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Altersvorsorge Festverzinsliche kämpfen mit Langweiler-Image

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Goodman
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Anmeldungsdatum: 16.01.2002
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BeitragVerfasst am: 20.März 2005 8:13    Titel: Altersvorsorge Festverzinsliche kämpfen mit Langweiler-Image Antworten mit Zitat

ftd.de; 14.03.2005

Altersvorsorge Festverzinsliche kämpfen mit Langweiler-Image

Der Sparkassenberater muss einen Moment nachdenken: "Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal einen Bundesschatzbrief losgeworden bin. Es fehlt dabei vielleicht der Spaßfaktor." Festverzinsliche wie Bundesschatzbrief, Bundesanleihe und Inhaberschuldverschreibung haben ein Problem: Ihnen haftet ein Langweiler-Image an. "Die passen nicht mehr in die Zeit", sagt ein Finanzberater.

Doch der eigentliche Grund, warum die Festverzinslichen so aus der Mode gekommen sind, dürfte ein anderer sein: Zehnjährige Bundesanleihen rentieren bei gerade einmal 3,8 Prozent, vor wenigen Wochen waren es sogar nur 3,4 Prozent, so wenig wie zuletzt Ende des 19. Jahrhunderts. Trotz niedriger Inflation bleibt da nicht viel übrig. "Die Rendite ist ja kein Luxus. Viele Sparer brauchen sie, um das Rentenloch im Alter zu stopfen", sagt der unabhängige Anlageberater Klaus Kalkreuth.

Vielzahl von Alternativen

"Die Nachfrage nach diesen klassischen Anlageformen geht inzwischen gegen null", sagt er. Es gebe heutzutage eine Vielzahl von Alternativen, die bei etwas niedrigerer Sicherheit eine wesentlich höhere Rendite bieten. "Produkte, die aktiv verwaltet werden, bringen eine deutlich höhere Rendite und können auf die Kundenwünsche zugeschnitten werden", sagt Kalkreuth. Festverzinsliche sind out, doch das muss nicht immer so bleiben. "Derzeit sind die Anleihezinsen zwar sehr niedrig. Aber das wird sich irgendwann wieder ändern", sagt Martin Ottmann, Leiter der Vermögensverwaltung der Berliner Weberbank. "Sobald wir bei Langläufern wieder eine Vier oder eine Fünf vor dem Komma sehen, wird das Interesse an diesen Papieren steigen."

Denn Anleihen sind der einzige Anlageblock, der am Ende der Laufzeit außer dem der Inflation fast kein Risiko aufweist: Der Zins kann auf zehn oder auch auf 30 Jahre garantiert sein, und er liegt immer noch höher als der gesetzliche Garantiezins der Lebensversicherer. Der französische Staat ist im Februar sogar mit einer 50-jährigen Anleihe auf den Markt gekommen, Deutschland könnte dem bald folgen.

"Die Zeit der Anleihen wird auf jeden Fall wieder kommen. Wenn es mit alternativen Anlagen einmal bergab gehen sollte, werden vorsichtige Anleger sie sich wieder ins Depot legen", sagte Ottmann.

Bundesschatzbriefe als Altersvorsorge

Für Sparer, die für ihr Alter vorsorgen wollen, kommen vor allem Bundesschatzbriefe in Frage. Die Zinsen dieser 1969 speziell zur Förderung der Vermögensbildung erfundenen Papiere steigen mit der Laufzeit. Es gibt sie in zwei Ausführungen. Beim Typ A mit sechsjähriger Laufzeit wird der Zins jährlich ausgeschüttet, beim siebenjährigen Typ B wird er akkumuliert und am Ende ausgezahlt. Ab zwölf Monaten kann man ihn vor Fälligkeit zurückgeben, ein Verkauf an einer Börse ist ausgeschlossen. Die Zinstreppe der aktuell erhältlichen Bundesschatzbriefe beginnt bei 1,75 Prozent im ersten Jahr und steigt bis auf 4,25 Prozent. Zum Vergleich: 1993 begann die Treppe noch bei 6,0 Prozent.

Anders die fünfjährigen Bundesobligationen und die zehn- oder 30-jährigen Bundesanleihen. Sie haben einen festen, jährlich ausgezahlten Zins und werden an der Börse gehandelt. Hält man das Papier bis zum Ende der Laufzeit, sind Rückzahlung und Zins sicher, denn das "Triple A" -Rating der Bundesrepublik zeigt, dass es kein Institut gibt, dessen Zahlungsfähigkeit von den Rating-Agenturen höher eingeschätzt wird. Der Nominalzins der jüngsten ausgegebenen 30-jährigen Bundesanleihe beträgt 4,0 Prozent.

Wer sein Geld früher braucht, kann seine Anleihe auch vor dem Laufzeitende an einer Börse verkaufen. Dann hat er jedoch ein Kursrisiko, das abhängt vom allgemeinen Zinsniveau, von der Restlaufzeit und dem Nominalzins der Anleihe.

Flexible Sparpläne der Bundeswertpapierverwaltung

Für den Sparer gibt es zwei Probleme. Erstens sind die festverzinslichen Papiere des Bundes kaum angepasst an Bedürfnisse und Zahlungsströme des Einzelnen, weil man beim Kauf eine hohe Summe bereithaben muss und am Ende der Laufzeit den gesamten Nennbetrag ausgezahlt bekommt. Für den Sparer, der jeden Monat nur einen kleinen Betrag zurücklegen kann und im Alter eine geringe, aber regelmäßige Liquiditätsversorgung wünscht, sind die Papiere deshalb zunächst einmal kaum geeignet. Allerdings bietet die Bundeswertpapierverwaltung flexible Sparpläne an, die dem Sparer entgegenkommen. Problem Nummer zwei: Auf Anleihezinsen wird im Jahr der Zahlung die Zinsabschlagsteuer fällig, die dann mit der Einkommensteuer verrechnet wird. Da Zinsen also im Endeffekt mit dem aktuellen persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden, lohnt es sich, die Zinsen dann anfallen zu lassen, wenn dieser niedrig ist: im Alter.

Das wird durch Nullkuponanleihen ermöglicht. Hier liegt der Nominalzins bei null, der Ertrag ergibt sich aus dem Unterschied von Ausgabepreis und Auszahlungsbetrag. Bei einer 30-jährigen Nullkuponanleihe lässt sich also der Zeitpunkt, zu dem der Ertrag versteuert werden muss, ins Alter verlegen, wenn das Einkommen niedriger ist. Allerdings ist der Marktanteil dieser "Zero-Bonds", die etwa von Landesbanken begeben werden, mit etwa zwei Prozent in Deutschland recht bescheiden.

Weitere Festverzinsliche wie Pfandbriefe und Inhaberschuldverschreibungen werden von Banken emittiert und haben eine etwas höhere Rendite, vor allem bei Instituten mit etwas schlechterem Rating. Ihre Laufzeiten sind meist mittel- bis langfristig. Ansonsten sind sie Bundesanleihen vergleichbar.

Schutz vor steigender Inflation bieten inflationsindexierte Anleihen. Ihr Nominalzins ist niedriger, dafür steigen Zins und Tilgung mit höherer Inflationsrate. Bekannt sind die französischen "OATei" genannten Papiere, auch in Großbritannien und Italien gibt es sie schon. Die deutsche Finanzagentur, die für den Bund das Schuldenmanagement betreibt, denkt noch darüber nach. Allerdings gelten sie (wie auch die Nullkuponanleihen) steuerlich als "Finanzinnovationen" und werden entsprechend besteuert.

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