| |

|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
Verfasst am: 21.Jul 2005 12:01 Titel: Kyoto ist tot |
|
|
Kyoto ist tot
Die Bomben von London haben den G8-Gipfel überschattet. Aber da war doch noch was? Richtig: Es wurde auch eine Erklärung zum Klimawandel verabschiedet. Gerhard Schröder verkündete, darin werde „erstmals das Kyoto-Protokoll erwähnt“. Jacques Chirac assistierte: „Wir haben Bewegung in der amerikanischen Position bemerkt.“
Die beiden scheinen fest darauf zu vertrauen, dass niemand solche Kommuniqués wirklich liest. Wer es aber trotzdem tut, ist einigermaßen perplex. Europa hat sich nämlich viel stärker auf die US-Position zu bewegt als umgekehrt. Viele internationale Medien sehen einen Paradigmenwechsel in der Klimapolitik. „Good-bye Kyoto Treaty“ titelte etwa der „New Scientist“. Komisch, dass in Deutschland solche Schlagzeilen nicht zu lesen waren.
Verpennt? Schreckstarre? Zu peinlich?
Nun gut, holen wir es nach. Was sind die zentralen Aussagen der G8-Vereinbarung? Der Klimawandel wird als eine „ernsthafte und langfristige Herausforderung“ bezeichnet, ein - wenn auch unsicherer - Anteil des Menschen eingeräumt. Es ist von natürlichen und menschengemachten Ursachen die Rede - man beachtete die Reihenfolge.
Als Ziel wird eine „Verlangsamung des Anstiegs“ der Treibhausgase formuliert und - „so die Wissenschaft es rechtfertigt“ - eine Stabilisierung oder Reduzierung. Rechtfertigt die Wissenschaft letztere Maßnahmen also noch nicht? Ein rätselhafter Nebensatz, denn die G8-Staaten haben mit Ausnahme der USA das Kyoto-Protokoll unterschrieben, gemäß dem die Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 um rund fünf Prozent sinken sollen.
Das Protokoll, so sagen die Kritiker seit langem. kostet jährlich dreistellige Milliardensummen, macht bis zum Jahr 2050 aber nur einen nicht messbaren Temperaturunterschied von ein paar Hundertstel Grad aus. Jetzt scheint die Kritik angekommen, denn das Gleneagles-Papier verfolgt eine ganz andere Strategie. Zentral ist die Feststellung, dass in den nächsten 25 Jahren ein Anstieg des Welt-Energieverbrauchs von 60 Prozent erwartet wird und dass bislang zwei Milliarden Menschen ohne moderne Energieversorgung auskommen müssen. Als Antwort auf diese Herausforderung wird nicht etwa ein starres Rationierungs-System a la Kyoto vorgeschlagen, sondern eine dynamische Entwicklungspolitik in Verbindung mit der massiven Erforschung und Einführung neuer Technologien. Nachhaltige Entwicklung, Energiesicherheit und Armutsbekämpfung werden als gleichrangige Ziele angeführt, weil sich mit steigendem Wohlstand auch ärmere Länder effizientere Technologien leisten und besser an natürliche oder menschengemachte Klimaveränderungen anpassen können. Diese pragmatische Stoßrichtung durchzieht das gesamte Papier – und sie ist beinahe deckungsgleich mit der amerikanischen Position in Sachen Klimaschutz.
Kyoto wird lediglich im vorletzten Absatz kurz erwähnt: „Diejenigen von uns, die das Kyoto-Protokoll unterschrieben haben, begrüßen sein Inkrafttreten und werden daran arbeiten es zu einem Erfolg zu machen“. Schröder und Chirac wünschen sich hier gewissermaßen selbst eine gute Reise. Entscheidend ist, was nicht da steht: Es wird kein „Kyoto II“ geben und auch kein „Kyoto-Plus“. Länder wie China und Indien haben Vorschläge für ein verschärftes auf sie ausgedehntes Kyoto-Abkommen abgelehnt.
Wie kommt es nun, dass die „Vorreiter“ so merkwürdig ruhig bleiben, jetzt wo ihnen keiner nachreitet?
Wahrscheinlich dämmert ihnen Unheil: Kyoto wird teuer, bringt praktisch nichts und droht zum Bumerang zu werden: So sind in der EU die CO2-Emissionen 2003 wieder angestiegen, einige Länder liegen dramatisch neben der Spur.
Das Kyoto-Abkommen könnte enden wie der Stabilitätspakt.
Kolumne von Maxeiner & Miersch, erschienen am 20.07.2005 in DIE WELT. |
|
| Nach oben |
|

|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
Verfasst am: 28.Jul 2005 13:14 Titel: |
|
|
| Zitat: |
| Länder wie China und Indien haben Vorschläge für ein verschärftes auf sie ausgedehntes Kyoto-Abkommen abgelehnt. |
Warum, kann man hier nachlesen:
http://www.ftd.de/pw/in/16001.html?nv=cd-rss
.....Außer den USA und China wollen auch Indien, Südkorea und Australien ein eigenes Klimaschutzbündnis schaffen.....
.....Sie haben dies bisher mit den Ausnahmen für Schwellenländer wie Indien und China begründet. Australien befürchtet zudem, die Vorgaben könnten den Export von Kohle und Gas schädigen. Zusammen produzieren die Länder des Gegenbündnisses mehr als 40 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen.....
....."Wir wissen, dass das Kioto-Protokoll bezüglich des Klimaschutzes ein Fehlschlag ist", sagte Campbell, (Australischer Umweltminister) "Wir müssen es besser machen."..... |
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
Verfasst am: 29.Jul 2005 15:51 Titel: |
|
|
Maxeiner und Miersch kommentieren die neue Initiative zum Klimaschutz so:
| Zitat: |
Kyoto ist tot, Teil 2
Vor zwei Wochen schrieben wir hier über eine absehbare Hinwendung zur amerikanischen Position im Klimaschutz: „Kyoto ist tot“. Siehe: http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=887&ref=32
Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht: Die USA haben zusammen mit China, Indien, Japan, Südkorea und Australien ein eigenes Abkommen vorgelegt. Es setzt auf Forschung und neue Technologie anstatt auf ein bürokratisches Rationierungsverfahren a la Kyoto.
Siehe: http://www.techcentralstation.com/072805C.html
Der Ansatz ist pragmatisch und vor allem ohne Heilsversprechen. Besonders Letzteres kommt hierzulande gar nicht gut an. Anstatt sich über das Vorhaben zu freuen, äußern Umweltschützer nur Säuerliches („leere Hülle“, „zahnlos“). Die EU-Politiker sind tief beleidigt. Javier Solana gab zum Besten, das neue Abkommen habe einen „regionalen Ansatz“. Auf welchem Planeten lebt der Mann? Die der neuen Vereinbarung beigetretenen Länder umfassen in etwa die halbe Menschheit und mittelfristig weit mehr als die Hälfte aller CO2-Emissionen. Der „globale Ansatz“ der EU umfasst zwar ziemlich viele Länder, aber nun mal nicht die größten Kohlendioxid-Produzenten, die neben den USA in Zukunft China und Indien heißen werden. Kyoto hat deshalb einen rein symbolischen Wert, aber keine messbare Auswirkungen auf das Klima. Zahnloser kann die neue Initiative also überhaupt nicht sein. Aber was zählen schon Fakten wenn es um europäische Symbolpolitik nach Gut(s)herrenart geht. |
|
|
| Nach oben |
|
|
Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5416
|
Verfasst am: 6.Aug 2005 9:03 Titel: |
|
|
Pressemitteilung des DIW Berlin; 03.08.2005
Kyoto-Plus-Abkommen:
Kosten für Emissionsminderung sinken um 500 Mrd. US-Dollar
Die Kosten für die Emissionsminderung können weltweit um bis zu 500 Mrd. US-Dollar gesenkt werden, wenn die USA und China nach 2012 in ein "Kyoto-Plus"-Abkommen einbezogen werden, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 31/2005.
