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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5916
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Verfasst am: 20.Jun 2007 11:15 Titel: Chinas Aktienmarkt weckt Begehrlichkeiten |
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Nach Medienberichten vom Dienstag will die Pekinger Bankenaufsicht acht große Geldinstitute und mehrere führende Manager bestrafen. Die Banken hätten Unternehmen Geld geliehen, um auf den überhitzten Aktienmärkten zu investieren. Auch die Börsenaufsicht wird aktiver.
"Viele Chinesen verstehen nicht, dass es illegal ist, mit Insiderinformationen andere Investoren zu übervorteilen", zitierte das kritische Wirtschaftsmagazin Caijing einen Manager der Schanghaier Börse. Aufsehen erregte kürzlich der Fall des Baumaterialherstellers Hangxiao Steel Structure aus der ostchinesischen Küstenprovinz Zhejiang.
Die Papiere des Unternehmens werden in Schanghai gehandelt. Zwischen Februar und Mai kletterte der Kurs um 515 Prozent. An 24 Tagen verbesserte sich die Aktie um je zehn Prozent - das ist nach den Regeln der Schanghaier Börse die Obergrenze.
Die Kursrally wurde durch Gerüchte über einen Großauftrag im Wert von 4,4 Milliarden Dollar ausgelöst. Im März informierte das Management der Hangxiao Steel Structure über einen Auftrag zum Bau einer Wohnanlage in Angola, nahe der Hauptstadt Luanda.
Der angolanische Finanzminister bestätigte den Auftrag. Doch nicht wenige wunderten sich, warum Angola - ein Land mit gerade einmal 6,5 Milliarden Dollar Devisenreserven - einen solch gewaltigen Großauftrag an eine einzige mittelständische Baufirma aus China vergibt. Der staatliche Fernsehsender CCTV recherchierte den Fall und deckte den Betrugsskandal auf.
Erst Wochen später wurde auch Chinas Börsenaufsicht CSRC aktiv und bestrafte mehrere Topmanager mit Zahlung in Höhe von 1,1 Millionen Yuan.
Inzwischen ermittelt auch die Polizei.
Ende Mai wurde der Fall des Analysten Song Huafeng bekannt, ehemals Angesteller der United Securities Co. Song wird vorgeworfen, Anleger vorsätzlich und zum eigenen Profit getäuscht zu haben. Im April und Mai veröffentlichte er vier Berichte über die in Shenzhen notierte Firma Hubei Guangji Pharmaceutical Co. Song attestierte der Firma "glänzende Wachstumsaussichten".
Er kaufte selbst die Aktien der Firma, bevor er den Bericht veröffentlichte. In kurzer Zeit verdoppelte sich das Papier. Das überraschte Konzernmanagement sah sich gezwungen, Songs Berichte zu korrigieren. Tang Jian, Fondmanager der China International Fund Management, einem Joint Venture mit Beteiligung der JP Morgan Asset Management, verlor seinen Job, weil er über Depots seiner Familie Aktien der Xinjiang Joinworld Co. Ltd. gekauft hatte, bevor er mit seinem eigenen Fonds in das Papier investierte. Tang soll 1,5 Millionen Yuan verdient haben.
Chinas Börsenkontrolleure haben binnen fünf Jahren 444 Fälle von Kursmanipulation, illegalem Handel und Insidergeschäften verfolgt. Doch nur eine verschwindend kleine Zahl der Vergehen werde entdeckt, schätzen Experten. Seit Monaten bekräftigt die Pekinger Regierung, die Börsenaufsicht zum besseren Schutz der Anleger weiter zu stärken. Seit Anfang 2007 müssen Fondsmanager Informationen über ihre persönlichen Depots und den Aktienbesitz ihrer Verwandten offenlegen. Die Regeln zum Insiderhandel wurden neu definiert.
Besonderes die bisher kaum kontrollierten Wertpapierhandelshäuser gelten als Problemfälle. Eine verbreitete Praxis ist der "Rattenhandel": Ein Broker erhält von einem Kunden den Auftrag, eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Wenn der Händler mit sinkenden Kursen rechnet, wartet er zunächst ab und kauft die Aktie dann über sein eigenes Depot, um sie dem Kunden später überteuert zum ursprünglich vereinbarten Preis wieder zu verkaufen.
