurden hingegen nirgendwo festgestellt. CFACT-Experte Christopher Horner und andere weisen seit Jahren darauf hin, daß die Verringerung der deutschen CO2-Emissionen seit 1990 fast ausschließlich auf den Zusammenbruch der ostdeutschen Kombinate zurückzuführen ist. Es wird geschätzt, daß die Erfüllung der Klimaschutzziele des Kyoto-Vertrages durch Deutschland zu einer durchschnittlichen Senkung der globalen Jahrestemperatur um nur 0,0025 °C führen wird.

Auch ein kurz vor dem Berliner “Energiegipfel” im März veröffentlichtes Gutachten der Unternehmensberatung McKinsey über die Auswirkungen der weltweiten Klimapolitik auf die Versorgungssicherheit in den Industrieländern stellt fest, daß die teuren EU-Klimaschutzprogramme die Zunahme des Kohlendioxids in der Atmosphäre kaum verhindern können. Schlußfolgerung: Der europäische Ausstieg aus dem Kyoto-Prozeß ist der beste Weg, die Energiekosten in einem für alle erträglichen Rahmen zu halten.

An dieser Bilanz ändern auch die geradezu euphorischen Aussagen von Energiemanagern wie etwa Peter Kreuzberg über den Emissionshandel (FAZ, 10.5.2006) nichts. Denn RWE Trading, wo Kreuzberg Geschäftsführer ist, betrachtet Emissionsberechtigungen völlig wertfrei als Handelsgut und konnte beim “Handel mit Umweltzertifikaten” nach eigenen Aussagen “innerhalb kürzester Zeit eine Spitzenposition besetzen”. Dabei handelt es sich um einen Milliardenmarkt. Außerdem geben die Energiekonzerne ihre angeblich hohen Kyoto-Kosten an die Energiekonsumenten weiter, obwohl immer deutlicher wird, daß diese sehr gering ausfallen werden. Würde dieses Geschäft zusammenbrechen, würde auch die RWE-Aktie, seit dem Verfall der Zertifikatspreise ohnehin im Sinkflug, weiter an Wert verlieren.

Wie sehr der Vertrag den Prioritäten der deutschen Innenpolitik entgegensteht, dürfte den Verantwortlichen der Bundesregierung nicht entgangen sein. Aus deren Sicht wäre es fatal, würden die sozial hochexplosiven steigenden Energiekosten durch von Interessengruppen durchgesetzte, nicht einmal planbare Klimakosten noch weiter nach oben getrieben. Diese Interessenlage ergibt sich allein schon aus der Tatsache, daß der Rückgang der Emissionen auch auf die Krise vieler Produzenten zurückgeht, wozu die Klimabürokratie mit ihren kostenintensiven Vorschriften einen gewichtigen Beitrag geleistet hat. Es sei denn, Klimaschutz soll durch eine vollständige Deindustrialisierung angestrebt werden.

So ist die am 13. April von Minister Gabriel vorgelegte erste Fassung des “Nationalen Allokationsplans 2008-2012 für die Bundesrepublik Deutschland” als Einstieg in den Ausstieg aus Kyoto zu werten. Es ist offensichtlich, daß sich der Plan wie beim Vorbild Großbritannien an Vorschlägen und am Bedarf der Industrie zumindest orientiert - auch wenn die Belastungen durch Kyoto noch immer viel zu hoch sind.

Denn wie die Regierungen Blair und Bush setzt jetzt auch Gabriel stärker auf die Modernisierung und den Neubau von Kraftwerksanlagen. Energiewirtschaft und Industrie sollen künftig bei den Zertifikatszuteilungen differenziert behandelt, kleinere Anlagen freigestellt und prozeßbedingte Emissionen besser berücksichtigt werden. Emissionsberechtigungen werden auch nach 2008 nicht, wie von grüner Seite gefordert, versteigert, sondern zugeteilt. So könnte der Supercrash der deutschen Industrie gerade noch einmal abgewendet werden.

Nichts deutet darauf hin, daß die immer wieder angekündigte Senkung des CO2-Ausstoßes um 80 Prozent bis 2050 noch ernsthaft angestrebt wird, was ebenfalls einer sehr guten Nachricht für den deutschen Arbeitsmarkt gleichkommt. Die geringfügige “Minderungsleistung” bei den Emissionen von etwa 3 Prozent ist zudem eine elegante Methode, trotzdem öffentlichkeitswirksam am deutschen Kyoto-Ziel einer Senkung um 21% der CO2-Emissionen festzuhalten. Auf der anderen Seite sorgen auch die günstige Ausgangslage und der derzeitige Preisverfall für eine geringere Belastung energieintensiver Industrien.

Entsprechend harsch fällt die Reaktion solcher Umweltverbände aus, deren Ziel die Verschärfung der Restriktionen für die Wirtschaft durch ein “Kyoto II” ist. Greenpeace hält den neuen Allokationsplan für einen “Leitfaden zur Klimazerstörung”, der BUND für eine “schwere Belastung für den Klimaschutz nach 2012″. Ein Berliner Windkraftbetreiber vergleicht den Allokationsplan in einer öffentlichen Stellungnahme sogar mit der Politik des NS-Regimes. Auch habe Deutschland wegen des Holocaust eine besondere Verantwortung, einem “Völkermord” durch Klimawandel entgegenzuwirken. Die im Allokationsplan enthaltenen Regelungen für die Zeit nach 2012 sei “eigentlich als Kriegserklärung an den Rest der Welt zu verstehen”.

Die Schärfe dieser Auseinandersetzung überrascht nicht. Denn letztlich verbirgt sich hinter der Entscheidung für oder gegen die Kyoto-Mechanismen eine weltweit wirksame Grundsatzentscheidung für oder gegen Marktwirtschaft, ökonomische Vernunft und liberale Moderne. Während sich die Anhänger der Marktwirtschaft sicher sind, daß nur technologische Innovationen globale Katastrophen eindämmen und schließlich beseitigen können, befürchten ihre “grünen” Gegner die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen durch den ungebremsten Einsatz dieser Technologien bis hin zum “Ökozid” - dem Völkermord durch unterlassenen Umweltschutz.

Wenn mit “Zukunftstechnologien” ab sofort wieder moderne Gas-, Kohle, Kern- oder Biomassekraftwerke und nicht länger hochsubventionierte, unökologische und eher energieverbrauchende als energieproduzierende Wind- und Solaranlagen gemeint sind, kommt das ersatzlose Auslaufen des Kyoto-Abkommens zudem einer schweren Niederlage jener gleich, die bisher glänzend vom Kyoto-Mechanismus und anderen Öko-Mythen profitieren.