Die USA werden einem Abkommen jedoch nur beitreten, wenn Emissionsminderungen kosteneffizient sind und wenn zudem stark wachsende Volkswirtschaften wie China ebenfalls kooperieren. Eine Verminderung der Kosten um 500 Mrd. US-Dollar ist an folgende Voraussetzungen geknüpft: Staaten wie die EU-Länder, die USA und Japan müssen sich auf eine Emissionsminderung von 3 Prozent pro Jahr bis zum Jahr 2050 einigen, und China muss mit Emissionsrechten in Höhe seiner geschätzten künftigen "Business as usual"-Emissionen ausgestattet werden.
Eine Klimaschutzpolitik, die ausschließlich auf einem Emissionsrechtehandel innerhalb der Industrieländer beruht, würde bis zum Jahr 2050 Kosten in Höhe von knapp 1 Billion US-Dollar verursachen. Dies entspricht 0,31 Prozent des BSP dieser Länder. Tritt China dem Emissionshandel bei, können in den Industrieländern Kosten in Höhe von bis zu 259 Mrd. US-Dollar vermieden werden. Nehmen darüber hinaus andere Entwicklungsländer teil, werden sogar Kosten in Höhe von knapp 500 Mrd. US-Dollar eingespart. Der Emissionszertifikatepreis würde von 51 US-Dollar/t CO2 auf 37, beziehungsweise sogar 25 US-Dollar/t CO2 sinken.
Damit kann die Kosteneffizienz insbesondere für die Industrieländer durch die Einbeziehung von China sehr stark gesteigert werden. Zusätzliche Anreize, sich an einem "Kyoto-Plus"-Abkommen zu beteiligen, ergeben sich aus Kooperationen bei der technologischen Entwicklung.
Quelle: DIW Berlin |
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
Verfasst am: 22.Sep 2005 11:33 Titel: Kyoto immer toter |
|
|
Falls jemand noch der Meinung war, dass das Kyoto-Protokoll irgendeine Zukunft hat, gibts jetzt Klartext von Tony Blair:
Onstage with former president Bill Clinton at a midtown Manhattan hotel ballroom, British Prime Minister Tony Blair said he was going to speak with "brutal honesty" about Kyoto and global warming, and he did. And Secretary of State Condoleezza Rice had some blunt talk, too.
Blair, a longtime supporter of the Kyoto treaty, further prefaced his remarks by noting, "My thinking has changed in the past three or four years." So what does he think now? "No country, he declared, "is going to cut its growth." That is, no country is going to allow the Kyoto treaty, or any other such global-warming treaty, to crimp -- some say cripple -- its economy.
Looking ahead to future climate-change negotiations, Blair said of such fast-growing countries as India and China, "They're not going to start negotiating another treaty like Kyoto." India and China, of course, weren't covered by Kyoto in the first place, which was one of the fatal flaws in the treaty. But now Blair is acknowledging the obvious: that after the current Kyoto treaty -- which the US never acceded to -- expires in 2012, there's not going to be another worldwide deal like it.
Siehe: http://www.techcentralstation.com/091505JP.html |
|
| Nach oben |
|
|
GoMoPa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2412
|
Verfasst am: 8.Okt 2005 9:14 Titel: |
|
|
Thema Tony Blair:
London rückt vom Kyoto-Prinzip ab
Britische Regierung und Wirtschaft distanzieren sich von festen Emmissionszielen. In der britischen Regierung wächst die Skepsis gegenüber einem Kyoto-Nachfolgeabkommen, das Emissionsbeschränkungen verbindlich festschreibt.
Nachdem Premier Tony Blair jüngst Hoffnungen auf ein Nachfolgeabkommen dämpfte, äußerte sich Umweltministerin Margaret Beckett jetzt skeptisch: "Ich gehöre nicht zu denen, die sagen, dass es ein zweites Kyotoabkommen exakt wie das erste geben wird", sagte sie am Rand einer Klimakonferenz in London.
Ende November beginnen in Montreal Vorverhandlungen über einen neuen Vertrag. Das bestehende Abkommen läuft 2012 aus. Es sei klar, dass ein neues Abkommen "inklusiver" sein müsse, sagte Beckett. Die USA und Australien haben Kyoto nicht unterzeichnet, weil neue Energieverbraucher wie China, Indien und Brasilien nicht einbezogen sind.
Dazu kommt, dass die Briten strenge Emissionsgrenzen generell skeptisch sehen. Aufsehen erregten Äußerungen Blairs auf einer von Bill Clinton organisierten Konferenz in New York. Er sage es "mit brutaler Ehrlichkeit: Kein Land wird aus umweltpolitischen Gründen sein Wachstum oder seinen Konsum beschneiden", sagte Blair laut jetzt veröffentlichtem Protokoll. Auch der Präsident des britischen Unternehmerverbandes CBI, John Sunderland, wandte sich gegen "absolute Emissionsgrenzen, die Erfolg bestrafen". Reduktionsziele müssten robust, aber flexibel sein und die internationale Wettbewerbssituation berücksichtigen.
Blair und Beckett hatten den Klimaschutz zum Schwerpunkt der britischen G8-Präsidentschaft gemacht. Angesichts des neuen Konsens über die Realität des Klimawandels müsse die globale Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen in den nächsten zwei Jahrzehnten beginnen, warnte Beckett: "Andernfalls werden die Konsequenzen schlimm und die Kosten viel höher sein." |
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
Verfasst am: 22.Nov 2005 9:48 Titel: Kim steigt ein, Tony steigt aus |
|
|
Nachdem Bin Laden für die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls plädiert
http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=1337&ref=16
folgt jetzt auch Nord Korea, was die Welt wirklich beruhigen wird
http://times.hankooki.com/lpage/200511/kt2005112017281310230.htm .
Genosse Kim Jong 2, das wäre nun wirklich nicht nötig gewesen! Vollkommen schwarze Weltraumbilder zeigen doch auch jetzt schon, dass Ihr Land des nachts nachhaltig ohne elektrische Energie auskommt. Welche Lichter wollen Sie eigentlich abschalten, es ist doch eh schon zappenduster? Auch Sklavenarbeit ist klimapolitisch vorbildlich, weil in der Kohlendioxidbilanz vollkommen neutral.
