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GoMoPa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2413
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Verfasst am: 18.Jan 2007 11:51 Titel: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz- fristlose Kündigung! |
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Wer als Vorgesetzter seine Mitarbeiterinnen sexuell belästigt, riskiert die fristlose Kündigung seines Arbeitsverhältnisses. Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein hielt eine entsprechend begründete fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber für rechtens und wies daher die Kündigungsschutzklage eines Arbeitnehmers ab.
Der Begriff der „sexuellen Belästigung“ umfasst dabei nicht allein sexuell bestimmten direkten Körperkontakt am Arbeitsplatz. Auch wer die allgemein übliche minimale körperliche Distanz nicht wahrt, sondern die Betroffene gezielt unnötig und wiederholt unerwünscht anfasst bzw. berührt, begeht eine sexuelle Belästigung. Gleiches gilt, wenn ein Vorgesetzter einer Arbeitnehmerin pornographische Bilder vorlegt und ihr anbietet, er könne solche auch von ihr anfertigen.
Die Attraktivität der Betroffenen sowie deren Bildungsniveau spielt bei der Bewertung einer Handlung als sexuelle Belästigung ebenso wenig eine Rolle wie deren Umgangsstil oder deren Lektüre (BILD-Zeitung).
Aus Sicht des Gerichts hatte der Arbeitnehmer durch sein Verhalten das sich aus der Vorgesetztenstellung ergebende Abhängigkeitsverhältnis über einen längeren Zeitraum missbraucht und damit unberechtigt in die Intimsphäre der betroffenen Mitarbeiterinnen eingegriffen. Diese fortgesetzten schweren Verfehlungen des Arbeitnehmers rechtfertigten trotz dessen Unterhaltspflichten und seiner sehr langen Betriebszugehörigkeit eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Ein freier Arbeitsplatz, bei dem auch die betroffenen Mitarbeiterinnen vor Kontakten mit dem Kläger geschützt gewesen wären, existierte nicht.
Die Beweisaufnahme hatte ergeben, dass der seit über 30 Jahren beim beklagten Arbeitgeber beschäftigte Kläger als Vorgesetzter eine Mitarbeiterin jahrelang dadurch sexuell belästigt hatte, dass er sich unnötig an diese herandrängelte mit Bemerkungen wie: „Stell dich nicht so an!“ oder „Na, was ist mit uns?“ Die Mitarbeiterin bekundete ihre Ablehnung zwar nicht durch Worte, entzog sich den Annäherungen aber immer deutlich, indem sie sich aus den Armen des Klägers herausdrehte oder mit dem Stuhl ein Stück wegrückte. Einer anderen Mitarbeiterin legte der Kläger pornographische Fotos vor mit der Bemerkung, dass er solche Photos auch von ihr machen könne. Auf die Zurückweisung der Mitarbeiterin hin schwieg der Kläger nicht etwa sondern erwiderte noch, dass ja keiner die Fotos sehen würde.
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein Az. 3 Sa 163/06 |
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MFWaldighoffen Newbie
Anmeldungsdatum: 29.03.2006 Beiträge: 23 Wohnort: D / F / CH
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Verfasst am: 19.Jan 2007 11:39 Titel: Interessanter Artikel, denn bei mir kam es anders |
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Selbst Betroffene einer sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz mit schlimmen Folgen für meine berufliche Weiterentwicklung und damit verbunden Existenzverlust.
Ich habe mehrfach und verschiedene Stellen bei meinem damaligen Arbeitgeber aufgesucht. Ohne jeglichen Erfolg. Eine Frau "spinnt" wenn sie mit solchen Aussagen kommt, so meine Erfahrung. Ich wurde massiv unter Druck gesetzt, dass ich nicht an die Oeffentlichkeit oder vor ein Gericht gehen darf.
Grund und Aussage des Arbeitgebers waren: in einer Firma, in der Babyartikel hergestellt werden sieht es nicht gut aus, wenn eine Frau sexuell belästigt wird.
Mir wurde mit Kündigung gedroht, wenn ich weiter gehe. Oder auch damit, dass die Firma am längeren Hebel sitzt.
Es gab noch mehr Frauen in der Firma, die die gleiche Erfahrung gemacht haben, sie zogen sich auf einmal zurück. Ich stand demzufolge völlig alleine da.
