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hdschulz Insider
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 953
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Verfasst am: 14.Okt 2006 12:11 Titel: Unbequeme Wahrheiten |
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Unbequeme Wahrheiten
Kolumne von Maxeiner & Miersch erschienen in DIE WELT vom 13.10.06
Seit gestern läuft Al Gore’s Film „Eine unbequeme Wahrheit“ (An Inconvenient Truth) in deutschen Kinos. Es ist eine Symbiose aus Volkserziehung und Klimaschutz, in der kalbende Gletscher und wütende Hurrikane die Botschaft vom frevelhaften Tun des Menschen untermalen. Nun kalben Gletscher nicht erst seit der Erfindung des Verbrennungsmotors und auch Gore’s Mission („Kehret um!“) hat ein biblisches Alter. Aber wir wollen nicht kleinlich sein.
Nur eine Frage beschäftigt uns stark: Was ist eigentlich das „Unbequeme“ an diesem Film? Alle sind doch ganz begeistert: Enthusiastische Kritiken, ein moralisch verzücktes Publikum, freudetrunkene Umweltverbände. Kurz: Beifall von allen Seiten. Noch nie war eine „unbequeme Wahrheit“ so bequem wie diese. Eine von Zivilisationsekel befallene Wohlstandsgesellschaft nimmt die Kunde vom dräuenden Weltuntergang geradezu wollüstig auf. Ungemütlich wird es höchstens für den, der den Katastrophenkonsens in Frage stellt. Das kann nur ein „Leugner“ sein, ein Irrer oder ein von Exxon gekaufter Finsterling.
Abweichende Erkenntnisse, die nicht zur Litanei der vom Menschen verursachten Katastrophe passen, gelangen meist gar nicht erst in die Öffentlichkeit. Oder allenfalls in Fachmedien. So wie gerade in den „Proceedings A“ der Royal Society. Dort stellt das dänische „National Space Center“ ein neues Ergebnis der Klimaforschung vor, das eine erhebliche Tragweite besitzt. Erstmals ist es gelungen experimentell nachzuweisen, wie die kosmischen Strahlung Wolken bildet. Dieses Experiment gilt als fehlender Baustein („missing link“) in einer langen Kausalkette, in deren Verlauf Vorgänge im All unser Klima verändern. Ein auffälliger statistischer Zusammenhang zwischen kosmischer Strahlung und Wolkenbildung war bislang schon bekannt. Doch wurde er vom offiziellen UN-Klimagremium IPCC nicht für relevant befunden, weil der Nachweis eines Mechanismus ungenügend sei. Diese Position ist jetzt nicht mehr haltbar.
Die kosmische Strahlung stammt von explodierenden Sternen in fernen Galaxien und enthält winzige Partikel, die beim Auftreffen auf die Erdatmosphäre Kondensationskerne und in der Folge Wolken bilden. Man muss sich das wie einen unsichtbaren Sandsturm vorstellen. Je stärker das Magnetfeld der Sonne nun ist, desto mehr schirmt sie die Erde gegen den kosmischen Partikelsturm ab. Nun hat sich das Magnetfeld der Sonne im 20. Jahrhundert verdoppelt (!). Weil die Erde dadurch besser abgeschirmt wird, bilden sich in den unteren Schichten weniger kühlende Wolken: Es wird wärmer.
Die Überzeugung vom vorherrschenden Klimaeinfluss des Kohlendioxids erfolgt nicht zuletzt ex negativo - man hatte bislang schlichtweg keine belastbare andere Hypothese. Jetzt gibt es neben der Wirkung von Kohlendioxid einen zweiten nachgewiesenen Mechanismus, der den ersteren nicht ausschließt, aber die Diskussion um einen großen natürlichen Anteil an der Erwärmung neu entfachen wird. Davon ist in Al Gore’s Film natürlich nicht die Rede. Statt dessen gilt die Parole „Science is settled“ - die Wissenschaft erlaube keine Zweifel mehr.