Weniger Freunde unter den Klimaschützern dürfte sich hingegen Tony Blair machen: Der hat sich nämlich von dem Gedanken an ein vielbeschworenes "Kyoto 2" verabschiedet: http://euobserver.com/9/20371 Diese Meldung finden die deutschen Journalisten offenbar gar nicht gut, jedenfalls scheuen sie irgendwie davor zurück sie zu verbreiten. Statt dessen dürfte Ende des Monats die große Katastrophen-Berieselung einsetzen, denn dann beginnt die Klimakonferenz in Montreal
von Dirk Maxeiner
http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=1359&ref=0 |
|
| Nach oben |
|
|
Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1236 Wohnort: Hamburg
|
Verfasst am: 10.Dez 2005 8:00 Titel: |
|
|
Streit um Klimaschutz
Kurz vor Abschluss der Klimakonferenz in Montreal haben sich die Fronten verhärtet. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel fordert eine deutlich stärkere Reduzierung der klimaschädigenden Emissionen. Er sprach sich dafür aus, den Ausstoß an Treibhausgasen bis Mitte des Jahrhunderts zu halbieren. Noch weiter ging Frankreichs Präsident Jacques Chirac in einer Video-Grußbotschaft: "Der Klimawandel ist zu einer brutalen und drängenden Realität geworden." Er sei "die größte Bedrohung", die über der Zukunft der Menschheit hänge. Daher müssten die Industrieländer ihren Treibhausgas-Ausstoß bis 2050 um 75 Prozent reduzieren. Die Kosten dafür seien wesentlich geringer als die, wenn man nichts tue.
Dagegen bekräftigten die USA den Widerstand gegen ein weiteres Klimaschutzabkommen. "Durch formalisierte Diskussionen kann kein Fortschritt erreicht werden", sagte Paula Dobriansky, Staatssekretärin im US-Außenministerium.
Die Konferenz ist die erste Klimakonferenz nach In-Kraft-Treten des Kyoto-Protokolls im Februar. Darin hatten sich 1997 die Industrieländer verpflichtet, bis 2012 rund fünf Prozent weniger Klimagase auszustoßen als 1990. Bei dem Klimagipfel soll unter anderem besprochen werden, wie es danach weiter gehen soll. Die Konferenz soll noch bis Samstag Nacht laufen, doch die Chancen auf eine Lösung der beiden umstrittensten Themen sinken. Nach wir vor unklar blieb bislang, in welcher Form die Staaten des Kyoto-Protokolls die Aufnahme von Verhandlungen über ein Folgeabkommen beschließen werden. Diskutiert wird ferner ein Vorschlag des kanadischen Konferenzpräsidenten Stephane Dion, unter dem Dach der Uno-Klimakonvention über die weitere Verbesserung des Klimaschutzes zu verhandeln. Die USA haben Kyoto nicht ratifiziert, sind aber der Klimakonvention von 1992 beigetreten.
Als Etappensieg wird in Montreal die Einigung gewertet, einen Überprüfungsausschuss für das Kyoto-Protokoll einzusetzen. Der Ausschuss soll überwachen, ob die Staaten ihre Verpflichtungen einhalten. Zudem wurden Verbesserungen bei der technischen Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländer beschlossen. Dies betrifft den so genannten "Clean Development Mechanism", der es Industrieländern ermöglicht, durch Investitionen in nachhaltige Entwicklung wie erneuerbare Energien in Entwicklungsländern ihre Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll zu erfüllen.
Gabriel drängte in seiner Rede vor der Konferenz, einen Anstieg der globalen Temperaturen um mehr als zwei Grad gegenüber vorindustriellem Niveau zu verhindern. Nur dann sei eine Anpassung an den Klimawandel möglich. "Es ist ein Gebot der Fairness, dass wir Industrieländer unsere Kyoto-Verpflichtungen erfüllen und unsere Emissionen in Zukunft weit stärker reduzieren." Gabriel machte deutlich, dass dabei auch die Entwicklungsländer eine Rolle spielen, ohne dass ihnen das System der Industrieländer "übergestülpt" werde.
Die USA bekräftigten, dass sie an ihrem Weg festhalten wollten, außerhalb des Kyoto-Protokolls den Klimaschutz durch technologische Zusammenarbeit und Innovation zu fördern. "Wir nehmen immer an Diskussionen teil", wehrte sich Dobriansky gegen Vorwürfe, dass sich die USA aus den Debatten über den künftigen Klimaschutz zurückzögen. Die Konferenz der Vertragsstaaten der Uno-Klimakonvention sei der geeignete Rahmen für den Austausch von Ideen. Nicht "formalisierte Diskussionen", sondern "konkretes Handeln" bringe Fortschritt.
UNTERSCHIEDLICHE POSITIONEN
Deutschland Deutschland macht sich international für eine Fortsetzung des Kyoto-Protokolls stark. Mit Großbritannien, Schweden, Luxemburg und Deutschland erreichen aber voraussichtlich nur vier der westlichen Industrienationen das im Protokoll festgeschriebene Emissionsminderungsziel.
USA Für die Regierung Bush ist das Wort "Kyoto" zu einem Reizwort geworden. Zwar räumt der US-Präsident ein, dass das Umweltthema angegangen werden müsse. Die Einführung verbindlicher Standards zur Begrenzung des Schadstoffausstoßes lehnt er aber weiterhin ab. Im Juli haben die USA zusammen mit Australien, China, Japan, Indien und Südkorea eine eigene Initiative gestartet. Geplant ist, bei der Entwicklung von Technik gegen Treibhausgase zusammen zu arbeiten. Kyoto habe die US-Wirtschaft zerstört, sagt Bush. 2001 sind die USA, die weltweit am meisten Kohlendioxid (CO2) in die Luft pusten, aus dem Kyoto-Protokoll ausgestiegen.
China Zwar gehört China zu den Kyoto-Staaten, eine Verpflichtung, den CO2-Ausstoß zu verringern, ist das Reich der Mitte allerdings nicht eingegangen. Bereits heute ist China nach den USA der zweitgrößte Emittent von CO2-Gasen |
|
| Nach oben |
|
|
Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1236 Wohnort: Hamburg
|
Verfasst am: 10.Dez 2005 8:02 Titel: |
|
|
Stirbt Kyoto in Leipzig?
Man kann am eigenen Erfolg ersticken. Das droht der Strombörse in Leipzig, an der seit Jahresanfang die Emissionsrechte für Kohlendioxid gedealt werden. Deren Preise sind explodiert - auf bis zu 29 Euro je Tonne des Klimaschädlings.
Das ist ordnungspolitisch sauber: Schließlich sind im trockenen Sommer in Spanien die sauberen Wasserkraftwerke vom Netz gegangen; statt teurem Öl und Gas wird wieder mehr dreckige Kohle verstromt. Wer aber Schmutz aus dem Kamin pustet, muss knappe Zertifikate kaufen, so sieht es das Kyoto-Protokoll vor. Das treibt den Preis - Marktwirtschaft pur.
