| |

|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7645
|
Verfasst am: 5.Sep 2008 9:01 Titel: Sonderangebot - Dorf im "Räumungsverkauf" |
|
|
Im kleinen Dorf Domptail-en-l’Air in Lothringen haben die Einwohner die Nase voll von großen Plänen für einen Windpark.
Es geht drunter und drüber in der kleinen Gemeinde, und jetzt wollen die Bewohner aus Protest ihre Häuser verkaufen.
Die beiden Straßen der kleinen Gemeinde sind voller bunter Plakate und Transparente, in dicken Aufschriften drohen sie mit "Räumungsverkauf". Die Dorfbewohner haben sich Urlaub genommen, um bei der Protestaktion unter dem Motto "Dorf zu verkaufen" mitzumachen.
Sechzehn Windräder mit einer Leistung von 36 Megawatt sollen auf den nahen Hügeln errichtet werden, kosten soll das ganze 50 Millionen Euro. Und alle hier machen sich Sorgen über die Folgen - fürs Auge und für die Ohren. "Die würden einfach mitten in der Landschaft stehen", klagte Delphine Clabaut und zeigt von ihrer Terrasse aus in Richtung der Hügel.
Mit ihrem Mann habe sie hier ein Grundstück gekauft, weil der Ausblick auf die schöne Landschaft für das Paar "Liebe auf den ersten Blick" gewesen sei. "Wenn die Windräder kommen, ziehen wir weg", sagt Clabaut und fügt hinzu, dass die Häuser von Domptail-en-l’Air durch den Windpark bis zu 40 Prozent an Wert verlören.
Auch Michel Tamburrino schwärmt vom "wundervollen Blick bis zu den Vogesen": "Aber mit diesen 140 Meter hohen Maschinen - das wäre das totale Massaker", warnt er. Doch Experten zufolge wäre das Ausmaß des optischen Schadens eher gering - sie sprechen von "akzeptabel" bis "kaum vorhanden". Auch das Geräusch der Windräder überschreite die erlaubten Grenzwerte nicht.
Die positive Bewertung rühre daher, dass hinter den Studien die Planer des Windparks steckten, schimpft der Bürgermeister der ebenfalls betroffenen Gemeinde Froville. Manche mutmaßen gar, Kommunalpolitiker, die sich den Windparkplänen nicht entgegenstellten, seien geschmiert worden.
Dem widerspricht Thierry Boivinet vom Eiden-Konzern, dem Bauherrn, energisch: Alles gehe ganz legal vonstatten, Mauscheleien gebe es nicht: "Das geht doch gar nicht, Geld an gewählte Volksvertreter zu verteilen." Mit den Windrädern sei es so eine Sache - "manche finden sie schön, andere gar nicht", meint er.
Michel Tamburrino hält dem entgegen, die Windparkgegner seien ja gar nicht gegen Windräder als solche - wohl aber dagegen, dass sie die schöne Landschaft ruinierten. "Sie könnten ja auch in Industriegebieten aufgestellt werden", schlägt Tamburrino vor. Am Samstag ist eine Anhörung der verärgerten Bürger geplant. Die Entscheidung liegt aber bei der Präfektur.
Quelle: SZ |
|
| Nach oben |
|

|
|
|
|
|
|
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
|
| |