Richtig müsste es heißen: Einige Wissenschaftler erlauben keine Zweifel mehr. Wer am Dogma kratzt, für den wird es wirklich unbequem. Da braust kein Applaus, sondern kollektive Verärgerung auf. Das erfuhren beispielsweise Jan Veizer (Universität Bochum) und Nir Shahiv (Universität Tel Aviv) , beides hochseriöse und preisgekrönte Wissenschaftler, die 2003 in einer Studie der Klimawirksamkeit der kosmischen Strahlung ein größeres Gewicht einräumten als bislang zugestanden. Eine Riege deutscher Klima-Professoren betätigte sich sogleich als wissenschaftliche Linienpolizisten und warf den Kollegen in einer Pressemitteilung "äußest fragwürdige Methoden" , "spekulative Daten" und "unhaltbare Schlüsse" vor.
Und jetzt viel Spaß mit „Eine unbequeme Wahrheit“. |
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tomas_hh Specialist
Anmeldungsdatum: 08.10.2005 Beiträge: 188 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 16.Okt 2006 9:57 Titel: |
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Beim Klimawandel hatte ich noch nie an eine alleinige Schuld des Menschen geglaubt.
Allerdings ist die Umweltverschmutzung durch Menschenhand sicher auch nicht frei erfunden, wie z.B. eine starke Häufung von Atemwegserkrankungen besonders in Industriestädten in Ländern mit niedrigen oder ganz fehlenden Umweltstandards. |
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hdschulz Insider
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 953
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Verfasst am: 1.Nov 2006 10:41 Titel: |
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Auch Bjørn Lomborg zerpflückt die "Unbequemen Wahrheiten" von Al Gore und die neuesten Alarmmeldungen von Stern und Tony Blair gleich mit:
Klimaschutz ist gar nicht so wichtig
In den Kinos können wir derzeit den US-Politiker Al Gore bewundern, wie er gegen die Erderwärmung kämpft. Doch der Film ist verlogen: Klimaschutz ist teuer und bringt wenig. Warum Hunger, Krankheiten und die Versorgung mit Wasser die wirklich elementaren Herausforderungen für die Menschheit sind, erklärt der Statistiker und Politologe Bjørn Lomborg.
Seit einigen Wochen läuft der Film des früheren US-Vizepräsidenten Al Gore über die Klimaerwärmung in den Kinos. "An Inconvenient Truth" (Unbequeme Wahrheit) wird sowohl in Amerika als auch in Europa von der Kritik hoch gelobt und spricht offensichtlich weltweit ein großes Publikum an. Doch während der Film voller Emotionen und provozierender Bilder steckt, kommen rationale Argumente zu kurz. "An Inconvenient Truth" stellt drei Behauptungen auf. Erstens: Die globale Erwärmung ist eine Tatsache. Zweitens: Sie wird katastrophale Folgen haben. Drittens: Sie zu bekämpfen sollte unsere oberste Priorität sein. So lästig es den Produzenten des Films jedoch sein mag: Nur die erste Aussage entspricht den Tatsachen. Auch wenn es schön ist zu sehen, wie sich Gore in einem Land, in dem die meisten einflussreichen Menschen die Existenz der globalen Erwärmung noch immer leugnen, dem Trend entgegenstemmt, führen viele seiner apokalyptischen Vorhersagen in die Irre. Sein größter Irrtum freilich besteht darin, dass er suggeriert, die Menschheit habe eine moralische Verpflichtung, gegen den Klimawandel aktiv zu werden, weil uns bewusst wird, dass es da ein Problem gibt. Dies erscheint naiv, wenn nicht gar unehrlich.
Uns sind viele enorme globale Herausforderungen bewusst, die wir problemlos lösen könnten. Vermeidbare Erkrankungen wie HIV, Durchfall und Malaria kosten jedes Jahr 15 Millionen Menschen das Leben. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung leidet unter Mangelernährung. 800 Millionen Menschen fehlt es an einer grundlegenden Schulbildung. Eine Milliarde hat kein sauberes Trinkwasser. Warum sollte es angesichts dieser Herausforderungen unsere oberste Priorität sein, den Klimawandel aufzuhalten? Gores Versuch einer Antwort hält der Überprüfung nicht stand.