Jetzt fordert die Stahlindustrie die "sofortige Aussetzung des Emissionshandels", so Stahlverbandspräsident Dieter Amelung auf einer Klausurtagung des CDU-Wirtschaftsrats. Amelung sieht die "industrielle Wertschöpfungskette" reißen - denn seine Konkurrenten kochen Stahl meist in Ländern ohne Kyoto-Verpflichtung und teure Emissionsrechte. Der Strommarkt ist regional - die Konkurrenz global. Besonders ärgert Amelung, dass die Stromkonzerne ihre kostenlose Erstausstattung an Emissionszertifikaten mit dem hohen aktuellen Wiederbeschaffungspreis auf die Stahlhersteller überwälzen, die ihrerseits auf diesen Kosten sitzen bleiben.
Helfen soll das Bundeskartellamt. Das untersucht zusammen mit der BaFin, ob in Leipzig geschummelt wird, warum die "kostenlose Verteilung der Zertifikate zu massiven Preissteigerungen geführt hat" und ob dies auch bei "funktionierendem Wettbewerb" möglich sei.
Es wird nichts herauskommen. Denn Knappheit treibt die Preise, und das ist gewollt. Bislang. Bei einem Preis von über acht Euro je Zertifikat aber, so hat der renommierte Umweltökonom Carl Christian von Weizsäcker ausgerechnet, lohnt sich für viele Industrien die Verlagerung in Kyoto-freie Länder. Diese Gefahr werde die Bereitschaft der USA endgültig zerstören, sich dem Emissionshandel anzuschließen. Der funktioniert perfekt marktwirtschaftlich - und könnte am Erfolg zugrunde gehen. Denn ohne die USA, die 40 Prozent des weltweiten CO2 in die Luft jagen, bleibt Kyoto wirkungslos - und deutsche Stahlarbeitsplätze sterben für eine saubere, wirkungslose Insellösung. |
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
Verfasst am: 10.Dez 2005 10:46 Titel: |
|
|
| Zitat: |
| Denn ohne die USA, die 40 Prozent des weltweiten CO2 in die Luft jagen, bleibt Kyoto wirkungslos...... |
Das ist der populäre Irrtum, der nicht einmal durch die Feststellungen eines grün angehauchten Bundesministeriums erschüttert werden kann. Kyoto wäre nämlich auch mit USA wirkungslos!
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung:
| Zitat: |
| "Zu den im Kyoto-Protokoll vereinbarten Reduktionszielen der Treibhausgasemissionen liegen ebenfalls Modellrechnungen vor die, extrapoliert bis 2050, nur eine äußerst geringfügige Änderung (weniger als ein Zehntel Grad) gegenüber der sonstigen Temperaturentwicklung errechnen. Daher ist das Protokoll in seiner jetzigen Form kaum dazu geeignet, das Klima zu stabilisieren. Seine Wirkung ist eher im politischen Bereich zu finden, da es die einzige Klimavölkerrechtliche Basis für weitergehende Maßnahmen darstellt." |
(BMBF-Studie: "Herausforderung Klimawandel - Bestandsaufnahme und Perspektiven der Klimaforschung"
von 2003, S. 10)
www.bmbf.de/pub/klimawandel.pdf
Im Klartext: Kyoto ist klimatisch wirkungslos, kostet aber Hunderte von Milliarden jährlich!
Siehe auch http://www.klimanotizen.de/html/newsletter_2.html
http://www.junkscience.com/
http://www.gomopa.net/Finanzforum/Umweltthemen/Du-sollst-die-Umwelt-nicht-verschmutzen.html |
|
| Nach oben |
|
|
Stimme der Vernunft Newbie
Anmeldungsdatum: 23.02.2006 Beiträge: 4
|
Verfasst am: 28.Feb 2006 22:35 Titel: Nichtstun ist klimatisch wirkungslos - und unverantwortlich |
|
|
Sehr geehrter Herr hdschulz,
ich habe bereits vor einer Woche auf ihren Eintrag geantwortet, anscheinend hat er aus irgendeinem Grund nicht ins Board geschafft.
In gutem Willen will ich deshalb zum Zweiten mal ein paar Fakten aufzählen, die sie m.E. kennen sollten, wenn sie seriös über den Klimawandel diskutieren wollen.
1. Kyoto ist in seiner jetzigen Form zu wenig, da die Minderungsziele, sicher auch im Lichte einer noch nicht so eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnislage, mehr noch aber aufgrund einzelstaatlicher Interessen weitaus zu gering ausgefallen sind. Die Konsequenz, die sie ziehen: Lieber gar keine Bemühungen als unzureichende Bemühungen ist jedoch höchst gefährlich. Denn wissenschaftlicher Konsens ist inzwischen:
Erhöht sich die weltweite Temperatur im Mittel um mehr als zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit, dann werden die Folgen nicht mehr kontrollierbar. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) forderte deshalb schon im Jahr 2003 in einem Sondergutachten, die weltweiten Emissionen bis 2050 um 45 bis 60 Prozent zu senken.
http://www.wbgu.de/wbgu_sn2003_presse.html
2. Die EU hat die Forderung, dass die globale Erwärmung nicht mehr als Zwei Grad betragen darf, als offzielle Zielsetzung ihrer Politik übernommen. Wie die von der britischen Regierung in Auftrag gegebene Studie 'Avoiding Dangerous Climate Change' zeigt, könnte jedoch selbst dieses Ziel nicht ausreichen, da das Abschmelzen des Grönland-Eisschildes nach neuen Erkenntnissen weitaus stärker ausfällt als bisher angenommen. In der Konsequenz könnte der Meeresspiegel schon in diesem Jahrhundert um bis zu sechs Meter steigen. Die Konsequenzen, wenn etwa ein Drittel der Erdbevölkerung umgesiedelt werden müssen, dürfen sie sich selbst ausmalen.
s. z.B. http://news.bbc.co.uk/1/hi/sci/tech/4660938.stm
Die EU, die deutsche Bundesregierung, die britsche Regierung - lieber Herr hdschulz, glauben Sie ernsthaft, diese Organe sind Opfer einer Propaganda, die von wirtschaftsfeindlichen Subjekten inszeniert wurde?
Falls dies der Fall sein sollte, überzeugen Sie vielleicht die Argumente, die große Teile des Finanzmarktes inzwischen vorbringen, wenn es um den Klimawandel geht (da sie fortwährend von den Milliardenkosten durch Kyoto sprechen, ist Ihnen dieses Feld hoffentlich wohl vertrauter)
Das 'Carbon Disclosure Project' beispielsweise, dass 31 Billionen Dollar Anlagekapital verwaltet, schickt seit 4 Jahren Fragebögen an die 500 weltweit größten Unternehmen und befragt sie zu ihren Anpassungsstrategien an den Klimawandel. Unternehmen, die keine Anpassungsstrategien vorbereiten, werden zunehmend als finanzielles Risiko bewertet und müssen mit Abschlägen an den Kapitalmärkten rechnen.
s.www.germanwatch.org > Nachhaltiges Investieren
So, Herr hdschulz, nun bin ich gespannt auf ihre Antworten. Es würde mich interessieren, ob sie wirklich einfach nur schlecht informiert sind - oder ob sie ein anderweitiges Interesse daran haben, die größte Herausforderung der Menschheitsgeschichte zu verharmlosen. |
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
|
| Nach oben |
|
|
Stimme der Vernunft Newbie
Anmeldungsdatum: 23.02.2006 Beiträge: 4
|
Verfasst am: 19.März 2006 13:09 Titel: Appel an ihre Einsichtsfähigkeit |
|
|
Cool down, bitte ..... möchte ich ihnen mit Dirk Maxeiner antworten.