© CFACT Europe e. V. Research Unit.
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Anmeldungsdatum: 23.02.2006
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 30.Mai 2006 15:25    Titel: Kyoto-Kosten Antworten mit Zitat

Herr hdschulz,

anscheinend verwenden Sie ja eine Menge Zeit darauf, Informationen aus dem weiten Reich der Klimaskeptiker zu sammeln.

Nichtsdestotrotz scheinen Sie über phänomenale Fähigkeiten der Verdrängung zu verfügen, wenn Sie bei der Lektüre von Rahmsdorfs und Schellnhubers "Klimawandel" nichts gefunden haben, was ihre dümmlichen Aussagen hinsichtlich der natürlichen Wandlung des Klimas und der Kosten des Kyoto-Protokolls revidiert.

Dabei ist es so einfach, sie zu wiederlegen, ohne auf ihre wiederholten Anfeindungen und Verschwörungstheorien über Katastrophismus hereinzufallen!

Einfach auf die BMU-Seite
http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/klimaaenderungen/faq/skeptiker.htm#2

und abgewartet, bis der liebe Herr hdschulz inhaltlich nichts entgegnen kann...

2. Was sind die Ursachen von Klimaänderungen?

Das Klima hat sich im Verlaufe der Erdgeschichte immer wieder geändert, und zwar letztlich in allen zeitlichen Größenordnungen und mit meist komplizierten regionalen und jahreszeitlichen Strukturen. Einen ersten Anhaltspunkt bietet häufig die global gemittelte bodennahe Lufttemperatur. Diese wird zum einen durch „äußere” Faktoren wie z.B. Erdbahnveränderungen, Sonnenstrahlung oder die Konzentration von Spurengasen gesteuert, die den Strahlungs- bzw. Energiehaushalt des Systems Erdoberfläche und Atmosphäre verändern können, zum anderen durch die sog. internen Schwankungen des Klimasystems, die durch die komplizierten Wechselwirkungen von Atmosphäre, Hydrosphäre (Salzwasser der Ozeane und Süßwasser der Landgebiete), Kryosphäre (Land- und Meereis), Pedo-/Lithosphäre (Boden und Gesteine) und Biosphäre (insbesondere Vegetation) bestimmt werden. Bei den internen Wechselwirkungen spielen die atmosphärische und ozeanische Zirkulation (dreidimensionale Strömungsmuster) eine wesentliche Rolle. Ein Beispiel dafür ist das El-Nino-Phänomen, das sich in episodischen Erwärmungen und Abkühlungen der tropischen Ozeane, insbesondere des tropischen Ostpazifiks, äußert. Wichtig sind ebenso die Rückkopplungsmechanismen der Eismassen und der Vegetation auf Temperaturänderungen. Steigt die Temperatur, so schmelzen beispielsweise Schnee und Eis, dadurch sinkt die Reflexion der Sonnenstrahlung („Albedo”), die Erdoberfläche nimmt mehr Wärme auf und die Temperatur steigt weiter.

Die Wechselwirkungen von Temperatur, Wasserkreislauf, Vegetation und Boden sind sehr vielfältig: Höhere Temperaturen bewirken z.B. eine höhere Verdunstung, Änderungen des Wasserangebots oder der Temperatur verändern die Pflanzenbedeckung was wiederum die Verdunstung und den Strahlungshaushalt beeinflusst, usw. Jeder äußere Einfluss auf einen dieser Faktoren kann im Klimasystem eine Kettenreaktion weiterer Änderungen in Gang setzen.

Neben den globalen sind auch regionale Klimaänderungen zu beachten, die ihre Ursache oft häufig in örtlichen Veränderungen der Landnutzung, Wasserwirtschaft usw. haben.


Ist nicht das Kyoto-Protokoll viel zu teuer, zumal es für das Klima ohnehin wenig bringt?

Diese Frage enthält zwei Aspekte, die hier behandelt werden sollen:

* Wie hoch sind (per Saldo) die Kosten der Umsetzung des Kyoto-Protokolls? und
* Welchen Nutzen bringt Kyoto für das Weltklima?

Kostenschätzungen für die Umsetzung des Kyoto-Protokolls basieren häufig auf ökonometrischen Modellen. Diese errechnen die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen für verschiedene Reduktionsszenarien und Zeithorizonte in diskreten Geldbeträgen, häufig in Form einer "Optimierung" von Klimapolitik durch Gegnüberstellung der Kosten von Vermeidungsmaßnahmen und der dadurch vermiedenen Schäden. Meist ist jedoch für die/den Aussenstehende/n nicht ohne weiteres ersichtlich, unter welchen Restriktionen das jeweilige Modell arbeitet. Auf diesem Wege entstehen z.T. horrende (oder auch sehr moderate) Kostenschätzungen, die dann als solche ihren Weg nicht nur durch die Medien nehmen, ohne die zugrundeliegenden Modelleigenschaften zu transportieren.

Die Ergebnisse der ökonometrischen Modellierung, insbesondere, wenn Zeiträume von 100 Jahren und mehr betrachtet werden, hängen sehr stark von methodischen Entscheidungen und ökonomischen Grundannahmen ab, die jedoch häufig arbiträr oder umstritten sind:

* Welches Referenzszenario (Baseline) liegt dem Modell zugrunde?
* Wie stark werden zukünftige Nutzen/Schäden diskontiert, bzw. welches Wirtschaftswachstum wird langfristig angenommen?
* Können Strukturbrüche, z.B. beim Energiemix, berücksichtigt werden?
* Handelt es sich um ein globales Modell oder werden regional disaggregierte Parameter und Gleichungen verwandt?
* Erlaubt das Modell unterschiedliche Annahmen für verschiedene Sektoren der Wirtschaft?
* Werden die Entwicklung neuer Technologien bzw. Preissenkungen bei erneuerbaren Energien berücksichtigt?
* Werden positive Nebeneffekte von Klimapolitiken einberechnet, z.B. Aufkommensverwendung bei CO2-/Energiesteuern?
* Auf welche Weise werden Schäden durch Klimawandel bewertet/monetarisiert? etc...