Seit es in China Börsen gibt, sind Kleinanleger den Tricks und Manipulationsversuchen ausgesetzt. Im Oktober 2000 deckte das Caijing-Magazin einen gigantischen Betrugsskandal auf. Beteiligt waren Manager der zehn größten Investmentfirmen.
Die Herren trafen sich in einer Schanghaier Sauna und vereinbarten Investitionsstrategien. Börsenprofis kauften Bauern ihre Personalausweise ab, um damit getarnte Depots zu eröffnen. Im offiziellen Untersuchungsbericht hieß es damals, dass keine Anzeichen für Unregelmäßigkeiten gefunden wurden. Das soll jetzt anders werden.
Quelle: SZ |
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GM&P Info .

Anmeldungsdatum: 18.01.2006 Beiträge: 2947
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Verfasst am: 17.Jul 2007 12:22 Titel: |
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Vorsicht am chinesischen Aktienmarkt
Chefökonom Martin Hüfner: Chinas Aktien sind überbewertet und spekulativ überhitzt
Martin Hüfner, Chefökonom des österreichischen Discount-Brokers direktanlage.at, ortet Verunsicherungen am chinesischen Aktienmarkt. China wird weiter wachsen und den Westen zum Teil überholen. Die Entwicklung wird jedoch in Zukunft weniger geradlinig verlaufen.
Der Fachmann sieht immense Stärken in China. China verfügt mit 1,3 Milliarden Einwohnern über die größte Bevölkerung der Welt. Das reale Bruttoinlandsprodukt wächst seit Jahren schnell, zuletzt sogar mit zweistelligen Raten (2007: 10,8 Prozent). Weiters erwirtschaftet China einen Leistungsbilanzüberschuss von 340 Milliarden Dollar (10,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts), und es besitzt 1.300 Milliarden Dollar an Währungsreserven. Ein weiterer Vorteil sind fleißige, ehrgeizige, kaufmännisch begabte und niedrig entlohnte Arbeiter.
Probleme mit Infrastruktur, Sozialsystem und Umwelt
China hat aber auch eine Vielzahl von Problemen in der aktuellen Wirtschaftsentwicklung. "Es gibt große Ungleichheiten zwischen Arm und Reich", so Hüfner, "es gibt praktisch keine soziale Sicherung für Alter und Krankheit. Die chinesische Gesellschaft hat demographische Probleme. Etwa ab dem Jahr 2030 wird die Bevölkerung absolut zurückgehen. Die Infrastruktur lässt – vor allem in der Mitte und im Westen des Landes – zu wünschen übrig." Die Umweltverschmutzung in den Städten ist so groß. Nach Angaben der Weltbank sterben jährlich eine drei Viertel Million Menschen an Umweltverschmutzung und/oder schlechtem und mangelhaftem Wasser. "Viele Staatsbetriebe sind unproduktiv. Die chinesischen Banken haben – trotz des hohen Wachstums der Unternehmen - „faule Kredite“ im Wert von schätzungsweise 900 Milliarden Dollar in ihren Büchern", meint Hüfner.
China wird kein Niedriglohnkosten-Land bleiben
Wie sieht nun die Zukunft des Landes aus? China wird natürlich weiter wachsen, nach der Phase des take off in ein paar Jahren vielleicht mit einer etwas geringeren Rate. Es wird zu den westlichen Industrieländern aufschließen und sie in vielen Bereichen überholen. China wird aber kein Niedriglohnkosten-Land bleiben. Wer Produktion dorthin allein aus Kostengründen verlagert, baut sein Haus auf Sand. China wird zunehmend in technologisch anspruchsvollere Sektoren und Produktionen vordringen.
Chinesische Aktien bei weitem überbewertet und spekulativ überhitzt
Und wie wird der chinesische Aktienmarkt auf diese Entwicklungen reagieren? Er wird natürlich von dem hohen gesamtwirtschaftlichen Wachstum, der zunehmenden Zahl der privaten Unternehmen und der hohen Ersparnis der Chinesen (Sparquote über 40 Prozent) profitieren. Voraussetzung dafür ist, dass sich in China ein funktionsfähiger Kapitalmarkt entwickeln wird, ähnlich wie in Indien. Im Augenblick sind die chinesischen Aktien bei weitem überbewertet und spekulativ überhitzt. Daher ist für Anleger zunächst einmal Vorsicht geboten.
Den vollständigen Marktkommentar von Martin Hüfner finden Sie
im beigefügten Attachement. direktanlage-Marktkommentar
Quelle: FONDS professionell |
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