| |

|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4931 Wohnort: Osten
|
Verfasst am: 2.Aug 2005 12:34 Titel: Lebensversicherung - das falsche Produkt gewählt? |
|
|
| Zitat: |
Es ist ein kollektiver Irrtum: Zwei von drei Deutschen haben eine Lebens- oder Rentenversicherung. Keine andere Police ist so beliebt. Dennoch gilt für die meisten: Sie haben das falsche Produkt gewählt.
„Ich kann eine Lebensversicherung niemand mehr guten Gewissens empfehlen”, sagt Wolfgang Scholl, beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für Versicherungen zuständig. Sie sei zu unflexibel, zu intransparent, zu renditeschwach. Der seit Januar für Neuabschlüsse abgeschaffte Steuervorteil ist da noch eines der kleineren Negativargumente. Nach Berechnungen der Fachpublikation map-report büßen Versicherte mit hochdotierten Versicherungsverträgen dadurch nur rund 0,6 bis 0,8 Prozentpunkte Rendite ein. „Im kleineren Massengeschäft dürften steuerliche Auswirkungen sogar kaum noch meßbar sein”, sagt der Herausgeber Manfred Poweleit. Die Renditeunterschiede zwischen den Anbietern sind da bedeutend größer. Die Wahl des richtigen Versicherers kann daher den fehlenden Steuervorteil mehr als wettmachen.
Kein Fan der Versicherung
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts in dieser Woche hoffen die Kunden, daß sich einiges zum Positiven verändert. Doch: „An der grundlegenden Ablehnung des Produkts ändert die Entscheidung so gut wie nichts”, sagt Scholl . Auch der Bund der Versicherten, der die Klage eingereicht und gewonnen hat, ist kein Fan der Versicherung und bekämpft sie seit Jahren.
Was stört die Kritiker? Geldanlage und Versicherung sollten getrennt werden, ist ein Hauptargument. Denn wer in einer Notsituation die Beiträge nicht bezahlen kann, muß dann nicht nur auf regelmäßiges Sparen verzichten, sondern er verliert auch den Risikoschutz. Gerade für Familien ist das gefährlich. Also lieber eine Risiko-Lebensversicherung zum Schutz von Partner und Kindern und den Rest direkt am Kapitalmarkt in Fonds oder Wertpapiere investieren, raten Experten. Aus dem gleichen Grund sollte auch die Berufsunfähigkeit in einer eigenen Police und nicht in Kombination mit der Lebensversicherung abgesichert werden.
Ledige wiederum bezahlen mit der Lebensversicherung den Todesfallschutz mit, obwohl sie im Normalfall keine Angehörigen haben, die sie absichern müssen. Die private Rentenversicherung hat diese Absicherung nicht und bot daher in der Vergangenheit oft eine höhere Rendite als die Lebensversicherung. Das ist für die Zukunft aber nicht mehr gewährleistet.
76 Prozent beenden den Vertrag vorzeitig
Immer wieder kritisiert wird auch die Inflexibilität. Wer lange vor Ende der Laufzeit an sein Geld kommen muß, hat Pech gehabt. In den ersten Jahren werden mit den Erträgen nur die Kosten des Abschlusses wieder hereingewirtschaftet, eine Kündigung würde daher viel Geld kosten. Und die kommt häufiger vor als gedacht. 76 Prozent beenden den Vertrag vorzeitig.
Auch bei den Renditen können die Versicherer nicht glänzen. Zum einen ist es völlig intransparent, wie die Anbieter die Überschüsse kalkulieren, die sie ihren Kunden zahlen, was auch das Verfassungsgericht kritisiert hat. Zum anderen schmelzen diese Überschüsse derzeit zusammen, weil die Zinsen so niedrig sind und die Aktienquote mit unter zehn Prozent zu gering ist, um das auszugleichen. Der Durchschnitt der Policen, die dieses Jahr ausbezahlt werden und zwölf Jahre liefen, verzinste sich daher nur noch mit 4,42 Prozent im Jahr. Die Spitzengesellschaften kommen fast alle aus Unternehmen auf Gegenseitigkeit, die Töchter multinationaler Finanzkonzerne sind bestenfalls Durchschnitt. Gerade für junge Leute wird eine deutlich höhere Aktienquote empfohlen.
Bei all den Mängeln - gibt es dann überhaupt noch jemanden, für den eine Lebens- oder Rentenversicherung Sinn machen kann? „Vielleicht für einen älteren Arbeitnehmer, der das Risiko einer Aktienanlage nicht mehr eingehen will, das Geld ganz sicher mehr als zehn Jahre nicht braucht und vielleicht vom Arbeitgeber noch einen kräftigen Zuschuß bekommt”, sagt Tom Friess, Geschäftsführer des VZ Vermögenszentrums.
Immerhin: Man kann mit der Police nichts falsch machen. 2,75 Prozent Mindestzins sind garantiert, verknüpft mit der Hoffnung auf ein bißchen mehr. Sparbriefe rentieren meist nicht besser, aber die Zinsen müssen voll versteuert werden. Bei Rentenfonds hingegen können sogar Verluste auftreten.
Für alle Anleger gilt: Wenn schon eine Lebens- oder Rentenversicherung, dann erst, wenn die vom Staat geförderten Möglichkeiten zur Altersvorsorge ausgeschöpft sind. Das heißt: Oberste Priorität haben die Riester-Rente und die betriebliche Vorsorge.
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung |
|
|
| Nach oben |
|

