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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6835
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Verfasst am: 29.Mai 2008 21:38 Titel: HIS - das "Hinweis- und Informationssystem" der Ve |
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9,5 Millionen Datensätze ahnungsloser Bürger speichern die Versicherungen auf einem zentralen Computer, dem so genannten Hinweis- und Informationssystem, kurz HIS.
Sachbearbeiter prüfen vor Vertragsabschluss oder Schadensregulierung die Vorgeschichte fast aller Antragsteller und schicken eine Anfrage an HIS. Dort sind die persönlichen Daten unter einem Code hinterlegt. Gibt es zu diesem Code schon Einträge, wird das dem Sachbearbeiter zurückgemeldet.
Der Versicherte hat keine Ahnung, dass seine Daten mit einer schwarzen Liste von über einer Million Risikokunden abgeglichen werden, die oftmals für Ablehnung und Kündigung verantwortlich ist.
Der Datenschutzexperte Thilo Weichert hält es für äußerst bedenklich, dass die Versicherungen unkontrolliert Daten im HIS speichern und weitergeben, auch falsche: "Ich gehe mal davon aus, dass über 90 Prozent der Betroffenen von dieser Datei nicht Bescheid wissen.
Die Aufnahme in diese Warndatei kann für die Betroffenen Existenz bedrohend sein. Es kann dazu führen, dass eben kein Versicherungsschutz mehr gewährt wird, es kann dazu führen, dass, wenn dann ein Versicherungsfall stattfindet, dass man dann ohne jegliche Sicherung dasteht, dass man dann auch bankrott wird durch so einen Schadensfall."
Wie im Fall von Helga B. Sie würde gerne eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Glücklicherweise hat sie sich vorab beim Bund der Versicherten informiert. Dort rät man ab, überhaupt einen Antrag zu stellen. Der Grund: Der Tod des Vaters hatte sie so mitgenommen, dass sie sich einer Gesprächstherapie unterzog. Bei einem Antrag würde sie automatisch in der Warndatei landen.
"Ich bin wütend, dass ich als krank gelte, was ich nicht bin. Es ist ein Skandal, denn keiner fühlt sich verantwortlich. Der Gesetzgeber möchte mich in die private Versicherung schieben und die möchte mich nicht nehmen. Also ich hänge da zwischen zwei Stühlen. Und würde mich gerne versichern, aber es ist mir nicht möglich", so die junge Frau.
Die Versicherer sehen Kunden wie Helga B. als Risiko. Solche Kunden will die Branche nicht.
Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten: "Für die Versicherer ist natürlich ein Verbraucher, der keine Schäden hat sondern nur Beiträge bezahlt, der beste Kunde.
Es gibt sogar einen Versicherer, der das seinem Kunden bei einer Kündigung mal geschrieben hat. Der hat ausdrücklich geschrieben: 'Sie stellen ein schlechtes Risiko dar, weil die Beitragseinnahmen nicht ausgereicht haben, um Ihre Schäden zu bezahlen.'
Wenn das der Versicherungsgedanke ist, den die Versicherer da verfolgen, dann macht eine Versicherung eigentlich gar keinen Sinn."
Wer einen Antrag stellt, ermöglicht mit seiner Unterschrift die Speicherung und Abfrage seiner Daten im HIS. Zitat aus dem Kleingedruckten: "Ich willige … ein, dass die Versicherer … meine Antrags-, Vertrags- und Leistungsdaten in gemeinsamen Datensammlungen führen…."
Dazu sagt Datenschützer Thilo Weichert:
"Alle Aufsichtsbehörden sind einer Meinung, dass das Verfahren, das jetzt praktiziert wird, illegal ist.
Dass also hier ein Übermaß an Daten übermittelt wird, keine hinreichende Transparenz besteht und auch die gesetzlichen Regelungen nicht ausreichen, die Einwilligungserklärung, die eingeholt wird, nicht in Ordnung ist. Also es muss hier definitiv etwas geändert werden."
Quelle: odysso |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6835
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Verfasst am: 9.Jun 2008 18:32 Titel: |
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2007 gab es 1,79 Millionen neue Einträge, dafür wurden die 2001 eingestellten gelöscht.
Mit 1,14 Millionen Datensätzen, die sie 2007 bei Schadensfällen eingaben, liegen die Autoversicherer an der Spitze. Sie verdächtigen damit mehr als jeden zehnten Anspruchsteller.
Datenschützer laufen seit Langem Sturm gegen das System. Wer in einem Jahr zweimal den Rechtsschutzversicherer in Anspruch nimmt, könne es schwer haben, einen neuen Vertrag zu erhalten.
Das gelte auch für existenziell nötige Policen wie die private Haftpflicht. Auch bei Berufsunfähigkeitspolicen drohen Probleme.
Verbraucherschützer empfehlen Kunden mit Vorerkrankungen, Anträge auf Berufsunfähigkeitspolicen über Versicherungsmakler zu stellen. ... [mehr] |
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