| |

|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6273
|
Verfasst am: 8.Jul 2007 7:12 Titel: Branchenfonds - riskant, verlockend und komplex |
|
|
In unsicheren Zeiten greifen Anleger gerne auf Gold und Silber zurück. Dabei sind Edelmetalle auch für andere Phasen als langfristiges Investment durchaus attraktiv. Wer in die Branchenfonds investieren will, sollte jedoch die Besonderheiten kennen.
Der massive Preisanstieg von Gold, Silber und Platin in den vergangenen Jahren hat das Thema Edelmetalle wieder in das Blickfeld der Investoren gerückt. Zugleich hat der Boom vielen Anlegern die altbewährte Regel ins Gedächtnis zurückgerufen, dass es aus verschiedenen Gründen nicht schaden kann, einen gewissen Prozentsatz seines Vermögens in Edelmetalle zu investieren.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese Regel umzusetzen: Konservative Investoren neigen oft zum Kauf der physischen Metalle, was aber einige Nachteile hat, unter denen Lagerkosten, Diebstahlrisiko und das Fehlen laufender Renditen sicher am schwersten wiegen.
Zudem wird - außer bei Goldmünzen - beim Kauf physischer Metalle die Mehrwertsteuer fällig, und diese 19 Prozent wollen durch Preisanstiege erst einmal wieder aufgeholt sein. Fortgeschrittene Börsianer können Zertifikate auf bestimmte Edelmetalle erwerben, und Vollprofis kaufen gleich Futures-Kontrakte an den Terminbörsen.
Außerdem kann man natürlich an den globalen Aktienmärkten aktiv werden und Anteilscheine besonders vielversprechender Edelmetallproduzenten erwerben. Wer dies mit Aussicht auf Gewinne tun will, braucht allerdings eine ganze Menge Detailwissen über die einzelnen Minengesellschaften.
Zum Beispiel sollte man wissen, wie hoch die Produktionskosten je Unze Gold, Silber oder Platin liegen, wie umfangreich die nachgewiesenen und wahrscheinlichen Erzreserven sind, ob das Unternehmen seine Produktion teilweise zu einem fixen Preis im Voraus verkauft - und damit gehedgt - hat oder nicht, wie die Dividendenpolitik aussieht und vor allem, in welchen Ländern die wichtigsten Produktionsstätten liegen. Befinden sie sich in politisch stabilen, traditionellen Förderregionen wie Nordamerika oder Australien, ist alles in Ordnung.
Fördert das Unternehmen aber in Ländern, wo möglicherweise ein verrückt gewordener Diktator von heute auf morgen die Bergbauindustrie verstaatlichen kann oder wo keine vernünftige Infrastruktur vorhanden ist, drohen Risiken, die mit dem Unternehmen selbst zwar wenig zu tun haben, den Kurs der Aktien aber dennoch massiv beeinflussen können. In diesem Fall kann der Rat für Investoren nur lauten: Finger weg.
Gerade im Edelmetallbereich muss man zudem zwischen den großen, seit Jahrzehnten etablierten Produzenten, den ebenfalls seit Langem tätigen kleineren Förderern und den Explorern und "Hoffnungswerten" unterscheiden. Die beiden Erstgenannten sind in der Regel echte Substanzwerte, deren Börsenwert durch umfangreiche Erzreserven untermauert wird. Die beiden anderen weisen dagegen mehr Fantasie als Substanz auf.
Die Explorer haben nicht den Ehrgeiz, selbst Edelmetallproduzenten zu werden. Sie suchen nach Erzvorkommen, und wenn sie fündig werden, kommt es meist zur Übernahme durch einen der Großen.
Die sogenannten Hoffnungswerte verfügen zwar über Erzvorkommen, deren Ausbeutung lohnt sich aber erst ab einem bestimmten Preis, weil die Förderkosten aufgrund geologischer Gegebenheiten oder eines niedrigen Erzgehalts je Tonne geförderten Gesteins sehr hoch liegen. Mit Explorern und Hoffnungswerten sind extrem hohe Gewinne möglich - aber auch ein Totalverlust.
Wer sich weder mit den Details der Minengesellschaften beschäftigen noch Goldbarren im Keller verstecken will, dem greift die Investmentbranche mit zahlreichen Fondsangeboten unter die Arme. Ein gewisser Aufwand bleibt dem Anleger aber auch hier nicht erspart: Er muss sich erkundigen, in welche Metalle und welche Unternehmen die einzelnen Fonds investieren.
Die meisten der hierzulande angebotenen Edelmetallfonds investieren überwiegend oder ausschließlich in Goldtitel. Wer also mit steigenden Preisen für Silber, Platin oder Palladium rechnet, sollte keinen solchen Fonds wählen, sondern eher eine Direktanlage in die wenigen spezialisierten Produzenten dieser Metalle in Erwägung ziehen.
Hinzu kommt, dass die meisten Edelmetallfonds vom Investitionsvolumen her sehr klein sind, wenn man sie mit anderen Investmentfonds vergleicht. Nur wenige weisen ein Volumen von mehr als 100 Mio. Euro auf, die meisten haben eher Zwergenformat.
Nachdem der Goldpreis vor 14 Monaten mit etwa 730 $ ein neues 26-Jahres-Hoch erreicht hatte, wobei auch Silber und vor allem Platin mit steigenden Preisen glänzten, verzeichneten die Edelmetallfonds eine rege Nachfrage.
Wie fast immer in solchen Situationen verlief die weitere Entwicklung enttäuschend.
In den vergangenen zwölf Monaten verzeichneten die meisten Fonds Verluste, nur wenige erreichten ein einstelliges Plus. Somit blieb dieser Sektor weit hinter den Zuwachsraten der bedeutendsten globalen Börsenindizes zurück.
Quelle: Horst Fugger/FTD |
|
| Nach oben |
|

|
|
|
|
|
|
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
Powered by phpBB © phpBB Group
|
|
|
|