Bevor man sich also blindlings Zahlen für Kosten oder Schäden zu eigen macht, sollte man sich auf der Basis dieser und weiterer Fragen ein genaues Bild von der Arbeitsweise eines Modells gemacht haben. Einen guten Überblick über die methodischen Probleme der Kostenschätzung finden Sie im IPCC-TAR.
Wenn beispielsweise sehr hohe Geldbeträge in die Diskussion geworfen werden, sollte man diese zumindest in Relation zur jeweils angenommenen Wirtschaftsleistung setzen. Im dritten Sachstandsbericht des IPCC liegen die Angaben für die Kosten des Kyoto-Zieles unter der Voraussetzung eines Emissionshandels der Annex-I-Staaten je nach Modell im Bereich von 0,13-0,81% des BIP für die OECD im Jahr 2010. Für die Staaten der EU reichen die Schätzungen von jährlich 0,1% bis 1% des BIP. Dies wiederum ist im Kontext einer erwarteten jährlichen Steigerung der Weltwirtschaftsleistung von 2-3% zu betrachten.

Noch komplizierter wird es, wenn man die Haben-Seite der Kyoto-Rechnung betrachtet, d.h. wenn die vermiedenen Schäden durch Klimawandel monetär bewertet werden sollen. Die Unsicherheiten über die ökonomische Entwicklung und damit die erwarteten Treibhausgasemissionen werden durch die Annahmen über die Klimasensitivität und die Verteilung regionaler Wirkungen potenziert. Eine weitere Schwierigkeit besteht in der Bewertung von katastrophalen Klimafolgen mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, aber exorbitanten Schadenskosten. Schließlich müssen vielfach solche Schäden monetär bewertet werden, für die kein "Marktpreis" existiert. Und wie wird ein möglicher gesellschaftliche Nutzen eines Umbaus des Energiesystems bewertet, der z.B. in einer geringeren Abhängigkeit von Importen fossiler Energieträger besteht oder im Extremfall in der Vermeidung von Sicherheitsrisiken und Kriegen?

Aus diesen und anderen Gründen ist die ökonometrische Optimierung von Klimaschutzzielen auf der Basis einer Kosten-Nutzen-Analyse kritisch zu betrachten. Vielversprechender erscheint es, die weltweiten Klimaschutzanstrengungen zunächst daran auszurichten, welche konkreten Risiken vermieden werden sollen und welche Treibhausgaskonzentrationen diesbezüglich als weniger gefährlich angesehen werden können. Von der dazu wahrscheinlich notwendigen Reduktion der globalen Emissionen um langfristig 70% ist das Kyoto-Protokoll in der Tat weit entfernt.

Was den Umweltnutzen des Kyoto-Protokolls anbelangt, so ist inzwischen vielfach untersucht und belegt worden, dass die unmittelbare Schutzwirkung für das Klimasystem der Erde eher gering ist, insbesondere nachdem die USA aus dem Protokoll ausgestiegen sind und in Bonn und Marrakesch (2001) vielfältige Anrechungsmöglichkeiten für sogenannte "Senken" vereinbart wurden. Es wäre jedoch andererseits politisch naiv, das Kyoto-Protokoll isoliert vom Verhandlungsprozess zu bewerten. Gerade vor dem Hintergrund der oftmals sehr langfristigen Modellrechnungen zu den ökonomischen Wirkungen des Kyoto-Protokolls, ist es notwendig, es als ersten Schritt in einer Reihe weiterer Verpflichtungen ab 2013 zu verstehen. Es ist doch eher eine paradoxe Argumentation, wenn man die Umsetzung des Kyoto-Protokolls ablehnt, weil es nicht weit genug geht.

Quelle:

http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/klimaaenderungen/faq/skeptiker.htm#2
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hdschulz
* Consulter *


Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1096

BeitragVerfasst am: 1.Jun 2006 15:49    Titel: Re: Kyoto-Kosten Antworten mit Zitat

Stimme der Vernunft hat folgendes geschrieben::
Herr hdschulz,
anscheinend verwenden Sie ja eine Menge Zeit darauf, Informationen aus dem weiten Reich der Klimaskeptiker zu sammeln.

Zum Sammeln braucht es keine Zeit - das erledigen schon andere, z.B.
www.klimanotizen.de oder www.schulphysik.de/klimakt.html

Zitat:
Nichtsdestotrotz scheinen Sie über phänomenale Fähigkeiten der Verdrängung zu verfügen, wenn Sie bei der Lektüre von Rahmsdorfs und Schellnhubers "Klimawandel" nichts gefunden haben, was ihre dümmlichen Aussagen hinsichtlich der natürlichen Wandlung des Klimas und der Kosten des Kyoto-Protokolls revidiert.

Hmm... Ich habe sogar so genau gelesen, dass ich mir Rahmstorfs Namen merken konnte.... Aber warum sollte ich etwas verdrängen, was mir doch vorher schon bekannt war? Ich zitiere aus dem Klappentext: "Zwei international führende Experten geben einen kompakten und verständlichen Überblick über den aktuellen Stand unseres Wissens....." Also nichts Neues, sondern ein Überblick - können Sie sich vorstellen, dass ich während der von Ihnen vermuteten zeitaufwändigen Informationssammlung früher schon mal auf die im "Überblick" zusammengetragenen Argumente gestoßen bin?
Zitat:
ihre dümmlichen Aussagen hinsichtlich der natürlichen Wandlung des Klimas und der Kosten des Kyoto-Protokolls....

Können Sie ihre Wertung präzisieren und belegen? (oder ist "dümmlich" für Sie ein Synonym für "gefällt mir nicht")

Zitat:
Einfach auf die BMU-Seite.....
und abgewartet, bis der liebe Herr hdschulz inhaltlich nichts entgegnen kann...

Da können Sie lange warten.....

Mal abgesehen davon, dass ich eine grün infiltrierte Behörde wie das Umweltbundesamt weder für unabhängig noch für kompetent genug halte, um hier letztgültige Wahrheiten zu verkünden; Sie können gerne meine Version der Antworten auf alle 24 Fragen aus dem dortigen Katalog haben:

1. Was ist eigentlich Klima? (Eine Frage, die meist nicht gestellt wird, aber gestellt werden sollte)

Im Gegensatz zu "Wetter" bezieht sich der Begriff "Klima" auf einen längeren zeitlichen Mittelwert von Temperatur, Niederschlag oder anderen meßbaren Parametern, deren zeitliche Veränderung leicht verfolgt werden kann.