Um mich nicht zu wiederholen, hier der Link zu meiner Antwort:
http://www.gomopa.net/Finanzforum/Umweltthemen/Cool-down-bitte-Zum-emotionalen-Streit-ums-Klima.html
Ich habe hier in "Gomopa" einiges zum Thema beigetragen und glaube nicht, dass ich schlecht informiert bin.
Lieber Herr hdschulz,
etwas zeitversetzt möchte ich Ihnen erneut antworten und Ihnen ein paar Dinge vor Augen führen, die hoffentlich vermögen, ihre Sichtweise zu ändern.
Zunächst einmal müssen sie zur Kenntnis nehmen, dass die Zielvorgaben der europäischen Politik schon lange feststehen. Eine Klimaerwärmung von mehr als zwei Grad muss vermieden werden, dafür müssen die Emissionen von Treibhausgasen bis Mitte dieses Jahrhunderts um rund die Hälfte gegenüber dem Niveau von 1990 reduziert werden. Das ist Konsens, dagegen anzuargumentieren erscheint mir wenig zielführend.
Die Debatte, wie sie in den Medien und noch vielmehr in Diskussionsboards wie diesen stattfindet, ist in dieser Hinsicht sehr weit von der realen wissenschaftlichen Debatte entfernt und darüber hinaus wenig fruchtbar. Anstatt sich auf extreme Einzelmeinungen zu berufen oder in Boulevardisierung zu verfallen (auch letzteres findet, da gebe ich ihnen Recht, viel zu oft statt), wäre längst eine breite öffentliche Diskussion darüber fällig, ob die ergriffenen Ziele und Maßnahmen ausreichend und angemessen sind und vor allem – wie künftige Abkommen und Anpassungs-Strategien aussehen müssen.
Denn natürlich muß es neben der Emissionsvermeidung auch um Anpassung gehen. Dies ist aber bei weitem keine ‚Entweder-Oder’-Entscheidung, dies wird auch von keinem der Zirkel, die an der Weiterentwicklung des internationalen Klimaschutz-Regimes arbeiten, so dargestellt.
Und auch die Technologie-Forschung und der Technologietransfer müssen selbstverständlich ausgeweitet werden, auch darin besteht keine Frage. Der Kernpunkt, gegen den sie beständig argumentieren, ist jedoch:
All dies wird nicht ausreichen, wenn es keine verbindlichen Vorgaben für die Emissionsminderung gibt, die Investitionen steuern und den Umbau des fossilen Energiesystems voranbringen. Ein schlagkräftiges, weltweites Post-Kyoto-Regime unter Einbezug der Entwicklungsländer ist mit seinen kosteneffektiven Mechanismen wie dem Emissionshandel Voraussetzung, um einen Teil des Klimawandels noch auszuhalten.
Die Wirtschaft verhält sich nunmal diesbezüglich stur nach dem Angebot-Nachfrage-Prinzip und braucht Leitplanken, innerhalb derer sie ihr Handeln ausrichten kann. Dabei müssen natürlich alle mitmachen. Die Chancen, dass auch die USA mitziehen, stehen jedoch nach einem zwangsweisen Regierungswechsel im Jahr 2008 alles andere als schlecht.
Freiwillige Verpflichtungen dagegen, auf denen etwa die Vereinbarung der USA, Australien, Indien und Japan beruhen, können nicht ausreichen. Ein prominentes und sehr passendes Beispiel dafür ist die Aushandlung des Nationalen Allokationsplans für den Emissionshandel in Deutschland, bei der die deutsche Wirtschaft sich erfolgreich gegen die eigenen, in der `Vereinbarung zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung’ gemachte Selbstverpflichtung zur Emissionsminderung zur Wehr setzte:
http://www.germanwatch.org/presse/2004-03-30.htm
Desweiteren muß ihnen klar werden, dass Debatten, die Emissionsminderung und Anpassungsstrategien gegeneinander ausspielen wollen, auf einem Irrglauben beruhen. Exemplarisch wähle ich hier einen Kommentar ihres geschätzten Dirk Maxeiner:
„Sollen wir Unsummen ausgeben, damit der Wasserstand in Bangladesh in 100 Jahren um zehn Zentimeter weniger ansteigt? Oder helfen wir den Menschen dort wirkungsvoller, indem wir ihnen heute Schutzbauten finanzieren?“
Die implizite Schlussfolgerung lautet, dass wir die Folgen des Klimawandels ökonomisch kostengünstiger kompensieren können, anstatt uns um die Ursache, nämlich die weiter steigenden Treibhausgas-Emission zu kümmern. Aber lassen sich wirklich alle Werte in solche einer Gleichung festhalten? Wie soll der Verlust von Menschenleben, das Artensterben und der kulturelle Verlust, der bei der Umsiedlung von Menschen entsteht, berücksichtigt werden? Und ist es darüber hinaus moralisch überhaupt vertretbar, die ärmeren Länder, die unter dem Klimawandel weit mehr zu leider haben werden als wir, mit Anpassungsgeldern abzuspeisen, während die Industrieländer das Problem fortwährend verstärken?
Darüber hinaus erledigen sich solche Betrachtungsweisen von selbst, wenn berücksichtigt wird, dass die tatsächlichen Auswirkungen des Klimawandels von niemandem präzise vorhergesagt werden können. Das Klimasystem ist hochkomplex und verhält sich non-linear. Beim Überschreiten gewisser CO2-Grenzwerte, sogenannter Kipp-Punkte, können Ökosystem unwiederbringlich verändert werden; es drohen darüber hinaus Kettenreaktion, da sich die Systeme auch wechselseitig beeinflussen.
Mögliche Folgen: Der indische Sommermonsun könnte dramatisch zu- oder abnehmen oder sich gar in einer Achterbahnfahrt zwischen den Extremen hin-und herbewegen, dass Grönland-Eis sowie die Alpen-Gletscher könnten fast vollständig abschmelzen, der Amazonas-Regenwald stirbt bis Ende des Jahrhunderts komplett ab und die Meere versauern so sehr, das 97 Prozent des darin enthaltenen Phytoplanktions nicht mehr überlebensfähig, was wiederum unkalkulierbare Folgen auf die Nahrungsmittelkette haben könnte. Die Folgen dieser Entwicklungen beträfen Hunderte Millionen von Menschen und würden sämtliche Anpassungsmöglichkeiten der Menschheit bei weitem übersteigen.
Dies mag sich zwar nach Katastrophismus anhören, jedes genannte Phänomen ist jedoch Gegenstand neuer Forschungsergebnisse. Die Fachwelt ist darüber in der letzten Zeit hochgradig nervös geworden.
Den erste mir bekannte Bericht der ‚Mainstream-Medien’, in dem diese Kipp-Punkte thematisiert werden, finden sie unter:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,406113,00.html
Vor diesem Hintergrund, lieber Herr hdschulz, um auf den Schluss meines ersten Beitrags zurückzukommen, sprach ich davon, dass sie den Klimawandel entweder verharmlosen oder einfach nicht genug darüber Bescheid wissen.
