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Clevere Alternative für risikoscheue Anleger

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A. Henneberg
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Anmeldungsdatum: 28.08.2002
Beiträge: 4936
Wohnort: Osten

BeitragVerfasst am: 28.Mai 2004 22:01    Titel: Clevere Alternative für risikoscheue Anleger Antworten mit Zitat

Protect-Plus-Zertifikate sind hochkomplexe Derivate für mittel- und langfristig orientierte Geldmarkt- und Renteninvestoren. Sie bieten sich als goldener Mittelweg an.

Auch wenn Staatsanleihen bereits in den vergangenen Wochen an Wert eingebüßt haben, rechnen viele Analysten weiterhin mit steigenden Zinsen. Kein schönes Szenario für sicherheitsorientierte Anleger, die ihr sauer verdientes Geld am liebsten am Rentenmarkt investieren, sich dort derzeit jedoch einem nicht unerheblichen Kursrisiko ausgesetzt sehen. Bliebe als Alternative die Umschichtung in den Geldmarkt, was bei Renditen von unter drei Prozent allerdings auch nicht gerade attraktiv erscheint. Als "goldener Mittelweg" bieten sich da eventuell die kürzlich von HSBC Trinkaus & Burkhardt auf den Markt gebrachten Protect-Plus-Zertifikate an.

Lupenreine weiße Weste

Auf Basis der simulierten Rückrechnung hätte sich mit der so genannten 90/60-Variante der innovativen Papiere während der letzten zwölf Jahre eine durchschnittliche jährliche Wertsteigerung von etwas über sechs Prozent erzielen lassen. Das ist deutlich mehr, als eine vergleichbare Anlage am Geldmarkt erwirtschaftet hätte. Ohne Berücksichtigung der Gebühren, die sich auf knapp ein Prozent pro Jahr belaufen, weisen die Zertifikate dabei eine lupenreine weiße Weste auf. Soll heißen, sie hätten im Gegensatz zum Rex-Performance-Index, also dem Marktrepräsentanten für lang laufende Bundesanleihen, in jedem Jahr eine positive Rendite erzielt. Darüber hinaus beinhaltet das Produkt eine Kapital- und Gewinnsicherungskomponente.

Die Grundidee der neuen Open-End-Zertifikate, die an die Kursentwicklung eigens für diesen Zweck berechneter Protect-Plus-Indizes gekoppelt sind, ist verhältnismäßig einfach. Bei genauer Betrachtung der einzelnen Komponenten offenbart sich jedoch eine Komplexität, die die Papiere für Anleger, die sich bisher noch nicht mit Derivaten auseinander gesetzt haben, leicht zur Blackbox werden lässt.

Anpassendes Gewinnsicherungsniveau

"Um einen risikolosen Sockelbetrag zu erwirtschaften, investieren Zertifikateinhaber bei der 90/60-Variante 90 Prozent des Kapitals in den Ein-Monats-Geldmarkt. Der verbleibende Rest ist über eine monatlich rollierende Optionsstruktur - am Derivatemarkt unter dem Namen Call Spread bekannt - an die Entwicklung des EuroStoxx 50 gekoppelt", sagt Heiko Weyand, Derivateexperte bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Dabei werden Call-Optionen (Long-Calls) mit einem Basispreis gekauft, der 60 Prozent im Geld, also unter dem jeweiligen Indexstand, liegt. Der Basispreis der gleichzeitig verkauften Calls (Short-Calls) liegt jeweils drei Prozent über dem aktuellen EuroStoxx 50. Fällt der Index zwischen zwei Anpassungsterminen um mehr als 60 Prozent und damit unter den Basispreis der gekauften Option, was allerdings höchst unwahrscheinlich ist, verfällt die Optionskomponente wertlos. Sollte es dennoch dazu kommen, endet automatisch die Laufzeit des Zertifikats und sein Wert wird ausgezahlt.

"Als besonderen Clou besitzen die Protect-Plus-Indizes ein sich monatlich automatisch anpassendes Gewinnsicherungsniveau", sagt Weyand. "Hat der Index von einem zum anderen Rolltermin an Wert gewonnen, wird dieses Niveau automatisch angehoben. Bei der 90/60-Variante können deshalb von jedem Anpassungszeitpunkt aus maximal zehn Prozent des bereits erreichten Indexwertes wieder verloren gehen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Garantieprodukten werden somit nicht nur der ursprüngliche Ausgabepreis, sondern auch die zwischenzeitlich aufgelaufenen Gewinne zu 90 Prozent abgesichert."

Neben der 90/60-Variante bietet HSBC Trinkaus für nicht so risikoscheue Anleger auch ein 80/40-Papier an. Wie die Bezeichnung bereits erahnen lässt, beträgt das Absicherungsniveau hier 80 Prozent des einmal erreichten Indexwertes. Aufgelöst wird das Produkt, sofern der EuroStoxx 50 zwischen zwei "Rollover-Terminen" um mindestens 40 Prozent fällt. In den letzten zwölf Jahren hätte diese Variante bei geringer Volatilität eine jährliche Rendite von durchschnittlich neun Prozent erwirtschaftet.

Von Martin Ahlers, Frankfurt
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