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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5916
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Verfasst am: 4.März 2007 13:47 Titel: AOK-Versicherte müssen sich auf Billigmedikamente einstellen |
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Hintergrund sind der neue AOK-Rabattvertrag und Neuregelungen der Gesundheitsreform ab 1. April. Ab diesem Tag wollen die AOKen zugleich neue Tarife anbieten, mit denen Mitglieder bis zu 600 Euro im Jahr sparen können. Auch die DAK startet dann mit einem Rückerstattungs-Tarif.
Die Allgemeinen Ortskrankenkassen hatten Anfang Februar bekannt gegeben, dass sie für 43 Wirkstoffe Rabattverträge mit Pharmaherstellern abgeschlossen haben. Davon erhoffen sie sich einen zweistelligen Millionenbetrag an Einsparungen. Ziel ist es, dass Ärzte AOK-Versicherten möglichst nur noch die rabattierten Mittel verschreiben. Für chronisch Kranke könnte dies eine Umstellung von einem vertrauten auf ein neues Mittel bedeuten. Betroffen sind Wirkstoffe, die von mehreren Herstellern auf dem Markt sind.
Wie der "Spiegel" am Samstag berichtete, sollen von dem unter Führung der AOK Baden-Württemberg ausgehandelten Rabattvertrag auch die Ärzte profitieren. 30 Prozent der Ersparnisse wolle die AOK an die Ärzte überweisen, den Rest behalte sie selbst. Patienten sparen die gesetzliche Zuzahlung von fünf bis zehn Euro.
Der Allgemeine Patientenverband kritisiere die Ärzte-Vergütungen. "Solche Kick-back-Geschäfte sind eine Verleitung zur Korruption", sagte Verbandschef Christian Zimmermann dem Magazin. "Das Geld sollte an die Patienten gehen."
Der Herstellerverband Pro Generika sieht mit dem AOK-Rabattvertrag noch ganz andere Probleme: Unter Vertrag genommen worden seien zum Teil exotische Hersteller mit winzigen Marktanteilen, bei denen Lieferschwierigkeiten zu erwarten seien. AOK-Versicherte müssten womöglich bald zwei Mal zur Apotheke, weil die Pillen erst für sie bestellt werden müssten, sagte Verbands-Geschäftsführer Hermann Hofmann der Nachrichtenagentur AP.
Die Neuregelung dürfte bald auch Patienten anderer Kassen betreffen: Auch große Ersatzkassen haben diese Woche für wichtige Wirkstoffe Rabattverträge ausgeschrieben, die ab 1. April gelten sollen.
Zugleich preschen die ersten Kassen mit neuen Tarif-Angeboten vor, die die Beiträge im Einzelfall senken können. So böten AOK und DAK bereits zum 1. April Rückerstattungstarife an, meldete die "Bild"-Zeitung. Damit ließen sich bis zu 600 Euro im Jahr sparen, sofern man keine oder wenige Leistungen in Anspruch nehme.
Solche Tarife - ebenso wie zahlreiche andere neue Modelle - werden mit der Gesundheitsreform erstmals für alle Versicherten möglich. Fast alle Krankenkassen haben angekündigt, an der Umsetzung der neuen Modelle zu arbeiten.
Quelle: FTD |
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