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Durch 9/11 Millionen verdient-manipulierte Optionsgeschäfte

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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
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BeitragVerfasst am: 7.März 2007 18:02    Titel: Durch 9/11 Millionen verdient-manipulierte Optionsgeschäfte Antworten mit Zitat

Ohne Skrupel haben Dutzende US-Vorstände die Terrorattacken vom 11. September und den Börsencrash genutzt, um Geld zu scheffeln: Mit manipulierten Optionsgeschäften verdienten sie Millionen.

Zahlreiche Vorstände von US-Firmen haben aus der Tragödie durch die Terrorattacken vom 11. September 2001 mit manipulierten Aktienoptions- Geschäften ordentlich Profit geschlagen: Während des Einbruchs der US-Aktienmärkte beeilten sich Dutzende Konzerne, ihren Vorständen, Führungskräften und Direktoren Aktienoptionen zu gewähren. Jetzt räumen einige von ihnen ein, dass die Geschäfte erst Wochen nach den Anschlägen abgeschlossen wurden - und dabei rückdatiert worden waren. Das berichtete das «Wall Street Journal» am Mittwoch.

In dem sich immer weiter ausbreitenden Skandal um manipulierte Options- Geschäfte ermittelt die US-Wertpapieraufsicht SEC mittlerweile gegen 140 Unternehmen. 70 Manager wurden bereits gefeuert oder mussten zurücktreten. Optionsgeschäfte geben dem Inhaber das Recht, Aktien zu einem bestimmten festgesetzten Preis zu erwerben – meist der Schlusskurs der Aktien, an dem die Option ausgegeben wurde.

Werden Optionsgeschäfte zurückdatiert auf einen Termin, zu dem die Aktie tief stand, erhöht sich für den Inhaber der Bezugsrechte automatisch der Gewinn, während für das Unternehmen zusätzliche Kosten entstehen, weil die Wertpapiere zum aktuellen Kurs ausgegeben werden.

So hat beispielsweise der US-Chipmaschinen-Hersteller KLA-Tencor mindestens elf Vorständen am 2. Oktober 2001 Optionen auf mehrere Hunderttausend Aktien gewährt – zu einem Zeitpunkt, als die Halbleiterbranche ihren absoluten Tiefpunkt an der Börse erreicht hatte. Eine Aktie von KLA-Tencor kostete am 10. September 2001 noch 44,20 Dollar - am 2. Oktober war sie für nur noch 29,31 Dollar zu haben.

KLA-Tencor räumte dem «WSJ» zufolge kürzlich ein, dass einige der Optionsgeschäfte später abgeschlossen und rückdatiert worden seien. Am meisten profitierte der frühere Konzernchef Kenneth Schroeder: Er hatte Optionen auf 341.000 Aktien erhalten - durch die Manipulation kassierte er zusätzlich fast 5,5 Millionen Dollar. Die unzulässige Datierung ließ das private Vermögen der Begünstigten um insgesamt zwölf Millionen Dollar anschwellen, berichtete das Wirtschaftsblatt. Schroeder trat im Oktober 2005 als CEO zurück - und wurde ein Jahr später auch aus seiner daran anschließenden Beraterposition geworfen.

Die SEC wirft auch Netzwerk- Spezialisten Brocade Communications vor, ein Optionspaket von fast neun Millionen Aktien in diese Zeit rückdatiert zu haben. Auch hier scheint sich vor allem der einstige Konzernchef Gregory Reyes bereichert zu haben: Er hatte Optionen auf 1,3 Millionen Aktien. Allerdings weist Reyes die Anschuldigungen zurück.

Der 11. September sei für «Rückdatierer» eine attraktive Zeit gewesen, stellt das «WSJ» fest. Nach den Anschlägen waren die US-Börsen bis 14. September geschlossen. Nach der Wiedereröffnung rutschte der Leitindex Dow Jones um 14 Prozent ab. Die erste Woche nach den Anschlägen war die schlimmste für die US-Standardwerte seit dem Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich im Jahr 1940.

Zahlreiche Unternehmen hätten keine Zeit vergeudet, in der zweiten Septemberhälfte rasch noch Aktienoptionsgeschäfte unter Dach und Fach zu bringen. Berechnungen des «WSJ» zufolge hat sich bei 1800 führenden Unternehmen die Zahl der ausgegebenen Aktienoptionen in dieser Zeit mehr als verdoppelt. Einige von ihnen – auf diese ungewöhnliche Häufigkeit angesprochen – taten dies als reinen Zufall ab, andere gaben an, ihre Führungskräfte in dieser schwierigen Zeit motivieren zu wollen.

«Sich einen Vorteil aus einer nationalen Tragödie zu verschaffen, ist eine überaus emotionale Sache und das wird ganz sicher auch bei den Richtern und den Geschworenen mitschwingen», sagte Rechtsanwalt Joel Bernstein, dessen Kanzlei mehrere Vorstände und Direktoren zwei führender US-Unternehmen in dieser Sache verklagt hat.
Quelle:NZ
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