Gore zeigt, dass die Gletscher seit 50 Jahren zurückgehen. Was er nicht anerkennt, ist, dass sie seit den napoleonischen Kriegen Anfang des 19. Jahrhunderts schrumpfen - lange vor den industriellen CO2-Emissionen. Ebenso betrachtet er die Antarktis als den Kanarienvogel in der Kohlengrube, aber wiederum erzählt er nicht die ganze Geschichte. Er präsentiert Bilder jener zwei Prozent der Antarktis, die sich dramatisch erwärmen, und ignoriert zugleich jene 98 Prozent, die sich während der vergangenen 35 Jahre überwiegend abgekühlt haben. Die Klimakommission der Vereinten Nationen schätzt, dass die Schneemasse in der Antarktis im Verlaufe dieses Jahrhunderts tatsächlich zunehmen wird. Und während Gore auf das schrumpfende Meereis der Nordhalbkugel verweist, versäumt er es zu erwähnen, dass die Eismengen auf der Südhalbkugel zunehmen.
Der Film zeigt furchterregende Bilder der Folgen eines Anstiegs des Meeresspiegels um sieben Meter, bei dem große Teile Floridas, San Francisco, New York, Holland, Kalkutta, Peking und Shanghai überflutet würden. War ein realistischer Anstieg nicht dramatisch genug? Die Kommission der Vereinten Nationen zum Klimawandel geht von einem Anstieg von nur 30 bis 60 Zentimetern während dieses Jahrhunderts aus, verglichen mit fast 30 Zentimetern während des letzten Jahrhunderts.
In ähnlicher Weise führten die tödlichen Hitzewellen des Jahres 2003 Gore zu dem Schluss, dass der Klimawandel weitere Todesopfer fordern wird. Aber die globale Erwärmung würde die Zahl der Todesfälle aufgrund kalter Temperaturen verringern - die in einem Großteil der entwickelten Welt die der durch Hitze verursachten drastisch übersteigen. Allein für Großbritannien wird geschätzt, dass der Temperaturanstieg bis 2050 zusätzliche 2000 Todesfälle aufgrund von Hitze verursachen würde, aber zugleich 20 000 weniger Todesfälle aufgrund von Kälte.
Die finanziellen Verluste durch Wetterereignisse haben während der vergangenen 45 Jahre dramatisch zugenommen. Gore führt dies auf die Klimaerwärmung zurück. Aber diese Zunahme beruht überwiegend darauf, dass heute mehr Menschen mit mehr Besitz näher in gefährdeten Gebieten leben. Nähme man für alle Hurrikans, die die USA getroffen haben, die heutigen demografischen Verhältnisse an, so wären die größten Schäden nicht durch "Katrina", sondern durch einen Hurrikan im Jahre 1926 verursacht worden. Berücksichtigt man die Veränderungen bei der Zahl der Menschen und ihrem Vermögen, sind die Verluste aufgrund von Überflutungen tatsächlich sogar leicht zurückgegangen.
Der Film lädt die Zuschauer zu der Schlussfolgerung ein, dass der Hurrikan "Katrina" durch die globale Erwärmung verursacht wurde, und Gore behauptet, dass das warme Wasser der Karibik den Sturm verstärkt habe. Aber als "Katrina" auf das Land traf, war er kein katastrophaler Hurrikan der Kategorie 5, sondern ein milderer der Kategorie 3.
Tatsächlich besteht unter Wissenschaftlern keine Einhelligkeit darüber, dass - wie Gore behauptet - die globale Erwärmung die Zerstörungskraft der Hurrikans zunehmen lässt. Der Autor, auf den Gore selbst sich bezieht, hat erklärt, es wäre "absurd, die ,Katrina"-Katastrophe auf die globale Erwärmung zurückzuführen".