Ich empfehle Ihnen in jedem Fall, sich das neue Buch von Stefan Rahmsdorf und Hans-Joachim Schellnhuber, betitelt ‚Klimawandel’, unlängst erschienen im C.H. Beck-Verlag, zuzulegen. Dieses Buch spiegelt den aktuellen Stand der Forschung sowie der Klimapolitik wieder und gibt klar Handlungsanweisungen – und, ganz wichtig: Es versucht auch bisherige Klimaskeptiker wie sie ins Boot zu holen.
Jetzt ist es an ihnen, lieber Herr hdschulz. Wollen sie sich durch das Anschließen an Außenseitermeinungen profilieren und dadurch viel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken(so wie es bsp. Herr Maxeiner mit seinen wenig durchdachten Schlußfolgerungen und einseitigen Bewertungen tut)?
Oder wollen sie dazu beitragen, die Klima-Debatte auf die nächste, eminent wichtige Stufe zu führen? Ich und wahrscheinlich auch viele andere hier im Forum würden sich über letzteres sehr freuen. |
|
| Nach oben |
|
|
WC.Hofmann Pathfinder
Anmeldungsdatum: 09.12.2004 Beiträge: 363 Wohnort: in der Mitte Europas
|
Verfasst am: 23.März 2006 8:52 Titel: Re: Appel an ihre Einsichtsfähigkeit |
|
|
| Stimme der Vernunft hat folgendes geschrieben:: |
...
Oder wollen sie dazu beitragen, die Klima-Debatte auf die nächste, eminent wichtige Stufe zu führen? Ich und wahrscheinlich auch viele andere hier im Forum würden sich über letzteres sehr freuen. |
Sie als "Stimme der Vernunft" haben zwar @hdschulz direkt angesprochen, aber Sie werden sicher auch auf die Meinung anderer Leser hoffen (warten). Ich gehe davon aus, dass @hdschulz gelegentlich mit klaren Worten reagiert, so wie es seine von mir geschätzte Art ist.
Ich greife vor: Ihr 2. Beitrag hat mich sehr angesprochen, er ist sehr lesenswert und ich stimme Ihnen zu. Ein eigener Beitrag aus meiner Sichtweise lohnt sich nur, wenn ich für die Leser einen substantiell neuen Gesichtspunkt hinzufügen würde und damit um kritische Kommentierung bitten würde. Ein solcher Beitrag will wohl überlegt sein, aber er wird gelegentlich kommen.
"Kyoto" muss ständig weiter belebt und entwickelt werden, - wenn nicht jetzt, wann denn?
WC.H |
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
Verfasst am: 13.Apr 2006 10:39 Titel: |
|
|
@ Stimme der Vernunft
Leider erst jetzt ein paar Anmerkungen zu Ihrer Replik:
Sie halten mich offensichtlich immer noch für "schlecht informiert".
Schade, dass Sie sich nicht die Mühe gemacht haben, die von mir zitierten Beiträge zu lesen.
Dann hätten Sie wahrscheinlich gar nicht erst den Versuch unternommen, mir Meinungen, Vermutungen und Ängste als Fakten zu verkaufen.
Ich will Ihnen nicht unterstellen, dass Sie dies bewußt versuchen - wer davon überzeugt ist, dass wir mit dem aktuellen Klimawandel vor "der größten Herausforderung der Menschheitsgeschichte" stehen, dem wird jedes Mittel recht sein, die Situation in der schwärzesten Farben zu malen, damit auch der Dümmste noch erschrickt - wenn's um die Zukunft der Menschheit geht, heiligt der Zweck die Mittel.
Möglicherweise merken Sie vor lauter Besorgnis auch gar nicht mehr, dass Sie den Verdacht für die Wahrheit und den Anschein für das Faktum halten.
Das wollen Sie nicht wahrhaben?
Ein paar Beispiele gefällig?
Sie behaupten, dass wir vor der größten Herausforderung der Menschheitsgeschichte stehen. Ist das ein Faktum oder der Versuch, ein Gefühl auszudrücken? Doch wohl eher letzteres.
| Zitat: |
Denn wissenschaftlicher Konsens ist inzwischen: Erhöht sich die weltweite Temperatur im Mittel um mehr als zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit, dann werden die Folgen nicht mehr kontrollierbar.
|
Schlimme Sätze, voller Mißverständnisse und homozentrischer Hybris.
Wer sind Sie, dass Sie sich anmaßen, den wissenschaftlichen Konsens zu definieren? Was ist das überhaupt?
Wird der Wahrheitsgehalt wissenschaftlicher Thesen per Konsens eruiert? Dann hätten Kopernikus, Galilei, Newton, Einstein und viele, viele andere Wissenschaftler nie den Hauch einer Chance gehabt.
Wie definieren Sie die vorindustrielle Zeit, deren fiktive Globaltemperatur Sie offensichtlich für diese als eine Art Idealzustand betrachen? Glauben Sie etwa, dass die Globaltemperatur in dieser, wie auch immer definierten "vorindustriellen Zeit" konstant war? Wann beginnt Ihr Idealzustand "vorindustrielle Zeit"? Mit dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10000 Jahren?
( Temperaturabweichung zu heute in der Nordhemisphäre ca. - 4°), mit dem Klimaoptimum (sic!) des Holozäns vor ca 6000 Jahren? (+ 1°), oder mit dem römischen Klimaoptimum (vor 2000 Jahren, + 1°), dem Völkerwanderungspessimum ( vor 1400 Jahren, - 1/2 °), dem längeren mittelalterlichen Klimaoptimum vor ca. 1000 Jahren, + 1°, mit Getreideanbau in Grönland und Weinanbau in Schottland), vielleicht auch mit dem Maunderminimum vor ca. 300 Jahren, - 1°, auch "die kleine Eiszeit" genannt?
Möchten Sie sich vielleicht mal die Temperaturaufzeichnungen derjenigen Wetterstation ansehen, die in Deutschland am längsten kontinuierlich aufzeichnet, seit 1780, dem Hohenpeißenberg in Bayern?
Trend für die Gesamtzeit, interpoliert auf 100 Jahre: + 0,2°,
von 1780 bis 1860 Temperaturabfall, extrapoliert auf 100 Jahre: - 0,7°
von 1860 bis heute: interpoliert + 0,8°/100 a.
Glauben Sie immer noch, dass es gerechtfertigt ist, in den langfristigen Temperaturkurven einen willkürlichen Nullpunkt zu setzen, etwa im Jahr 1860, zu Beginn der Industrialisierung, der dann als Referenz und Idealzustand gelten soll?
Was waren die angeblich unkonntrollierbaren Folgen, als in der Vergangenheit die Temperatur (mehrfach!) um 2° über diesem willkürlichen Nullpunkt lagen? Warum sprechen eigentlich die Historiker von Klimaoptimen, wenn es um diese Zeiträume geht?
Ich hätte noch vieles zu erwidern, will es aber aus Zeitgründen hierbei belassen, Sie finden alle Quellenangaben und Links in meinen vorherigen Beiträgen.