2. Was sind die Ursachen für Klimaänderungen?

Es gibt sowohl interne als auch externe Ursachen, deren relativer Beitrag vom betrachteten Zeitraum abhängt. Zu den internen Ursachen zählen Oszillationen - meist irregulärer Natur - die von der Wechselwirkung zwischen Ozean und Atmosphäre abhängen. Beispiele hierfür sind ENSO (El Nino Southern Oscillation), die Nord-Atlantische Oszillation NAO, die Arktische Oszillation AO und die Pacific Decadel Oscillation PDO, die Zeitskalen von Jahren bis zu Jahrzehnten aufweisen. Zu den externen Ursachen zählen episodenhaft Vulkanausbrüche und solare Schwankungen auf Zeitskalen, die vom 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus bis zu Jahrhunderten und wahrscheinlich länger reichen. In Zeiträumen von Jahrtausenden treten Klimaeffekte wie die Vereisungszyklen der letzten zwei Millionen Jahre auf, die von zyklischen Veränderungen in den Umlaufbahn der Erde um die Sonne verursacht werden. In längeren Zeiträumen von Millionen von Jahren spielt die Verschiebung der Kontinente auf der Erde eine Rolle oder sogar indirekte Effekte, die durch die Bewegung unseres Sonnensystems durch die Milchstraße verursacht werden.

Der mögliche menschliche Einfluss auf das auf das regionale und globale Klima kommt durch die Zunahme der Treibhausgase, wie Kohlendioxid, Methan, Ozon und verschiedene Aerosole in der Atmosphäre zustande. Zudem sind Veränderungen in der Bodennutzung sowie lokale Einflüsse durch städtische Wärmeinseln von Bedeutung.

3. Wie stark sind die externen Einflüsse auf das Klima?

Soweit wir aus Beobachtungen herleiten können, sind die natürlichen Einflüsse dominant, während der menschliche Einfluss gegenwärtig noch zu gering ist, um mit Sicherheit nachgewiesen werden zu können.

4. Wie funktioniert eigentlich der Treibhauseffekt?

Treibhausgase absorbieren die Infrarot- (Wärme) strahlung und behindern dadurch das Entweichen der Wärme von der Erdoberfläche. Eine Zunahme von Treibhausgasen in der Atmosphäre würde zu einer Zunahme des Treibhauseffektes führen - unter der Annahme, dass alle anderen Faktoren ( zB Wolken und Wasserdampf) unverändert blieben. [1]

5. Ist nicht Wasserdampf statt CO2 das eigentlich wichtigste Treibhausgas?

Wasserdampf ist in der Tat ein bedeutenderes Treibhausgas als CO2. Bereits geringe Konzentrations- und Verteilungsänderungen (besonders mit der Höhe in der Atmosphäre) können die CO2 - Änderungen entweder verstärken oder abmildern.

6. Ist nicht der menschliche Beitrag zum Treibhauseffekt gegenüber den natürlichen klein und daher unbedeutend?

Diese wichtige Frage kann nicht allein auf theoretischer Grundlage beantwortet werden, da es eine Reihe von Rückkopplungen (mit Wolken und Wasserdampf) gibt , deren Größe und teilweise Vorzeichen unbekannt ist. Sie kann nur durch detaillierte Analyse von Beobachtungsdaten aus der Atmosphäre beantwortet werden. Diese Daten weisen überwiegend darauf hin, dass natürliche Schwankungen gegenwärtig überwiegen.

7. Ist nicht die Sonnenaktivität der wesentliche Faktor, der die Klimaänderungen bewirkt, der menschliche Einfluss somit gering?

Wir glauben, dass dies heute der Fall ist - falls allerdings die Treibhausgase weiter zunehmen, wird der menschliche Einfluss schließlich nachzuweisen sein.

8. Wird nicht die Sonnenaktivität durch Wolkeneffekte in ihrer Klimawirkung wesentlich verstärkt?

Dies stellt eine plausible Hypothese dar, die aber noch nicht voll abgesichert ist. Sie kann einen nennenswerten Klimaeinfluss durch geringfügige Schwankungen im Energieausstoß der Sonne erklären. [2]

9. Beweisen nicht die Klimaänderungen der geologischen Vergangenheit, dass CO2 gar nicht das Klima kontrolliert?

Aus den Eisbohrkernen lässt sich eine Korrelation zwischen dem CO2-Gehalt und der Temperatur 400.000 Jahre in die Vergangenheit zurückverfolgen. Allerdings eilen die Temperaturänderungen den CO2-Änderungen meist voraus - ein Hinweis darauf, dass das Klima den CO2 Gehalt steuert; am wahrscheinlichsten durch CO2 Ausgasung aus den Ozeanen wenn diese sich erwärmen.

10. Übersehen die Klimatologen die vulkanischen Einflüsse auf das Klima? Ist der vulkanische CO2 Ausstoß nicht bedeutender als der anthropogene?

Auch wenn es so wäre, ist diese Frage weitgehend irrelevant. Die Konstanz des CO2 Gehaltes der Atmosphäre in Zeiträumen von Jahrzehnten deutet darauf hin, daß die Freisetzung aus natürlichen Quellen mit der Einbindung in natürliche Senken im Gleichgewicht steht. Vulkane beeinflussen das Klima für ein oder zwei Jahre durch die Bildung von stratosphärischem Aerosol.

11. Ist nicht der anthropogene CO2 Ausstoß im Rahmen des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs sehr gering und daher unbedeutend?

Da ein natürliches Gleichgewicht besteht, ist die Größenordnung des Kohlenstoffkreislaufs für diese Diskussion ohne Bedeutung.

12. Wird nicht der anthropogene CO2 Ausstoß durch ein erhöhtes und im übrigen erwünschtes Pflanzenwachstum (negative Rückkopplung) wieder ausgeglichen?

Dies ist zutreffend, aber nur in begrenztem Ausmaß. Der beobachtete Anstieg der CO2-Konzentration kann nur durch einen menschlichen Beitrag erklärt werden.

13. Wie groß ist der weltweite Temparaturanstieg tatsächlich? Einige sagen 0,3 °C, andere 0,6°C, wieder andere 1,0°C. Ist da nicht Willkür im Spiel?

Diese Frage kann nur durch die Definition eines relevanten Zeitintervalls und einer relevanten geografischen Region beantwortet werden. Wenn man den Temperaturverlauf seit etwa 1860 betrachtet (ungefähr dem Ende der kleinen Eiszeit), scheint der Anstieg der globalen Mitteltemperatur ca. 0,6 °C zu betragen, wobei der größte Anstieg vor 1940 auftrat. Zwischen 1940 und 1975 kühlte sich das globale Klima geringfügig ab, was damals Befürchtungen um eine neue Eiszeit auslöste. In den letzten 25 Jahren sind die globalen Temperaturen der Erdoberfläche gestiegen, während Satelliten und unabhängig davon gewonnene Wetterballondaten seit 1979 keine nennenswerte Erwärmung der Troposphäre zeigen [3].

