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Millionärsfonds

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7645

BeitragVerfasst am: 27.Sep 2007 14:41    Titel: Millionärsfonds Antworten mit Zitat

Vermögende Sparer können der Abgeltungssteuer ganz entgehen. Sie gründen einfach noch vor 2009 einen Spezialfonds in Luxemburg und können dann unbehelligt vom Fiskus Einzeltitel mit Gewinn verkaufen.

Es ist zu schön, um wahr zu sein: Mit bestimmten Investmentvehikeln können deutsche Anleger der 2009 dräuenden Abgeltungssteuer auf Lebenszeit entgehen. Vorausgesetzt sie bringen das nötige Kleingeld mit und der Fiskus macht ihnen auf den letzten Drücker nicht doch noch einen Strich durch die Rechnung.

Denn seit Mitte Februar erlaubt ein umtriebiges Großherzogtum vermögenden Sparern, eigene Spezialfonds zu gründen. Voraussetzung: In das Investmentvehikel muss zunächst eine Mindestanlage von 125.000 Euro eingebracht werden. Erst nach einem Jahr ist ein Fondsvolumen von 1,25 Mio. Euro Pflicht. Schon ist der Luxemburger Privatfonds etabliert.
Gerade in der knapp werdenden Zeit vor der de facto Steuererhöhung sind solche Modelle gefragt. Schließlich haben vermögende Privatpersonen damit nach geltendem Recht die Möglichkeit, sich vor dem 1. Januar 2009 ein eigenes Portfolio zusammenzubauen, dessen Zusammenstellung sie danach ein Leben lang frei variieren können, ohne dass jemals die 25-Prozent-Abgabe fällig wird.

Zwar genießen sämtliche Investmentfonds das Privileg, dass Kursgewinne auf Dauer steuerfrei bleiben, wenn das Investment vor Anfang 2009 getätigt wurde und zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Bei Produkten wie dem DWS Vermögensbildung I, dem Deka- oder UniFonds haben die Investoren im Gegensatz zu den Luxemburg Lieblingen aber keinerlei Möglichkeit, auf die Anlagepolitik einzuwirken. Sprich: Selber zocken ist nicht.

"Individuelle Lösungen wie die Luxemburger Spezialfonds eignen sich sicher nicht für jedermann. Ab bestimmten Vermögen können diese Produkte sinnvoll sein", sagt Peter Schmitz, Direktor bei der Dresdner Bank in Luxemburg. Zwar habe der Einzelne ein Höchstmaß an Freiheit. Doch diese koste auch entsprechend.

Experten zufolge fällt neben den Gründungskosten etwa für den Notar eine jährliche Gebühr zwischen 25 000 und 80 000 Euro. Damit arbeitet ein Privatfonds in der Regel erst ab fünf Mio. Euro wirtschaftlich. Steuerlich betrachtet sind die individuellen Fondslösungen - zumindest aus Sicht von Ehrlichen - nicht besser gestellt als hiesige Investmentfonds. Auch bei den Luxemburger Vehikeln müssen die anfallenden Dividenden und Zinseinkünfte jährlich versteuert werden. Bei Zinseinkünften im Großherzogtum greift gemäß EU-Zinsrichtlinie zunächst die Quellensteuer in Höhe von 15 und ab 2011 von 35 Prozent. Diese Zinsabschlagsteuer kann der deutsche Anleger in seiner Jahressteuererklärung mit der hiesigen Abgeltungssteuer verrechnen.

"Die Privatfonds erfreuen sich dennoch immer größerer Beliebtheit. Durch die Diskussion um die Abgeltungssteuer sind sie in aller Munde", sagt Schmitz. Schließlich bieten die Produkte enorme Gestaltungsmöglichkeiten sowohl im Hinblick auf die Auswahl von Anlageklassen als auch hinsichtlich der Erbfolge oder des Vermögensaufbaus.

