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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6458
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Verfasst am: 8.Aug 2006 14:58 Titel: Apotheker - heftiger Rechtsstreit |
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Zwischen dem Saarland und deutschen Apothekern ist ein heftiger Rechtsstreit entbrannt: Die Apotheker wollen verhindern, dass Fachfremde eine Apotheke führen dürfen.
Die Klage zielt auf die Firma DocMorris, die bislang nur im Versandgeschäft tätig war. Doch die Apotheker haben schlechte Karten.
Stein des Anstoßes ist die Entscheidung des saarländischen Sozialministers Josef Hecken (CDU), der in den Niederlanden ansässigen Firma DocMorris entgegen deutschem Apothekenrecht zu erlauben, in Saarbrücken seine erste deutsche Filiale zu eröffnen.
Bei dem Streit geht es um weit mehr als die Zukunft von Europas größter Versandapotheke. Auf dem Spiel steht das gesamte deutsche Apothekenrecht und mit ihm die Zukunft von 22 000 Einzelapotheken. Ihr Geschäftsmodell wäre gefährdet, könnte künftig jeder Nichtapotheker, wie etwa die fünf größten Arzneimittelhändler Phoenix, Celesio/Gehe, Anzag, Sanacorp und Noveda, den kleinen Apotheken Konkurrenz machen. Denn DocMorris unterbietet die Apothekern schon heute massiv.
So bietet das Unternehmen rezeptfreie Medikamente um bis zu 30 Prozent günstiger an. Bis zum Jahresende will DocMorris ein neues Logistikzentrum in Saarbrücken eröffnen, um mit 40 neu eingestellten Mitarbeitern das bislang über Holland laufende Versandgeschäft zu optimieren.
Nach deutschem Recht dürfte es das eigentlich gar nicht geben. Denn es untersagt mit dem so genannten Fremdbesitzverbot juristischen Personen wie DocMorris, eine deutsche Apotheke zu führen. Hecken stützt seine Entscheidung daher auf das nach seiner Meinung höherrangige europäische Recht.
Mehr: Handelsblatt |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6458
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Verfasst am: 9.Aug 2006 8:34 Titel: |
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DocMorris darf deutsche Apotheke weiter betreiben
Der niederländische Internet-Arzneihändler DocMorris darf seine erste deutsche Filiale weiter betreiben. Das entschied das Landgericht Saarbrücken in einem Eilverfahren.
Es wies am Mittwoch den Antrag einer Saarbrücker Apothekerin auf sofortige Schließung der DocMorris-Filiale in der saarländischen Landeshauptstadt als unbegründet zurück. |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6458
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Verfasst am: 13.Aug 2006 19:13 Titel: |
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DocMorris will Gesundheitskonzern werden.
Firmenchef Däinghaus sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ zu seinen Plänen: „Nur Versandapotheke ist auf Dauer langweilig.“ Er wolle Doc Morris daher zu einer führenden Gesundheitsmarke machen. Künftig werde er Doc-Morris-Generika anbieten, auch DocMorris-Kuren soll es geben. „Unter der Marke sind viele Produkte denkbar“, sagte Däinghaus, der mit seiner Internet-Apotheke der Zeitung zufolge im Jahr 2005 einen Umsatz von 150 Millionen Euro erzielte.
Auch die Drogeriekette Rossmann würde gerne den Apotheken Konkurrenz machen. „Wir würden sofort starten, sobald es die Rechtslage erlaubt“, kündigte ein Unternehmens-Sprecher laut „Focus“ an. |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6458
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Verfasst am: 13.Sep 2006 16:22 Titel: |
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Der niederländische Internet-Arzneihändler DocMorris muss seine einzige deutsche Filiale in Saarbrücken vorerst wieder dicht machen. Das Unternehmen kündigte bereits an, gegen die Entscheidung vorzugehen.