14. Wenn es große regionale Unterschiede gibt, wie sieht dann die Klimaänderung in Deutschland aus?

Satellitendaten zeigen, dass die mittleren Breiten der Nordhemisphäre sich seit 1979 erwärmt haben, während die Tropen und die Südhemisphäre etwas kälter geworden sind [3].

15. Ist die globale Erwärmung nicht durch Messungen in den Städten und die dortige "Wärmeinsel" nur vorgetäuscht? Und wie kommt man überhaupt zu globalen Mittelwerten?

Es steht außer Frage, daß ein Teil der beobachteten Erwärmung der Erdoberfläche ein rein lokaler Effekt ist, der durch den städtischen Wärmeinseleffekt und durch Änderungen in der Landnutzung verursacht wurde [4].

16. Ist es nicht so, dass Satellitenmessungen der These von der globalen Erwärmung widersprechen?

Ja. Die unerwartete Diskrepanz zwischen dem Temperaturtrend an der Erdoberfläche und in der freien Troposphäre widerspricht der Treibhaustheorie und hat eine intensive wissenschaftliche Debatte ausgelöst [5].

17. Lassen sich zur Aussage der Klimamodellrechnungen, die globale Erwärmung sei überwiegend anthropogen, auch Beobachtungsindizien finden, die dies bestätigen?

Unserer Auffassung nach gibt es zur Zeit keine belastbaren Indizien für die Existenz einer nennenswerten vom Menschen verursachten Erwärmung.

18. Kann man das Klima überhaupt vorhersagen?

Zur Diskussion steht hier die Frage, ob ein vom Menschen verursachter Anstieg der Treibhausgas -Konzentration in der Atmosphäre zu einem wärmeren Klima führt.

19. Kippt der Golfstrom und kommt daher statt einer Erwärmung eine neue Eiszeit auf uns zu?

Im unwahrscheinlichen Fall einer Abschwächung oder eines Zusammenbruchs des Golfstromes wird es sicherlich zu einer Abkühlung Europas kommen. Jedoch ist zweifelhaft, ob sich der Golfstrom in einem wärmeren Klima abschwächt; da dies im viel wärmeren Holozän nicht eingetreten ist.

20. Wird das Klima extremer? Sind die sich häufenden Überschwemmungen ein Indiz dafür?

Im Gegenteil. Klimaforscher sind sich weitgehend einig, dass eine treibhausbedingte Erwärmung die Temperaturdifferenz zwischen dem Äquator und den Polarregionen verringern würde und deswegen auch extreme Wetterereignisse [1].

21. Sind künftige anthropogene Klimaänderungen nicht schon deswegen sehr unwahrscheinlich, weil die CO2 Absorptionsbanden weitgehend gesättigt sind?

Nein. Moderne Klimamodelle tragen diesem Effekt Rechnung.

22. War es nicht zur Zeit der Wikinger in Grönland wärmer?

Umfassende Auswertungen von Temperaturdaten (auf Basis vieler so genannter Proxy-Daten und historischer Beobachtungen) geben Grund zu der Annahme, dass diese Aussage richtig ist [6]. Auch wenn sie zutrifft, hat sie jedoch wenig Relevanz zur eigentlichen Frage, nämlich, wie hoch ist die Klimaempfindlichkeit, d. h. um wie viel steigt die Temperatur bei einer Verdoppelung der CO2-Konzentration?

23. Übertreiben Wissenschaftler die Gefahren des Klimawandels, um mehr Forschungsmittel zu bekommen?

Wir würden uns wünschen, dass dies nicht der Fall ist. Allerdings konnten wir beobachten, daß es einfacher ist, Forschungsgelder zu bekommen, wenn das wahrscheinliche Ergebnis der Forschungsarbeiten die "Klimakatastrophenthese" untermauert.

24. Ist nicht das Kyoto Protokoll viel zu teuer, zumal es für das Klima ohnehin wenig bringt?

Das Kyoto Protokoll fällt bei jeglicher Kosten - Nutzen Analyse durch. Nicht nur, dass es praktisch keine Auswirkungen auf das globale Klima hat, seine Umsetzung ist darüber hinaus - nahezu allen wirtschaftswissenschaftlichen Analysen zufolge - extrem teuer. In der Praxis bedeutet es Energierationierung, die zu einer Erhöhung der Energiepreise führt und dadurch zu einer immensen wirtschaftlichen Belastung vor allem für untere Einkommensgruppen. Zudem vertreten die meisten Wirtschaftswissenschaftler die Auffassung, daß ein moderater Temperaturanstieg und ein höherer CO2 Gehalt in der Atmosphäre positive wirtschaftliche Auswirkungen nach sich zieht, dies insbesondere im Bereich der Land- und Forstwirtschaft [7].

***************************************************************************************
Stammt natürlich nicht von mir.
Die Fragen wurden bearbeitet von:

S. Fred Singer,
Professor emeritus (Environmental Sciences, University of Virginia)
und früherer Direktor des US Wettersatellitenprogramms (now NOAA-NESDIS).
Direktor des Science & Environmental Policy Project

www.sepp.org

freundlicherweise übersetzt von G-R Weber

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Literaturhinweise

1. Houghton J.T. et al., 2001. Climate Change 2001: The Scientific Basis. Cambridge University Press, 892 pp.

2. Marsh N.D. and H. Svensmark, 2000. Low Cloud Properties Influenced by Cosmic Rays. Physical Review Letters 85:5004-5007.

3. Christy, J.R., Spencer, R.W., Norris, W.B., Braswell, W.D. and Parker, D.E., 2003. Error estimates of version 5.0 of MSU-AMSU bulk atmospheric temperatures. Journal of Atmospheric and Oceanic Technology 20: 613-629.

4. Kalnay, E. and Cai, M., 2003. Impact of urbanization and land-use change on climate. Nature 423:528-531.

5. Hegerl, G.C. and Wallace, J.M., 2002. Influence of patterns of climate variability on the difference between satellite and surface temperature trends. Journal of Climate 15: 2412-2428.

6. Soon, W, Baliunas, S., Idso, C., Idso, S. and Legates, D.R. 2003. Reconstructing climatic and environmental changes of the past 1000 years: A reappraisal. Energy & Environment 14: 233-296.

