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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6273
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Verfasst am: 11.Okt 2007 10:15 Titel: Geldmarktfonds - die Geier des Geldgewerbes |
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Die Idee klang brillant: Endlich so anlegen können wie die Großen – nicht mit popeligen Postbank-Prozenten oder tumben Tiefzins-Tagesgeldern, sondern am gigantischen geheimen Geldmarkt; dem globalen Marktplatz für Zinspapiere mit kurzer Laufzeit; dem sicheren Hafen in unruhigen Börsenzeiten; dem sagenumwobenen Ort, an dem Banken und Versicherungen ihre vielen Milliarden parken – weil sie sich z. B. nicht mit den 3,25 Prozent großer Direktbanken zufriedengeben wollen.
Dieser globale Geldmarkt ist aber wie ein Automat, der kein Kleingeld nimmt. Stattdessen schluckt er nur die ganz, ganz großen Scheine. Und da kommen Banken und Fondsgesellschaften ins Spiel: Sie haben Millionen von Kunden – und die wiederum Milliarden an Spargroschen. Warum also nicht einfach das Geld dieser Anleger bündeln, ihnen das Gefühl geben, beim großen Spiel mitzocken zu dürfen – und an den Gebühren für diese Geldmarktfonds prima verdienen?
Also versprachen Banken und Fondsgesellschaften – wieder einmal – das Blaue vom Finanzhimmel: Sicherheit und überdurchschnittliche Renditen. Sie sammelten bis heute satte 109 Milliarden Euro ein. Das ist immerhin so viel, wie eine Allianz oder Deutsche Bank an einem schlechten Tag um den Globus schiebt.
Und das Resultat? Erbärmlich. Viele der angeblich besten Banken und Fondsgesellschaften der Welt machten Miese: Allein im Monat August bis zu minus 2,93 Prozent, binnen zwölf Monaten immer noch bis zu minus 1,35 Prozent, so eine aktuelle Studie des Analyse-Hauses Feri. Die Liste der Flop-Fonds liest sich wie das Who´s who der Welt-Finanz: JP Morgan Fleming, Schroder, ABN Amro, Deka, Allianz-dit – und wie sie alle heißen.
Der Laie staunt: Wie kann das sein? Verluste mit einem Produkt, das angeblich so sicher ist wie Tagesgeld – aber mehr abwerfen sollte? Die Antwort: Wer sein Geld anlegen will wie die Großen, kann es auch ebenso leicht verlieren. Denn viele der angeblich so cleveren Starspekulanten am Geldmarkt steckten allzu viele Milliarden in super riskante Finanzprodukte – abgesichert durch scheinbar stocksolide Werte wie US-Immobilien.
Da mochten auch die hoch bezahlten Manager vieler Geldmarkt-Fonds nicht beiseite stehen – es war ja nicht ihr Geld. Anleger die besorgt nachfragten, wurden ruhig gestellt: Man investiere doch nur in Zinspapiere mit sicherem jährlichen Zins (Kupon), die von Rating-Agenturen mit der Höchst-Note „AAA“ ausgezeichnet wurden. Und dieses „AAA“ stehe schließlich für super solide. Schade nur, dass auch die Rating-Agenturen ins Kupon-Klo gegriffen hatten und dass bei vielen hoch gelobten Finanzprodukten das „AAA“ eher für „Alles Abgefeimte Attrappen“ stand – oder auch volkstümlich für: „Alles am A ...“
Und die Moral der Geldmarkt-Geschichte? Wer mit dem Teufel Suppe essen will, braucht einen langen Löffel. Den haben vor allem die Banken, aber auch sie hat die Suche nach der Extrarendite in die roten Zahlen getrieben. So muss in diesen Tagen etwa die große Deutsche Bank lässige 2,2 Milliarden Euro „abschreiben“.
Und die Kleinanleger? Sie haben erst einmal genug von Fonds mit dem „speziellen Kick“ – einem Tritt, von dem man sich nicht so leicht erholt. Viele Sparer zogen in den vergangenen Wochen etliche Milliarden aus trügerischen Geldmarktfonds ab – und parkten sie lieber wieder als Tagesgeld. Nach einer solchen Erfahrung erscheinen manchem auf einmal sogar 3,25 Prozent Zinsen schon wieder fast verlockend. Zwar knauserig, aber wenigstens sicher.
Quelle: Uli Dönch |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6273
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Verfasst am: 5.Apr 2008 10:39 Titel: |
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US-Geldmarktfonds haben in diesem Jahr bis zum 26. März 362 Mrd. Dollar an frischem Kapital erhalten. Das zeigen Daten des nationalen Branchenverbandes Investment Company Institute.
Offenbar treiben die jüngsten Turbulenzen bei Aktien und Anleihen die US-Investoren massiv in diese wertstabilen Produkte. Geldmarktfonds in den USA haben damit ein Rekordvermögen von 3,51 Bill. Dollar angehäuft.
Das von den Geldmarktfonds in den USA verwaltete Kapital ist somit größer als das Bruttoinlandsprodukt von China.
Und dies ungeachtet niedrigster Erträge: Fidelity Investments und andere Fondsgesellschaften haben inzwischen die Gebühren gesenkt, damit die Renditen nicht auf Null fallen.
Hingegen haben die Anleger bis 28. März etwa 40 Mrd. Dollar aus US-Aktienfonds abgezogen, berichtet Emerging Portfolio Fund Research. Investoren suchen Schutz vor den Nachwirkungen des Zusammenbruchs am Markt für schlechte Hypotheken: Seit dem 9. Oktober ist der US-Aktienmarkt um 13 Prozent gefallen.
Verluste gab es auch bei forderungsbesicherten Anleihen.
Am kurzen Ende sind zudem die Renditen der US-Staatsanleihen abgesackt, was den Jahresertrag für zu versteuernde Geldmarktfonds in der vergangenen Woche auf 2,17 Prozent gedrückt hatte. Es war der niedrigste Wert seit April 2005. „Es gibt nicht mehr viele Bereiche, in denen die Anleger ihr Geld investieren können. Daher sind sie auch bereit, niedrigere Renditen in Kauf zu nehmen“, erläutert Kenneth Hyman, Vorstandsvorsitzender der Beratungsgesellschaft PartnerVest Financial Group.
Angesichts der sinkenden Renditen haben einige Fondshäuser die Gebühren gesenkt. Fidelity, der weltgrößte Verwalter von Geldmarktfonds, entschädigte institutionelle Investoren des Geldmarktfonds Treasury Fund-Advisor, berichtet Sprecherin Anne Crowley.
Die Fondsgesellschaft habe die Gebühren für die auf Privatanleger zielenden Publikumfonds nicht gesenkt, weil die Kosten niedrig seien und die Renditen sehr konkurrenzfähig. Federated Investors hat ebenfalls Gebühren für Geldmarktfonds gesenkt.
Andere Vermögensverwalter wie Dreyfus oder Evergreen Investments planen ähnliche Schritte.
Quelle: Bloomberg |
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