Das Verwaltungsgericht des Saarlandes verkündete seine Entscheidung am Mittwoch in Saarlouis. Die Filiale muss bis zu der endgültigen Entscheidung im Hauptsacheverfahren geschlossen bleiben. Das Gericht gab den Klagen dreier Saarbrücker Apotheken statt.
Damit sind möglicherweise die Expansionsziele der Firma in Gefahr, die sich von der deutschen Präsenz eine deutliche Steigerung des Arzneimittelverkaufs über das Internet erhofft. DocMorris kündigte sogleich "alle rechtlichen Mittel" gegen den Beschluss an. "Dies ist eine einsame Entscheidung eines Verwaltungsgerichts", sagte DocMorris-Chef Ralf Däinghaus am Mittwoch.
Die Richter hatten entschieden, ein "sachfremder Einfluss von Kapitalanlegern auf die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung" müsse laut Apothekengesetz verhindert werden. Daran müsse "im Interesse der Volksgesundheit" festgehalten werden, bis der Europäische Gerichtshof (EuGH) geklärt habe, ob die europarechtliche Niederlassungsfreiheit mit dem im deutschen Recht vorgeschriebenen Fremdbesitzverbot vereinbar ist. Dieses sieht vor, dass nur Apotheker selbst eine Apotheke betreiben dürfen. Eine endgültige Entscheidung im Hauptsacheverfahren sei mit dem Beschluss des Verwaltungsgerichts des Saarlandes aber noch nicht gefallen, teilten die Saarlouiser Richter weiter mit.
Der saarländische Justiz- und Gesundheitsminister Josef Hecken (CDU) sprach von einer fehlerhaften Entscheidung des Verwaltungsgerichts und kündigte Beschwerde an. Das Gericht habe sich allein auf das nationale Apothekenrecht gestützt, den Vorrang des europäischen Rechts aber außer Acht gelassen. Ob die im August von ihm erteilte Betriebserlaubnis für die DocMorris-Filiale rechtmäßig gewesen sei, habe das Verwaltungsgericht ausdrücklich offen gelassen.
Das Landgericht Saarbrücken hatte am 9. August einen Eilantrag auf sofortige Schließung der Filiale abgelehnt. Damit hatte es Heckens Betriebserlaubnis bestätigt. Auch Bundespolitiker fordern schon seit längerem einen Systemwechsel für mehr Wettbewerb im Apothekengeschäft. Die Grünen sehen dort ein Einsparpotenzial von 2 Mrd. Euro. |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6458
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Verfasst am: 7.Jan 2007 15:09 Titel: |
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Doc Morris unternimmt neuen Anlauf
Rund vier Monate nach der gerichtlich erzwungenen Schließung der ersten deutschen Doc-Morris-Filiale in Saarbrücken startet der niederländische Arzneimittelversand einen neuen Anlauf zum Aufbau einer deutschen Apothekenkette.
Ein juristischer Kniff soll diesmal den klagefreudigen eingesessenen Apothekern den Wind aus den Segeln nehmen.
Am morgigen Montag eröffnet in St. Wendel im Saarland erneut eine Apotheke mit dem Logo des Internet-Händlers, wie „Spiegel“ und „Frankfurter Allgemeine Sonntagzeitung“ am Wochenende unter Berufung auf Doc-Morris-Vorstandschef Ralf Däinghaus berichteten. Die Apotheke bleibe zwar im Besitz der bisherigen Inhaberin, wie es das deutsche Recht verlange. Diese zahle jedoch eine Lizenzgebühr dafür, Arzneien künftig unter dem Doc-Morris-Logo zu verkaufen.
Zu den Plänen des Versandhandels in Deutschland zitierte der „Spiegel“ Däinghaus mit den Worten: „In den nächsten drei Jahren wollen wir mit rund 500 Apotheken im ganzen Bundesgebiet solche Kooperationen eingehen.“ Wenn das gelinge, „dann kommen wir als Gruppe auf einen Umsatz von 1 bis 1,5 Milliarden Euro. Dann erhalten wir ganz andere Konditionen beim Einkauf“.