7. Mendelsohn R. and J.E. Neumann (Herausgeber) The Impact Of Climate Change on the US Economy. (Cambridge University Press 1999)


Allgemeine Hinweise:

Für die Sichtweise des UN-IPCC empfehlen wir die Lektüre des
”Summary for Policymakers” anstatt des eigentlichen
IPCC Berichtes. Intergovernmental Panel on Climate Change- Third Assessment Report. Climate Change 2001:
The Scientific Basis. (Houghton J.T. et al, Herausgeber) (Cambridge University Press, 2001)

Für eine völlig andere Interpretation der gleichen Daten empfehlen wir:
Hot Talk, Cold Science: Global Warming’s Unfinished Debate. S. Fred Singer (Independent Institute, Oakland, California, 1999)

Für einen Überblick über die Klimageschichte in geologischen Zeiträumen empfehlen wir:
Klimafakten: Der Rückblick –Ein Schlüssel fuer die Zukunft. U. Berner and H. Streif (Herausgeber) (Schweizerbart, Stuttgart 2001).
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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1096

BeitragVerfasst am: 2.Jun 2006 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

.....und ein weiterer Beweis für die Fragwürdigkeit der Annahme, dass man mit Klimamodellen die Zukunft hinreichend genau vorausberechnen kann:

Arktis gefährdet Klimamodelle

Joachim Müller-Jung berichtet in der FAZ von heute über eine große internationale Studie (Nature, Bd.441, S.610) zur klimatischen Vergangenheit in der Arktis. Vor 55 Millionen Jahren war der Ozean am Nordpol sehr badefreundliche 23 Grad warm. Dies wird von den üblichen Klimakassandras sicherlich als Menetekel für die Zukunft willkommen geheißen. Müller-Jung weist allerdings auf einen Aspekt der Studie hin, die die selbstgewissen Klimamodellierer ein wenig alt aussehen lässt: "Doch was diese faszinierenden Erkenntnisse vor allem auch bedeuten, wird vielen Klimatologen wohl weniger gefallen. Sie zeigen nämlich, daß die Klimamodelle, für die nicht selten der Anspruch wissenschaftlicher Präzision in Anspruch genommen wird, offenbar viel weiter von der Wahrheit der Klimaphysik entfernt sind als angenommen." Selbst bei Kohlendioxidkonzentrationen, die um ein vielfaches über den heutigen liegen, sind die Modelle außer Stande, das Paläo-Klima in der Arktis zu simulieren. Müller-Jungs Fazit: "Die Suche nach weiteren noch unbekannten elementaren Klimafaktorem dürfte also jetzt intensiviert werden." Soviel zum Stand der Klimaforschung. Was von Zukunfts-Prognosen zu halten ist, die ohne Kenntnis elementarer Klimafaktoren erstellt werden, mag nun jeder selbst beurteilen.

von Dirk Maxeiner aus der "Achse des Guten" (www.achgut.de)
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Moderator GM&P
.


Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7230

BeitragVerfasst am: 6.Mai 2007 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Solarherd für Kenia, Rußfilter für Russland

Laut Kioto-Protokoll können Firmen sich mit dem Export von Umwelttechnik in Entwicklungs- und Schwellenländer Emissionsrechte sichern. So schützen sie das Klima und helfen gleichzeitig, Energie zu sparen.

Ein sauberer Weg, seine Produktion anzukurbeln: Osram wird künftig Glühbirnen in Entwicklungs- und Schwellenländern kostenlos durch Energiesparlampen ersetzen. Empfänger sind solche Haushalte, die sich das Premiumprodukt niemals selbst leisten könnten. Was nach Altruismus klingt, ist ein hart kalkuliertes Projekt im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM).
Das Kioto-Protokoll erlaubt es Unternehmen, sich über Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern Emissionsrechte zu sichern und diese eins zu eins in den Emissionshandel einzubringen. Im Falle Osrams erkennt das Uno-Klimareferat pro eingesetzter Sparbirne eine halbe Tonne weniger CO2 an. Das Unternehmen kann diese Gutschrift zum Erfüllen seiner Klimaschutzpflichten nutzen oder damit handeln.
Die CDM-Methodik werde "Entwicklungs- und Schwellenländern dabei helfen, ihren Energiebedarf niedrig zu halten und den Verbrauchern in diesen Ländern bares Geld sparen", sagt Martin Goetzeler, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Osram arbeitet bereits an einem Projekt in Ghana. Obwohl CDM-Projekte zugleich das Klima schützen, Entwicklungen in armen Regionen anstoßen und Exporte hiesiger Technologie fördern, macht die deutsche Wirtschaft bisher kaum Gebrauch davon.

Die Deutsche Emissionshandelsstelle hat erst 16 Projekte bewilligt. Dagegen gibt das Uno-Klimareferat die Zahl britischer CDM-Projekte mit 144 an, die Niederlande haben 85 Klimaprojekte in Entwicklungsländern angestoßen, und Japan hat 44-mal zu diesem Instrument gegriffen.
Auch beim Umfang der Investitionen und Einsparungen geben andere Nationen den Ton an. Während der Bonner Verein Klimaschutz im ersten deutschen CDM-Projekt 1000 Solarkocher im indonesischen Banda Aceh verteilt, um den Ausstoß von 3500 Tonnen CO2 pro Jahr zu vermeiden, geht es im größten Projekt um 10,5 Millionen Tonnen CO2.

Unter Federführung der Weltbank werden die Niederlande, Italien und Spanien 1 Mrd. $ investieren, um in einem Chemiewerk im chinesischen Changshu den Ausstoß des Gases Trifluormethan zu minimieren. Ihm wird eine 11.700-mal stärkere Wirkung auf das Klima zugeschrieben als CO2.
Projekte, die Emissionen hochwirksamer Treibhausgase senken, gelten als besonders effizient. Denn während es für eine Tonne weniger CO2 ein Zertifikat gibt, ist das Verhältnis beim Methan 1:21, bei Lachgas 1:310 und bei Fluorkohlenwasserstoffen 1:11700.

"Natürlich sichern sich die First Mover die effektivsten Projekte", sagt Stephan Kohler. Doch trotz des besseren Starts von Briten und Holländern macht sich der Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena) keine Sorgen, dass die deutsche Wirtschaft bei den flexiblen Kioto-Instrumenten den Anschluss verliert.
Denn hiesige Energie- und Stahlkonzerne hätten allein mit der Dena etwa 40 Projekte im osteuropäischen Raum in der Pipeline, denen nur noch bürokratische Unstimmigkeiten im Wege stünden, andererseits falle der eigentliche Startschuss für die flexiblen Instrumente erst 2008.

