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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5913
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Verfasst am: 23.Feb 2007 10:54 Titel: Licht aus der Heizung |
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Tokyo Gas installiert bei seinen Kunden Brennstoffzellen-Heizungen, die Wärme und Strom zugleich produzieren. Die Geräte sparen Geld und belasten das Klima nicht so sehr.
| Zitat: |
Futuristische, lichtgraue Objekte in Hunderten von Tokioter Vorgärten künden vom Anspruch Japans, Weltmarktführer bei Umwelttechnologien zu werden. „LIFUEL nennen wir diese speziell für Wohnhäuser entwickelten Brennstoffzellen”, erklärt Kunihiro Nishizaki von der Planungsabteilung bei Tokyo Gas, dem größten Erdgasunternehmen Japans. „Bis zum März werden wir 400 davon allein in unserem Geschäftsgebiet installiert haben.”
Das Mikro-Kraftwerk LIFUEL – eine eigenwillige Wortschöpfung aus dem englischen „Life” und „Fuel”, von Japanern gern wie „live well” ausgesprochen – verspricht den mutigen Erstanwendern einiges: 26 % Primärenergieeinsparung, 40 % weniger CO2-Emissionen und partielle Unabhängigkeit vom Stromnetz.
In der Brennstoffzellen-Einheit, dem kleineren Gerät, das an eine Klimaanlage erinnert, wandelt ein Reformer das Erdgas zu Kohlendioxid und Wasserstoff um, damit letzterer mit Luftsauerstoff reagieren kann. Bei dieser „kalten Verbrennung” entsteht reines Wasser und Strom, mit der Wärme wird Wasser für Fußbodenheizung und Badewasser erhitzt.
Der in der Brennstoffzelle erzeugte Strom wird ins Hausnetz eingespeist, wo er „bis zu 70 % des Bedarfs deckt”, so Joe Tsuchiya von Matsushita Electric Industrial in Osaka. Das Unternehmen – hierzulande eher bekannt durch seine Marke Panasonic – stellt die Heizsysteme her.
Die Technik rechnet sich für Tokyo Gas, weil sich der Energieverbrauch vom Strom zum Erdgas verlagert und die Technik staatlich subventioniert wird. Auch die Verbraucher profitieren davon: Ein Vier-Personen-Haushalt in Tokyo benötigt mit LIFUEL zwar etwa 50 % mehr Erdgas, gleichzeitig aber sinkt sein Stromverbrauch aus dem Netz ebenfalls um 50 %. Unterm Strich bleibt ein Gewinn, Japaner zahlen– neben den Deutschen– die höchsten Strompreise der Welt.
Verständlich, dass Stromerzeuger über die neue Technologie nicht glücklich sind. Als „zu teuer” bezeichnet ein Sprecher der Tokyo Electric Power Company (TEPCO) die Systeme und bemängelt deren kurze Lebensdauer. Die gegenwärtig im Testbetrieb eingesetzten Geräte müssen in etwa alle drei Jahre ausgetauscht werden. Den Kunden entstehen dadurch keine neuen Kosten, sämtliche Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten während der Vertragslaufzeit sind im Anschaffungspreis enthalten. Der beträgt eine Million Yen – umgerechnet etwa 6.400 Euro. Als zusätzliches Bonbon wird der Gaspreis gedeckelt: mehr als umgerechnet 60 Euro im Monat muss der private LIFUEL-Vertragspartner nicht zahlen.
Derartige Konditionen sind nur deshalb möglich, weil das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) jede einzelne Anlage mit umgerechnet bis zu 40000 Euro subventioniert. Eine gewaltige Summe, besonders wenn man bedenkt, dass laut METI-Planung bis zum Jahr 2010 mehr als eine Million Einfamilienhäuser in Japan ihren Strom- und Warmwasserbedarf mittels Brennstoffzellen selbst decken sollen. |
Quelle: FTD |
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