Nachdem er seine Argumente für die potenziell katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels präsentiert hat, enthüllt Gore dann seine Lösung: Die Welt solle sich das Kyoto-Protokoll zu eigen machen, das darauf abzielt, die Kohlenstoffemissionen in den entwickelten Ländern bis 2010 um 30 Prozent zurückzufahren.
Doch selbst wenn jedes einzelne Land dem Kyoto-Protokoll beiträte, würde dies die Erwärmung bis 2100 um lediglich sechs Jahre verzögern - bei jährlichen Kosten in Höhe von 150 Milliarden Dollar. Das Kyoto-Protokoll hätte New Orleans nicht vor dem Hurrikan "Katrina" gerettet. Verbesserte Deiche und Wartungsmaßnahmen hätten es gekonnt. Als Gore in den 1990er-Jahren für das Kyoto-Protokoll warb, hätte ein besserer Einsatz der Ressourcen darin bestanden, die Schutzmaßnahmen gegen Hurrikans zu verbessern.
Tatsächlich geht es in Wirklichkeit um den intelligenten Einsatz von Ressourcen. Das Kyoto-Protokoll wird nicht verhindern, dass die Entwicklungsländer am meisten unter dem Klimawandel leiden werden - aus dem einfachen Grund, dass sie in wärmeren Klimazonen liegen und über weniger Ressourcen verfügen. Aber diese Länder haben drückende Probleme, die wir mit Leichtigkeit lösen könnten. Laut UN-Schätzungen würden 75 Milliarden Dollar pro Jahr - die Hälfte der Kosten, die durch die Umsetzung des Kyoto-Protokolls verursacht würden - ausreichen, um für sauberes Trinkwasser, Hygiene, grundlegende Gesundheitspflege und eine Schulbildung für jeden einzigen Menschen auf Erden zu sorgen. Sollte das nicht eine höhere Priorität haben?
Die Hurrikans der jüngsten Zeit haben Tausende Menschen getötet - aber auf Haiti und nicht in Florida, denn Haiti ist arm und kann sich nicht einmal grundlegende Vorsorgemaßnahmen leisten. Der Kampf gegen Krankheit, Hunger und verschmutztes Wasser würde Millionen von Menschen unmittelbare Vorteile bringen und es den ärmeren Ländern ermöglichen, ihre Produktivität zu steigern, um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen. Dies wiederum würde ihre Bewohner weniger verletzlich gegenüber Klimaschwankungen machen.
Auf dem Höhepunkt seines Films argumentiert Gore, dass zukünftige Generationen uns Vorwürfe machen werden, weil wir uns nicht zum Kyoto-Protokoll bekannt haben. Wahrscheinlicher ist, dass sie sich fragen werden, warum in einer Welt, die von "unbequemen Wahrheiten" nur so wimmelt, Gore sich aber nur auf die eine konzentrierte, wo mit größtem Kostenaufwand am wenigsten erreicht werden kann.
Aus dem Englischen von Jan Neumann.
Der Autor ist Verfasser von "The Sceptical Environmentalist" und Direktor am Copenhagen Consensus Center sowie außerordentlicher Professor an der Business School der Universität Kopenhagen. Der Titel seines jüngsten Buches lautet: "How to Spend $ 50 Billion to Make the World a Better Place"
© Project Syndicate, 2006
Artikel erschienen am 01.11.2006
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WELT.de 1995 - 2006 |
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WC.Hofmann Pathfinder
Anmeldungsdatum: 09.12.2004 Beiträge: 355 Wohnort: in der Mitte Europas
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Verfasst am: 1.Nov 2006 14:44 Titel: Klimaschutz ist wichtig! |
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Eine unbequeme Wahrheit lautet: Klimaschutz ist wichtig!
| hdschulz hat folgendes geschrieben:: |
Auch Bjørn Lomborg zerpflückt die "Unbequemen Wahrheiten" von Al Gore und die neuesten Alarmmeldungen von Stern und Tony Blair gleich mit:
Klimaschutz ist gar nicht so wichtig |
@hdschulz
Das einzige, was mir an dem heute in der WELT und auch hier von Ihnen berechtigt zur Kenntnis gegebenen Beitrag nicht gefällt, ist die provokant und lässig formulierte Überschrift, die auch der Autor in der WELT wählte. Sie könnte auch lauten: Klimaschutz ist gar nicht so wichtig, weil Essen und Trinken wichtiger ist!