Doch halt, noch eins, (ganz neu):
Seit ca. 8 Jahren machen die Temperaturen einfach nicht mehr das, was die Katastrophisten erhoffen, sie erhöhen sich nicht mehr!
"There IS a problem with global warming... it stopped in 1998"
http://www.telegraph.co.uk/opinion/main.jhtml?xml=/opinion/2006/04/09/do0907.xml&sSheet=/news/2006/04/09/ixworld.html |
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
Verfasst am: 13.Apr 2006 12:24 Titel: |
|
|
"Global-warming alarmists intimidate dissenting scientists into silence."
(Wie skeptische Wissenschaftler von den Klimawandel-Alarmisten eingeschüchtert und mundtod gemacht werden)
Gerade gelesen und eine kleine Ergänzung, falls Sie doch in's Grübeln kommen und sich Gedanken machen, warum Sie die Alarmmeldungen der Katastrophisten für wahr halten und warum so wenig von den (zahlreich vorhandenen) Abweichlern unter den Klimawissenschaftlern und Geophysikern zu hören ist. Mehr als Hundert von ihnen haben die sog. "Leipziger Erklärung" unterzeichnet
(http://www.solidaritaet.com/fusion/1996/3/leipzig.htm)
Es sind diejenigen Fachwissenschaftler, die Sie völlig unbegründet als "extreme Außenseiter" bezeichnen.
http://www.opinionjournal.com/extra/?id=110008220 |
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
Verfasst am: 22.Apr 2006 9:17 Titel: Re: Appel an ihre Einsichtsfähigkeit |
|
|
Merkwürdig still ist's im thread - alle noch im Osterurlaub oder hat's der Vernunft die Stimme verschlagen?
| WC.Hofmann hat folgendes geschrieben:: |
"Kyoto" muss ständig weiter belebt und entwickelt werden, - wenn nicht jetzt, wann denn?
WC.H |
Hallo WC.Hofmann!
Sie wissen, dass ich anderer Ansicht bin. Offensichtlich nicht nur ich:
60 kanadische Wissenschaftler, Klimaexperten und Geophysiker, haben ihren Premierminister in einem offenen Brief aufgefordert, die Maßnahmen zur Realisierung des Kyoto-Protokolls zu stoppen und dieses einer wissenschaftlichen Überprüfung unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse der Klimawissenschaft zu unterziehen.
Sie wollen damit verhindern, dass durch "Kyoto" Milliarden von Dollars allein in Canada unbegründet verschwendet werden: "Much of the billions of dollars earmarked for implementation of the protocol in Canada will be squandered without a proper assessment of recent developments in climate science."
http://www.canada.com/nationalpost/financialpost/story.html?id=3711460e-bd5a-475d-a6be-4db87559d605
Ich weiß nicht, wieviel Klimawissenschaftler es in Kanada gibt und denke, dass 60 von ihnen die Mehrheit darstellen. Ziemlich sicher bin ich mir, dass diejenigen Wissenschaftler, die hier ggf. nicht mit unterschrieben haben, direkt oder indirekt von den zu verschwendenden Milliarden profitieren würden.
@ Stimme der Vernunft
Halten Sie die Unterzeichner auch für "extreme Außenseiter", wie Sie die "Kyoto-Skeptiker" genannt haben?
Für Sie und für alle, die sich für Fakten, Hintergründe und Mißverständnisse im Zusammenhang mit Klimawandel und Treibhauseffekt interessieren, eine neue Zusammenfassung in Fragen und Antworten:
http://www.junkscience.com/Greenhouse/ |
|
| Nach oben |
|
|
Stimme der Vernunft Newbie
Anmeldungsdatum: 23.02.2006 Beiträge: 4
|
Verfasst am: 25.Apr 2006 9:03 Titel: Quellen |
|
|
Lieber hdschulz,
um Ihnen und den anderen Lesern dieses Forums die Möglichkeit zu geben, sich auch einmal aus weniger fragwürdigen Quellen als ihrer geliebten 'Junkscience'-Website zu informieren, seien Ihnen folgende Liks ans Herz gelegt:
1. Das Umweltbundesamt hat extra für Zweifler wie sie eine Seite mit folgendem Inhalt erstellt:
Trotz des internationalen Problembewusstseins melden sich immer wieder Zweifler, die die Möglichkeit einer durch den Menschen verursachten Klimaänderung entweder generell abstreiten oder die Stichhaltigkeit von Teilen der Argumentation in Abrede stellen. Zusammen mit renommierten Fachwissenschaftler haben wir hierzu einige Antworten und Argumente exemplarisch zusammenstellt.
http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/klimaaenderungen/faq/index.htm
2. Real Climate is a commentary site on climate science by working climate scientists for the interested public and journalists. We aim to provide a quick response to developing stories and provide the context sometimes missing in mainstream commentary. The discussion here is restricted to scientific topics and will not get involved in any political or economic implications of the science.
www.realclimate.org
Hier findet sich auch eine ausführliche Replik zu dem Beitrag von Richard Lindzen im Wall Street Journal, einzusehen unter folgendem Link:
http://www.realclimate.org/index.php/archives/2006/04/lindzen-point-by-point/
3. Die deutsche Nichtregierungsorganisation Germanwatch stellt auf ihrer Internet-Präsenz umfangreiche Informationen und Links zur Verfügung - u.a. auch darüber, dass auch Finanzmarkt und Wirtschaft es sich nicht leisten können, das Problem des Klimawandels länger zu ignorieren:
www.germanwatch.org
Detaillierte Antworten zu ihren im Einzelnen geäußerten Kritikpunkten folgen in Kürze. (auch wenn Sie sie selbst in den genannten Quellen nachlesen können. Aber wie ich merke, fällt es Ihnen äußerst schwer, sich von ihrer wohligen-provozierenden Außenseiterposition heraus zu begeben.) |
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
Verfasst am: 4.Mai 2006 11:06 Titel: Außenseiter? |
|
|
Die "Außenseiter" werden immer mehr:
Nach den kanadischen Klimatologen hat nun eine Gruppe führender neuseeländischer Klimawissenschaftler festgestellt, dass die Befürchtungen im Zusammenhang mit "global warming" unbegründet sind:
(Group rejects 'unfounded' global warming claims)
"....members of the coalition had had enough of "over-exaggerated" claims about the effects of man-made global warming and aimed to provide a balance to "what is being fed to the people of New Zealand".
http://www.nzherald.co.nz/section/story.cfm?c_id=1&ObjectID=10379768
Die Liste der "Skeptiker" wird immer länger und umfaßt inzwischen die Mehrheit derjenigen, die nicht von Regierungen und deren Forschungsförderung abhängig sind. |
|
| Nach oben |
|
|
hdschulz * Consulter *
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 1096
|
Verfasst am: 16.Mai 2006 16:26 Titel: |
|
|
| Stimme der Vernunft hat folgendes geschrieben:: |
| Detaillierte Antworten zu ihren im Einzelnen geäußerten Kritikpunkten folgen in Kürze. |
Schade, daß da nichts mehr folgte - ich hätte gern weiter diskutiert. Details wären dabei hilfreich gewesen.
