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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7242
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Verfasst am: 22.Jul 2007 17:01 Titel: Die grössten Staatsfonds der Welt |
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1.
Mit einem geschätzten Vermögen von 875 Mrd. Dollar ist die Abu Dhabi Investment Authority (ADIA) der Vereinigten Arabischen Emirate der größte Staatsfonds der Welt. Seit 1978 steckt die Regierung die überschüssigen Einnahmen aus dem Öl-Geschäft in den Fonds, um das Land für die Zeit nach dem Öl zu rüsten. ADIA investiert das Geld vor allem in ausländische Unternehmen, Genaueres ist nicht bekannt: Transparenz ist nicht die Sache von Adia - auf der Homepage ist nichts außer der Adresse zu finden.
2.
Der Stadtstaat Singapur unterhält gleich zwei Fonds, die insgesamt über geschätzte 430 Mrd. Dollar verfügen können. Der mit 330 Mrd. Dollar größere der beiden Fonds, die Government of Singapore Investment Corporation (GIC), legt die Währungsreserven des Landes im Ausland an. Mit Erfolg: Seit seiner Gründung 1981 erzielte die GIC eine Durchschnittsrendite von 9,5 Prozent jährlich. Der zweite Fonds Temasek wird von Ho Ching geleitet, der Frau des Ministerpräsidenten, und gilt als aggressiver. Er kooperiert gelegentlich mit Private-Equity-Firmen und ist an der Bank of China und dem Hafenbetreiber PSA beteiligt, zu dem der weltgrößte Hafen in Rotterdam gehört. Er wurde bereits 1974 gegründet.
3.
Der Pensionsfonds der norwegischen Regierung (Government Pension Fund - Global) dient, wie in den Emiraten, der Vorsorge für die Zeit nach dem Öl. Über die Jahre sammelte er seit seiner Gründung 1990 rund 300 Mrd. Dollar an. Der Fonds investiert 40 Prozent seines Kapitals in rund 3500 Unternehmen, die meisten davon außerhalb Norwegens. In den vergangenen Jahren geriet der Fonds in die Kritik, weil die Manager auch in Rüstungs- und Tabakkonzerne investierten. Seither wacht ein Gremium darüber, dass die Anlagen ethisch unbedenklich sind.
4.
Die chinesische Regierung entschied erst Ende Juni 2007, einen 300 Mrd. Dollar schweren Staatsfonds aufzulegen, der aus den enormen Devisenreserven gespeist werden soll. Peking will über die State FX Investment Corp. + Hueijing Co. verstärkt in ausländische Unternehmen investieren. Bislang legte die Regierung die Reserven vor allem in US-Staatsanleihen an, die aber wenig rentabel sind. Die ersten drei Mrd. Dollar des Fonds flossen an die Private Equity-Firma Blackstone.
5.
Russland rief 2003 einen Stabilisierungsfonds (Stabilization Fund) ins Leben, der die Haushaltsrisiken durch die stark schwankenden Öl- und Gaspreise senken soll. Seit längerem liegen diese sehr hoch - und der Fonds konnte bereits 100 Mrd. Dollar einsammeln.
6.
Zehn Prozent der jährlichen Öleinnahmen Kuwaits fließen in die Investment Authority des Emirats (KIA). Deren Vermögen in Höhe von 70 Mrd. Dollar wird überwiegend im Ausland angelegt. Im Vorstand der 1960 gegründeten KIA sitzen mehrere Kabinettsmitglieder, darunter Energieminister Scheich Ahmed Fahad Al Ahmad Al Sabah. Der Fonds ist größter Einzelaktionär beim schwäbischen Autobauer Daimler - und erfreut sich dort durchaus einiger Beliebtheit.
7.
Australien entschloss sich 2004 seine üppigen Haushaltsüberschüsse in einem Zukunftsfonds (Australian Future Fund) anzulegen, aus dem später die Pensionen der Beamten bezahlt werden sollen. Dank der seit Jahren boomenden Wirtschaft und den Erlösen aus der Privatisierung des Telekom-Konzerns Telstra verwaltet der Fonds bereits 40 Mrd. Dollar.
Quelle: HB
Siehe auch: Mandelson-will-goldene-Aktien-als-Schutz |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7242
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Verfasst am: 18.Mai 2008 17:30 Titel: |
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Der Chef eines der weltweit größten Staatsfonds (s.o.), Scheich Badir al-Saad, hat die Bundesrepublik vor Schutzmaßnahmen gegen die Fonds gewarnt.
"In der Zukunft könnte jegliche Regulierung von Staatsfonds unser Engagement in Ihrem Land einschränken", sagte der Chef der Kuwait Investment Authority (KIA) in einem am Wochenende veröffentlichten "Spiegel"-Interview. Zwar werde derzeit noch gern in Deutschland investiert, aber man sei überrascht über die Angst der Deutschen vor Staatsfonds.
Sein Fonds investiere sei 45 Jahren in der Bundesrepublik, sagte der Scheich. Es gebe beste, jahrzehntealte Beziehungen vor allem zu Banken. "Und in anderthalb Jahren hat es einen derartigen Rückschritt in den Beziehungen zu den Staatsfonds gegeben."
Man fühle sich jetzt unwillkommen.
Al-Saad kündigte an, offen mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück über das Thema zu reden, falls dieser es anspreche. Der SPD-Politiker bricht am Montag zu einer Reise in die arabischen Öl-Staaten auf und soll dann auch den Staatsfonds-Manager treffen.
Politische Erwägungen spielten bei den KIA-Investitionen keine Rolle, sagte Al-Saad. Auch die Furcht, Staatsfonds könnten zum Technologie-Transfer über den Kauf von Firmen genutzt werden, wies er zurück: In der Vergangenheit seien die Staatsfonds eigentlich immer zuverlässigere Partner gewesen als private Fonds. Ziel seines Fonds sei es, die kuwaitischen Etat-Überschüsse für künftige Generationen anzulegen.
KIA verwaltet nach dem Bericht ein Vermögen von rund 250 Milliarden Dollar und ist der fünfgrößte Staatsfonds der Welt. Er ist unter anderem seit 1970 an Daimler beteiligt.
Die Bundesregierung erwägt derzeit Maßnahmen zur Abwehr unerwünschter ausländischer Investoren. Ein wesentlicher Grund für die Debatte über den Schutz vor ausländischen Investoren ist die zunehmende Bedeutung von Staatsfonds, die über immer größere Milliardensummen für Unternehmensbeteiligungen verfügen.
Quelle: fr-online |
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