Der deutsche Gesetzgeber stößt sich an den Luxemburger Privatfonds. Mit diesem Vehikel können Reiche also auch nach Inkrafttreten der Steuerreform unbehelligt vom Fiskus Einzeltitel mit Gewinn verkaufen. Für das Jahressteuergesetz 2008 hat der Finanzausschuss des Bundestages daher vorgeschlagen, die Privatfonds von der umfassenden Bestandsgarantie auszunehmen. Für Halter von Investmentfonds wird keine Abgeltungssteuer fällig bei Kursgewinnen, die innerhalb des Fondsmantels anfallen.

Wird der Vorschlag des Ausschusses am 9. November vom Parlament verabschiedet, büßen die Luxemburger Investment-Vehikel dieses Privileg ein. Damit würden die Fonds ihren Reiz verlieren. Um nämlich der "bösen 25" zu entgehen, müsste dann das Portfolio mit Stand Silvester 2008 eingefroren werden. Faktisch brächte für diesen Fall ein in Luxemburg domizilierter Fondsmantel herzlich wenig. Um zwischen den Millionärfonds und den normalen Investmentfonds zu unterscheiden, soll die sogenannte 30er Regelung eingeführt werden. Danach gilt der ewige Bestandsschutz lediglich für solche Portfolien, an denen mindestens 30 unterschiedliche Anleger beteiligt sind.

In Luxemburg bereiten sich Anlageprofis bereits auf ein solches Szenario vor. Für Privatfonds könnten sich dann verschiedene Investoren zu 30-köpfigen "Großfamilien" zusammenschließen.
Quelle: Welt
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7645

BeitragVerfasst am: 28.Sep 2007 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

Folgende Zuschrift erreichte uns:
Zitat:
...nach uns vorliegenden Informationen ist diese Lücke vom Finanzministerium erkannt worden und der Gesetzgeber wird diese noch rechtzeitig schließen.

Dr. Helmut Graf
Rechtsanwalt · Fachanwalt für Steuerrecht
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maleh
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 03.09.2003
Beiträge: 259

BeitragVerfasst am: 28.Sep 2007 14:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ein guter Dachfond wäre u.U. auch eine Alternative.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7645

BeitragVerfasst am: 28.Sep 2007 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
..wäre u.U. ..

@ maleh

Wie sieht Ihre Empfehlung (Tip) aus, um das obige Konstrukt o.ä. zu
erfüllen?
Für die Mehrzahl der Nicht-Millionäre - mit einem guten Spargroschen in der Hinterhand - sicher interessant.

Mit freundlichen Grüßen
Mod.
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maleh
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 03.09.2003
Beiträge: 259

BeitragVerfasst am: 28.Sep 2007 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Jede gute Fondsgesellschaft hat doch nun so einen Dachfond gegründet und in der gemanagten Variante fallen nun mal keine Abgeltungssteuern für Verkäufe während der Laufzeit an.
Es gibt aber auch ausländische Fonds, die bereits ab 5000 Euro EA oder 100 Euro monatl. Beteiligungen annehmen, wo auch keine Abgeltungssteuer anfallen sollte.
http://www.amadeus-capital.com/index.php?lang=de

..z.B. Amadeus Capital (zur Not mit Quantum LV Mantel).

Da ist nix Geheimnisvolles dran oder gar Ungesetzliches - eben nur vom FA "übersehen".
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GOLDPOOL
Specialist


Anmeldungsdatum: 26.01.2006
Beiträge: 185
Wohnort: Ibiza

BeitragVerfasst am: 19.Okt 2007 23:26    Titel: 50/50 Antworten mit Zitat

Die Chancen stehen aber 50/50, daß am 8.11.2007 die gesamte Abgeltungssteuer vorgezogen wird, wie ja schon bei den Zertifikaten geschehen. So ein Dachfond hat schon erhebliche Vorteile derzeit z.B.
HAC World Top-Investors von M.M.Warburg-LuxInvest (seit 1.10.07)
http://www.HAC.de/WTI-Fonds
Wer flüssig ist oder sogar kreditfähig sollte besser sowieso alles vor dem möglichen "Todestag" in trockenen Tüchern haben.

Die Traderbude wünscht ein schönes Wochenende
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