In den Filialen sollen den Angaben zufolge nichtverschreibungspflichtige Medikamente um bis zu 30 Prozent billiger sein als in herkömmlichen Apotheken.
Rezeptpflichtige Medikamente dürften laut „Spiegel“ nach jetziger Gesetzeslage dagegen nur zum einheitlichen Apothekenverkaufspreis abgegeben werden. „Wir kämpfen dafür, dass es auch bei den verschreibungspflichtigen Arzneien zu einem Preiswettbewerb kommt“, sagte Däinghaus.
Schließlich habe allein sein Unternehmen bereits 25 Millionen Euro Rabatte an die Kunden ausbezahlt: „Das zeigt, dass bei den Preisen noch Luft drin ist.“
Der Vorstoß ist der zweite Versuch von Doc Morris, mit Ladengeschäften auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Im Juli hatten die Niederländer eine Saarbrücker Apotheke übernommen; nach mehreren Klagen ordnete das saarländische Verwaltungsgericht aber im September die vorläufige Schließung an.
Sowohl das Unternehmen selbst als auch das saarländische Gesundheitsministerium riefen dagegen ihrerseits die Gerichte an.
Das Verwaltungsgericht hatte seine Entscheidung mit einer Interessenabwägung begründet und betont, dass damit noch keine endgültige Entscheidung vorweggenommen werde.
Im Kern geht es darum, was Vorrang hat - das europäische Recht auf Niederlassungsfreiheit oder das deutsche Apothekenrecht, wonach Kapitalgesellschaften keine Apotheke besitzen dürfen.
Quelle:HB |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6458
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Verfasst am: 26.Apr 2007 19:28 Titel: |
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Zur Übernahme der niederländischen Versandapotheke Doc Morris durch den Stuttgarter Pharmahändler Celesio AG erklärt Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA-Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände:
"Die Maske ist gefallen. Die Celesio AG positioniert sich offen und aktiv gegen die eigenverantwortete, heilberuflich ausgerichtete Apotheke. Die Celesio AG stellt sich damit in Widerspruch zu den Zielen der unabhängigen Apotheker, die weiterhin juristisch und politisch dafür eintreten, Patienten frei von den Interessen mächtiger Kapitalgeber zu beraten".
Mit dem Kauf der Versandapotheke will sich die Celesio AG auf die ihres Erachtens unvermeidbare Zulassung von Fremd- und Mehrbesitz auch in Deutschland einstellen.
In Deutschland unterhält das Stuttgarter Unternehmen den Pharmagroßhandel Gehe.
Quelle: ots |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6458
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Verfasst am: 19.Jul 2007 10:28 Titel: |
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Das Bundeskartellamt hat die Büros von Apothekerverbänden in ganz Deutschland durchsucht. Grund für die Razzien soll ein Boykottaufruf gegen den konkurrierenden Pharmagroßhändler Celesio sein, der kürzlich DocMorris übernommen hat.
"Wir prüfen, ob Apotheken von ihren Verbänden angehalten worden sind, ihre Lieferbeziehungen mit dem Pharmagroßhändler Gehe zu beenden", zitiert die "Financial Times Deutschland" ("FTD") einen Sprecher des Bundeskartellamts. Hintergrund der Razzien ist dem Bericht zufolge die Übernahme der Internet-Apotheke DocMorris durch den Gehe-Mutterkonzern Celesio im April.
Celesio bereitete mit dem Kauf den Aufbau eines bundesweiten Apotheken-Filialnetzes vor und wird damit zum Konkurrenten der Apotheker. Branchenverbände seien erzürnt, dass sich der Lieferant als Rivale positioniere. Tatsächlich wechselten zahlreiche Apotheken den Großhändler. Celesio verlor dadurch Umsatz.
