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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5416
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Verfasst am: 2.Apr 2005 14:08 Titel: China - Ölindustrie wächst mächtig! |
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Handelsblatt Nr. 061 vom 30.03.05 Seite 14
Chinas Ölriesen verdienen prächtig
Ölbedarf des Landes wird sich bis 2020 fast verdreifachen - Heimische Förderer engagieren sich international.
THOMAS WIEDE HANDELSBLATT, 30.3.2005 DÜSSELDORF. Die drei größten Ölkonzerne Chinas profitieren von den gestiegenen Rohölpreisen sowie der starken Nachfrage nach verarbeiteten Produkten im eigenen Land und planen Investitionen von mehreren Milliarden Dollar. So will der größte Öl-Förderer Petrochina, gestärkt durch einen Rekord-Nettogewinn von 12,5 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr, rund 7,4 Mrd. Dollar in den Ausbau von Produktion und Exploration stecken.
Sinopec, der wichtigste Raffineriebetreiber Chinas, plant jetzt den Bau von zwei Äthylen-Anlagen für rund fünf Mrd. Dollar. Der in Hongkong, New York und London gelistete Konzern gab gestern einen Nettogewinn für 2004 von 4,35 Mrd. Dollar bekannt - mehr als doppelt soviel wie im Jahr zuvor. Das Unternehmen arbeitet bereits mit Hochdruck an neuen petrochemischen Anlagen: So zum Beispiel zusammen mit BASF an einem Verbundstandort in Nanjing für 2,9 Mrd. Dollar.
Auch die China National Offshore Oil Company (CNOOC), der größte chinesische Offshore-Produzent von Öl und Gas, meldete gestern einen Rekord-Profit. Der Konzern verdiente 1,96 Mrd. Dollar im Jahr 2004. Vor allem, weil er die Öl-Produktion um 7,5 Prozent auf 140 Mill. Barrel (je 159 Liter) steigern konnte. CNOOC machte zudem vor kurzem mit seinen Ambitionen Schlagzeilen, den US-Konkurrenten Unocal für 13 Mrd. Dollar kaufen zu wollen - das wäre die bisher größte Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen im Ausland.
Alle drei Unternehmen planen in den kommenden Jahren, weiter international zu expandieren und die Förderung auszubauen - unterstützt von der chinesischen Regierung, die sich um die Energieversorgung im Land sorgt. Nach Berechnungen der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris steigt die Nachfrage nach Öl in China bis 2030 durchschnittlich um 3,4 Prozent im Jahr. Während das Land noch 2002 "nur" rund 5,2 Mill. Barrel pro Tag brauchte, rechnet die IEA nach einer konservativen Schätzung im Jahr 2020 mit einer Menge von 13,3 Mill. Barrel - das ist etwas mehr, als das größte Opec-Förderland Saudi-Arabien heute täglich maximal produzieren könnte.
Bei ihrer internationalen Expansion scheuen die chinesischen Konzerne daher heute auch noch keine Kosten. So kaufte zum Beispiel die staatliche China National Petroleum Company (CNPC), zu der die börsennotierte Petrochina gehört, vor zwei Jahren zwei aserbaidschanische Ölfelder für 52 Mill. Dollar - nach Schätzung der Branchendienstes Energy Intelligence waren dies rund 20 Mill. Dollar mehr als das zweithöchste Angebot.
"CNOOC wird auch in diesem Jahr weiter wachsen können", sagt Rachel Tsang, Ölanalystin bei Daiwa Securities SMBC in Hongkong der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die chinesischen Ölfirmen müssen aber noch eine Reihe von Schwierigkeiten meistern, um den einheimischen Bedarf zumindest teilweise decken zu können.
Zum einen werden auch sie mit einem die gesamte Branche betreffenden Problem konfrontiert: den steigenden Kosten für Exploration und Produktion. "Je mehr sie bohren umso teurer wird es", sagt die Analystin Tsang. Und trotz ehrgeiziger Pläne hinken gerade CNOOC und Sinopec mit ihrem internationales Engagement noch hinter CNPC und Petrochina her.
Während CNPC weltweit in über 25 Ländern vertreten ist, produziert CNOOC außerhalb Chinas nur noch in Indonesien. Sinopec fördert kleinere Volumen in Aserbaidschan und Algerien und hofft auf neue Felder in Oman und Nigeria.
Die Aussichten für die einheimische Produktion sind zudem stark begrenzt: Obwohl die chinesische Regierung hofft, im Jahr 2015 vier Mill. Barrel am Tag aus eigenen Quellen fördern zu können, wird damit nach Einschätzung von Experten der Höhepunkt erreicht sein. Insgesamt werde die Schere zwischen einheimischer Produktion und dem Importbedarf weiter auseinander klaffen heißt es.
Die drei Großen.
Die chinesischen Ölkonzerne drängen immer stärker auf die internationale Szene. Bei manchen Kriterien belegen sie Top-Plätze im Branchen-Ranking.
CNPC/Petrochina: Die staatliche CNPC ist der größte Energiekonzern Asiens. Die Petrochina hat nach Daten von Energy Intelligence mit 400 000 Beschäftigten die meisten Mitarbeiter unter den Ölkonzernen der Welt.
Sinopec: Zählt gemessen am Umsatz von mehr als 50 Mrd. Dollar zu dem Top 10 der Ölmultis. Der Konzern stellt zwei Drittel des Benzins in China her und liegt bei den Raffinerie-Kapazitäten weltweit auf Rang sieben.
CNOOC: Ist der größte Offshore-Förderer aus China und der erste chinesische Ölkonzern, der internationale Übernahmen anpeilen will.
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