Weniger hilfreich war die Lektüre von Rahmstorfs "Klimawandel". Neue Erkenntnisse: Fehlanzeige. Wenn er abweichende Thesen nicht widerlegen kann, bezweifelt er die Ausgangsdaten, wie bei der Veränderung der Sonnenaktivität, die bei ihm einfach nicht stattfindet.
Andererseits gelten für ihn Klimamodelle als zutreffend, sofern sie den beobachteten Temperaturanstieg für das vergangene Jahrhundert allein aus dem CO2-Anstieg errechnen können. Daß er damit stillschweigend voraussetzt, die Temperatur wäre ohne Veränderung des CO2-Gehalts der Atmosphäre konstant geblieben – eine absurde Vorstellung, wenn man sich die Vergangenheit ansieht – stört ihn offensichtlich nicht und ist bezeichnend für seine Verbohrtheit.
Sein Umgang mit den "Skeptikern" bleibt wie gehabt: Er versucht, sie als unqualifizierte Außenseiter, bestenfalls "Privatgelehrte" oder "Pensionäre" hinzustellen, die man allenfalls "ins Boot holen" müsse.
Die wollen sich aber nicht kapern, sondern höchstens überzeugen lassen, und das gelingt ihm einfach nicht, besonders der Physikerfraktion unter den Skeptiker (von Alvensleben, Krahmer, Dietze, um nur die wichtigsten Deutschsprachigen zu nennen) hat er wenig Substanzielles entgegenzusetzen:
http://www.dimagb.de/info/bauphys/umwelt/alve1.html#rotekarte
http://www.dimagb.de/info/bauphys/umwelt/alve2.html#obpr
http://www.schulphysik.de/klima1.html
http://www.schulphysik.de/dietze2004.pdf
Da im Thread Mutmaßungen über meine Motivation und meinen Kenntnisstand angestellt werden, möchte ich gern noch ein paar persönliche Bemerkungen zum Thema anfügen – vielleicht auch als Schlusspunkt einer Debatte, die offensichtlich in einem Finanzforum etwas deplaziert erscheint und deswegen (zu Recht?) einschläft.
Die Frage nach der Bedeutung, den Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels reiht sich ein in eine Kette von Thematisierungen, die im Zuge der Sensibilisierung für Umweltfragen seit etwa 40 Jahren nach mehr oder weniger gleichem Muster ablaufen.
Dieses Muster geben grüne Ideologen vor, welche die Deutungshoheit in Ökologiefragen an sich gerissen haben, und dabei ihre Ideologie mit allen Merkmalen einer Pseudoreligion ausstatten.
Anfang der 70-er Jahre startete diese Ideologie mit den "Erkenntnissen" des Club of Rome bezüglich der "Grenzen des Wachstums", die sich inzwischen eine nach der anderen als unzutreffend herausstellen. (Das Ende der Energievorräte, Bevölkerungsexplosion, Waldsterben, Müllnotstand, DDT-Gefahr, Artensterben, Ozonloch etc.)
Der Umgang mit den "Problemen" folgt einem Schema von Dogmatisierungen:
Zunächst wird eine Interaktion, die sich in Folge der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft mit der Natur ergeben hat, als Problem benannt.
Da mit der Interaktion Veränderung einhergeht, sind ihre Folgen negativ zu sehen, denn es gilt, in der Natur den status quo (ante?) zu bewahren, da sich die Natur in einem empfindlichen Gleichgewichtszustand befindet. (Dogma 1)
Die Folgen der Interaktion sind zu quantifizieren und in die Zukunft zu extrapolieren.
Da sich hierbei regelmäßig exponentielle Kurven ergeben, ist ein Kollaps unvermeidlich, wenn nicht bremsend eingegriffen wird. (Dogma 2)
Da die inkriminierte Veränderung durch die allgemeine Entwicklung im marktwirtschaftlichen System wenn nicht verursacht, so doch beschleunigt wird, ist dieses System in Frage zu stellen (Dogma 3)
Der einzige Ausweg aus dem Dilemma ergibt sich durch die Anwendung von "sanften" "nachhaltigen" "natürlichen" Mitteln. (Dogma 4)
Da es sich bei dieser Ideologie um eine Pseudoreligion handelt, sind Propheten willkommen:
Z.B. der Häuptling Seattle, der als Abgesandter einer naturverbundenen Urbevölkerung, die im Gleichgewicht mit ihrer Umwelt lebte, dem Repräsentanten der Naturausbeuter in Person des amerikanischen Präsidenten angeblich die Leviten las.
Dass in Wahrheit die Rede des Häuptlings Seattle aus der Feder eines Hollywood-Regisseurs stammt, der sie für eine Filmrolle verfasst hat und dass die amerikanischen Ureinwohner sich den Teufel um ihre Umwelt geschert haben, wollen die gläubigen Ökologisten nicht hören.
Wenn es ihre Pseudoreligion erfordert, gehen sie auch über Leichen, sogar millionenfach und andauernd:
Die Mär vom schädlichen DDT in dem Buch "Der stumme Frühling" gehört zum Gründungsmythos der ökologistischen Bewegung wie die "Grenzen des Wachstums".
Die Anhänger dieser Ideologie haben erreicht, dass DDT – längst von den Fachleuten rehabilitiert –nicht gegen Malaria eingesetzt werden darf. Ergebnis: Millionen vermeidbare Todesopfer jährlich.
Der Kampf gegen den "Schadstoff" CO2, der in Wahrheit ein Lebenselixier für alle Pflanzen darstellt, wird zum nächsten Mythos dieser Pseudoreligion stilisiert.
Da die Ökoligisten mit ihren politischen Arm, der Partei der Grünen, Einfluss in der Bundespolitik gewonnen haben, konnten sie unter Trittin z.B. auch das Umweltbundesamt stramm ökologistisch ausrichten. Das geht so weit, dass dieses Amt sich nicht um Feststellungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Kyoto-Protokoll schert, wenn die nicht der grünen Ideologie entsprechen.
Dass die Ökologisten in NGOs, wie "Germanwatch" bestens vertreten sind, versteht sich von selbst.
Als Quelle für neutrale Information zum Klimawandel eignet sich diese etwa so, als erwarte man von der katholischen Kirche Auskünfte über die Methoden der Schwangerschaftsverhütung.
Ganz kurz noch einmal die unstrittigen Tatsachen in Bezug auf den Klimawandel:
1. Das Klima ändert sich immer, daraus folgt: Es gibt kein schützenswertes "Idealklima".
2. An der seit ca. 150 Jahren feststellbaren leichten Erwärmung ist auch der CO2-Anstieg beteiligt.
3. In welchem Maße das zutrifft, ist unter Fachleuten heftig umstritten, genauso wie die Frage, ob der
Temperaturanstieg negative Folgen haben könnte.
Ich möchte aus meiner Sicht noch etwas hinzufügen:
Da die Ökologisten mit der Beschwörung von Katastrophen-Szenarios für die Zukunft bisher regelmäßig falsch lagen (sogar das Ozonloch schließt sich neuerdings), besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie auch mit der Vorhersage der "Klimakatastrophe" daneben liegen. |
|
| Nach oben |
| | | |