Die Razzien fanden der Zeitung zufolge gestern in Baden-Württemberg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen statt. "Nach Informationen des Bundeskartellamts besteht der Verdacht, dass verschiedene Landesapothekenverbände ihre Mitglieder zu einer Bezugssperre gegenüber Celesio/Gehe aufgefordert haben, um Celesio/Gehe Umsatzeinbußen zuzufügen, die das Unternehmen dazu veranlassen sollen, von dem Erwerb von DocMorris wieder Abstand zu nehmen", heißt es laut "FTD" in dem Durchsuchungsbeschluss.
Ein Sprecher des Apotheker-Bundesverbandes ABDA sagte dem Blatt, er könne sich nicht vorstellen, dass der Boykottvorwurf gerechtfertigt sei. ABDA-Büros seien nicht durchsucht worden. Bislang ist es in Deutschland verboten, Apothekenketten mit mehr als vier Filialen aufzubauen. Celesio halte es allerdings für äußerst wahrscheinlich, dass spätestens in drei Jahren der Europäische Gerichtshof die Regel kippt.
Quelle: Spiegel |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6458
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Verfasst am: 20.Dez 2007 18:07 Titel: |
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Die Versandapotheke DocMorris hat im Streit um den Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten einen Etappensieg vor dem Bundesgerichtshof (BGH) erzielt. Die Karlsruher Richter hoben ein Urteil auf, das den Arzneiversand aus den Niederlanden untersagt hatte. Jetzt muss erneut geprüft werden.
Mit der am Donnerstag verkündeten Entscheidung wurde das Verfahren an das Kammergericht Berlin zurückverwiesen, das nun neu über das Verbot entscheiden muss.
Das Berufungsgericht muss prüfen, ob die Internetapotheke Sicherheitsstandards beachtet, die dem deutschen Niveau entsprechen. Es komme bei diesem Vergleich nicht allein auf die jeweilige Gesetzeslage an, sondern auch auf die tatsächlichen Verhältnisse, urteilte der BGH am Donnerstag. DocMorris gehört mehrheitlich zum Stuttgarter Pharmahändler Celesio.
Der grenzüberschreitende Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ist nur dann zulässig, wenn er im Ursprungsland erlaubt ist und dort ein ähnliches Schutzniveau besteht wie in Deutschland.
Für den seit Anfang 2004 liberalisierten Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland hatte das Bundesgesundheitsministerium im Mai 2005 eine Liste jener Länder veröffentlicht, deren Sicherheitsbestimmungen denjenigen in Deutschland entsprechen.
Darauf befinden sich auch die Niederlande, allerdings mit der Maßgabe, dass der Versandapotheker dort auch eine Präsenzapotheke unterhalten muss.
An dieser Liste muss sich das Berufungsgericht in der neuen Verhandlung "maßgeblich orientieren", betonten die Bundesrichter. "Es wird daher insbesondere zu prüfen haben, ob DocMorris auch früher schon eine den niederländischen Vorschriften entsprechende Präsenzapotheke betrieben hat", heißt es in einer Mitteilung des BGH.
Der klagende Berliner Verband Sozialer Wettbewerb bestreitet Abrede, dass die Liste des Ministeriums für die Justiz verbindlich ist und will einen Unterlassungsanspruch durchsetzen.
Quelle: FTD |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6458
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Verfasst am: 11.März 2008 14:21 Titel: |
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Postkunden können in ausgewählten Filialen Medikamente des Apothekendiscounters Easy-Apotheke bestellen. Die Kunden legen ihr Rezept in ausliegende Versandumschläge und werfen den Umschlag anschließend in einen Briefkasten oder geben ihn am Schalter ab.
Die Bestellung rezeptpflichtiger Medikamente ist versandkostenfrei, für frei verkäufliche Arznei oder Waren wie Pflaster erhebt die Post 3,95 Euro. Die Aufträge werden in der Zentrale der Versandapotheke in Hildesheim bearbeitet und innerhalb von zwei Werktagen mit der Post-Tochter DHL an die angegebene Adresse verschickt. An dem Pilotprojekt, das erst einmal sechs Monate laufen soll, nehmen 18 Postfilialen in Stuttgart, Hannover und Hildesheim teil.
