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Burn-out als Rentenfall - düsteres Szenario

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6835

BeitragVerfasst am: 19.Jun 2007 11:51    Titel: Burn-out als Rentenfall - düsteres Szenario Antworten mit Zitat

Es ist ein düsteres Szenario, das Burn-out-Forscher Matthias Burisch entwirft. "Wenn das Schule macht, gibt es einen Dammbruch." Die Rede ist von einem wenige Tage alten Urteil, gefällt vom Landgericht München I.
Wohl erstmalig hat ein Burn-out-Erkrankter dort eine Berufsunfähigkeitsrente erstritten
(AZ 25 O 19798/03).

Mehr als drei Jahre lang hatte Rechtsanwalt Klaus von Schirach für einen Finanzmanager vor dem Münchener Gericht gestritten. Heute ist er sicher, Wichtiges für die Anerkennung des Krankheitsbildes geleistet zu haben. "Ich kann mir vorstellen, dass das Urteil große Präzedenz hat." Hans-Günther Becker-Lühl vom DAV sieht es ähnlich: Es sei die erste Entscheidung, in der eine psychische Erkrankung als Burn-out anerkannt werde.

Es ist ein düsteres Szenario, das Burn-out-Forscher Matthias Burisch entwirft. "Wenn das Schule macht, gibt es einen Dammbruch." Die Rede ist von einem wenige Tage alten Urteil, gefällt vom Landgericht München I. Wohl erstmalig hat ein Burn-out-Erkrankter dort eine Berufsunfähigkeitsrente erstritten (AZ 25 O 19798/03).

Mehr als drei Jahre lang hatte Rechtsanwalt Klaus von Schirach für einen Finanzmanager vor dem Münchener Gericht gestritten. Heute ist er sicher, Wichtiges für die Anerkennung des Krankheitsbildes geleistet zu haben. "Ich kann mir vorstellen, dass das Urteil große Präzedenz hat." Hans-Günther Becker-Lühl vom Deutschen Anwaltsverein sieht es ähnlich: Es sei die erste Entscheidung, in der eine psychische Erkrankung als Burn-out anerkannt werde.

Geplagt hatten den Manager Zehn-Stunden-Tage, bis zu 200 Telefonate täglich, viele Geschäftsreisen und zu wenig Freizeit. Zwei Jahrzehnte ging es gut, dann brach der Mann zusammen. Als ein Facharzt ihm sagte, er müsse den Beruf aufgeben, wandte er sich an "Die Continentale", bei der er eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hatte.

Es folgten Gutachten und Gegengutachten, bis der Fall vor Gericht kam. Nach dem Urteil muss der Versicherer nun etwa 148 000 Euro Rente auszahlen und 65 000 Euro an Beiträgen erstatten.

Die Folgen halten Experten für unabsehbar. "Versicherer werden ein großes Problem bekommen, weil sie psychische Erkrankungen nicht einkalkuliert haben", sagt Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Bei den Versicherern mag so auch niemand von einem Präzedenzfall sprechen. Ein Continentale-Sprecher verweist darauf, dass man sich seit Jahren mit psychischen Krankheiten beschäftige. "Burn-out ist medizinisch noch nicht eindeutig definiert. Man muss auf den individuellen Fall abstellen."

Diese Sicht teilen andere Versicherer wie etwa die Allianz. "Bei uns wird seit Jahren auch bei Burn-out gezahlt", sagt eine Sprecherin. Entscheidend sei, dass der Betroffene mindestens 50 Prozent seiner Tätigkeit nicht mehr ausüben könne - unabhängig davon, ob "es sich um ein psychisches, physisches oder orthopädisches Leiden handelt". Die Interrisk-Versicherung führte einen Alternativtarif ein, der psychische Erkrankungen ausschließt. Er sei für Handwerker gedacht, die anders als Akademiker und Kaufleute vor allem wegen körperlicher Beschwerden berufsunfähig würden, so Prokurist Volker Conradi.

Zahlen über die bundesweite Auszahlung von Renten, gebe es nicht, heißt es beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Dass Versicherungen sich zuweilen gegen Zahlungsansprüche wehren, ist aus Sicht der Branche nur natürlich - und auch im Sinne des Kunden, wie Conradi findet: "Wenn ein Versicherer viel leistet, werden die Prämien höher."
Quelle: Ben Reichardt/FR
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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beiträge: 3684

BeitragVerfasst am: 31.Jul 2008 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

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