Denn für die zweite Phase des Emissionshandels von 2008 bis 2012 sind die Emissionsrechte knapper bemessen als bisher. Im Gegenzug darf die Wirtschaft ein Fünftel ihres Bedarfs an Zertifikaten über CDM oder die dann ebenfalls wirksame Joint Implementation (JI) decken.
Gerade beim JI erwartet der Dena-Chef viele deutsche Projekte: "Da lässt sich auf den guten Beziehungen zu Osteuropa aufbauen." Für JI sind nur Industrienationen und Transformationsstaaten Osteuropas zugelassen. Die Zertifikate gehen vollständig an die investierende Partei.
Das ist gerade für Osteuropa attraktiv, weil Reduktionen dort günstig zu erzielen sind und die Länder die Zertifikate leichten Herzens abgeben können. Wegen des wirtschaftlichen Umbruchs können sie ihre Kioto-Auflagen leicht erfüllen.

Wie beim CDM gewinnen bei JI alle Beteiligten. "Nehmen Sie die Stahlbranche", erklärt Kohler. "Während die Produktion in der EU emissionstechnisch auf modernstem Stand ist, stoßen Stahlwerke in Russland drei- bis viermal so viel CO2 aus."
Für hiesige Hersteller sei es billiger und effektiver, saubere Technologie zu exportieren und sich die Zertifikate gutschreiben zu lassen, als hierzulande letzte Potenziale zu heben. Im Gegenzug hätten die Stahlwerke dort nichts gegen sinkende Energiekosten einzuwenden.

Laut Kohler eigenen sich JI und CDM auch hervorragend als Finanzierungsinstrument für erneuerbare Energien. Gerade bei Biomasseprojekten könnten über Zertifikate bis zu 40 Prozent der Investitionen refinanziert werden, und bei Solarkraftwerken in der Mongolei sei es immerhin ein Zehntel. "Es zeichnet sich ab, dass CDM und JI für deutsche Unternehmen der günstigste Weg sein werden, ihre Reduktionsverpflichtungen zu erfüllen", sagt Kohler.
Quelle: FTD
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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1096

BeitragVerfasst am: 25.Mai 2007 9:01    Titel: Antworten mit Zitat

mal wieder was zum Thema:

USA senken CO2-Emissionen

von Dr. Oliver Hartwich
(dort sind auch die Quellenangaben verlinkt)

Es gehört bei Umweltschützern längst zum guten Ton, die Vereinigten Staaten für die Nichtratifizierung des Kyoto-Protokolls zu kritisieren. Dabei wird allerdings eine Kleinigkeit übersehen: Durch die Ratifizierung internationaler Verträge wird keine einzige Tonne Kohlendioxid eingespart. Ganz im Gegenteil haben viele Staaten, die sich dem Regime von Kyoto offiziell unterworfen haben, ihre Emissionen in den letzten Jahren sogar erhöht.

Umgekehrt gilt dies allerdings auch, denn Emissionen können auch jenseits des Kyoto-Protokolls gesenkt werden. Das haben gerade ausgerechnet die US-Amerikaner eindrucksvoll bewiesen. Deren Energieinformationsbehörde legte neue Statistiken zur Gesamthöhe der US-Treibhausgasemissionen vor, die so manchen Umweltschützer überraschen dürften.

Im Jahr 2006 sanken die US-Emissionen von 5.955 Millionen Tonnen auf 5.877 Millionen Tonnen Kohlendioxid - ein Rückgang um 1,3 Prozent. Da gleichzeitig die US-Wirtschaft um 3,3 Prozent zulegte, sank somit die Kohlendioxidintensität der US-amerikanischen Wirtschaft (CO2-Emissionen pro BIP-Einheit) um 4,5 Prozent. Damit scheint das Ziel der Regierung von Präsident George W. Bush, die Emissionsintensität um 18 Prozent bis zum Jahr 2012 zu senken, realistisch und erreichbar. So zeigte er sich in einer Presseerklärung des Weißen Hauses entsprechend zufrieden über die neuen Zahlen und unterstrich dabei die Bedeutung technologiebasierter Klimainitiativen.

Schade, dass solche Nachrichten in Europa nicht zur Kenntnis genommen werden. Erst gestern wurde der britische Noch-Premier Tony Blair in der BBC zur Klimapolitik interviewt. Eine der Hauptfragen: Wie kann man George W. Bush endlich dazu bringen, die USA in die internationale Klimapolitik einzubinden? Kleine Ironie am Rande: Während die US-Emissionen im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent fielen, stiegen sie in Großbritannien um 3,6 Prozent. Aber wozu Zahlen recherchieren, wenn man auch auf Vorurteile zurückgreifen kann?
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Kowalski
GELBE KARTE!


Anmeldungsdatum: 04.12.2006
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 26.Mai 2007 22:47    Titel: Antworten mit Zitat

da ist aber glaub ich ein kleiner denkfehler.........europaeische laender haben
nicht so einen hohen energieverbrauch wie die USA.Wenn man sagt bei den USA um 1,3% gesunken und in GB um 3% gestiegen heisst es immer noch nicht das die USA besser dran sind.Was wichtig ist ist der pro Kopf verbrauch und der liegt in den USA mit sicherheit weit ueber den von GB
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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1096

BeitragVerfasst am: 27.Mai 2007 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

Kowalski hat folgendes geschrieben::
da ist aber glaub ich ein kleiner denkfehler.........Was wichtig ist ist der pro Kopf verbrauch und der liegt in den USA mit sicherheit weit ueber den von GB

Völlig richtig und nie bestritten - deshalb auch kein Denkfehler

Der Beitrag befaßt sich mit der Effektivität des Kyoto-Protokolls:

USA ohne Ratifizierung minus 1,3 %
GB mit Ratifizierung plus 3,6%

Fazit: Das Kyoto-Protokoll ist ineffektiv und mit dem Finger auf Diejenigen zu zeigen, die eine Reduktion der Emissionen auf anderem Wege erreichen wollen, ist Heuchelei.
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hdschulz
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1096

BeitragVerfasst am: 27.Mai 2007 12:32    Titel: Antworten mit Zitat

....und noch was zum Thema:
von Benny Peiser

Nach verlorenem Klimapoker: The Blame Game

Nach jedem verlorenen Endspiel beginnt ein neuer Wettkampf: auf Englisch heißt diese Nachspielrunde “the blame game.”