"Wir sehen das Projekt als gute Möglichkeit, die Nutzbarkeit von Filialen zu vergrößern", sagte ein Post-Sprecher. Wenn sich das Modell rechne, könne es auf andere Bundesländer ausgedehnt werden.
Die Easy-Apotheke will nach Auskunft von Geschäftsführer Oliver Blume mit dem Projekt den Drogeriemärkten im Versandhandel Paroli bieten: "Wir dürften jetzt die Schnellsten sein, was den Prozess von der Bestellung bis zur Zustellung angeht." Die Easy-Apotheke, die im vorigen Jahr nach eigenen Angaben einen Umsatz von etwa 50 Mio. Euro verzeichnete, startete den Versandhandel im Jahr 2004. Die Zahl der derzeit 14 Apothekensupermärkte bundesweit soll bis Jahresende auf etwa 50 steigen. Rund 70 Prozent des Umsatzes werden mit nicht verschreibungspflichtigen Arzneien und freiverkäuflichen Produkten gemacht.
Der Apothekenmarkt ist derzeit stark in Bewegung. Zuletzt hatte der Lebensmittelhändler Rewe angekündigt, Medikamente verkaufen zu wollen. Die Drogeriemarktketten DM und Schlecker operieren seit Kurzem als Annahmestellen für ausländische Versandapotheken.
Noch in diesem Jahr wird der Europäische Gerichtshof vermutlich das Fremdbesitzverbot kippen. Es untersagt Apothekern, mehr als drei Filialen zu eröffnen.
Quelle: S.Kreiss |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6458
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Verfasst am: 9.Jun 2008 20:06 Titel: |
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Die bevorstehende Neuordnung des deutschen Apothekenmarkts erschüttert den Pharmahandel. Viele Großhändler von Tabletten und Pillen stehen vor einem womöglich ruinösen Preiswettbewerb.
Ein gnadenloser Konkurrenzdruck des Großhandels und steigende Direktlieferungen der Pharmaindustrie an die Apotheken haben die Margen in Deutschland quasi auf null gedrückt.
Jetzt sollen neuartige "Gebühren" zulasten der Apotheker den Trend umkehren.
Doch die Chancen für eine Wende stehen schlecht. "Die Branche läuft sehenden Auges in ihr Verderben. Der Konditionenwettbewerb ist ruinös", beschreibt Thomas Trümper, Vorstandsvorsitzender der Andreae Zahn-Noris AG (Anzag), die Lage. Zur Hälfte des laufenden Geschäftsjahrs 2007/2008 war der Vorsteuergewinn des Frankfurter Unternehmens Anzag, das zu den fünf größten Pharmahändlern in Deutschland gehört, auf ein Fünftel des Vorjahreswerts gesunken, die Umsatzrendite betrug noch ganze 0,14 Prozent.
Bei der Konkurrenz aus Stuttgart, der zur Haniel-Gruppe gehörenden Celesio AG mit ihrer Großhandelsfirma Gehe, sank der Gewinn vor Steuern im ersten Quartal 2008 um 19 Prozent. Ein Grund: "unverantwortlich hohe Rabatte", wie es im Quartalsbericht heißt. DerAktienkurs von Celesio hat unter der harten Auseinandersetzung im Pharmagroßhandel heftig gelitten, der Wert des Papiers hat sich seit Mitte 2007 beinahe halbiert. Über gut 20 Jahre war Celesio hoch profitabel und gehörte zu den Perlen der Familie Haniel.
Hintergrund der Rabattschlacht ist das im nächsten Frühjahr zu erwartende Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs, das das bisher geltende Fremd- und Mehrbesitzverbot von Apotheken aufheben dürfte. Um für diese Liberalisierung gewappnet zu sein, hatte sich die Celesio-Tochter Gehe die in den Niederlanden ansässige Internet-Apotheke DocMorris gekauft und unter dieser Marke in Deutschland Franchise-Apotheken eröffnet. Ziel der Aktion war es, langfristig von den höheren Apothekenmargen direkt zu profitieren.