Ich wurde versetzt, an einen Arbeitsplatz, an dem es für mich unmöglich gemacht wurde, weiter zu arbeiten. Der neue Vorgesetzte stand sehr eng mit meinem Chef zusammen. Am ersten Tag stellte mich der neue Vorgesetzte so an die Wand (in einem Gespräch), dass ich zitternd zusammenbrach. Es folgte keine Entschuldigung und Wissende schauten weg.
Es nimmt mich bis heute mit, da es meine Traumstelle war. Eine Stelle, die ich mir hart erarbeitet habe. Auch mit viel Fleiss, Ausdauer und vielen Arbeitsstunden. Es machte mir Spass und selbst in der wenigen Freizeit, die mir blieb, lernte ich für das Qualitätswesen.
Bis heute ging es beruflich nur noch bergab.
Der Chef sitzt heute noch an seinem Platz.
Das Schlimme, es gab keine Hilfe von einem Arzt oder einer anderen Person.
Ich musste das Feld räumen, um nicht selbst daran "kaputt" zu gehen.
Warum werden Frauen immer noch mit dem Thema allein gelassen? Warum können Firmen immer noch das Thema unterdrücken und Drohungen aussprechen? |
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sydorle Specialist
Anmeldungsdatum: 15.12.2003 Beiträge: 227 Wohnort: GB / E / D
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Verfasst am: 19.Jan 2007 13:42 Titel: "Selbst schuld" |
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Hallo MFWaldighoffen,
den Titel dieses Artikels habe ich mal von einem Richter gehoert. Den hatte ich - off records bei einer Party - auf einen aehnlichen Vorgang angesprochen.
Daraufhin erhielt ich die im Titel genannte Antwort.
Warum das? Sie haetten sich nicht mit einer Vorwarnung abgeben sollen, sondern gleich zur Tat schreiten koennen. Das haette es den (wahrscheinlich maennlichen) Seilschaften unmoeglich gemacht, sich in Stellung zu bringen. Im Grunde halte ich nicht viel von Gewerkschaften, weil auch diese maennlich dominiert sind. Aber manchmal sind sogar die zu etwas Nuetze.
Fuer die Zukunft habe ich gelernt: erst schiessen, dann fragen. Sie haetten in aller Heimlichkeit Beweise sichern muessen um dann sofort scharf zu schiessen. Dann besteht zwar durchaus auch die Moeglichkeit, dass Sie "hinten runter" fallen, aber die Verursacher fallen zumindest mit. Nie - niemals - darf man sich erpressen lassen, unter gar keinen Umstaenden. Immer Augen zu und durch.
In diesem Sinne wuensche ich Ihnen viel Erfolg fuer die Zukunft.
Gruss Karin
P.S.: Keine falschen Ruecksichten nehmen. Solche Leute WISSEN, was sie tun. Sollten sie es nicht wissen, erfahren sie es vom Richter. Es ist nicht Ihre Aufgabe, solche Leute aufzuklaeren. |
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MFWaldighoffen Newbie
Anmeldungsdatum: 29.03.2006 Beiträge: 23 Wohnort: D / F / CH
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Verfasst am: 20.Jan 2007 12:02 Titel: Antwort für Karin |
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Hallo Karin
Es stimmt. Hinterher war ich schlauer.
Das ich ein Tagebuch hätte führen müssen wurde mir zum Schluss gesagt. Es ist unglaublich, dass man als Opfer Beweise bringen muss.
Der Betriebsratsvorsitzende hat sogar die Vorsitzende der Gewerkschaft zu mir nach Hause eingeladen. Im Endeffekt sollte ich nach und nach immer mehr Abstriche machen.
Mehr seelische Unterstützung hätte ich in diesem Moment gebraucht. Auch wenn ich sonst kein schwacher Mensch bin. Ausserdem hätte mir geholfen, wenn ich über die weiteren Vorgehenswege informiert worden wäre. Hätte ich nicht ständig nachgehakt, wäre ich im Ungewissen gelassen worden.
Es kommt noch hinzu, dass ich damals in einer Firmenwohnung wohnte, somit ganz nah am Firmengelände. Jeden Tag hätte ich meinen Vorgesetzten über den Weg laufen können. Und meine Mitarbeiter/innen gingen mir aus den Weg. Warum? Weil sie die Anweisung bekommen haben, nicht mit mir zu reden.
Ich ich stand immer hinter dieser Firma. |
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