Dass beim internationalen Klimapoker Deutschlands Taktik nach hinten los gegangen ist, daran dürfte kein Zweifel mehr bestehen.
Merkels Vabanque-Strategie - mit unrealistischen Maximalforderungen ins Spiel zu gehen um damit die USA ins politische Abseits zu drängen - wird sich, aller Wahrscheinlichkeit nach, als ein Eigentor entpuppen.

Beim Pokern und in der Diplomatie gilt es als unratsam, alles auf eine Karte zu setzten.
Warum sich die Bundesregierung aber auf genau diese Extremstrategie festgebissen hat, bleibt mir ein Rätsel.
Aus dieser Klemme läßt sich jetzt nämlich kaum noch ein Ausweg finden. Die Vabanque-Strategie erweist sich mithin als ein politischer Bumerang, der jetzt den Erfolg des Heiligendammer G8 Gipfels insgesamt in Zweifel zu ziehen droht.

Jetzt also beginnt das große G8 blame game: Wer ist schuld an diesem Schlamassel?
Den Vogel für die beste Schlagzeile hat sicherlich der Berliner Kurier abgeschossen: “Amis ist das Klima schnuppe: Bush lehnt deutschen Plan zur Rettung der Erde ab.” http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/politik/172796.html

Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der Deutschlands miserable Verhandlungsstrategie maßgeblich mitzuverantworten hat, schiebt alle Schuld den Amis in die Schuhe:

“Gabriel bezweifelt die Erfolgschancen des G8-Gipfels in Heiligendamm, weil die US-Regierung eine Einigung auf gemeinsame Klimaschutzziele bisher nicht zulasse. „Die Verhandlungen werden mehr als schwierig“, sagte der SPD-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „In den zentralen Fragen des Klimaschutzes scheinen bisher vor allem die Amerikaner nicht bewegungsbereit zu sein.“ http://www.focus.de/politik/deutschland/g8-gipfel/g8_aid_57460.html

Dabei weiß jeder aufmerksame Achsen-Leser nur zu genau, daß die Kritik an den *numerischen* Klimazielen, wie sie im deutschen G8 Entwurf enthalten sind, ebenso von Japan und Kanada geteilt wird.

In Wahrheit steht es für Angela Merkel noch schlimmer als befürchtet:
In der heutigen Ausgabe des Observer wird berichtet, daß Deutschland in dieser Frage offenbar völlig isoliert ist:
“It also emerged that it was not only the United States that was posting strong objections to the wording of the communique, but Russia as well, while India and China had also expressed their own reservations.” http://observer.guardian.co.uk/world/story/0,,2089314,00.html

Deutschlands Klimadiplomatie steckt ganz offensichtlich in einer Sackgasse und scheint international isolierter als je zuvor.
In dieser Not scheint sich Bundesumweltminister Gabriel, wie ein Ertrinkender, an den letzten Strohhalm zu klammern und hofft, die US Demokraten könnten Deutschland womöglich in letzter Minute zuhilfe kommen.

Aber selbst diese Hoffnung scheinen die Demokraten zunicht gemacht zu haben. In einem Interview gab Nancy Pelosi, die demokratische Präsidentin des US-Repräsentantenhaus, gestern zu verstehen, die Demokraten würden beim Thema internationale Klimapolitik eher mit Präsident Bush arbeiten anstatt gegen ihn: “I want to keep the door completely open to working with the president on the issue of energy independence and global warming. ... There are plenty of areas where we can find common ground.”

Die scheinbar überraschende Mäßigung der US Demokraten ist sowohl der Bundesregierung als auch den deutschen Medien offenbar völlig entgegangen. Freilich hätte die regelmäßige Lektüre dieser Internetseite Minister und Reporter vor eklatanten Trugschlüssen und falschen Hoffnungen bewahren können.

Hier also die Ausführungen von Nancy Pelosi: “Pelosi, D-Calif., and seven other House members left Saturday for meetings with scientists and politicians in Greenland, Germany and Belgium on ways to reduce emissions of carbon dioxide and other greenhouse gases.

The trip comes shortly before a climate change summit next month involving the leading industrialized nations and during a time of increased debate over what should succeed the Kyoto Protocol, a 1997 international treaty that caps the amount of carbon dioxide that can be emitted from power plants and factories in industrialized countries. It expires in 2012.

Bush rejected that accord, saying it would harm the U.S. economy and unfair excludes developing countries like China and India from its obligations. Pelosi, who strongly disagrees with that decision and many other of Bush’s environmental policies, told The Associated Press on Friday that she said she wants to work with the administration rather than provoke it.

But Pelosi stopped short of condemning the president’s call for slowing the nation’s growth rate in carbon emissions, an approach that many say is too meek.

“I think there are better ideas,” Pelosi said. “I want to keep the door completely open to working with the president on the issue of energy independence and global warming. ... There are plenty of areas where we can find common ground.” http://asia.news.yahoo.com/070526/ap/d8pc5rq00.html
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Anmeldungsdatum: 27.08.2004
Beiträge: 1096

BeitragVerfasst am: 31.Okt 2007 16:09    Titel: «Zeit, das Kyoto-Protokoll zu entsorgen» Antworten mit Zitat

Nun hat auch das renommierte britische Wissenschaftsmagazin «Nature», das keineswegs zu den vielgeschmähten Klimaskeptikern zählt, in seiner Ausgabe vom Donnerstag einen Artikel von zwei Wissenschaftern mit dem Titel publiziert «Zeit, das Kyoto-Protokoll zu entsorgen». Gwyn Prins, Direktor am Mackinder Centre der London School of Economics, und sein Amtskollege Steve Rayner vom James Martin Institute der Oxford University fordern ein radikales Umdenken.

Das Kyoto-Protokoll ist ihrer Ansicht nach gleich doppelt gescheitert. Nicht nur sei es damit nicht gelungen, die globale Erwärmung zu verlangsamen, das Protokoll habe auch die Diskussion über alternative Vorgehensweisen zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Anpassung an die unvermeidbaren Klimaveränderungen blockiert. Es sei aber dringend notwendig, dass die nächste Verhandlungsrunde für neue Vorschläge geöffnet werde.

Den kompletten Bericht über den "Nature"-Artikel in der NZZ hier.

Mal sehen, wie lange es noch dauert, bis auch unsere Politiker merken, dass sie mit dem Kyoto-Protokoll ein totes Pferd reiten.
Leider steht zu befürchten, dass insbesondere Frau Merkel nicht mehr ohne Gesichtsverlust aus der Nummer kommt und deshalb wider besseres Wissen weiterreitet. Schade.
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