Doch hat der DocMorris-Kauf darüber hinaus den Konkurrenzkampf der Apotheken untereinander ganz neu entfacht.
Auf dem überbesetzten deutschen Apothekenmarkt, schätzen Experten, könnten im Zuge der Liberalisierung bis zu 6 000 der heute 21 500 Apotheken vor dem Aus stehen.
Zahlreiche Apotheker werteten Celesios Einstieg beim Internetrivalen DocMorris denn auch als eine Art Kriegserklärung und schlugen zurück, indem sie Lieferverträge kündigten. Celesio, lange die Nummer zwei in Deutschland, versuchte daraufhin mit Rabatten, die abgewanderten Apotheken zurückzuholen. "Die haben Kunden mit äußerst günstigen Konditionen zurückgekauft", heißt es bei Konkurrenten.
Nun will die Branche gegensteuern. Vor wenigen Wochen hat Deutschlands größter Pharmagroßhändler Phoenix den Apothekern in einem Brief angekündigt, dass er bei Lieferungen angesichts der Marktentwicklung und Ertragssituation einen "Herstellerbezugsausgleich in Höhe von 0,5 Prozent" in Rechnung stellen wolle. Die Stuttgarter Gehe AG zieht jetzt nach und will von den Apothekern einen "Strukturausgleich", der, so ein Celesio-Sprecher, den "regionalen Marktgegebenheiten" angepasst wird.
Apotheker sehen darin den unpassenden Versuch, die vom Großhandel selbst ausgelöste Rabattschlacht unter Kontrolle zu bekommen. "Wenn der Großhandel Gebühren aufschlagen will, die es bisher nicht gab, ist das für uns inakzeptabel", sagt der Kölner Apotheker Thomas Preis, zugleich Vorsitzender des Apothekenverbandes Nordrhein. Die meisten Apotheken werden von mehreren Großhändlern beliefert und können den günstigsten wählen. Auch Markus Preißner vom Institut für Handelsforschung ist skeptisch: "Die Gefahr besteht, dass die Maßnahme verpufft."
Vom Umsatz her betrachtet, konnte der Pharmagroßhandel 2007 mit einem Wachstum von vier Prozent auf 22,5 Mrd. Euro sogar zulegen. Doch die Margen sind im Keller. Die Branche steht dabei doppelt unter Druck. Sie leidet nicht nur unter ihrem selbst initiierten Rabattwettbewerb, sondern auch noch unter der wachsenden Konkurrenz seitens der Pharmahersteller.
Die beliefern immer häufiger die Apotheken direkt und teilen sich mit diesen Kunden die Großhandelsmarge - ein gerade bei teuren Medikamenten lohnendes Geschäft. Laut Marktforschungszahlen von Insight Health ist das Direktgeschäft von acht auf mittlerweile elf Prozent des Umsatzes angestiegen, Tendenz weiter steigend.
Der britische Markt, in dem Celesio sehr aktiv ist, könnte hier Vorbildfunktion haben. Dort liefert der Pharmariese Pfizer sein gesamtes Sortiment über einen Logistikdienstleister direkt an die Apotheken aus. In Deutschland hatte das Unternehmen ebenfalls einen solchen Versuch gestartet, bislang dafür aber offenbar noch keinen Logistikpartner gefunden.
Durch das Direktgeschäft geht dem Großhandel zusätzlich Geld verloren, das er zur Querfinanzierung seiner Kosten für den Vertrieb von günstigen Medikamenten braucht. "Die Mischkalkulation wird aus der Balance gebracht", warnt Deloitte-Consulting in einer Studie vor den Folgen alternativer Vertriebswege.
Quelle: M.Telgheder |
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