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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6291
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Verfasst am: 2.Jun 2007 6:28 Titel: Fonds verpulvern Milliarden |
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In der Zahl 9,9 Milliarden steckt Zündstoff: Es ist jene Euro-Summe, die europäische Aktienfondsanbieter laut einer jetzt vorgelegten Studie jedes Jahr einstreichen, obwohl sie nur unterdurchschnittliche Leistungen bieten. Aus Anlegersicht sind die Ergebnisse äußerst heikel.
„Rund zwei Drittel der Manager liefern geringere Erträge ab als ihr Vergleichsindex – ein trauriges Ergebnis“, sagt Uwe Leonhardt, Vorstand der unabhängigen Vermögensverwaltung Gecam und Mitautor der Untersuchung. Viele Analysen belegen das häufige Scheitern der Manager an ihrer Messlatte. Jetzt berechnete Gecam auch die Auswirkungen auf die Netto-Rendite des Anlegers. Einbezogen in die Dreijahres-Auswertung waren knapp 4 000 Aktienfonds mit über 1,1 Bill. Euro Vermögen. Insgesamt behielten die Anbieter rund 15,8 Mrd. Euro jährlich an Managementgebühr ein. Davon entfielen 5,9 Mrd. Euro auf Produkte mit überdurchschnittlicher Leistung, die erwähnten 9,9 Mrd. Euro auf Portfolios mit unterdurchschnittlichen Ergebnissen.
„Die Studie entlarvt die pseudo-aktiven Manager“, sagt Christoph Bruns, geschäftsführender Gesellschafter beim Fondsanbieter Loys und ehemaliger Leiter Aktienfonds beim großen Anbieter Union Investment. Er nennt damit einen wichtigen Grund für die schlechte Durchschnittsperformance der Manager. Die meisten Verwalter orientieren sich bei der Depotstruktur maßgeblich an der Indexzusammensetzung, wagen kaum Abweichungen. Leonhardt rechnete aus: „Bis zu 90 Prozent der Aktienfondsmanager bilden überwiegend den Index ab, mit den erwähnten schlechten Ergebnissen.“
Aus Anlegersicht sind die Ergebnisse heikel. Die Investoren bezahlen für aktiv verwaltete Aktienfonds, die durch gezielte Abweichungen vom Index genau diese Messlatte schlagen sollen, im Schnitt 1,42 Prozent an jährlicher Managementgebühr. Indexfonds dagegen verlangen im Mittel nur 0,48 Prozent pro Jahr. „Viele Investoren bezahlen also hohe Gebühren für schlechte Leistung und wären daher mit Indexfonds besser bedient“, sagt Leonhardt. Studien-Mitautor Helmut Knestel hat ausgerechnet, welche Summe Investoren beim Wechsel von schlechten aktiven Fonds in die billigen börsengehandelten Indexfonds jährlich an Managementgebühr sparen würden: 6,9 Mrd. Euro.
Die Studie liefert noch weitere Ergebnisse. Besonders schwach schneiden Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Japan, Deutschland und Europa ab. Mit steigendem Fondsvolumen klammern sich die Manager tendenziell immer stärker an ihren Index und verlieren parallel dazu an relativer Performance im Verhältnis zur Messlatte – und umgekehrt. Das stärkt die verbreitete These, Portfolios mit wenig Vermögen seien leichter zu steuern und im Schnitt erfolgreicher als große Depots.
Laut dem Gecam-Vorstand „könnte man 60 bis 70 Prozent der Produkte einstampfen“. Bruns urteilt: „Die wirklich aktiven Manager sind jene mit konzentrierten, das heißt, in wenige Titel investierten Portfolios, und natürlich die Hedge-Fonds und Private-Equity-Verwalter.“
Große Vertreter der Fondsbranche wehren sich gegen die harten Kommentare. „Angesichts der starken Aufwärtsbewegung an den Börsen während der vergangenen Jahre ist es aus meiner Sicht ein gutes Ergebnis, wenn jeder dritte Fonds seinen Index schlägt“, sagt Karl Stäcker, Geschäftsführer des zur Oppenheim-Gruppe gehörenden Frankfurt-Trust. Bei einem Rückgang der Aktienkurse würden die Vorteile aktiven Managements besser sichtbar: „Dann kann der Manager beispielsweise mit höherer Barquote Verluste abfedern – das kann der Index nicht.“
Dokument des Scheiterns
Einbezogen:
Die Vermögensverwaltung Gecam stützte sich in ihrer Auswertung über drei Jahre (Ultimo Februar) auf die Feri-Datenbank. Sie analysierte 3 833 aktiv verwaltete Aktienfonds mit über 1,1 Bill. Euro Vermögen. Einbezogen waren alle Produkte mit Zulassung in Deutschland, Italien, Schweden, der Schweiz und Österreich. Das liefert ein repräsentatives Bild für Gesamteuropa.
Ausgewertet:
Zwei Drittel aller Fonds bildeten in den vergangenen drei Jahren ihren Index zu über 90 Prozent ab. Nur 1 267 Fonds konnten ihre Messlatte schlagen. Bei Portfolios mit Schwerpunkt Europa schafften das sogar nur 21 Prozent, bei deutschen Depots nur 14 Prozent, bei japanischen lediglich elf Prozent.
Quelle: HB |
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