Ich halte Ihre Aufklärungsarbeit zu dieser sehr kontroversen Thematik, - das Zitieren von Fachbeiträgen verbunden mit Ihrer eigenen Sichtweise -, für sehr wichtig und hilfreich für den schnellen Überblick. Dankenswerterweise geben Sie auch ausreichende Quellen an, die das Thema vertiefen, - sowohl aus naturwissenschaftlicher Sicht als auch mit der "politischen Brille". Bei Letzterer scheint oft die Dioptrie nicht mehr zu stimmen. Die Thematik ist aber auch sehr komplex und rüttelt oftmals sehr an "alten Festen".
Dennoch: Wir Menschen dürfen unseren kleinen Globus nicht mit aller Gewalt "thermodynamisch" missbrauchen. Schon alleine deshalb hätte das Kyoto-Papier eine grössere Chance verdient. Ich weiss, dass Sie in diesem Punkt eine etwas konträre Meinung vertreten, aber falsch ist der Wunsch der bisherigen Unterzeichner nach Reduzierung der sog. Treibhausgase natürlich nicht.
Für mich steht fest: Wir verschwenden zu viele der endlichen Ressourcen in zu kurzen Zeitabschnitten. Hier ist noch eine Menge an Einsicht, Hirnschmalz und Erziehung zu leisten, - um es ganz knapp auszudrücken.
Folgende Erkenntnis darf nicht negiert werden: Unser kleiner Globus ist nur ein Teilsystem des Sonnensystems, das unbestritten die klimatischen Schwankungen auf der Erde seit Ur-Zeiten beeinflusst, - und zwar bevor der erste Mensch seinen ersten Furz in die so kostbare Atemluft entliess.
Ein für mich wichtiger Abschnitt aus dem Beitrag von Bjørn Lomburg, den mal nicht mehr zerreden sollte:
| Zitat: |
| Uns sind viele enorme globale Herausforderungen bewusst, die wir problemlos lösen könnten. Vermeidbare Erkrankungen wie HIV, Durchfall und Malaria kosten jedes Jahr 15 Millionen Menschen das Leben. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung leidet unter Mangelernährung. 800 Millionen Menschen fehlt es an einer grundlegenden Schulbildung. Eine Milliarde hat kein sauberes Trinkwasser. Warum sollte es angesichts dieser Herausforderungen unsere oberste Priorität sein, den Klimawandel aufzuhalten? |
Ob der abschliessenden Satz diese Kapitels „Gores Versuch einer Antwort hält der Überprüfung nicht stand“ letztlich nur eine wissenschaftliche Mutmassung ist, werden Modellrechnungen, Prognosen und Fakten in der Zukunft zeigen.
Eine persönliche Feststellung: Ich bedaure, dass der User @Stimme der Vernunft (offensichtlich ein Mitarbeiter des Bundesumweltamts) sich nicht mehr in dem Thread „Kyoto ist tot“ http://www.gomopa.net/Finanzforum/Umweltthemen/Kyoto-ist-tot.html zu Wort gemeldet oder hier weitere Klima-Themen aufgegriffen hat.
Damals schrieb der User @ Stimme der Vernunft:
| Zitat: |
| So, Herr hdschulz, nun bin ich gespannt auf ihre Antworten. Es würde mich interessieren, ob sie wirklich einfach nur schlecht informiert sind - oder ob sie ein anderweitiges Interesse daran haben, die größte Herausforderung der Menschheitsgeschichte zu verharmlosen. |
In seinem 2. Beitrag folgte zum Schluss:
| Zitat: |
Jetzt ist es an ihnen, lieber Herr hdschulz. Wollen sie sich durch das Anschließen an Außenseitermeinungen profilieren und dadurch viel Aufmerksamkeit auf sich zu lenken(so wie es bsp. Herr Maxeiner mit seinen wenig durchdachten Schlußfolgerungen und einseitigen Bewertungen tut)?