|
A. Henneberg ** Consulter **
Anmeldungsdatum: 28.08.2002 Beiträge: 4931 Wohnort: Osten
|
Verfasst am: 2.Aug 2005 15:50 Titel: |
|
|
| Zitat: |
| Dennoch gilt für die meisten: Sie haben das falsche Produkt gewählt. |
| Zitat: |
Storno von Lebensversicherungen auf Rekordniveau
Das Stornovolumen der deutschen Lebensversicherer hat im vergangenen Jahr ein neues Rekordhoch erreicht. Nach Angaben des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mussten 2004 Leistungen in Höhe von 12,5 Milliarden Euro auf Grund von Kündigungen vorzeitig ausbezahlt werden.
Zu den häufigsten Kündigungsgründen zählen Arbeitslosigkeit, die Tilgung von Schulden oder der Wunsch, in eine andere Kapitalanlage zu wechseln. Insbesondere bei Lebensversicherungen, die zur Rückzahlung von Krediten dienen, ist eine vorzeitige Auflösung oft unvermeidbar. Denn durch die gesunkenen Überschussbeteiligungen der Versicherer reichen die Lebensversicherungen häufig nicht mehr zur Rückzahlung der aufgenommenen Kredite aus. Liegen die Überschüsse der Lebensversicherung unter den vereinbarten Kreditzinsen wächst die Finanzierungslücke stetig an. Diese Schuldenspirale kann dann nur durch die vorzeitige Rückzahlung des Kredits gestoppt werden.
Alternative Zweitmarkt
Die Kündigung bestehender Kapitallebensversicherungen ist in der Regel mit deutlichen Verlusten verbunden. Der Rückkaufswert, der bei Kündigung ausbezahlt wird, liegt häufig sogar unter der Summe der einbezahlten Beiträge. Neben den üblichen Stornoabschlägen fallen bei Lebensversicherungen, die noch keine 12 Jahre bestehen, auch noch Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag in Höhe von 26,375 Prozent an.
Eine Alternative zur Kündigung bietet der Zweitmarkt für Lebensversicherungen, denn oft lassen sich durch den Verkauf einer Lebensversicherung deutliche Mehrerlöse erzielen. Im Gegensatz zur Kündigung ist der Verkauf immer steuerfrei. „Versicherungsnehmer können durch den Verkauf einen Mehrerlös von bis zu 15 Prozent realisieren“, weiß Sebastian Siebert, Geschäftsführer von „Policen Direkt“. Das Frankfurter Unternehmen kauft für institutionelle Investoren wie die WestLB AG Lebensversicherungen direkt von Endkunden an und verwaltet die angekauften Lebensversicherungen bis zur Fälligkeit.
„Kunden, die Ihre Lebensversicherungen an Policen Direkt verkaufen, profitieren doppelt“, so Siebert, „denn zusätzlich zu dem höheren Verkaufserlös bleibt der Todesfallschutz erhalten.“ Sterbe die versicherte Person, erstatte Policen Direkt die Todesfallleistung abzüglich des verzinsten Kaufpreises und der bereits einbezahlten Prämien.
Quelle: FONDS professionell |
|
|
| Nach oben |
|

|
|
|
|
|
|
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
Powered by phpBB © phpBB Group
|
|
|
|