Oder wollen sie dazu beitragen, die Klima-Debatte auf die nächste, eminent wichtige Stufe zu führen? Ich und wahrscheinlich auch viele andere hier im Forum würden sich über letzteres sehr freuen. |
Der 3. Beitrag endete mit dem Schlusssatz:
| Zitat: |
| Detaillierte Antworten zu ihren im Einzelnen geäußerten Kritikpunkten folgen in Kürze. (auch wenn Sie sie selbst in den genannten Quellen nachlesen können. Aber wie ich merke, fällt es Ihnen äußerst schwer, sich von ihrer wohligen-provozierenden Außenseiterposition heraus zu begeben.) |
Danach folgte von @Stimme der Vernunft ein 4. Beitrag mit Auflistungen von Links bzw. der Wiedergabe eines Kapitels aus den Analen des Umweltbundesamts, - sicherlich interessant, aber keineswegs völlig fremd für diejenigen, die sich für diese Thematik interessieren. Es folgte kein weiterer Beitrag mehr, - vielleicht auch aus Mangel an Zeit, die man sich für eine „vernünftige“ Aufklärungsarbeit nehmen muss. Dies ist bedauerlich! Aber nur die Nennung von Links ist vielleicht auch etwas wenig, denn die eigene Meinung – auch die konträre Anderer - belebt die Diskussion.
Soviel einstweilen zum 1. November, in NRW ein gesetzlicher und emissionsfreundlicher Feiertag.
@hdschulz, ich freue mich immer auf Ihre Beiträge, da Sie für mich immer sehr informiert sind, auch wenn ich mir in einzelnen Punkten eine differenzierte Meinung zu Eigen gemacht habe.
Grüsse an Sie und alle GoMoPa-Umweltfreaks.
WC.Hofmann |
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hdschulz Insider
Anmeldungsdatum: 27.08.2004 Beiträge: 953
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Verfasst am: 3.Nov 2006 16:37 Titel: |
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Hallo WC.Hofmann,
schön, mal wieder von Ihnen zu hören, zumal es z.Zt. recht still ist im Forum.
Ja, die "Stimme der Vernunft" ist leider verstummt, genau so wie einige andere Diskutanten. Möglicherweise hat ihnen meine Version der Antworten auf den Fragenkatalog der Skeptiker (aus dem Bundesumweltamt, im von Ihnen angeführten thread) den Eindruck erweckt, dass ich nicht zu bekehren sei - da mag was dran sein.
Danach war jedenfalls Schweigen.
Jedoch ist das Thema "Klimawandel" so spannend wie nie:
Einerseits schrillen die Alarmglocken immer lauter, andererseits gibt es immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse, die die These vom ausschließlich oder weitgehend anthropogenen Klimawandel zweifelhaft erscheinen lassen.
Besonders die Frage nach dem Einfluß der schwankenden Sonnenaktivität auf die Wolkenbildung über den Sonnenwind, der mit der Sonnenfleckenaktivität korreliert, ist hier zu nennen - sie könnte evtl. schon bald beantwortet werden.
Man muß bedenken, dass Wasserdampf und Wolken den bei weitem den größten Einfluß auf den Treibhauseffekt und auf die Energieaufnahme durch Sonneneinstrahlung haben. Schon wird klar, dass ein externer Einfluß auf die Wolkenbildung durch die kosmische Strahlung, die vom Sonnenwind mehr oder minder abgeschirmt wird, bei den Berechnungen und Klimamodellen zu berücksichtigen wäre, wenn es ihn denn gibt. Doch Fehlanzeige, die üblichen Modelle und natürlich auch die Zusammenfassungen des IPCC tun das nicht – schlicht und ergreifend, weil keine Berechnungsgrundlage in Form eines bekannten Wirkmechanismus existiert.
Dabei gibt es eine enge Korrelation zwischen Sonnenfleckenaktivität und Temperaturverlauf auf der Erde, nur weiß man bisher halt nicht genau, was da passiert. Eine beeindruckende Grafik dazu hier:
http://www.schulphysik.de/klima/klima2003/sonne.html
Allerdings ändert sich das gerade: Die Theorie steht, das "missing link" ist gefunden und das Cern in Genf startet gerade eine Versuchsreihe, die die Theorie überprüft – es wird spannend!
http://spacecenter.dk/cgi-bin/nyheder-m-m.cgi?cgifunction=form|id=1159917791|udsk=1
http://www.welt.de/data/2006/11/01/1093973.html
Wie fixiert auf "Katastrophe" unsere Journaille auf alles reagiert, was mit Klimwandel zu tun hat, läßt sich an der Überschrift des Artikels aus der "Welt" demonstrieren, de ich oben verlinkt habe:
"Die Sonne als Klimakiller" heißt es da. Was Bescheuerteres kann einem wohl nicht einfallen.
Ich möchte noch kurz einen zweiten Aspekt erwähnen, der so gar nicht ins Bild von der fortschreitenden Erwärmung passt:
Je nach Datenquelle und Region läßt sich der Erwärmungstrend seit einigen Jahren bis Jahrzehnten nicht mehr nachweisen:
Siehe:
http://www.worldclimatereport.com/index.php/2006/10/31/new-northern-eurasian-snow-cover-data-not-cooperating/
http://www.telegraph.co.uk/opinion/main.jhtml?xml=/opinion/2006/04/09/do0907.xml&sSheet=/news/2006/04/09/ixworld.html
Interessanterweise hört man auch seit einiger Zeit so gar nichts mehr von der jüngsten Entwicklung der fiktiven globalen Durchschnittstemperatur. Keine Katastrophe mehr ableitbar?
Mal schauen, was der nächste IPCC-Bericht im Frühjahr für Überraschungen bringt.
Noch eine kurze Replik auf Ihre Anmerkungen zu "Kyoto".
Sie haben Recht, ich bin nicht Ihrer Ansicht. Für mich ist "Kyoto" eine eklatante Fehlentscheidung: Die Grundlagen für die Berechnung seiner Ergebnisse sind zweifelhaft bzw. mit Sicherheit falsch, die Auswirkung auf die Temperaturentwicklung, falls es überhaupt umgesetzt wird und vorausgesetzt, die Berechnungsgrundlagen seien richtig: praktisch Null (oder Verzögerung der Erwärmung in 50 Jahren um 6 Jahre),
und die Kosten sind astronomisch. Die Gelder könnten sinnvoller eingesetzt werden, siehe Bjørn Lomburg.
Mit einer "Erziehungsmaßnahme" für die Menschheit, wie Kyoto sogar vom Bundesumweltamt gesehen wird, und mit der Sie offensichtlich auch sympathisieren (Zitat: Hier ist noch eine Menge an Einsicht, Hirnschmalz und Erziehung zu leisten,) kann ich mich schon mal gar nicht anfreunden.
Erziehung erwachsener Menschen bedeutet bürokratische Reglementierung, davon haben wir wahrlich genug. Und häufig genug haben die "Erzieher" Vorstellungen, die ich nicht teilen kann.
Ich setze da eher auf Marktentwicklung und Eigenverantwortung, auch wenn's gelegentlich weh tut. Das kann natürlich nur dann funktionieren, wenn nicht ständig in das Marktgeschehen eingegriffen wird, siehe EU-Agrarpolitik, Steinkohle- und andere Subventionen etc.
Natürlich gehört dazu auch eine stringente Anwendung des Verursacherprinzips. Wenn klar wäre, dass CO2-Emissionen schädlich sind, könnte ich mich mit einer Art "Öko-Steuer" für die Regulierung oder Vermeidung dieser Schäden anfreunden. Aber bitte nicht für den großen Steuertopf oder die Sanierung der Sozialsysteme. Aber wie gesagt, erst wenn es klar wäre. So weit sind wir noch lange nicht - ich nehme sogar an, dass wir nie dahin kommen. |
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